Beiträge von waldgänger

    LOS sind ganz andere Machart welche nicht die Vorteile eines echten Führbandgeschosses haben. Am ehesten mit den echten MJG vergleichen kann man noch die Sax Geschosse.

    Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Die LOS-Geschosse haben auch Führungsbänder, sind aus einer Messinglegierung und haben eine Hohlspitze. Sie zerlegen sich in mehrere größere Splitter und einen Restbolzen, ebenso wie die Dinger von Sax oder LM. Die Vor- und Nachteile dürften in etwa die selben sein. Die Unterschiede liegen m. E. eher in eher unwesentlichen Details.

    Sie müssten schon sehr viel besser sein um den gewaltigen Preisunterschied zu rechtfertigen.

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich noch nie die Geschosse von LM oder Sax verwendet habe und auch niemanden kenne, der sie benutzt. Ich spreche also nicht aus Erfahrung. Vielleicht splittern sie ja wirklich weniger oder verursachen geringere Schäden, wer weiß. Vielleicht hat hier einer Erfahrungen damit?

    MJG wäre auch eine gute Möglichkeit.

    Das Los-HT-Geschoss ist dem alten MJG ziemlich ähnlich, vielleicht einfach nachgemacht und dürfte auch bezüglich der Vor- und Nachteile ähnlich sein, nur dass es eben viel billiger ist. Gut, dass neue hat noch eine Sollbruchstelle am Ende des zylindrischen Teils und eine Spitzenabdeckung. Vielleicht erfolgt da die Zerlegung kontrollierter, keine Ahnung. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass trotzdem die Zerstörungswirkung immer noch enorm sein dürfte, ist halt ein Zerlegungsgeschoss. In dem Fall würde ich dann eindeutig das TTSX vorziehen, zumal es preislich auch noch günstiger ist. Gegen das LOS ist in der Beziehung natürlich kein Kraut gewachsen.

    Ich verwende in 308 für meine Drückjagdbüchse nach wie vor die LOS-HT-Geschosse. Davon hatte ich mir eine größere Menge zugelegt weil sie so günstig waren. Die sind nicht nur sehr preiswert, sondern auch sehr präzise und wirklich extrem wirksam. Sie haben allerdings einen Nachteil: Je nach Treffersitz ist die Wildpretzerstörung recht groß. Das Geschoss splittert im vorderen Bereich in große Splitter und ergibt deshalb oft mehrere Ausschüsse, wobei die Splitter und der Restkörper sich ziemlich unkalkulierbar im Wildkörper bewegen. Immerhin hatte ich damit noch nie eine Nachsuche. Auch in 222 verwende ich es mit Erfolg. Da ist die Zerstörung weniger verheerend weil das Geschoss nicht viel Masse hat.

    Die besten Erfahrungen allgemein habe ich aber mit Barnes ttsx gemacht. Das verwende ich seit Jahren in 8x57. Bei dem Geschoss stimmt einfach alles. Da kann ich überhaupt nichts negatives feststellen, gute Wirkung, hohe Präzision, geringe Wildpretzerstörung. Es braucht allerdings eine sehr starke Ladung. Ein Kollege von mir war damit gar nicht zufrieden. Er meinte es würde sich wie ein Vollmantelgeschoss verhalten. Nachdem er mir seine 8x57-Patronen zeigte, war mir alles klar. Wenn man die schüttelte, hörte man das Pulver rieseln, und das obwohl er die Geschosse deutlich tiefer gesetzt hatte als ich. Ich habe in meinen Patronen eine Ladedichte über 100%, also eine Pressladung. Da bringt das Geschoss gemessen aus dem 60cm-Lauf meines 98-ers eine V0 von etwa 860 m/s. Man muss mit dem Geschoss bei Patronen wie 308 oder 8x57 IS dabei eben an die Obergrenze der Ladevorschläge gehen. Dann ist es eine perfekte Wahl, sowohl in 308 als auch in 8x57.

    Naja, die gesetzgeberischen Prozesse waren aber damals wie heute die gleichen . Die Berichterstattung - und damit die öffentliche Wahrnehmung - war aber seinerzeit eben eine deutlich andere und das ganz besonders bei "unbedeutenden" Nischenthemen wie dem Waffenrecht. Wer in dem Thema wirklich "drin" war, wird die wesentlichen Änderungen sicher bereits weiter im Vorfeld erahnt haben. Aber ja, ich war damals - bewusst - natürlich noch nicht wirklich dabei.

    Der Unterschied ist, dass wenn es damals medial so breit aufgemacht worden wäre wie heute, das Vorhaben massiven Widerstand ausgelöst hätte und massiven zivilen Ungehorsam in der Art, dass alle möglichen Leute erst mal vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes die Läden leergekauft hätten mit der Absicht die Waffen illegal zu behalten. Die Leute haben damals eben etwas anders getickt als heute. Deshalb hat man die Sache auch kaum nach außen kommuniziert.

    Meiner Meinung nach liegt das Problem in diesem Satz.

    Genau, denn was Terroristen und Extremisten sind, darüber entscheidet immer noch die Staatsmacht und auch die Aussage "gestalten bestehende Kontrollmöglichkeiten ... effektiver aus" lässt nichts Gutes erahnen. Je restriktiver das Waffenrecht und je totaler die Kontrolle, desto effektiver in ihren Augen und je weniger Normalbürger bewaffnet sind, desto schwerer ist es auch für die zahllosen "Extremisten" an Waffen zu kommen.

    Wenn man die bisherige Linie "so wenig Waffen wie möglich unter´s Volk" weiterentwickeln will, dann wird man das heutzutage so ähnlich begründen.

    Schon dass sie das in den Koalitionsvertrag schreiben, zeugt von Paranoia. Irgendetwas positives oder überhaupt etwas, was Anlass sein könnte erleichtert zu sein, kann ich nicht erkennen.

    Das ist allerdings auch nichts neues. Alle Innenminister der letzten Jahrzehnte litten massiv an Paranoia, ist wohl eine Grundvoraussetzung um überhaupt für das Amt vorgeschlagen zu werden.

    Wenn jemand sich nicht vernünftigerweise der Staatsmacht beugt, und auf seinem Recht beharrt, wenn er im Recht ist, so läuft das wohl unter Kohlhaas-Syndrom.


    Besser zahlt man halt vernünftigerweise mal eine Strafe, weil dies billiger kommt, als im Prozess auf einem Urteil zu beharren, wo man vielleicht nach x Jahren freigesprochen wird. Man ist zwar im Recht, aber trotzdem erledigt. Wie Kohlhaas eben.

    Ja schon, aber wenn man sowieso schon ein Strafverfahren am Halse hat, muss man die Sache eben durchziehen. Das "Angebot" im aktuellen Fall dient wohl eher der Gesichtswahrung der Staatsanwaltschaft als dem Nutzen von Herrn Winkelsdorf. Ich würde mich darauf auch nicht einlassen. Was hat er denn zu verlieren, außer Zeit und Nerven?

    Andererseits: Wenn die Staatsanwaltschaft mit ihrer Argumentation durchkommt und ihn wegen unerlaubtem Transport verknacken kann, dann müsste sie künftig aber jeden, der eine Waffe bei der Behörde abgibt mit einem Strafverfahren überziehen weil er die Waffe ja nur zum Schießstand und zur Jagd, nicht aber auf die Behörde transportieren darf, da ihm das "Bedürfnis" dazu fehlt.


    Nehmen wir mal an er hätte die Spielsachen legal erworben, dann dürfte er sie doch auch transportieren um sie wieder herzugeben oder einem anderen zu zeigen, oder nicht? Das kann ja auch eine Behörde sein. Wenn er sie illegal gehabt hätte, hätte er sich sowieso strafbar gemacht weil er logischerweise bei dem Transport ja die tatsächliche Gewalt darüber ausgeübt hätte. Wozu also die bescheuerte Argumentation mit dem unerlaubten Transportieren? Anderserseits wenn jemand eine Waffe auf der Straße findet, sie aufhebt und beim Fundbüro abgibt, wird der dann wegen unerlaubtem Transport belangt? Da gab´s doch mal vor etlichen Jahren in Baden-Württemberg so einen Fall, als eine Polizistin ihre Maschinenpistole aufs Autodach gelegt hat und losgefahren ist. Der ehrliche Finder hat sie dann von der Straße aufgehoben und auf dem Fundbüro abgegeben! Ich glaube nicht, dass die Justiz dem ein Strafverfahren aufgebrummt hat. Das wäre ja auch absurd gewesen.


    Für mich ist diese juristische Argumentation ein lächerlicher Taschenspielertrick der in ihrer Eitelkeit gekränkten Staatsanwaltschaft.

    Pardon - mein Fehler! Wollte sagen: "Geistig gesunde Menschen morden nicht!".


    besten Gruß

    Werner

    Die "geistige Gesundheit" ist einerseits Definitionssache und interpretierbar, außerdem denke ich, dass prinzipiell jeder Mensch durch gewisse Umstände und Einflussfaktoren dazu gebracht werden kann zum Mörder zu werden. Ob er dann automatisch als geistig krank eingestuft werden muss, ist die Frage.

    Es wäre sehr interessant, wenn man mal mitbekommen könnte, welche Flinte der Gutachter als automatische Waffe identifiziert hat.


    ...

    Das hat nichts zu sagen. Die Qualität der Gutachten und der Sachverstand der Gutachter ist manchmal eher begrenzt. Einem Bekannten von mir hat die Behörde mal vor Jahren seinen Antrag auf eine Sammler-WBK abgelehnt mit der Begründung die Liste würde nach KWKG verbotene Gegenstände umfassen. Der fragliche Gegenstand war dann eine Pistole 08, von der die Behörde behauptete es handele sich um einen Unterhebelrepetierer mit vollautomatischer Funktion! ::lachen2::

    Der Gutachter der Behörde war ein Polizeibeamter. Noch Fragen?

    Dem wehrhaften Deutschen wird schon zu gegebener Zeit "von oben" die Waffe in die Hand gedrückt werden - ob er will od. nicht - (siehe u.a. Wehrpflicht) wie die Vergangenheit deutlich zeigt ... 8)

    Den wehrhaften Staat wollen ja wohl alle Politiker aus den etablierten Parteien, die Grünen sowieso. Er kann ihnen gar nicht wehrhaft genug sein. Private Wehrhaftigkeit oder wehrhafte Bürger wollen sie allerdings eher nicht. Die machen u. U. nur Probleme. Wenn Bedarf da ist, kann man ja auch die nicht wehrhaften einziehen, entsprechend drillen und ihnen ein Gewehr in die Hand drücken, damit sie in der Lage sind dem Staat zu dienen, aber natürlich nur dazu und nur unter Kontrolle desselben.

    Ich hab das mal vor Jahren in der 7,62 Tokarev ausprobiert, was aber ein Fehlschlag war. Ich wollte allerdings ein Holhlspitzgeschoss verladen. Die Langwaffengeschosse sind oftt deutlich länger weil sie eine schlankere Spitze haben, was den Pulverraum ziemlich reduziert weil Du sie tiefer setzen musst. Außerdem sind sie "härter" gebaut. D. h. sie brauchen normalerweise viel höhere Geschwindigkeiten um im Ziel aufzupilzen. In meinem Fall funktionierte das gar nicht. Ein Freund von mir hatte allerdings mit dem Geschoss für die 30er-Karabiner-Patrone in der 7,63 Mauser beste Erfolge, was die Präzision angeht, aber in dem Fall mit Vollmantel.

    Man könnte vielleicht ein solches Geschoss nehmen und die Spitze abfeilen. Ist halt eine Bastelei.

    Ich verwende seit 1990 das 7x42 Militärglas der NVA und bin damit sehr zufrieden. Das ist robust, kompakt, sehr gut verarbeitet und die Auflösung ist ebenfalls bestens. Gut, in der Dämmerung hat es natürlich nicht die Lichtstärke eines 8x56, aber mir hat es eigentlich immer gereicht. Später habe ich mich dann mal überreden lassen ein Delta 10x56 zu kaufen. Davon kann ich nach meinen persönlichen Erfahrungen aber abraten. Es war zwar günstig, ist auch von der Auflösung und der Lichtstärke recht gut und ergonomisch, sowie kompakt, was ich aber leider feststellen musste, ist das es nach 2-3 Jahren undicht wurde, innen auf einer Seite beschlägt und ich es jetzt nur noch im Sommer bei trockenem Wetter benutzen kann. Das geht natürlich überhaupt nicht.

    Staat wird heutzutage gerne gleichgesetzt mit dem Staatsvolk. Im Alltagssprachgebrauch steht aber Staat für die "Obrigkeit", die Bürokratie, Verwaltung, die Machthaber.

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    Der Gedanke, dass Staatsmacht (Regierung) und Staatsvolk eins sind oder zu sein haben, ist v. a. im Kommunismus und im Faschismus sehr betont worden. Diese Logik verbietet daher jegliche Kritik an selbiger.

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    Und wo ist das Problem? Selbst wenn jemand 100 Waffen hat, kann er nur mit einer schiessen. Sorgen muss man sich wohl nur machen, wenn jemand nur eine oder 2 Waffen besitzt, und nur eine Magazin voll mit Munition.

    Ich glaube, Du hast die Logik unserer heißgeliebten Herrschaft nicht verstanden. Die geht nämlich davon aus, dass grundsätzlich jeder Mensch erst mal ein Sicherheitsrisiko und potenziell gemeingefährlich ist, solange er nicht den Behörden glaubhaft gemacht hat, dass er harmlos ist. Sie geht außerdem davon aus, dass grundsätzlich bei jedem Sportschützen, der mehr als eine Waffe haben will, der Verdacht naheliegt, sich nur für Waffen zu interessieren und damit zu üben weil er sich auf den nächsten Bürgerkrieg vorbereiten will. Und wo kämmen wir hin, wenn jeder dahergelaufene Sportschütze die legale Möglichkeit hätte, sich genug Waffen zu kaufen um seine private Bürgerkriegsmiliz aufzustellen? Nein, nein, da könnte ja jeder kommen!

    Außerdem braucht sowieso fast niemand Waffen und sowieso nicht mehrere und was jeder braucht, darüber entscheidet immer noch die Staatsmacht, wer den sonst? :)

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    Wenn wiederholt behauptet wird , ich hätte was gegen privaten Waffenbesitz , und meine politische Richtung würde in die grüne Richtung gehen .

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    Ich weiß nicht, ob das jemand behauptet hat, was Du aber sinngemäß selbst geschrieben hast, ist dass Du für ein restriktives Waffenrecht bist und meinst dass der staatliche Verwaltungsapparat die Bedürfnisse der Bürger am besten beurteilen kann, jesenfalls besser als sie selbst und dass das deutsche Waffenrecht nicht übertrieben restriktiv sei.

    Der Staat sind wir alle. Also haben wir alle diesen Wohlstand , diese Leben und dieses Sozialsystem erwirtschaftet .

    Da muss ich niemandem anderen danken.


    Wenn doch jemand mit diesem Staat unzufrieden ist , im Ausland gelebt hat , und dort alles besser war. Wieso kommt er dann zurück ?

    Wir sind nicht der Staat, wir sind das Volk und jeder von uns ist ein Individuum. Das ist ein Unterschied!


    Der Staat ist ein Machtapparat, welcher das Zusammenleben der in seinem Machtbereich lebenden Individuen mehr oder weniger lenkt und verwaltet. Es gibt freiheitliche und totalitäre Modelle. In den freiheitlichen beschränkt sich der Staat darauf die grundsätzliche Rechtsordnung zu gewährleisten und beschränkt die Eingriffe der persönlichen Freiheit auf ein Minimum, in den totalitären versucht er möglichst alles und das möglichst detailliert zu regeln und traut grundsätzlich niemandem zu verantwortungsvoll mit seiner Freiheit umzugehen. Er setzt voll auf Einschränkungen, Vorschriften, Kontrolle und Überwachung.

    Also mir und gaaanz vielen anderen Sportschützen oder Jäger vertraut er.

    Die dürften Schusswaffen kaufen.

    .l..

    Du lebst wohl nicht in Deutschland, nehme ich an, oder doch?

    Mir traut der Staat jedenfalls nicht. Er traut mir nicht zu, selbst entscheiden zu können, ob ich ein Bedürfnis habe oder nicht, er traut mir nicht, dass ich die Dinger ordentlich aufbewahre, weshalb er das öfters auf meine Kosten überprüfen lässt. Er geht auch davon aus, dass ich mit meinen Waffen sofort anfangen würde irgendwelche Leute abzuschießen, wenn er mir nicht vorschreiben würde, sie gut verpackt und verstaut zu transportieren, bei Sportschützen geht er davon aus, dass sie Bürgerkriegsmilizen gründen und mit ihren Waffen ausstatten wollen, weshalb er zeitlich gestreckte Mengenbegrenzungen für den Erwerb eingeführt hat, er geht auch davon aus, dass sie ihre großen Magazine zur Vorbereitung von Amokläufen und Terroranschlägen bereitgehalten haben, weshalb er sie dann konsequenter Weise verboten hat, etc.

    Um zu übersehen, dass der deutsche Staat, nicht nur beim Waffenthema, den Bürgern extrem misstraut, muss man schon ziemlich blind sein. Wer mal ein paar Jahre in einem anderen Land gelebt hat, wird das schnell merken.

    Viele haben sich aber wohl schon dermaßen daran gewöhnt, dass sie das für normal halten und sich so langsam schon selbst nicht mehr recht über den Weg trauen, den Nachbarn sowieso gleich gar nicht. Dafür haben sie allerdings ein blindes Vertrauen in ihren heißgeliebten Beschützerstaat.