Beiträge von sammler

    In einem vor 1860 erschienenen Buch habe ich mal folgenden Satz gefunden "Niemand, der bei klarem Verstande ist, würde Pistolenpulver in einem Gewehr verwenden.".

    Ich schieße alle meine Perkussions-Langwaffen (selbst die im Kaliber .38") mit Schweizer Pulvern der Körnungen 3 bis 5. In den Büchsen im Kaliber bis .45" nehme ich Schweizer Pulver Nr. 3, sonst eher Nr. 4 oder Nr. 5. Ich schieße alle meine Perkussionsbüchsen entweder mit Maxiball, Langgeschoss oder (bei Militärwaffen) mit Hohlbodengeschossen.

    Bei Steinschlossbüchsen sieht das anders aus, hier braucht man meiner Meinung nach schnelle Pulver. Deshalb schieße ich aus Steinschlossbüchsen Schweizer Pulver Nr. 2 und Kugeln

    Da könntest Du Recht haben, aber bei einer Einzelanfertigung!? Doch ich weiß auch nicht wer sie gebaut hat, den könnte natürlich auch ortsnah wohnen.

    Bei einer Einzelanfertigung wird üblicherweise ein Lauf im Wunschkaliber in einen individuell angepassten Schaft gebettet und an die Wünsche des Kunden angepasst, was Länge und Visierung angeht. Auch der Büchsenmacher macht seine Läufe nicht selbst, sondern kauft sie bei einem auf Lauffertigung spezialisierten Hersteller.

    Bei Vorderladern wird immer nur der Lauf beschossen. Wenn der Büchsenmacher mehrere Läufe zum Beschuss gibt, hat er nur einmal die Kosten für den Transport.

    ... Da war meine Sicht wohl zu eingeschränkt, da das Gewehr in Deutschland gebaut worden sein sollte.

    Das Gewehr kann trotzdem in Deutschland gebaut worden sein. Da der Beschuss in Tschechien (oder auch in Belgien) billiger ist als in Deutschland, lässt man hier gebaute Waffen dort beschießen.

    Nach meinen Erfahrungen wirken sich Unterschiede in der Geschossmasse von 0,2 Gramm (3 Grain) nicht auf die Treffpunktlage aus bzw. sie gehen im Einfluss anderer Größen (z.B. Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Außentemperatur, ...) unter. Für die obigen Geschosse würde das bedeuten, dass Geschosse im Bereich von 388 Grain bis 391 Grain verwendbar wären.

    Seitliche Aufschubmontage mit kurzer Prismenschiene, verbesserte Montageschiene mit 2 zusätzlichen Zapfen. Feststellschraube mit nur einem Zapfen; auf der Schiene sollte eine Vertiefung sein, in die die Feststellschraube eingreift.

    Was sollte man überprüfen bzw. drauf achten qua Zustand und was könnte ein fairer Preis sein?

    Bei Preisen halte ich mich prinzipiell raus.

    Wenn man Schießen will, sollte man vor allem den Laufzustand innen kontrollieren und ob der Schaft frei von Rissen und morschen Stellen ist. Dann: Ob das Gewinde vom Korn beweglich ist. Unter Umständen helfen hier ein paar Tröpfchen Öl.

    Dann sollte man das Piston und das Pistongewinde überprüfen. Wahrscheinlich ist es kein metrisches Gewinde, also wird ein guter Dreher benötigt, der ein neues Piston anfertigen kann. Bei schlechtem Zustand des Pistongewindes muss das Pistongewinde nachgeschnitten werden, denn ein Piston muss fest sitzen.

    Dann sollte man Schloss und Stecher überprüfen.

    Der Ladestock ist nicht original. Und wenn ich mir den Schaft ansehe, denke ich, dass der mal abgeschliffen oder abgezogen wurde. Auch der vordere Schaftabschluss scheint mir nicht original zu sein. Auch der Lauf sieht mir äußerlich überschliffen aus.

    Schwierig. Eine genaue Bestimmung ist zumindest für mich nicht möglich.
    Geschweifter Lauf, Visierung passend für eine Büchse, aber das Bild der Laufmündung ist vieldeutig. Könnte ein glatter Lauf sein (dazu passt aber die Art der Kimme nicht), könnte ein Polygonprofil oder ein flach gezogener Lauf sein.
    Der Vorderschaft sieht aus, als ob es rechtsseitig mal eine Bajonettschiene gegeben hätte.

    Vom Typ her ist ein sog. "Deutsches Schützengewehr", späte Ausführung, ohne Bajonetthalterung. Sozusagen ein Nachbau des Schweizer Feldstutzers.
    Die Kaliberangabe .45" halte ich für falsch, unten auf dem Lauf steht was von 9,6. Ich vermute ein Kaliber zwischen 9,6mm und 10,4mm. Die Schwanzschraube ist mal rausgenommen worden, der Einhieb unten passt nicht mehr. Möglicherweise ist der ganze Lauf mal erneuert worden, aber das muss schon lange her sein oder nicht in einem CIP-Land passiert sein, denn Beschusszeichen sehe ich keine.
    Die Brünierung ist neu, der Ladestock passt vom Typ her nicht zur Waffe.

    ... Frage zur Schaftbearbeitung: da ich den Schaft auch leimen muss, welche Oberflächenbehandlung würdet ihr mir empfehlen ? :/

    Früher wurden die Schäfte (nach dem Schleifen bzw. Polieren, ggf. auch nass) nur mit Leinöl behandelt. Aufstreichen, einreiben, trocknen lassen, nächst Lage auf die gleiche Art, bis der gewünschte Zustand erreicht ist. Leinöl härtet an der Luft aus. Sollte das Holz das Öl zu stark aufsaugen, eventuell vor dem Auftragen des Öls Porenfüller verwenden.
    Allerdings dauert es bei diesem Verfahren "etwas" länger, bis der gewünschte Endzustand erreicht ist.

    ... ich frage mich was der beste Weg ist eine Trapdor zu reinigen ...

    Nimm einen flexiblen Putzstock und putze damit vom Lager zur Mündung hin.
    Oder:
    Gieß vom Lager aus mehrfach Wasser durch den Lauf (ein Trichter ist da sehr hilfreich). Wenn das Wasser klar bleibt, nimm eine entsprechend lange Putzkette, in deren Öse Du ausreichend dicke Patches steckst und zieh die vom Lager zur Mündung hin aus dem Lauf, und das so oft, bis die Patches sauber bleiben. Passende Mündungsbuche nicht vergessen!

    Das mit dem Buholzer-Geschoss ist eine lange Geschichte voller Missverständnisse. Was Vollmer da als Buholzer-Geschoss angeboten hat (und was z.B. Hensel anbietet) hat einen zu großen Durchmesser und ist letztlich im Feldstutzer so gut wie unbrauchbar.

    Das Geschoss wurde 1863 vom eidgenössischen Zeugwart Buholzer entwickelt. es wurde aber nicht blank verladen, sondern gehörte zu einer Papierpatrone. Die wurde als Einheitsmunition für alle Schweizer Gewehre im Kaliber 10,4mm verwendet. Die Verwendung der Patrone im Feldstutzer war also keine Frage einer dadurch verbesserten Präzision, sondern diente ausschließlich der Vereinheitlichung der militärischen Logistik. Die Patrone war mit 4 Gramm Pulver geladen und im Geschossbereich außen gefettet.

    Gewehrpatrone 1863.jpg

    Vielleicht hilft dass weiter:

    Munition Feldstutzer.pdf

    Die originale Ladung waren 4 Gramm Pulver, Korn Nr. 4. Die Ladung wurde in einer Papierhülse getragen. Das Geschoss sah so aus:

    Bild_1.jpg

    Hier mit Kugelpflaster

    Bild_2.jpg

    Das gefettete Pflaster wurde auf ein Ladebrett (mit passend großem Loch) gelegt und das Geschoss zusammen mit dem Pflaster in das Loch gedrückt. Danach wurde das Pflaster mit einem Bindfaden am Geschoss festgebunden. beim Laden streifte sich der Bindfaden ab.