Beiträge von Long Johns Wolf

    Colt 1860 Army Long Cylinder Conversion: wurden anno dunnemals nach dem Bürgerkrieg aus ausgemusterten Colt-Teilen im Kaliber .44 Henry vermutlich im Mexico hergestellt .

    Der vorliegende Centaure dürfte von Klaus Mumme aufs Kal. .44 Colt (innengefettet, Futterlauf) umgebaut worden sein, und zwar aus einem 8" RNMA.

    Long Johns Wolf

    Kann für unseren Schwarzen Mann mit einem Beitrag zu einem Perkussionsrevolver dienen, den ich 2010 erwarb (Centaure).

    Fertigung des guten Stücks war lt. Seriennummer 1966.

    Ich erwarb ihn bei Egun vom Erstbesitzer.

    Auf den Fotos sah er sehr ordentlich aus, gebraucht aber kein Rost.

    Wenn ich eine Waffe bekomme, zerlege und überprüfe ich sie .

    Wie mir der Erstbesitzer später beichtete, hatte er sie nach dem letzten SP-Schießen Ende der 1990er (!) außen abgewischt und dann vergessen.

    Also weder den Lauf oder die Kammern durchgezogen, von der Mechanik und den Innereien des Griffes reden wir garnicht.

    Entsprechend sah das gute Stück dann auch innen aus: Lauf und Kammern ziemlich zu, die Innereien schwarz versifft.

    Und nach Zerlegerei, Einsatz der Bürste und Tauchbad in warmem Wasser?

    Nix, kein Rost, nicht angelaufen oder vergammelt, spiegelblanker Lauf.

    Guter belgischer Stahl und wohl trocken gelagert = Schwein gehabt.

    Long Johns Wolf

    Gelegentlich werden diese .36er Leech & Rigdon-Perkussionsrevolver aus dem Hause Pietta bzw. Uberti auch noch aktuell produziert.

    Leider handelt es sich dabei nur um Colt 1851 Navy-Verschnitte mit nur geringen Anpassungen in Richtung Leech & Rigdon, d.h. zwar runde Läufe aber die Trommeln mit Coltscher Ormsby-Gravur und weiteren Colt-Details.

    So entstand der Gedanke, nach erfolgreicher Fertigung von zwei Prototypen im letzten Jahr, eine größere Anzahl Colt 1851 Navys der Hersteller Uberti und Armi san Paolo zu historisch korrekteren Leech & Rigdons umbauen zu lassen.

    Hier nun Fotos von zwei Ubertis 1851 Navys aus dem Programm mit Überraschungen, bezogen auf die 1851er wie auch den Leech & Rigdons:

    Oben auf den beiden Bildern handelt es sich um eine Fertigung aus 2020 (Jahres-Code 20), unten aus 1969 (Jahres-Code XXV).

    Die ehemaligen Achtkantläufe der 185er drehte der Büschenmacher bereits rund und die Trommelgravuren wurden entfernt.

    Der Navy aus 2020 hatte eine ZH-Laderille im rechten Stoßboden, die entfernt wurde, da der Leech & Rigdon eben keine hatte.

    Bei der 1969er Fertigung war sie (glücklicherweise) nicht vorhanden

    Interessant ist die deutlich unterschiedliche Griffkontur: wie ich in einem US-Forum lernte, änderte Uberti die Kontur vor einigen Jahren in Verbindung mit der Umstellung auf CNC-Fertigung.

    Denn da amerikanische Schützen meinen, dass die frühere Kontur zu weit vom Original entfernt war?!

    Unterschiedlich ist auch die Ladeöffnung rechts im Laufansatz: die größere beim 1969er Navy ist näher am originalen Leech & Rigdon als die obere, kleine.

    Die kleine Ladeöffnung gab's nur bei den frühen 1851ern, Modelle 1-3

    Denn die Leech & Rigdons waren bereits für die Ladung mit Papierpatronen eingerichtet, da muss die Öffnung einfach größer sein.

    Beim 2020er wird deshalb die Ladeöffnung noch angepasst.

    Weiterhin sichtlich unterschiedlich sind die Radien der Ladehebel.

    Bei den Leech & Rigdons wurde deren frühe Ladepressenhalterung installiert: "Pin & Ball Latch" nennen dieses System die US-Sammler, ich nenne das "Mississippi"-Halterung, weil's romantischer klingt.

    Diese Art der Halterung gab's nur bei den Prototypen und früh gefertigten Leech & Rigdons bis ca. Dezember 1862, als die Firma wegen der anrückenden Yankees von Mississippi nach Georgia verlegt werden musste.

    Diese frühe hält im Schuss nicht gut , da funktioniert die typische Colt-Halterung wesentlich besser.

    Diese erhielten dann auch die Leech & Rigdons nach dem Umzug nach Georgia.

    Long Johns Wolf

    Hier sind ein paar Seiten aus einem alten FAUL-Katalog.

    Wobei zu ergänzen ist, dass FAUL auch alte Bürgerkriegswaffen, die das Unternehmen in den 1860ern den Konfliktparteien verkauft hatte, später aufgekaufte, überarbeitete ... und z.B. während der letzten Dekaden des 19. und bis in die 1950er (!) an Einwohner der ehemaligen belgischen, englischen und französischen Kolonien verkaufte.

    Perkussionsschlösser mussten bei der Aktion ggf. gegen Steinschloss, gezogene gegen glatte Läufe getauscht werden, entsprechend Gesetzgebung für die (Ur-) Einwohner der Zielmärkte.

    Auch eine Form des Recycling!

    Long Johns Wolf

    Freue mich auf die Kontaktdaten der Graveurin.

    Centaure keine Firma, vielmehr ein (Waffen-) Warenzeichen sowie die Telex-Kennung der belgischen Fa. Fabriques d'Armes Unies de Liège (FAUL) aus Lüttich.

    FAUL stellte zwischen 1959 und 1973 die bekannten Centaure-Perkussionsrevolver (Colt 1860 Army-Lizenz) her, darüber hinaus mindestens seit den 1950ern bis ca. 1975 auch Nachbauten amerikanischer Perkussions- wie auch Steinschlosspistolen, entsprechende Langwaffen incl. Schrotflinten, dito diverse Schlosse her, aber auch Waffenkits.

    Während die Qualität - Stahl & Verarbeitung - der Centaure-Perkussionsrevolver der damaliger Italo-Neo-Classiker überlegen war, kann das nicht immer für die FAUL-Nachbauten von Pistolen und Langwaffen des 19. Jahrhunderts gesagt werden.

    Long Johns Wolf

    Kann Ihr mir vielleicht einen Graveur in Deutschland oder Österreich empfehlen, der auf eine neugefertigte Colt 1847 Walker-Trommel die korrekte Rangers & Indians-Szene graviert?

    Ggf. kann eine Walker-Perkussionstrommel als Vorlage gestellt werden.

    Danke,

    Long Johns Wolf

    Der eine heißt Horacio Acevedo Sr., ist gebürtiger Mexikaner, ausgebildeter Juwelier und Büchsenmacher.

    Den hat Thomas Haas in den 1950ern samt seiner Familie in die USA gebracht und dafür in seiner Firma arbeiten lassen.

    Acevedo trennte sich ca. Mitte der 1960er von Haas und machte sich selbständig.

    Er ist noch heute bekannt für seine exquisiten Arbeiten, fertigte u.a. auch die sog. "Colterized" Centaure für Shore Galleries in den frühen 1960ern.

    Sein Sohn, Horacio Acevedo Jr., trat in die Fußstapfen seines Vaters und ist ebenfalls ein anerkannter "Waffenkünstler".

    Thomas Haas war eine schillernde Persönlichkeit in der Waffenbranche, der sich gut verkaufen konnte.

    Waffenfirmen wie Colt zogen ihn als Berater hinzu, Larry Wilson heizte den Haas-Hype richtig ein ... bis sich herausstellte, dass die Waffenkunstwerke, die ihm zugesagt wurden, Arbeiten von Acevedo waren.

    Dass die ca. 25 bis 50 Paterson- und Walker-Nachbauten (aus den 1940ern?), die Insider heute mit ihm in Verbindung bringen, von ihm gefertigt wurden, scheint der Wahrheit zu entsprechen.

    Long Johns Wolf

    Für mich hat die geplante Walker-Conversion zwei Aspekte:

    das historische Vorbild: sind wohl nur aus den 1870ern bekannt und sehr selten. Die ab's wohl nur als Field-Conversions, orientiert an der Long Cylinder (LCC) und Richards-Mason-Conversion-Methode (RM).

    Beschuss: ist für mich wichtig, da der Walker wettkampfmäßig geschossen werden soll. Dürfte bei der RM-Methode problemlos sein, aber, wenn ich die obigen Ausführungen richtig verstehe, wäre eine charmante LCC-Konstruktion wie auf dem Foto mit 6 Kammern problematisch?!

    Long Johns Wolf (verwirrt)

    Danke, Ike.

    Ist das Patronenlager lt. CIP zweiteilig, wenn die "Platte" oder der "Ring" mit den 6 Löchern für die Patronen, die den abgefrästen Pistolbereich hinten an der Trommel kompensieren, an der Trommel verschraubt o.ä. ist?

    Andererseits haben ein Conversionring mit Ladekplappe und ein Ausstoßer auch etwas.

    Dann sollte aber ein Weg gefunden werden, den Ausstoßer parallel zum Lauf anzubringen.

    Long Johns Wolf