Beiträge von enfield

    ..ich hatte vor kurzem bei meiner Muskete das Pulver vergessen:wall:

    über das Zündloch bekamm ich nichts nennenswertes eingefüllt, so dass ich auch den Kugelzieher bemüht habe. Allerdings zieht man eine .70-Kugel mitsamt den Pulverresten nicht so einfach aus dem Lauf - auch nicht zu zweit! Ich habe deshalb einen Hammer aus dem Werkzeugkasten des Vereins genommen und durch stetige und vorsichtige Schläge von unten auf den Putzstockknauf die Kugel herausgeklopft.

    Hat funktioniert, allerdings war der Knauf hinterher ziemlich hinüber... Damit mir so etwas nicht nochmals passiert, habe ich zuhause den Knauf wieder gerichtet, fest an den Ladestock aufgeschraubt und verklebt und mir anschließend aus POM mit 50mm Durchmesser ein etwa 50mm langes Stück abgeschnitten und ein gestuftes Loch in die Mitte gebohrt, welches den Knauf zum Teil umfasst. Im Falle eines Falles schiebe ich diesen Block zusätzlich auf den Ladestock und habe dann eine schöne Fläche, auf die ich klopfen kann. Aus Hartholz wäre das natürlcih schöner, aber da hatte ich gerade nichts passendes zur Hand..

    Und da ich jetzt so ein schönes Werkzeug habe, gehe ich auch davon aus, dass ich das Pulver nie mehr vergesse ;). Wenn es mir trotzdem passiert, werde ich darüber berichteb, wie es funktioniert hat...

    Glückwunsch zu Deinem Erfolg !

    Ein Photo Deiner Konstruktion wäre es wert , auch hier unter

    Lederstrumpf
    31. August 2022 um 10:47

    geteilt zu werden !

    So , wie ich das verstanden habe , steckt ja nur das Kopfstück des Ladestockes im Lauf ?

    Ich hatte aber auch einen Pappenheimer unter meinen Schützen , der ( gefühlt ) bei JEDEM Wettkampf irgendwann seinen Ladestock gesucht hat und ihn dann ca 25m entfernt "leicht" verbogen aus der Schießbahn bergen musste - wenn DER startete , haben wir immer ca 10min mehr Schießzeit eingeräumt , von wegen Feuer einstellen , Sicherheit herstellen , Ladestock holen ... ::lachen2::

    Seltsamerweise schoß dessen Gewehr trotzdem noch geradeaus ( er hingegen nicht ganz so oft ... )

    Solche Geschosse bzw. Kugelzangen findet man aber auch öfters in Pistolenkästen für Scheibenpistolen ab ca. 1850/60 . Darin enthalten ist dann meist auch ein Pflasterschneider / Lochpfeife , weshalb ich davon ausgehe , daß diese Geschosse ( ähnlich wie beim bekannten Feldstutzer 1851 ) gepflastert geladen wurden .

    Selber verladen und geschossen habe ich die aber noch nie , weil für VL-Pistolen ohnehin wettlampfmässig nur Rundkugeln zugelassen sind , daher fehlt mir die entsprechende Erfahrung .

    Die Kugelzange stimmt exakt für den Stutzer 1851 :

    Gesamtlänge:1260 mm
    Lauflänge:900 mm
    Gewicht:5 bis 6 kg
    Kaliber:Kaliber zu 23 Kugeln auf das Pfund, mit einem Spielraum von zwei Kugeln mehr oder weniger
    Lauf:Lauf mit einem Zugdrall von ¾ bis 1 Umdrehung auf seine Länge2

    Passt also schon , nur vielleicht nicht für genau Deinen Stutzer !

    Der Spielraum beim 1851er , den ich selber bereits untersuchen und messen konnte , bewegte sich bisher zwischen 10,2 und 10,8 mm .

    88696-img-5286-1-jpgIMG_20240530_132305.jpg

    Na , wer sagts denn ...

    Das neue Korn ist gefeilt , gehärtet , angelassen , poliert und eingepasst - geht doch !

    Herzlichen Dank an bayer100 für das erneute Vertrauen in meine Bastelfähigkeiten und den schönen Laphroaig , den Du mir geschenkt hast !

    BTW : Welches Korn ist original und welches ist nachgebaut ? ICH kann es jedenfalls nicht mehr sagen , an welcher Pistole ich zugange war - was ja auch ein ganz gutes Zeichen sein mag ...

    Meine Pistons habe ich anfangs immer aus Silberstahl ( 1.2210) gefertigt, gehärtet und blau angelassen . Ich mußte aber feststellen , daß die für kleine Kaliber zwar ganz gut taugten , bei grösseren , so ab .41 , aber recht schnell ausbrannten . Durch Zufall habe ich dann einmal etwas Rundmaterial aus Berylliumkupfer bekommen und habe einfach mal experimentiert - das erste aus diesem Material gebaute und auf der Herdplatte auf ca 300°C gewärmte und damit gehärtete Piston hat dann über 1500 Schüsse ausgehalten , bis die Bohrung zu groß wurde ( 0,85mm gegenüber ursprünglich 0,7mm ) .

    Seither baue ich meine Pistons immer noch so .

    Beim "Edelstahl" weiß ich leider nicht , welches Material ( Werkstoffnummer/Stahlsorte ) sich eignen würde , weshalb mir hier Erfahrungen komplett fehlen .

    Außerdem , aber das ist jetzt eher eine "Glaubens/Überzeugungsfrage" , denke ich , daß der Hahnschlag auf Stahl härter erfolgt , als auf dem zwar unglaublich zähen , aber trotzdem elastischeren Berylliumkupfer , was der Lebensdauer der Schloßteile zugute kommt . "Zerbatscht" habe ich jedenfalls auch noch keines meiner Pistons bekommen , allerdings dient das Kupfer des Zündhütchens ja auch als Puffer .

    Ein Schloß auf ein "nacktes" Piston abzuschlagen , ist , zumindest für mich , ohnehin ein Sakrileg ...

    Liebe Foristi

    Ich hatte Euch ja versprochen , Euch zu Zeigen , wie der Stutzer , den Lederstrumpf und ich wieder zu neuem Leben erweckt haben , sich auf dem Stand bewährt . Bisher ist das allerdings am Mangel passender Rundkugeln gescheitert , bis mir letzte Woche unser 1874 ein paar seiner Murmeln geschickt hat , die er in einer , wie er dachte , misslungenen selbst gefertigten Kokille gegossen hat , außerdem gab er mir noch Ratschläge , wie ich die Büchse laden soll :

    Vor 40 grs CH2 ( groberes Pulver habe ich , auch lagerungsbedingt , keines ) eine seiner Murmeln mit Patch , befeuchtet mit einer Mischung aus Bohröl , Spiritus und etwas Schmierseife geladen , danach habe ich nach jedem neuen Laden den Lauf mit mit Fensterreiniger getränktem Patch gewischt - insgesamt habe ich 10 Schüsse gemacht und auch der Letzte ging so leicht zu Laden , wie der erste .

    Der erste Schuß klang etwas müde ( es war wohl noch etwas zu viel Öl im Pulversack ) und hat die Scheibe nur am untersten Rand gestreift . Ich habe wohl auch , als reiner Pistolenschütze , den Fehler gemacht , daß ich " Spiegel aufsitzend " geschossen habe , jedenfalls ging der zweite Schuß , das Perlkorn in die Mitte der Scheibe gehalten , bereits in die "6" tief , der dritte , nach einer leichten , "frei nach Schnauze" Korrektur der Höhe am Diopter , perfekt in der Höhe , aber immer noch links in die "8" .

    Wo die restlichen 7 Treffer liegen , könnt Ihr hier auf der Scheibe sehen !


    IMG_20240529_183434.jpg

    Ich denke , ich muß das Korn noch ca 2/10mm nach links klopfen , dann passt das !

    Alle Schüsse wurden sitzend aufgelegt abgegeben .

    An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön auch an 1874 für Deine Hilfe ! Wenn Du Dich einmal von dieser "verunglückten" Kokille trennen solltest , bitte zuerst PM an mich !!!

    Aber dafür hoffentlich ein weiteres , eigentlich unbezahlbares , aber leider immer noch nur viel zu billig gehandeltes , falls überhaupt zu Findendes , Stück zu Erhalten versucht !

    Übrigens : Wenn ich einmal Blut geleckt habe und "zur Sache" gehe , kenne ich keine Pausen ... Die Feder habe ich übrigens in nur knapp 3 Stunden gebaut , danach gefrühstückt , etwas relaxed , den Haushalt gemacht und danach zur Post gebracht !

    Zu meinem/unserem Leidwesen macht sich heute wohl kein Büchser mehr so eine Arbeit - schließlich muß/will der ja auch leben ! Genau DA kommen wir immer mehr aussterbende Bastler/Liebhaber/Idealisten ins Spiel ... Aber auch WIR sterben so langsam aus ;(

    Heute durfte ich einmal wieder eine recht spannende ( im wahrsten Sinne des Wortes ) Arbeit für einen Kollegen hier im Forum machen .

    An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Fritz Hecker für Dein Vertrauen in meine Basteleien !

    In diesem Schloß einer Schweizer Scheibenbüchse wurde ( leider ) eine nicht passende Feder nachgerüstet :

    Schloss Eggiman.jpg


    Die Feder ist zu schlapp und leider wurde auch ein Loch mit Gewinde , das so gar nicht zu einem Schweizer Schloss passt , gebohrt . Die Feder muss bis unter den Kropf der Schlossplatte reichen , wo sie mit einem Haken untergreifen muss !

    Nennt es "senile Bettflucht" oder Wasauchimmer :

    Jedenfalls habe ich heute Nacht einmal wieder keinen Schlaf gefunden , weshalb ich um ca 4:00 in die Werkstatt verschwunden bin und eine passende neue Feder geschmiedet , zugefeilt , gehärtet , angelassen , poliert und eingepasst habe :

    IMG_20240527_092429.jpg

    Um ca 11:00 konnte ich das Schloß verschicken ! Jetzt hoffe ich , daß es ohne viel Nacharbeit in die zugehörige Mortise passt ( die lag mir nämlich nur als Bild vor ) .

    Fritz Hecker : es wäre schön , wenn Du Dein Gewehr hier , wenn es dann mal fertig ist , vorstellen würdest !

    Ganz herzlichen Dank für Deine Worte und Lob .

    Trotzdem habe ich hier aber vielleicht auch überreagiert und habe womöglich einen neuen Foristen gleich zu Beginn vergrault , wofür ich um Entschuldigung bitte .