Beiträge von sammler

    .... Wenn Euch mein Geschreibsel nicht zuviel wird könnte ich heute oder Donnerstag Abend mal etwas länger schreiben wie ich an meine Pulvermenge und Ladeweise heran getestet habe ...

    Ich bin schon gespannt. Gibt es dabei auch Erfahrungen mit papiergewickelten Geschossen im originalen Durchmesser u8d mit originalem Gewicht?

    ... das Buholzer und hat einen kleinen Hohlboden bei 315gr Gewicht. ... Ladungen unterhalb 50 gr S2 quittiert das Ding mit Langlöchern auf 50 Metern.

    Das Buholzer-Geschoss wurde nie "blank" verschossen, sondern steckte in einer Papierpatrone, die mit 4 Gramm Pulver des Korn Nr. 4 geladen war.
    Das originale Buholzer Geschoss (benannt nach dem eidgenössischen Zeugwart Buholzer) hatte einen Durchmesser von 9,15mm (30,5 Linien Schweizer Maß).

    Ich schieße meinen Vollmer mit einem Maxiball (ohne Hohlboden) mit 2 Fettrillen und 28 Grain CH3, und zwar komplett ohne zwischen den Schüssen zu Wischen.
    Aber: Welchen Durchmesser hat dein Maxiball. Mein Maxiball hat nach dem Kalibrieren einen Durchmesser von .411". Das ist aber nicht wirklich optimal. Optimal wäre, wenn die unteren Ringe Feldkaliber und die der obere Ring annähern Zugkaliber hätte., sich der obere Ring also bereits beim Setzen in die Züge schneiden würde.

    Ich habe einen Fetter/Setzer und fette die Maxiballs mit einer Einwegspritze mit Nivea-Creme (oder einem billigen Ersatz).


    Schlechte Trefferleistung muss nicht am Pulver liegen, es kann auch am falsch kalibrierten (zu kleinen) Geschossliegen.

    Es ging bei meiner Aussage nur um die Colt-Revolver, die in der Londoner Fabrik gefertigt und damit schnell und problemlos für die britischen Offiziere zugänglich waren.

    Wer sich über die frühen Adams-Revolver in einer zeitgenössischen Quelle informieren möchte: Die Dreh- u. Repetirpistolen oder die sogenannten Revolvers - Google Books


    Ansonsten lagen die Unterschiede zwischen den Revolvern von Colt und Adams nicht nur bei SA/DA, sondern zusätzlich in der Trommelverriegelung. Die Revolver von Adams waren bei den Offizieren auch deshalb beliebter als die von Colt, weil sie Kaliber .45" und damit eine größere "stopping power" als die Colt-Revolver (Kaliber .38") hatten. Zwischen 1853 und 1856 war der Krim-Krieg, der Bedarf an Waffen zur Selbstverteidigung war bei den Offizieren sehr hoch.

    Hier noch zwei zeitgenössische Zeichnungen (aus "Kriegshandfeuerwaffen", Band 2, von Cäsar Rüstow:

    Rüestow_1864_Adams_1.jpg


    Rüestow_1864_Adams_2.jpg

    sammler , du bist einer der sachlichsten und belesensten User hier im Forum. Deine Beiträge sind immer eine Bereicherung. Offtopic und 'herum gedruckse' sind nie deine Sache.


    Jäger bist du aber nicht. ....

    Zum ersten Satz: Danke für die Blumen.
    zum zweiten Satz: Du täuschst Dich.
    Rechtlich ist die Frage völlig unstrittig, aber darum geht es unter Umständen nicht, denn man weiß nie, wer alles zusieht, wie er das, was er sieht bewertet und welche Schritte er dann einleitet.

    Ein Beispiel: Hier hatte sich ein junger Keiler in eine Kita "zurückgezogen" und dort etwas Chaos verursacht. Letztlich wurde der Stadtjäger geholt, der das Tier gestreckt hat. Das regionale Fernsehen war auch da und es gab einen (lobenden) Bericht. Rechtlich alles OK. Soweit die Theorie.
    Aber: Ein Fernsehzuschauer aus einem anderen Bundesland hat Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eingeleitet, der Stadtjäger musste Stellung nehmen, woraufhin die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat.

    Deshalb rate ich in solchen Fällen wie dem am Anfang des Diskussionsfadens geschilderten immer zur Vorsicht. Und die sagt mir, das es manchmal besser ist, nicht zu schießen.

    .... Der Jäger erlöst ein dem Jagdrecht unterliegendes Tier. ...


    Im geschilderten Fall kommt noch dazu, das die Polizei ihn, den Jäger, wenn auch nur telefonisch, zum erlösen der Wildkatze aufgefordert hat. Ich hätte mir, nur zur allerletzten Rückversicherung wenn mir Zweifel kämen, den Namen des Polizisten und den seiner Dienststelle geben lassen, nur für den äusserst unwahrscheinlichen Fall, das 'was nach' kommt.

    Zum ersten Satz: Sofern der Jäger der Revierpächter ist, OK. Ist er es nicht, sollte er den Finger gerade lassen.


    Zum 2. Satz: Wenn der Jäger im Auftrag der Polizei (also sozusagen stellvertretend für die Polizei) handelt, ist alles wieder OK, aber das sollte dann für eventuelle Streitfälle auch belegbar sein.

    Polizei sagt, Tierschutz geht vor Artenschutz und bittet ihn, das Tier zu erlösen wenn er als Jäger und Fachmann der Meinung ist, das wäre nötig.

    Das kann u.U. zu einer üble Falle werden, denn hier ist die Meinung des Jägers entscheidend. Der Jäger ist aber kein Tierarzt und kann "vor Ort" auch nicht immer genau einschätzen, wie stark das Tier verletzt ist. Im Nachhinein können "Übelwollende" da viel konstruieren.

    ....Nicht ganz umsonst haben auch Revolver eine Halbrast....

    Der Vergleich hinkt, denn die Laderast des Revolvers hat technisch einen völlig anderen Hintergrund, sie hat keine Sicherungsfunktion wie beim Gewehr. Beim Revolver ist, wenn der Hahn in der Laderast steht, die Trommel nicht blockiert, so dass Du die Waffe laden kannst. Gäbe es beim Revolver eine Sicherungsfunktion gegen unbeabsichtigtes Abziehen, bräuchtest Du eine dritte Rast.

    Die "Laderast" beim Perkussionsgewehr ist tatsächlich ein Überbleibsel aus der Steinschlosszeit und wurde deshalb bei vielen neu konstruierten Gewehren nicht mehr angebracht. Z.B. hat das Vereinsgewehr M.1857 diese Rast nicht mehr, genau so wie der Schweizer Feldstutzer, das "Deutsche Schützengewehr" und eine ganze Menge anderer Scheibenbüchsen aus der Perkussionszeit auch nicht mehr.

    Sammler ich bin bei dem Geschoß ehrlich gesagt nicht "drin". Mit F auf der Zeichnung habe ich erhebliche Schwierigkeiten wenn ich mir die Umsetzung vor Augen halte. Es schreit nach einer realen Umsetzung......

    Die Patrone wurde auf die Mündung gesetzt und das Papier am Patronenboden weggezogen. Dann fällt das Pulver in den Lauf. Geschoss, Wad und eventuelle Pulverreste wurden anschließend dann mit dem Ladestock in den Lauf gedrückt. So steht es auch in der Beschreibung unter dem Bild (Punkt E) Die Papierhülle kam nicht in den Lauf.

    Würdest du dich nach den Erfahrungen der damaligen Armee auf ein Jein einlassen wollen. Man war ja objektiv am suchen welche Vorzüge ein neues Gewehr leisten könnte. ...

    Nein. Man war am Suchen nach den Ursachen, warum ein Teil der P/53-Gewehre hervorragend schossen und ein Teil absolut nicht. Das sollte Whitworth als der damals wohl beste Ingenieur untersuchen und Vorschläge zur Abhilfe dieser Situation machen.


    Und: Man sollte die Präzision, die man auf dem Schießplatz auf genau bekannte Entfernungen erzielt, nie mit den realen Ergebnissen im Gefecht vergleichen. Sicher konnte man mit einem Whitworth-Gewehr noch auf 1000 Schritt Treffer erzielen, nur lag auf diese Entfernung der bestrichene Raum bei ca. 20m, D.h.: hatte man sich beim Abschätzen der Entfernung nur um 20m vertan (und damals gab es noch keine Laser-Entfernungsmesser), schoss man entweder vor dem Gegner in den Boden oder das Geschoss flog über ihn hinweg. Eine sichere Wirkung war auf diese Entfernung nur gegen dicht aufgestellte Infanterie (also z.B. beim Aufmarsch) zu erwarten. Oder man hatte eben Glück und erzielte Zufallstreffer.

    Die realen Gefechtsentfernungen lagen bei Bereichen um etwa 300m, oft darunter. Die Wirkung der gezogenen Gewehre war dann verheerend.

    ... Das Withworth war als Scharfschützengewehr konzipiert. Ich habe mich ausgiebig mit dem Gewehr auseinander gesetzt. Habe ein Original und ein Pedersoli. Mit Fettrillen und Papier gelingt dir die stabilisierende Drehung des Geschoß auf über 200 Meter nicht mehr ausreichend. Dazu habe ich auch die einschlägigen Berichte gelesen. Die Alten und die neuen zum Pedersoli.

    Zu 1: Das Whitworth-Gewehr war nicht als Scharfschützengewehr konzipiert, sondern wurde der Armee als Ersatz für das Enfield-Gewehr angeboten. Die Armee hat es aber nicht genommen, da es zu teuer war.
    Zusammen mit dem Gewehr hatte Whitworth der Armee auch eine Patrone angeboten:

    Whithworth-Patrone.jpg

    2. Quellen: Ich empfehle: Sir. J. Emerson Tennet: The Story of the Guns, London 1864.

    Hier lässt sich sehr gut nachlesen, wie es zur Entwicklung dieses Gewehrs kam und auch, warum es entwickelt wurde und wozu es eigentlich dienen sollte. Aus diesem Buch stammt auch die Zeichnung der ursprünglich von Whitworth konzipierten Patrone.


    Zum Umgang mit dem Gewehr schlage ich das 1864 ebenfalls in London erschienene Buch von Captain Heaton: "Notes on rifle shooting" vor.


    Und zum Schluss eine Frage: Wie viele Schüsse hast Du schon mit einem Whitworth-Gewehr gemacht?

    ...Und wie man weis lässt sich ein Hexagonal ja nicht fetten. ....

    Korrekt, zumindest das originalgetreue Geschoss nicht. Die anderen hat ja Catp. Cat schon gezeigt.. Deshalb steckte das originale Whitworth-Geschoss ja auch in einer gefetteten Papierhülle. Und deshalb setzt man heute unter das originalgetreue Whithorth-Geschoss" eine etwas über kalibergroße gefettete Filzscheibe (also ganz korrekter Ladungsaufbau: Pulver-Pappscheibe-gefettete Filzscheibe-Pappscheibe-Papierscheibe-Geschoss).
    Und das ist keine "erlesene" Theorie, sondern Praxis.