Beiträge von Lederstrumpf

    Oh, dann happy Birthday, Jack und weiterhin gute Besserung!

    Als Hommage an Jack hier ein paar Bilder meiner Tennessee-Rifle von ihm.

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    Das Steinschloss habe ich vor Jahren eingebaut. Ursprünglich war ein Perkussionsschloss verbaut. Ja, mittlerweile weiß ich auch, dass die Beschläge gegossen und nicht geschmiedet sind. Außerdem wusste ich beim Schlossumbau und Anpassung der Paneele noch nichts davon, dass die Paneele nicht immer parallel sein müssen. Hab ich alles hier im Forum gelernt, mea culpa.


    Lederstrumpf


    Das untenstehende Foto könnte mich auch zu der Spekulation verleiten, dass es so etwas wie einen "Ladehebel" gab, der das Spannen/Verschieben erleichterte. Siehe die rechteckige "Aufnahme?" links neben der Batterie.

    Werner

    Meinst du den Kasten hinter/neben der Batterie, Werner?

    Dort ist das Zündpulver drin, welches in korrekter Charge automatisch in die Pfanne rieselt, wenn der Hahn gespannt wird. Der Deckel fehlt offensichtlich. Ohne Deckel würde die erste Zündung ein Fiasko werden =O

    Ohne automatische Zündpulverbestückung würde das ganze System keinen Sinn machen.

    Wäre wirklich mal hochinteressant, so ein Stück genau zu untersuchen und zu dokumentieren.


    Lederstrumpf

    Auch in Germanistan sind Revoöver nach Baumont Adams hergestellt worden.

    Das hier ist ein solcher Revolver, gebaut bei der Firma Heym in Thüringen:

    HH_47_LotNo_1029_Nachbau_Beaumont_Adams.jpg


    Einen solchen hatte ich mal zerlegt und wieder zusammen gebaut. Dabei bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen, ist halt kein Colt. Wir wollten Schusstests machen und dann Artikel für DWJ bzw. Visier schreiben. Ich hatte schon passende Kugeln besorgt. Leider kam es dazu nicht, weil sich der Besitzer lieber auf Safaris in Afrika rumgetrieben hat und sich nicht mehr meldete.


    Aber in jedem Fall ein sehr schöner und technisch ausgesprochen aufwändiger Revolver.

    Heym-Revolver werden ab und zu bei Herrmann Historica versteigert.


    Lederstrumpf

    Gut, also doch meinen Senf dazu. Vielleicht beruhigt ihr euch dann auch wieder (oder gerade dann nicht, hihi).


    Es kommt nicht so ganz raus, um welche Sharps-Ausführung es sich handelt, oder habe ich das überlesen?

    Obwohl ich es hasse, dem guten Erik zu widersprechen, mag ich die Zoli Sharps nicht. Das 45er Zoli-Carbine, das ich gründlich untersucht hatte, hatte keine Feder für den Unterhebel und das geht mal gar nicht. Die Feder glänzte nicht nur durch Abwesenheit, sondern es war überhaupt keine vorgesehen (kein Bock mit Bohrung für die Verschraubung derselben und keine Ausfräsung im System).

    Es sind bei mir eben die Kleinigkeiten, die über Sympathie oder Antipathie entscheiden.


    Erik hat aber insofern recht, dass das Diopter schon was wert ist, wenn nicht mehr als das Gewehr. Mir wäre das Ensemble aber trotzdem keine 900 Euro wert.


    Lederstrumpf

    Ein wahres Wort Erik!

    Ich mag Pedersoli-Waffen, aber die Preie sind schon heftig, vor allem bei Ersatzteilen. Hab gerade eine Pedersoli-Jägerbüchse aufgearbeitet und ein neues Schloss eingebaut. Das ist aber von TOW, in der Qualität deutlich besser als Pedersoli und trotz Porto, Zoll und Märchensteuer fast 100 Euro preiswerter als das Original-Ersatzschloss von Pedersoli.


    Lederstrumpf

    Tatsächlich ist es aber so, daß mich bei einer Waffe eher interessiert, DASS sie funktioniert als WIE sie funktioniert.

    Tja, da geht es mir ganz anders. Ich will den Dingen immer gerne ins Innere schauen und ich will verstehen, wie es funktioniert und wie sie es wohl damals gemacht haben. Wenn ich was vom konischen Zündloch lese, will ich das Warum und das Wie 100%ig wissen. Erst dann bin ich zufrieden. Bei diesem Beispiel fand ich es ausgesprochen spannend, herauszuffinden, wie sie im 18ten Jahrhundert eine Zündlochbohrung vom Inneren des laufs her auftrichtern konnten. Heute gibts dafür Laser und erodierende Verfahren und was weiß ich noch, aber im 18ten Jahrhundert...?

    Och menno...bin schon wieder abgeschweift, sorry!


    Lederstrumpf

    Die Konversion auf ein Mule Ear Lock dürfte bei einer Basiswaffe mit Zündstollen nicht sehr problematisch sein. Statt des Zündstollens wird das entsprechend passende Piston direkt in den Lauf geschraubt:

    Picture 6466.jpg


    Wie das allerdings bei Waffen mit fest in die Schwanzschraube integrierten Pistonsockel (Great Plains Investarms bzw. Lyman bei den Amis) gehen soll, erschließt sich mir (noch) nicht.

    Das Ganze dürfte den Vorteil haben, dass die Zündung sehr viel direkter erfolgt, weil das Piston direkt im Lauf sitzt, wie bei Unterhammersystemen.

    Ansonsten sind bei diversen Sportordnungen eventuell Probleme gegeben, weil das Mule Ear Schloss in der Regel keine Laderast besitzt und bei modernen Schlössern oft Schraubenfedern verbaut sind im Gegensatz zu originalen, die Blattfedern haben. Aber bezüglich Tauglichkeit bei Sportverbänden gibt es hier sehr viel weisere Kollegen als ich es bin.


    Lederstrumpf

    Hi Raudi,

    Chaparral Arms gibt es nicht mehr, Uberti aber schon. Deshalb kann eine Kaufempfehlung nur zugunsten Uberti ausfallen, wegen der noch gut gesicherten Ersatzteilsituation.

    Ansonsten haben wir die bei den Italienern übliche Serienstreuung, von miserabel bis perfekt gibt es hier alles. Das ist bei Lang- und Kurzwaffen gleich. Die zwei Chaparrals, die ich besitze (allerdings keine 1873er Revolver), laufen nach technischen Verbesserungen gut. Bei anderen Schützen habe ich aber schon echte Gurken gesehen und selbst ausprobiert.

    Das gibt es bei Uberti auch. Die acht Ubertis in meinen Besitz, darunter zwei 1873er SAA funktionieren seit ihrer Überarbeitung völlig problemlos. Jeder, der die Waffen in die Hand nimmt, ist begeistert.

    Überarbeitung, sprich Tuning, ist bei allen nötig, wenn man nicht nur mal eben gelegentlich schießt und gewisse Ansprüche an perfektes Timing, saubere Treffpunktlage, leichtere Handhabung und Zuverlässigkeit stellt.


    Lederstrumpf

    Soll ich das Holz innen iwie behandeln? Mit Wachs oder Öl?

    Hallo Michl,

    beim Einschäften meiner Steinschlossbüchsen und Musketen streiche ich den Lauf mit säurefreier Vaseline ein. Beim Reinigen, ob nun feldmäßig oder Zuhause (ist ohnehin kein Unterschied), läuft dann kein heißes Wasser zwischen Lauf und Schaft. Das Schloss wird dabei immer ausgebaut und die Büchse so positioniert, dass das Wasser durch das Zündloch aublaufen kann, ohne in den Schaft zu laufen. Der Lauf bleibt dabei immer eingebaut.

    Alle Metallbeschläge streiche ich auf der Kontaktseite dünn mit Vaseline ein. Vaseline hat den Vorteil, dass sie den Spalt zwischen Metall und Holz gut ausfüllt und das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert, ohne tief ins Holz einzudringen wie Öl das tut. Geölt wird bei mir nur der Schlossmechanismus und der Lauf von innen.

    Es gibt sogenanntes Vertreichwachs, exakt für diesen Zweck. Ich habe schlechte Erfahrungen damit gemacht. Das Zeuf trocknet ein, wird brüchig und erfüllt seine Zweck nicht mehr. Vaseline ist dagegen immer beständig. Mache ich schon seit 20 Jahren so und meine Lüfe rosten im Schaftbereich nicht, auch wenn es im Reenactment regnet, die Büchse im Zelt liegt oder feldmäßig geputzt wird.


    Lederstrumpf

    Perfekt in Linienführung, Dekoration, handwerklicher Ausführung und Ästhetik! Ein Träumchen!!!


    Danke fürs Zeigen, Werner!


    Lederstrumpf

    Da ist jede Menge Luft nach oben, es sei denn beim Dachlattenmaterial handelt es sich um die hessische Panzerdachlatte :D


    Also, 20 gr. Wano 2 sind wirklich ein bisserl wenig bei 17 mm Laufdurchmesser. Die Kugel, die da drin steckt, braucht schon einen ordentlichen Antrieb, vor allem bei Steinschloss, wo auch einiges an Druck durchs Zündloch flöten geht.

    Es gibt fürs Kaliber .69 Kugeln in unterschiedlichen Durchmessern, mit denen du testen kannst. Wie beim gezogenen Lauf soll die Kugel gerade so in den Lauf rollen können. Das Pflaster braucht nur recht dünn zu sein, es muss ja keine Züge abdichten. Wenns bei Wano bleiben soll, würde ich mal bei 25 gr. oder sogar 30 gr. anfangen und zunächst in 2 gr. Schritten noch oben steigern. Du kennst das ja. Die Erfahrung fürs Austesten hast du.

    Bei Steinschloss musst du auf jeden Fall länger nachhalten. Die Zündung mag bei der Pistole sehr schnell sein, aber Verreissen geht bei Steinschloss immer einfacher als bei Perkussion.


    Auf jeden Fall eine schöne Pistole, die ich um 1810 einordnen würde. Ganz sicher war sie bei Waterloo dabei ;)


    Lederstrumpf

    Das Problem beim Kugelziehen ist, dass der die Schraube beim Reindrehen die Kugel ordentlich verformt und sie sich dadurch noch schlechter ziehen lässt.


    Eventuell wäre das Vorbohren mit einem kleineren Bohrer die bessere Lösung. Die Bohrung darf natürlich nicht zu groß geraten, sonst hält die Schraube nicht.


    Ansonsten ist darauf zu achten, dass der Kugelzieher einen Bund in Kalibergröße hat, damit die Schraube auch in der Mitte der Kugel eindringt. Sonst gerät die Schraube leicht zwischen Kugel und Lauf und ruiniert das Laufinnere. Also gehören Kugelzieher in allen verwendetetn Kalibern zur ordentlichen Ausstattung.


    Ach ja, und ein sogenannter Ramrod-Puller ist sehr hilfreich. Gibt beim Ladestockziehen eine ordenliche Handhabe:


    rp587IMG_0807_2400x.jpg  s-l40012.jpg


    Lederstrumpf

    Das sind Fräserriefen, ganz eindeutig zu erkennen an dem leicht bogenförmigen Aussehen. Vermutlich mit einem Wendeschneidplatten bestücktem Stirnfräser gefertigt.

    Dann scheint der Fräser aber schon ziemlich stumpf gewesen zu sein. Die Riefen sehen recht tief aus. Auf einem Bild sieht man an der Kante ein richtiges Sägezahnmuster!

    Wenn ein Lauf abgefräst wird, hast du zwar die Frässpuren, aber die Oberfläche ist schon sehr glatt:


    Lauf gefräst1.jpg


    Und das war kein besonderer Fräser, einfacher Fingerfräser ohne Wendeplatten.


    Das bei der Palmetto-Büchse schaut schon seltsam aus, kann ich mir auch nicht erklären.


    Lederstrumpf