Beiträge von sammler

    ... Visiernachjustierlehre. Braucht man das Teil unbedingt?...

    Jein. Die Kimme des Pedersoli-Württembergers neigt dazu, sich beim Schießen zu verstellen. Deshalb sollte man die Kimmenhöhe nach dem Schuss überprüfen und ggf. korrigieren. Ob Du die Überprüfung mit der Justierlehre oder einem Holzblock passender Höhe vornimmst, liegt bei Dir.

    ... Weißt Du etwas mehr über diesen BüMa ? ( Der Stöckel gibt ja leider auch nicht allzuviel her )

    Prélaz, signierte und unterschrieb aber auch mit Prélat oder Prélatz, war Büchsenmacher in Vevey. Geboren 1819, gestorben (wahrscheinlich) 1868. Bekannt geworden ist er, als er zusammen mit Burnand ein System entwickelte, mit dem sich die großkalibrigen glatten Gewehre in gezogene Gewehre umbauen ließen (System Prélaz-Burnand, eingeführt 1859).

    Achtung: Den Schweizer Prélaz nicht verwechseln mit dem bekannten Pariser Büchsenmacher Prélat aus Paris.

    .... 20 Eur Tages-Campingpässe mit der Erlaubsnis zur Selbstversorgung zu fischen, Gemüse anzubauen (Guerilla Gardening) und zu jagen (evtl. mit zusätzlichen Regularien wie z.B. nur small game, kein Schrot, etc.) um zu verhindern, dass zu viel gejagt wird.....

    Wenn dieses Revier in Deutschland liegen soll, musst Du das deutsche Jagdrecht beachten, und das sagt, dass nur der die Jagd ausüben darf, der einen gültigen Jagdschein hat.

    Eine Frage habe ich noch: was bedeuten die beiden eingravierten Jahreszahlen 1851 und 1866 ?

    Ich gehe mal davon aus, dass 1851 das Herstellungsjahr ist, aber 1866 ?

    1851 - Jahr der Herstellung,

    1866 - Jahr der ersten Ausgabe an die Truppe. (Jahr der ersten Indienststellung)

    Zwischen 1851 und 1866 lag das Teil in einem Arsenal.

    Ergänzung: Die 1851 wurde bereits im Werk gestempelt, die 1866 stempelte der Regimentsbüchsenmacher.

    ... Die Waffe habe ich schon einmal geschossen, Abzugsgewicht 15-20 Kg geschätzt, Treffer waren auf der Scheibe keine

    zu erkennen, dafür hat es im Geschoßfang ordentlich gestäubt!

    Der preußische Major C.Rüstow schätzte glattläufige Kavallerie-Pistolen (die Pistole m/50 ist eine Kavallerie-Pistole) im 2. Band seines Buches "Die Kriegshandfeuerwaffen" so ein:


    Zitat Rüstow_1865.jpg

    Es gibt noch ein Kriterium, das hilft, Fälschungen zu identifizieren, und zwar die Gewinde. In Preußen geschnittene Gewinde hatten Steigungen in rheinischen Zoll. Wenn Schrauben metrischem Gewinde oder Gewinde mit Steigungen in britischem Zoll passen, ist die Waffe eine Fälschung.

    .... Aber auch die "Zivilisten" schossen ganz gerne mit "zivilen" Geräten !...

    Zimmerstutzenschießen war durchaus populär. Von Ludwig Thoma ist bekannt, dass er sich (als er wenig erfolgreich als Anwalt in Dachau gearbeitet hat), sich die freie Zeit damit vertrieb, in seiner Kanzlei mit der Zimmerbüchse zu schießen.
    Es gab (vor allem in Süddeutschland) viele Vereine, die nur mit dem Zimmerstutzen schossen. Die wurden allerdings nicht in den DSB aufgenommen, weshalb es einen eigenen "Zimmerschützenbund" gab. Der DSB nahm nur Vereine auf, die die Zimmerbüchse als Trainingsgerät für den Winter nahmen (von Oktober bis Ostern wurde nicht geschossen, die Zielergräben der offenen Stände waren in der Zeit entweder voll Schnee oder vereist).


    Es gab mehrere Systeme für Zimmerstutzen, die bekannteste ist wohl die Stiegele-Mechanik.

    Die beiden folgenden Bilder zeigen Schützen mit Zimmerstutzen, die Bilder sind in Franken oder Bayern entstanden. Manchmal sieht man erst auf den zweiten oder dritten Blick, dass all die Gewehre Zimmerstutzen sind..

    Zimmerstutzen_1.jpgZimmerstutzen_2.jpg


    Heute wird durchaus noch mit Zimmerstutzen geschossen, aber eigentlich nur in Bayern. Da gibt es eine "Szene" dafür. Wer sich dafür interessiert, sollte sich die Seite feuerbixler.de ansehen. Hier sind die Waffen und Systeme beschrieben und man sieht auch Termine für ZS-Schießen.

    Auch auf der offenen bayerischen Meisterschaft für Traditionswaffen (in Allach, ist ein Stadtteil von München) gibt es eine Wertung für ZS.

    .... und zu Indoor-Waffen umgebaute Militär-Karabiner ...? Geschenk an einen Offizier? ...

    Möglich, aber ich würde eher auf ein Zielgewehr für die Armee tippen. Wobei der Stecher-Umbau nichts "militärisches" war.

    Patronen waren teuer, Schießübungen damit nur auf dem Schießplatz möglich. Mit Zielgewehren konnte im Kasernenflur geübt und geschossen werden, Zielmunition war billig. Auch Gewehre/Karabiner 88 und Gewehre/Karabiner 98 wurden später zu Zielgewehren umgebaut. Erst als die Zielmunition 07 eingeführt wurde, waren solche Umbauten nicht mehr notwendig.