Beiträge von enfield

    Aus den Arbeitsschutz sind mir Schutzbrillen mit korrigierenden Kunststoffgläsern in Erinnerung. So weit ich weiss, gibt es dafür spezialisierte Optiker.

    Da gebe ich Dir vollkommen recht und mit solch einer Schutzbrille ist/sind das Auge / die Augen wirklich gut geschützt .

    Wer die Brille anfertigt , ist eigentlich egal .


    Von Vorteil ist es allerdings , wenn der Optiker der Wahl auch weiß , was er da macht , im Idealfall sogar selber Schütze ist , um das Optimum herauszuholen . Die Anpassung einer Schießbrille ist doch eine etwas andere Baustelle als die Anpassung einer normalen Brille ( Korrektur auf die richtige Distanz , Berücksichtigung der allfälligen leichten Neigung des Kopfes , richtige Zentrierung etc , ) Ich selber passe nun schon seit über 30 Jahren entsprechende Schießbrillen an ( grundsätzlich mit der Waffe im Anschlag , bevorzugt direkt im Schießstand ) .

    Das Alles spielt aber nur eine Rolle , wenn der entsprechende Schütze/Schützin auch Ambitionen auf einen vorderen Platz hat und das Maximum auch an Material haben möchte .

    Auch mit einer ganz gewöhnlichen Brille gibt es letztendlich Spitzenschützen !


    Ich vergleiche es gerne mit unseren Sportgeräten : der Eine ist mit seiner massengefertigten SchlagMichTot glücklich und erfolgreich , der Andere bevorzugt seine Originalwaffe(n) und wieder ein Anderer gönnt sich ein exclusives Stück von Krebs , Baumkirchner , Dedinski und wie sie Alle heißen .

    Und mit ALLEN wurden und werden sowohl Spitzen - als auch ...nicht ganz so gute Ergebniss erzielt !

    Für mich das Wichtigste ist es doch , daß wir Alle Freude an unserem Hobby haben !


    Auch wenn ich grundsätzlich zu Kunststoffgläsern in "normalen" Brillen rate ( Splittersicherheit , UV-Schutz , modernste Glasgeometrie etc ) , empfehle ich allerdings für eine "Schieß - Schutzbrille " voll entspiegelte mineralische Gläser , weil die Splitter , die auf die Gläser spritzen können , Kunststoff doch rel. schnell ruinieren können , außerdem hat nicht jeder beim Wettkampf die Möglichkeit , sein Glas bei Verschmutzung korrekt zu putzen und nur zu schnell wäre ein Kunststoffglas rettungslos zerkratzt .


    Stay safe und Gut Schuß , enfield

    Du kannst problemlos alle bekannten Schießbrillen wie Knobloch , Jäggi Nova , Champion und wie sie alle heißen , verwenden .

    Wichtig ist aber , daß , wie Mühli schrub , Seitenschutz angebracht ist .


    Solltest Du aber , so wie ich , etwas schießen , wo es doch etwas mehr spritzen kann ( in meinem Fall ein Adams Beaumont , der die abgeschossenen Zündhütchen regelmäßig mit einigem Schmackes in Richtung Auge bläst ) , würde ich Dir aber eher zu einer Arbeitsschutzbrille raten . Dort ist das Auge dann wirklich gut geschützt .


    Damit Du aber damit nicht nur siehst , sondern auch noch triffst , ist es ganz wichtig , daß Dein Optiker das Brillenglas des Zielauges so zentriert , daß Du im Anschlag auch durch den Optischen Mittelpunkt schaust ( die Stelle , an der ein Lichtstrahl ungebrochen durch das Glas geht ) und idealerweise auch durch den Augendrehpunkt ( selbsterklärend der angenommene Punkt , um den sich Dein Auge bei Blickbewegungen dreht )


    Die ganze Geschichte wäre perfekt , wenn das Brillenglas im Anschlag horizontal und vertikal auch noch exakt senkrecht zur Ziellinie stände , was sich bei einer Schutzbrille aber leider nicht perfekt umsetzen läßt .


    Das spielt aber eine eher untergeordnete Rolle : solange das Zielbild immer gleich ist , lernt unser Sehzentrum relativ schnell , wann die Visierung richtig steht .


    Als Ersatz für einen Diopter/Irisblende kannst Du dann auch einen schwarzen Kleber mit entsprechendem Loch auf das Brillenglas aufkleben . Primitiv - funzt aber aus Erfahrung sehr gut .


    Viel wichtiger ist aber , daß die Visierung , sobald Du in Anschlag gehst , sofort scharf erscheint , entsprechend sollte Dein Optiker dann den Sehtest machen .

    Ich selber lasse meine Schützen immer mit ihrem Sportgerät bei mir im Geschäft aufreiten und mache den Feinabgleich grundsätzlich "im Anschlag" .


    Ich könnte hier noch eine komplette Abhandlung verfassen ( ich bin Augenoptikermeister und passe regelmäßig Schießbrillen an ) , aber das sollte für den Anfang genügen .


    Gut Schuß !

    Super ! Danke für den guten Rat , werde ich gerne probieren !

    enfield

    Was sich mir aber im Leben nicht erschließt, ist die Beifügung von Grieß bei einer Pistolenladung !

    Was soll das nur bringen ?

    :rolleyes:

    Sorry , scheint ein kleines Mißverständnis zu sein - die Erfahrung mit den Schlappschüssen habe ich mit dem dem Adams - Revolver gemacht und habe sie dann auf die Mortimer übertragen .

    Ich war bisher einfach nur zu feige , 30grs oder mehr hinter die Kugel zu geben .


    Beim Adams war es mir zuerst auch nicht so ganz geheuer , die Ladung um 1/3 zu erhöhen , aber lustigerweise "hämmert" er mit der höheren Ladung eher weniger in die Hand , ist deutlich weniger laut und das abgeschlagene Zündhütchen wird auch zuverlässig weggepustet , so daß ich der Trommel beim Spannen für den nächsten Schuß nicht mehr extra von Hand beim weiterdrehen nachhelfen muß .

    Außerdem streut er jetzt nicht mehr .

    Ohne Grieß würde noch eine ganze Menge Pulver mehr in die Trommel passen , aber ich möchte das doch etwas kostspieligere gute Stück nicht über Gebühr belasten . Den Grieß brauche ich lediglich , damit ich die Kugel fast bündig zur Trommelbohrung/Stirn setzen kann ( möglichst wenig Freiflug ) .


    Die anderen Püster stopfe ich selbstredend wie Ihr wohl alle auch , nur mit schwarzem Kraut , Pflaster mit Spucke und Reinbleikügelchen !

    Vielleicht liegt meine miserable Bilanz ja auch an einer falschen , deutlich zu schlappen Ladung von 20grn Wano2 . Zumindest höre ich mit DEUTLICHER Zeitverzögerung nach dem "Rumms" des Schusses erst ein "Klatsch" vom Einschlag irgendwo auf der Scheibe ...


    Ähnliches mußte ich mit meinem Beaumont Adams erfahren : Ich denke mal , daß ich kein ganz so miserabler Schütze bin . Aber nachdem ich mit 15 grs Wano2 , Grieß , Fett und RK .465 praktisch die gesamte Scheibe bestrichen habe , bin ich , nachdem ich auf 20 grs , gleicher Grießvorlage und RK erhöht habe , auf Anhieb zumindest innerhalb der "8" geblieben .

    Auf die Idee , daß die Ladung deutlich zu schlapp war , kam ich allerdings erst nach einem Rahmenschuß , der gerade einmal knapp über Kaliber in dem Dachlattenmaterial des Rahmens stecken geblieben war !


    Da scheint doch tatsächlich noch Luft nach oben zu sein ???

    Doof ist nur - ich habe keine Heimsauna , nur Backofen und Microwelle ...

    CC, auf die Idee mit der Sauna, bin ich noch nicht gekommen, da ich keine habe.

    Nur bei Temperatur und ohne Aufguss, sollte schon ein Ergebnis zum AUsschwitzen gegeben sein.

    Wenn wir / ich Exponate aus Holz und mit Holzwurmbefall habe, auch welche fürs oder aus dem Museum, und wenn sie nicht in den Backofen passen, dann gebe ich sie einem Freund für eine Kur in seiner Sauna.

    Hallo Eddy , die holzwurmbefallenen Griffe meiner Ruggles - Unterhammerpistolen habe ich auch für über eine Stunde im Backofen bei 75°C gelassen . Bei dieser Temperatur passiert erfahrungsgemäß dem Holz , wenn überhaupt , nicht viel . Aber da Eiweiß ( und daraus bestehen die (un)geliebten Tierchen ja hauptsächlich , bei über 42°C sicher koaguliert ( Spiegelei ! ) gehe ich mal davon aus , daß keines davon weiterhin sei Unwesen treiben kann !

    Liebe Foristi

    Bevor ich meine Pistole auf Egon oder sonstwo verschelble , weil ich , wie ich feststellen mußte , einfach doch zu nervös bin , um anständig mit Steinschloß zu schiessen , möchte ich Euch hier meine Pistole vorstellen .

    Es widerstrebt meiner Überzeugung , das Teil nur wegen " Haben - Wollens " in meiner Sammlung verstauben zu lassen , das Ding wurde ja einmal zum Gebrauch / Repräsentation und nicht für die Vitrine gefertigt . Viel schöner fände ich es , wenn die Pistole artgerecht geschossen werden würde , fürs Altenteil ist sie doch noch viel zu gut im Schuß ...


    Dem Einen oder Anderen dürfte der Name H(arvey) W(alklate) Mortimer & Son durchaus bekannt sein , sind doch noch einige/viele Waffen aus dieser Werkstatt erhalten .

    Entweder , weil sie damals nur für die reiche Oberschicht vorbehalten war , die sich ja immer eher vornehm möglichst weit hinter einem Kampfgeschehen zurückhielt , oder auch weil das von Mortimer&Son verwendete Material sowie Handwerkskunst von derart hoher Qualität war , daß uns heute ( leider meist nur in Museen oder privaten Vitrinen ) doch noch einige Stücke erhalten geblieben sind . In Anbetracht der hervorragenden Qualität dieser hier vorgestellten Pistole gehe ich hauptsächlich von Letzterem aus , wenn auch Ersteres nicht ganz zu leugnen ist ;)



    Wegen der Signatur H.W.Mortimer & Son gehe ich davon aus , daß diese Pistole kurz vor oder nach den Napoleonischen Kriegen hergestellt wurde .


    Ich habe sie jedenfalls von einer Englischen Familie gekauft , die hoch und heilig geschworen hat , daß der Originalbesitzer damals Offizier in der Englischen Armee war ( Fehlte nur noch , daß sie behauptet hätten , das Teil wäre damals bei Waterloo entscheidend gewesen :Braverle::Braverle::Braverle:


    Ich habe damals meine Ohren auf "Durchzug" gestellt , ich wollte einfach nur eine TOP - erhaltene Steinschloßpistole , mit der ich auch wettkampfmäßig schiessen kann .

    Nunja - zünden und schiessen tut das gute Stück ja hervorragend , aber mit dem "Treffen" hab ich es damit doch nicht ganz so ! Jedenfalls war ich doch schon ganz froh , wenn meine Schüsse im "Schwarz" gelandet sind :mk:


    Sei es , wie es will , hier meine Pistole im Kaliber 17mm , originalem Ladestock und lediglich gereinigtem Zustand mit nur ganz leicht verputzter Signatur :


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    Wenn Dir also diesbezüglich etwas zu vernünftigem Preis angeboten wird, ist mangelnde Bekanntheit des Namens kein Hinderungsgrund zu kaufen, die Waffe kann trotzdem sehr gut sein.

    Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht ! Ich konnte bereits sechs Schützen mit Ruggles - Unterhammerpistolen aus meiner Sammlung glücklich machen und alle sind begeistert !

    Ich habe keine Ahnung , von wem oder wann genau diese Pistolen , die schon seit fast 40 Jahren in meinem Besitz sind , gebaut worden sind , ein paar davon habe ich sogar staatl. beschiessen lassen , um auch an Wettkämpfen hier in D problemlos teilnehmen zu können ,

    Jedenfalls brauchen sich diese Dinger absolut nicht vor den meist auf den Ständen zu sehenden Pistolen zu verstecken !

    Und wenn dann einer meiner Kollegen oder vereinzelt sogar ich auf dem Treppchen stehen , ist mir das immer wieder ein Highlight , daß er/sie/ich mit einem derart simplen Sportgerät erfolgreich war !

    Nicht immer braucht es große ( und teure ) Namen um erfolgreich zu sein !

    Ich weiss , ich drifte hier einmal wieder gewaltig vom eigentlichen Thema ab , aber weder mit dem SB noch mit dem HEGE wurde ich jemals richtig happy .

    Mit Handschuhgrösse 7-8 , also nicht allzu grossen Händen , konnte ich beide nie so richtig halten .


    Den SB habe ich behalten , der liegt bei mir im Geschäft in Basel , damit ich nicht immer das Theater habe , wenn ich mal in der Schweiz VL schiessen möchte , den HEGE habe ich nach geschätzten 150 Schüssen einem Kameraden überlassen , der damit absolut glücklich ist .


    Jetzt schiesse ich einen Adams Beaumont in fast Neuzustand ( ja , ich weiß , SAKRILEG !!! ) , der liegt einfach perfekt in der Hand .

    Zerlegen/Reinigen/wieder zusammensetzen ist allerdings ein ganz anderes Thema - das braucht so richtig Zeit und Geduld , einen Guten zum akzeptablen Preis finden ist meist auch nicht ganz so einfach , für meinen mußte ich 5 Jahre sparen ...

    Ein weiterer Nachteil ist , daß beim Adams die Transportklinke nicht am Hammer , sondern am Abzug gekoppelt ist . Daher drückt der durch das Piston zurückströmende Gasdruck zwar nicht auf die Klinke , was früher oder später für unsauberes Timing führt , drückt aber dafür den Hammer zurück und entsprechende Splitter vom Zündhütchen spritzen regelmäßig ins Gesicht - Schutzbrille ist hier also absolut empfehlenswert !

    Das ist mir persönlich allerdings wurscht , solange ich im Wettkampf innerhalb der "9" bleibe :)


    Schade allerdings , daß noch keiner der Replikenhersteller sich daran getraut hat , den Adams Beaumont nachzubauen ...



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    Eine Ferguson von Durs Egg gefertigt - da könnte sogar ich als reiner Pistolensammler ganz schnell schwach werden .

    Liegt aber zum Glück außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten ...

    Liebe Foristi


    Als bekennender und begeisteter SP - Schütze und ( bisher nur ) Sammler von Scheibenpistolen von ca 1800 bis 1950 macht es mir trotzdem große Freude , einem Thread wie diesem zu folgen .

    Ich finde es einfach unglaublich , was Ihr für ein geballtes Fachwissen , sei es technischer , kultureller , politischer oder was auch immer Natur ist , hier zusammentragt und mit Interessentierten , wie mir , teilt .

    Ganz toll ist auch , wie ein Brückenschlag von einem Biberfell zu einem aufgepflanzten Bajonett geschlagen wird , ich bin nur noch am Staunen und Lernen .


    Hier einmal von mir ein ganz herzliches Dankeschön dafür , daß Ihr hier Euer Aller Wissen mit der Gemeinschaft teilt .


    Ich hoffe nur , daß ich zu gegebener Zeit etwas davon zurückgeben kann .


    Ich verneige mich , enfield

    Liebe Foristi


    Nachdem hier im SP-Bereich etwas ( zu viel ) Ruhe herrscht , möchte ich Euch hier meinen Neuzugang in meiner Sammlung vorstellen .


    Klar - die passt doch so überhaupt nicht in mein "Beuteschema" von Duell- und Scheibenpistolen und spricht eher den Liebhaber des alten Amerika an - ABER : so ein Teil ist schuld daran , daß ich noch immer von Waffen im Allgemeinen und o.a. Sammelgebiet im Besonderen fasziniert bin .


    Es fing mit einem Beitrag in einem Jugendmagazin an , wo die Ermordung von Abraham Lincoln beschrieben wurde ( das wäre heutzutage sicher nicht mehr politisch korrekt , da ganz ohne Einhörner etc. )


    Jedenfalls gab es da ein Bild der verwendeten Waffe und die hat mich sofort derart fasziniert , daß ich meinen Vater so lange bearbeitet habe , bis er mir am Ende dabei half , eine zumindest ähnliche , aber funktionslose Kopie zu basteln .


    Nunja - mit dem Teil war ich dann beim Cowboy - und Indianerspiel immer der King !


    Und dann taucht bei einer Auktion über 50 Jahre später genau so ein Püster auf - ich mußte das Teil einfach haben !



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    Gesamtlänge 16cm , Kaliber .41 , Schloßplatte signiert "Deringer"


    Auch wenn das hier ggf. nur eine zeitgenössische Kopie/Imitation einer der Pistölchen von Henry Deringer in Philadelphia sein sollte , ist das Teil doch extrem sauber verarbeitet , in die Nuß ist sogar eine "Fliege" eingebaut !

    Die Laufoberfläche ist recht korrodiert , aber die "Züge" sind noch sehr gut erkennbar . Das Laufprofil erinnert mehr an ein 7-Eck als die klassischen Züge .


    Da die Dinger ja nicht allzu häufig auftauchen , wollte ich Euch mal eine vorstellen


    Grüß , enfield