Beiträge von Greenhorn

    Das kommt vom Kopfschütteln ob des Ereignisses, Mühlenbracher . So etwas muss - unbeabsichtigt - durch einen Menschen mit Jagdausbildung erst einmal passieren. Nachdem hierzulande Wildpferde "unüblich" und Wildschweine in einer Koppel doch eher aufgrund ihrer Größe erkennbar sein sollten, stellt sich die Frage, ob dieser Jäger eventuelle Reiter auch nicht bemerkt hätte...


    besten Gruß

    Werner

    Man lernt eben nie aus, danke für die Infos. Mit dem Thema befasse ich mich seit grob 10 Jahren nicht mehr, da ohnehin sinnlos. Nur - bei Ware für "drüben" habe ich den bewussten Stempel nur gelegentlich gefunden, hier hat ihn meine Behörde als "vorgeschrieben" bezeichnet. Na ja, über die Behörde könnte ich aber auch noch andere Geschichten erzählen, somit bin ich jetzt nicht unbedingt großartig erstaunt. Und nachdem mich Replikas seit geraumer Zeit nicht mehr interessieren, zumindest nicht solche aus Serienfertigung, ...

    Nachdem für mich "Blackpowder Only" eigentlich immer ein Sicherheits-Hinweis war, und ich den Stempel bei Thompson Center und anderen US-Herstellern nicht finde, war das Thema für mich gegessen. Nur - nachdem deren Waffen keinen Originalen entsprechen, ist die Sache auf Basis Eurer Darstellung aber auch schon wieder plausibel!! Weit plausibler als die "Europa These".


    besten Gruß

    Werner

    Genau bei dem Satz bin ich nicht sicher ob das tatsächlich aus Europa kommt. Ich glaube eher, dass das eine Anforderung aus USA war (strengste Produkthaftung und Schadenersatzforderungen bei denen), die dann generell bei den Nudeltunkern umgesetzt wurde. Haben die Perkussionsrevolver von Feinwerkbau oder Santa Barbara aus Spanien auch diesen "Black Powder only" Stempel? Ich weiß es nicht und kann es auch nicht nachschauen da ich keine entsprechenden Waffen habe.

    Ist aber offenbar nicht so, obwohl das auch mir logischer erschiene. Nur: Drüben wird dieser Stempel eben nicht verlangt, so manche Export-Waffe hat sie auch nicht, amerikanische Replikas und auch Custom Vorderlader haben sie ebenfalls nicht.

    Obwohl eine solche Vorgabe tatsächlich besser zu den Amis passen würde als zum europäischen Fleckerlteppich der 1970er.


    Besten Gruß

    Werner

    die "buckligen" Stempel (Black Powder only und Kaliberangabe) sind leider seit ewigen Zeiten italienische Tradition

    Soweit ich weiß, ist der Stempel in den (frühen?) 1970ern praktisch europaweit verpflichtend. Noch ganz ohne EU.


    der Kleine war kein Bausatz, der ist so wie er ist von Pietta verkauft worden

    Ich kenne den nur als Bausatz, dass der auch fertig verkauft wurde, war mir tatsächlich nicht bekannt...

    Es hat mich nur immer gewundert, wie sehr der optische Eindruck abweichen kann, obwohl die Komponenten -

    vom Holzschaft 'mal abgesehen - eigentlich korrekt nachgebaut sind.


    besten Gruß

    Werner

    Ist der Unterschied so groß?

    Ja, interessanterweise schon!

    Nicht in der Verarbeitungsqualität, die ist (auch) beim Nachbau wirklich makellos!


    Aus welchem Grund auch immer hat sich der Anbieter des Replika-Bausatzes dafür entschieden,

    den Winkel Lauf zu Schlossplatte nur etwa halb so groß wie beim Original auszuführen.

    Schnauze Mal Pi hätte ich geschätzt: 15° beim Nachbau, 30!° beim Original.

    Wobei ich nicht weiß, wie konstant dieser Winkel bei Originalen war, ob auf Wunsch an z.B für die

    Handgröße des Käufers optimiert wurde.


    besten Gruß

    Werner

    Also tatsächlich ein echter, keine zeitgenössische Kopie a la Wurflein & Co. Feine Sache! Hinten ader Laufoberseite könnte noch ein "Phila" (delphia) und ein zweiter "Deringer" vorhanden sein. Oder Reste davon.


    "Langwaffe" meint, dass die wirklich kurzen Deringers gerade 'mal 1,5" Lauflänge hatten. Grob 3 Geschossdurchmesser, - dennoch gezogen. Davon sind - glaube ich - nur 3 erhaltene Exemplare bekannt.


    besten Gruß

    Werner

    Trägt Dein Deringer irgendwelche Markierungen, @enfiled? Wäre 'mal interessant, wo der überhaupt herkommt.

    Unterschätzen sollte man die Kerlchen keinesfalls, die Mehrzahl war recht "großkalibrig" und nicht zuletzt durch den

    gezogenen Lauf ziemlich "giftig". Speziell wenn die Ladung passt. Wobei, Deiner ist nach Henry Deringer Maßstäben ja fast schon eine "Langwaffe" 8)


    besten Gruß

    Werner

    Werner du musst auch bedenken, nicht jeder,- ...

    Jein, Mühlenbracher .


    Mehreres:

    * So ein großartiger Experte bin ich bei Weitem nicht.

    * Man muss unterscheiden zwischen "schöne" Büchse, "korrekte" Büchse, "gut gebaute" Büchse, ...

    Im Idealfall trifft das Zusammen, muss aber nicht. Wenn Schlosspaneele nicht stimmen oder ähnliches mehr, kann die Büchse dennoch gut gearbeitet sein, dem Ersteller gefallen und gut schießen. Ich würde so eine Büchse nicht per se als "schlecht" bezeichnen. "Nicht korrekt" ist kein Qualitätsmerkmal, und jedem Schützen wird eine nicht korrekt nach Vorbild gebaute aber treffende Büchse lieber sein als eine die zwar "geil" aussieht, aber nicht trifft.


    Viele der von mir so gerne verdammten Italo-Büchsen würden den damaligen Büchsenmachern vielleicht gut gefallen, ihnen sogar als Vorbild dienen. Bloß - die haben so etwas eben nie gesehen, und damals eben anders gebaut. Aber nur weil ich diesbezüglich gerne den Historiker hervorkehre heißt das noch lange nicht, dass eine Büchse die nicht korrekt einem Vorbild entspricht schlecht sein muss. Auch wenn es mich ärgert, wenn Gewehre die von einer Technik zusammengehalten werden die es damals noch nicht einmal ansatzweise gab als "historisch korrekt" bezeichnet werden. Diese Gewehre können dennoch gut sein und treffen.


    Als ich mit dem Spaß begonnen habe, waren's "Trade Guns" und "Southern Rifles", weil die keine Verzierungen benötigen und dennoch korrekt sind. Das Gefühl was korrekt ist und was nicht, stellte sich dann von ganz alleine ein. Nur . ich habe mit vier Jahren begonnen, Pläne zu zeichen, Schiffe und Flugzeuge am Fenster abzupausen etc. - da erwirbt man den Blick für Details ganz von selbst, in einem Alter in dem man das Lernen noch gar nicht als solches wahrnimmt...


    besten Gruß

    Werner

    Oft schon habe ich geschrieben: "(Geistig) Gesunde Menschen töten nicht!"

    Leider ist die Politik an einer gesunden Gesellschaft nicht interessiert. Die ist nur und ausschließlich an der Ausbeutbarkeit der Gesellschaft interessiert,

    und macht die Menschen - in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft - immer kranker!

    Und - Waffenverbot oder nicht - in einer krank gemachten Gesellschaft werden immer mehr Menschen Möglichkeiten finden zu töten. Und werden das auch tun. Ob sie nun Schusswaffen besitzen oder auch nicht.


    besten Gruß

    Werner

    Weitgehend richtig, Papa Aldo, wenn auch nicht in allen Punkten.

    Geld sparen kann man mit einem Bausatz tatsächlich nicht. Nicht einmal mit einem Italo-Bausatz. Und das Motiv für einen amerikanischen Longrifle-Bausatz sollte eher sein, überhaupt zu einem leistbaren Preis an ein solches Stück zu kommen. Man kann zwar - manchmal einigermaßen günstig - an ein Gewehr kommen welches ein Ami gebaut hat, da spart man sich aber weder Transportkosten, noch Zoll/Steuer, noch den Beschuss. Diesbezüglich bleibt sich's also gleich. Die hierzulande gefertigten US-Bausätze gefallen mir allesamt nicht. zu "anständig europäisch" gefertigt. Die Leute bringen perfekte deutsche Jägerbüchsen zusammen. Aber deren Arbeiten sind steril, die leben davon, haben perfektes Werkzeug, und über dieses geht der Handarbeits-Charakter völlig verloren. Logisch, - für die ist das Beruf, und von dem müssen sie leben können. die haben nicht Zeit und Muße, um an einem Exemplar 500 und mehr Stunden herumzusitzen. Wenn man Ruhe und Ausdauer mitbringt, und den nötigen Raum hat um so ein Projekt 12 Monate laufen zu lassen, kriegt man es auch hin. Insbesondere wenn man ein Gewehr auswählt das auch im Original nicht durch großartige Verzierungen aufgefallen ist, sondern eher schlicht aufgebaut war. Billig ist das nicht, aber im Vergleich zu anderen Hobbies pro Stunde immer noch sehr günstig! Wenn so etwas scheitert, dann liegt's in der Regel am eigenen Kopf, nicht an den handwerklichen Fähigkeiten, und auch nicht am Produkt.

    Nur meine Meinung zum Thema.


    besten Gruß

    Werner

    Bedeutet in der Konsequenz für mich: an meiner allererste Büchse sollten soweit alle Bohr-, Fräs- und Sägearbeiten getan sein.

    Ja und Nein! Sagen wir 'mal so: Es hängt sehr viel von der eigenen "Vergangenheit" ab.

    Wer handwerklich vieles gemacht hat, quasi schon Kilometer an der Laubsäge verbracht hat und damit funktionierende (vielleicht fliegende :) ) Objekte hergestellt hat, Küchen- , Wohnzimmer und sonstige Möbel geplant und gebaut hat, inlusive des Versenkens der Scharniere, am Auto Stoßdämpfer, Bremsbeläge ... selbst tauscht, ..., ..., ..., kann sich auch an Büchsenprojekt wagen, bei dem nicht alles vorgefertigt ist. Weil einerseits die Einstellung nicht all zu falsch sein wird, und er es andererseits gewohnt ist, Projekte auch abzuschließen. Dass gerade diese Leute dann dennoch eher mit einem Italo-Kit anfangen, liegt meist am Bedürfnis, erst einmal die Struktur zu durchschauen, Handwerkliche Probleme gäbe es auch beim anspruchsvollen Kit keine.


    besten Gruß

    Werner

    Stimmt, Schwarzer Mann ,

    andererseits: Schon die TOW-Kits sind simple, und ein weniger vorgefertigter Bausatz gibt mehr Freiheiten. Ein handgefeilter Schwalbenschwanz ist in längstens zwei Stunden erledigt, - wenn ich ihn selbst mache bestimme auch ich die exakte Position, nicht der Hersteller. Wenn ich ein Gewehr nachbaue, und das Original hatte 4 Laufkeile, statt nur 3, kann das Wichtig sein. speziell da ich dann ja auch die originalen Positionen haben will.


    Vorgefertigt ist bequem, schränkt aber auch ein.


    Der Vorteil der Kibler Kits ist, dass man als Einsteiger ein Produkt erhält, das man zusammenbringt, und das dennoch einem antiken Vorbild entspricht. In allen Komponenten. Die Arbeiten vor denen man sich hier scheut, erledigt der in einer halben Stunde. Das macht sie Sache wesentlich angenehmer. Und wenn man Blut geleckt hat, kann man sich immer noch steigern. Im Extremfall von der rohen Holzlatte weg arbeiten.


    Besten Gruß

    Werner

    So sind die meisten Kits von drüben, arinner , zuammenbauen am Wochenende ist da nicht. Dafür hat man auch viel Spielraum.

    Und alle Arbeiten sind eigentlich leicht zu lösen, das Problem ist mehr, dass man zunächst nicht weiß wie. Insbesondere wenn man mit englischsprachiger Literatur nicht klarkommt.


    besten Gruß

    Werner

    Na ja, Geschmacksache.

    Einerseits kostet das Werkzeug auch etwas Geld,

    Andererseits wurden Rifles auch schon beim Anbringen des Finish - sprich beim Beizen und Bräunieren - ruiniert.

    Soll heißen, eine "In The White" Rifle ist auch nicht ganz "arbeitslos"!


    Wenn das Thema interessiert, ist es gut mit de Kit zu beginnen, denn die Kibler Verarbeitungsqualität finde ich wirklich

    beeindruckend gut, und man hat dann bereits ein Gefühl dafür, wie die Teile zusammenhängen und wie man das Ding

    in die Hand nimmt. Nachdem man das Gewehr zum Finish auch zerlegt, ist es schon ganz gut wenn man es zuvor

    zusammengebaut und dabei dieses Gefühl entwickelt hat.


    besten Gruß

    Werner

    Die Handwerkliche Begabung lässt sich durch Ruhe und mitdenken weitestgehend ersetzen.

    Wichtiger ist ein geeigneter Raum, in dem das gute Stück über einige Wochen, vielleicht Monate in Ruhe aufgebaut werden kann,

    und das nötige Werkzeug.

    Wenn man sich dann nicht in die Euphorie treiben lässt sondern vor jedem Schritt - auch vor kleinen - erst einmal nachdenkt statt spontan improvisiert, kriegt man das auch hin. Besser halt 2 x Fragen als nachher ärgern.


    besten Gruß

    Werner

    Derartige Waffen sind aus mehreren Gesichtspunkten zu betrachten.


    * Sie sind - wie andere richtungsweisende Erfindungen - das Produkt kreativer Menschen, die sich mit den vorhandenen Problemlösungen nicht zufrieden gaben, Verbesserungsideen hatten und versuchten, diese auch umzusetzen.


    * Versuche, mehrschüssige Waffen und sogar Wiederlader zu bauen, gab es seit der Entwicklung der Schusswaffen.

    Relevante Erfolge gab es seit ca. 1600, und ab dann in regelmäßigen Abständen. Da zu der Zeit alle Waffen handgefertigte Einzelstücke waren, inklusive jeder einzelnen Schraube, fanden solche Waffen keine Verbreitung. Sie blieben Einzelstücke. Schon alleine deshalb, weil sie - unabhängig von ihrer Qualität - nicht in Massen hergestellt werden konnten. Zu wenig Kommunikationsmöglichkeiten, zu wenige Schulungsmöglichkeiten, und für den durchschnittlichen Soldaten zu kompliziert in der Anwendung. Zudem gab es in den bevorzugten militärischen Strategien der Zeit keine praktikablen Nutzungsmöglichkeiten.


    * Das obige Beispiel stammt aus der Zeit des Übergangs von rein händischer Fertigung ALLER Komponenten hin zu Werkzeugmaschinen, die zwar noch händisch zu bedienen waren, die aber identische und somit austauschbare Komponenten erzeugten. Die Zeit war grob vergleichbar mit der heutigen. Eine funktionierende Prozedur stellte die Basis für eine Weiterentwicklung dar, somit war jede fertiggestellte neue Waffe solcher Entwickler bereits veraltet, weil Ausgangspunkt für die nächste auszuprobierende Idee.


    Colt's Neuerung war nicht die mehrschüssige Trommelwaffe. Derartiges gab es schon lange. Meist als "Pepperbox", sprich die Trommel war lang und zugleich Lauf. Aber auch einläufige Revolver gab es sogar schon mit Steinschloss-Zündung. Colt's Innovation war einerseits die einfache Bedienung, da die Trommel durch das Spannen des Hahns rotiert und fixiert wurde, und auch der Abzug gespannt wurde. Andererseits die "Fertigungsstraße" die es ermöglichte, auch dieses Produkt aus einfach zusammenzuschraubenden austauschbaren Teilen zu fertigen. In unserer Zeit so selbstverständlich dass wir gar nicht mehr nachvollziehen können, dass Derartiges einmal eine kaum zu glaubende Sensation war.


    Das sind die Blickwinkel, die ich bei der Einschätzung solcher Waffen für relevant halte. Es sind einzelne Stufen, die für sich keine Treppe ausmachen, mit denen man also nicht vom Erdgeschoss in den ersten Stock gelangen konnten. Nur - irgendwann bildeten die Einzelnen Stufen - da sie aufeinander aufbauten - die Treppe, und man kam so ein Stockwerk höher als zuvor. Colt war eine dieser "letzten erforderlichen Stufen für eine funktionierende Treppe". Seine Arbeit, aufbauend auf vielen "Stufenentwicklern" zuvor, war mit dem Revolver das (vorläufige?) Endprodukt.


    Herr Jennings formte zunächst indirekt mit dieser Steinschloss Büchse, später direkt mit dem Kauf und der Weiterentwicklung der Patente von Walter Hunt bis zur Verkauf dieser Entwicklungsergebnisse an die Herren Smith & Wesson mehrere Stufen der Entwicklung zur Winchester. Wobei Smith& Wesson in dieser Entwicklung auch nur eine Stufe darstellten, sie stießen die Firma an das Volcanic Konsortium ab da sie an Langwaffen nicht interessiert waren und die Unterhebel-Mechanik sich für Faustfeuerwaffen nicht eignete. Das Volcanic Konsortion kaufte der Hemdenfabrikant Oliver Winchester, Werkmeister unter Jennings und später bis 1866 maßgeblicher Entwickler war Tyler B. Henry, der bis 1866 auch praktisch alle Patente innehatte. Bevor er nach dem Bürgerkrieg die Nase voll hatte und Winchester verließ.


    Besten Gruß

    Werner