Beiträge von enfield

    Ups - da hab ich mich doch glatt vergaloppiert : Ich meinte natürlich den FRANK Wesson - Derringer , auch wenn der keinen Klapp - sondern Sporn-Abzug hat !


    ( Und der für mich , so interessant er auch ist , lange nicht die Eleganz eines Colt 3rd Mod. Derringer hat ... )

    Sorry , Werner , wenn ich Dir hier etwas widersprechen muß : Derartige Püsterchen wurden in England in der 1850/60er Jahren gar nicht mal so selten gebaut , gefertigt und auch verkauft - der Herr von Stand , der auf sich hielt , trug ( zumindest nachts ) meistens etwas vergleichbares , nebst einem in der Rechten geführten Stockdegen , in der Manteltasche .

    Das gehörte quasi zu "guten Ton" bzw. der Ausstattung des feinen Mannes ( damals auch "Gentleman" bezeichnet ) .


    Der Schieber hinter dem Hahn ist mitnichten der Abzug für den oberen Lauf , sondern schlicht eine Schiebesicherung , die in eine in die Hahnferse eingefeilte Raste eingreift .


    Das Püsterchen wird , nach Zurückziehen der Sicherung , ganz einfach gespannt , dabei klappt der Abzug aus , nach Auslösen des Schusses wird der Hahn erneut gespannt und das Laufbündel um 180° gedreht und dann nochmal abgedrückt .


    Bei der Qualität der von Westley - Richards gefertigten Waffen gehe ich allerdings davon aus , daß durch die entsprechende Schräge der in die Hahnferse eingearbeitete Sicherungsnut bzw. durch den Übergang zum Hahnkorpus die Sicherung beim Aufziehen des Hahnes von alleine zurückgeschoben und somit entsichert wird .


    In den Staaten waren derartige Wender ja , ( z.B. von Edwin Wesson gefertigt , wenn auch als Patronenwaffen ) , auch nicht so ganz unbekannt 8)


    ( Besserwisser - Modus aus )


    Aber ein wunderschönes Sammlerstück mit "Habenwollen - Potential " ist das Allemal , wenn auch hier in D mit Acht und Bann belegt , ( kommt gefühlt gleich nach der Atombombe :Braverle: ) !

    Danke für den Tip .


    Ich hätte ja selber Munition , die ich selber geladen habe , incl. der originalem Maßtabellen etc. , mir wurde aber gesagt , daß nur mit im Beschußamt entsprechend angefertigten Patronen ein Beschuß möglich wäre und die Vetterli könnten sie nicht anbieten .

    Auf meine Frage , wie es denn mit einem sog. "Wildcat - Kaliber " aussieht , für das ja nicht einmal ein Datenblatt existiert , konnte mir der Techniker leider auch nicht antworten .

    Das würde mich ja nun auch sehr interessieren :


    Ich habe u.A. einen alten , Schweizer Martini - Stutzer in 10,5mm Vetterli RF und ZF , den ich hin und wieder in der Vergangenheit in der Schweiz als Gastschütze geschossen habe .

    Das geht nun allerdings auch nicht mehr so ganz problemlos , seit in CH jetzt auch ein unsinniges , undurchschaubares neues Waffenrecht eingeführt wurde.

    Ich wollte den Stutzer dann letztes Jahr in Ulm beschiessen lassen , damit ich hier in D schiessen kann .

    Mangels Munition (?) wurde der Beschuß aber nicht gemacht , deshalb fristet der Stutzen , der eigentlich in neuwertigem Zustand ist und förmlich danach schreit , artgerecht verwendet zu werden , das triste Dasein in meiner Sammlung ( WBK rot/rosa )

    Mangels rechtlicher Unsicherheit habe ich auf das Schiessen damit hier in D verzichtet , es wäre toll , wenn hier ein Kundiger für Rechtssicherheit sorgen könnte .

    Ich bin sicher , daß Kriegsberichter und ich nicht die Einzigen sind , die gerne auch mal mit ihren alten Schätzchen schiessen würden , ohne irgendwelche Vorschriften/Gesetze zu brechen .

    Ich denke , ein derartiges Stück Handwerkskunst könnten sich heutzutage nur sehr Wenige und auch wahrscheinlich auch nur sehr wohlhabende Liebhaber leisten , wenn es denn auch noch jemanden gäbe , der sowas auch bauen könnte !


    Nur mit Schreiben eines Computerprogramms für einen CNC - Automaten ist handwerkliches Geschick , Gefühl für Ästhetik und Können auch Heute noch nicht zu ersetzen !

    eines der letzten grossen Büchsenmachers des letzten Jahrhunderts wieder herzustellen :


    Viele Schützen und Sammler kennen ja die sog. BüHaG - Scheibenpistole , die im letzten Quartal und noch vor der "Wende" des 20sten JHT international angeboten und auch verkauft wurde .


    Gebaut wurden sie von Walter Munk , der m.E. nach einer der letzten wirklich guten BüMa hier in Deutschland war .


    Leider stehen seine Pistolen , die übrigens auf eine Konstruktion aus den 1930er Jahren zurückgehen , im Ruf , ziemliche "Giesskannen" zu sein .

    ( So eine hatte ich leider auch schon mal , konnte sie aber dem Händler zum Glück zurückgeben ) .


    Grund dafür könnte sein , daß Herr Munk zwar , der Devisen und des 4-Jahres-Planes halber , liefern mußte , für die Fertigung aber oft , auch dem Vierjahresplan geschuldet , nur Laufrohlinge bekam , die von der Zuglänge vielleicht recht gut für Gewehre taugten , für eine "Freie Pistole" aber ziemlich unbrauchbar waren .

    ( Der damalige "Große Bruder " könnte aber damals auch durchaus daran interessiert gewesen sein , daß zwar Devisen generiert wurden , aber keine wirkliche ( Olympische ) Konkurrenz zu selbst angebotenen , in Tula hergestellten Pistolen aufkam ) .


    Ich habe das große Glück , daß ich in meiner bescheidenen Sammlung eine der eher seltenen , werksgravierten Exemplare habe , nebst einer eher schlichten , aber von einem Spitzenschützen der ehemaligen Tätärä erfolgreich geschossenen Pistole .

    BEIDE sind in , wie von Herrn Munk gewohnter , hervorragender Qualität gefertigt und sind m.E. nach auch heute noch im Wettkampf absolut konkurrenzfähig !

    Schußbilder in der "Innenzehn" , egal welche Munition verwendet wird , liegen immer im Bereich des Möglichen , die Abzugscharakteristik des Stechers und die Schnelligkeit der Auslösung sind auch heute noch nahezu unübertroffen !


    Sollte also jemand unter Euch sein , der in die Disziplin "Freie Pistole" einsteigen möchte : Pistolen im SerNr-Bereich unter ca. 1200 sowie werksgravierte Pistolen ( für die Herr Munk anscheinend die richtig guten Läufe aufgespart/verwendet hat ) : Die Dinger werden immer wieder fast schon billig angeboten und sind trotzdem absolut konkurrenzfähig !

    ( Im Zweifelsfalle aber , falls möglich , ausprobieren )


    Vom handwerklichen Standpunkt gesehen , sind aber ALLE Pistolen , die ich bisher von Herrn Munk gesehen habe , absolut untadelig !


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    Mühli,

    Du hast nicht nur Recht, dass die Stollen nicht fürs rein / raus gemacht sind, sonder in D nach dem Beschsussgesetzt ist es auch nicht erlaubt. Denn Perkussionsläufe mit Stollen sind für den Gebrauch, als eine Einheit gefertigt und werden auch so beschossen ergo ein wesentliches Teil in Einheit mit der Schwanz- oder Baskülenschraube. Beim Beschuss in D werde die Stollen meistens zusätzlich mit einem Beschusszeichen versehen.

    Jetzt werden viele wieder schreien -ja aber-. Klar, es wird von vielen Schützen gemacht, aber so lange nicht passiert wird auch niemand nachfragen...............................

    Bitte nehmt Euch diesen Hinweis vom Profi zu Herzen :


    Ich habe es selber erlebt , daß ein Schütze zum Reinigen seiner lePage - Pistole ( nein , keine Pedersoli , da geht es zum Glück gar nicht ! ) den Stollen immer abgeschraubt hatte und mir irgendwann über Zündversager geklagt hat .

    Als ich die Pistole dann näher angeschaut habe , fiel mir auf , daß der Stollen durch das wiederholte Rein - und Rausschrauben bereits derart lose war , daß ich diese Pistole umgehend , sozusagen standrechtlich , aus dem Verkehr ziehen musste !


    Ein zum Glück auf eGon angebotener Lauf kam dann günstiger , als eine Reparatur mit zwingend vorgeschriebenem Neubeschuß plus Portokosten !


    Einmal mehr für mich der Beweis dafür , daß man eine Waffe eher kaputt PUTZEN als kaputt SCHIESSEN kann !


    Ganz klar : Auch ich reinige meine Pistolen nach jedem Gebrauch so schnell , wie möglich , dann aber RICHTIG und SCHONEND !


    Und SÄMTLICHE Gewinde , egal ob Piston oder Schloßhalteschrauben , drehe ich NIE ohne Kupferpaste oder Graphitpulver ein , damit ich kein durch trockenen Abrieb "ausgenudeltes" Gewinde bekomme .

    Das mache ich schon seit über 40 Jahren so und der immer noch perfekte Zustand meiner Sport/Spassgeräte scheint mir Recht zu geben .


    Euch Allen weiterhin "Gut Schuss" und Freude an unserem schönen Hobby


    Euer enfield

    Leider kann ich hier einmal WIRKLICH NICHTS zum eigentlichen und ursprünglichen Thema dieses Freds beitragen , was mir aber bitte verziehen sein möge .


    Auch auf die Gefahr hin , daß ich für meine Philosophie und persönlichen Geschmack jetzt mit Acht und Bann von Euch belegt werde :


    Weil ich ja , wie Ihr auch , nur ein Leben zur Verfügung habe , versuche ich nicht , zu "Horten" , sondern , was immer das Leben zu Bieten hat , zu GENIESSEN - seien es nun meine Partnerin , meine Arbeit , meine Hobbys , meine Leidenschaften .


    Meine Whiskies sammle ich nicht , sondern vernichte sie artgerecht , so , wie ich auch meine alten Pistolen artgerecht schiesse , bevor ich es bereuen muß , es NICHT getan zu haben .


    Schon seit einigen Jahren ist mein absoluter Favorit der Bunnahabhain - einen Versuch kann ich nur dringend empfehlen .


    Geschmäcker sind bekanntlich ja sehr verschieden , aber ich habe bisher noch nie erlebt , daß eine/r meiner Gäste das Gesicht beim Verkosten der ersten Probe verzogen hätte , was unweigerlich auch bisher dazu geführt hat , daß so eine Flasche eine ausgesprochen kurze Halbwertszeit hatte ::happy2::


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    Sorry , blackie , wenn ich jetzt Deinen Thread gesprengt haben sollte , aber DAS musste ich einfach los werden , auch zum Wohle unserer immer weniger werdenden Schwarznasen .


    Cheerio , Euer enfield

    Nunja

    - wie hier mittlerweile im Forum bekannt sein dürfte , liegt mein persönliches Beuteschema ja eher bei den hochpräzisen Pistolen des 19ten und frühem 20stem JHT - aber bei so einem wunderschönen Teil könnte ich auch schwach werden ...

    Zum Glück bremsen mich aber sowohl räumliche als auch finanzielle Grenzen davor , daß ich auch noch anfange , nach derartigen Stücken zu suchen - vielleicht zum Glück all der Sammler , denen ich , auch wenn ich mich ruinieren würde , das Eine oder Andere Stück vor lauter "Habenwollens" vor der Nase wegzuschnappen versuchen würde ...

    Ich hoffe nur , daß unsere nachfolgenden Generationen derartige Kunst und kulturelles Erbe auch noch zu Schätzen und zu Erhalten versuchen und auch nicht nur in einer Sammler/Museumsvitrine verstauben lassen , sondern auch hin und wieder verantwortungsbewusst und artgerecht verwenden !


    Einmal mehr : Ganz herzlichen Dank für das Vorstellen eines wunderschönen Reliktes !

    Nach dem Trocknen und vor dem Ölen am Besten noch ein mit Spiritus getränktes Patch zum Binden von Restfeuchtigkeit durchziehen , dann hast Du Ruhe .

    Aber - by the way ; etwas Flugrost im Pulversack ist absolut harmlos , ich wäre eher vorsichtig damit , jedesmal die Zündlochschraube zu entfernen . Das ( Fein- ) Gewinde im Lauf ist nur allzu schnell ausgenudelt ...

    Und wenn die zu fliegen kommt , möchte ich lieber nicht auf dem Stand direkt daneben stehen :/

    Leute , Ihr denkt hier viel zu kompliziert !


    Das ist nichts Anderes , als ein konventionelles , wenn auch auf den Kopf gestellt und der Einfachheit halber mit aussenliegender Hauptfeder , die auch als Batteriefeder arbeitet , Seitenschloss , das aber in höchster Qualität , wie von Egg nicht anders zu erwarten , gefertigt ist .

    Ganz ähnlich funktionieren auch die bekannten Spanischen Miquelet - Schlosse , auch wenn hier von Herrn Egg eine Kette und Nuß sowie Abzugsstange anstelle der dort verbauten , durch die Schlossplatte ragenden Rasten verbaut wurde .

    Nach meiner bescheidenen Meinung nach deutlich weniger aufwändig , effizienter und auch präziser arbeitend !


    Ein ganz einfacher Versuch meinerseits , mit einer "konventionellen" Steinschloßpistole , die ich ( mit ziemlich verdrehtem Handgelenk ) um 180° gedreht gehalten , also Lauf unten und Abzugbügel nach oben gehalten , zu schiessen , ergab , daß das Zündkraut , das förmlich in den Funkenregen der Zündfunken fliegt , sich extrem schnell entzündet und durch die Luft , die dann in den quasi frei fliegenden/fallenden Pulverkörnern ist , auch eine derart heftige Verpuffung erzeugt , daß die Hauptladung fast so schnell wie bei einer Perkussionszündung zündet .


    Klar , mit einem derart verdrehten Anschlag habe ich nicht einmal die Scheibe getroffen ( zumindest nicht meine eigene ) , aber das System als solches arbeitet bei einem ansonsten einwandfrei gearbeiteten Schloß hervorragend !


    Es steht Jedem frei , das selbst einmal auszuprobieren , Ihr werdet überrascht sein !


    Diese Konstruktion war anscheinend für die damaligen Zeitgenossen ähnlich suspekt , wie für Euch heute , warum sie auch eher unbemerkt nicht weiter verfolgt wurde.


    Was nicht sein KANN , DARF auch nicht SEIN ;)


    Außerdem : ohne störenden Hahn , der sich gerne in der Kleidung verhaken kann , hat so eine Konstruktion durchaus noch andere praktische Qualitäten !

    Gratuliere zu dem tollen "Grundstock" !

    Ich denke , nicht nur ich freue mich schon darauf !


    Den berühmten Sharps habe ich in meinem Grundstock leider vergessen ...

    Also so ein Thuer , ein Rider , evtl. noch ein Elliot single shot mit seinem skurrilen Hahn/Verschluss , dazu noch ein Williamson - das wäre doch schon ein ganz passabler Grundstock für eine Sammlung ;)

    Aber diese Pistole ist mit ziemlicher Sicherheit in Belgien / Liège gebaut worden und ist auch ganz typisch für Pistolen dieser Art .

    Haupsächlich war der anvisierte Käufer aber tatsächlich der Französische Offizier , der , ganz ähnlich wie auch in anderen Staaten , seine Bewaffnung selber zu besorgen hatte .

    Wenn ich mir die Verarbeitungsqualität und damaligen Preis der Französischen im Vergleich zu Belgischen Waffen dieser Zeit anschaue , kann ich durchaus verstehen , warum die Belgier höher im Kurs standen .


    ( Sogar die qualitätsbewussten Schweizer bezogen ihre 51er Feldstutzer , von Beuret Frères gefertigt , aus Lüttich .

    Geliefert wurden die aber nicht fertig montiert , weil dann ein viel höherer Zoll fällig gewesen wäre , wie beim Import von "Einzelteilen" .

    Aber das ist ja wieder eine ganz andere Geschichte ... )


    Das tut dem guten Stück aber durchaus keinen Abbruch , bezog doch sogar u.a. der berühmte Herr LePage in Paris den Großteil seiner Waffen aus Belgien und signierte sie , nachdem er sie "finissiert" ( oftmals nur mit seinem eingravierten Namen ergänzt ) an den Mann brachte .

    Reine Schreckschusswaffen brauchte niemand zu Zeiten wo jeder eine Schusswaffe haben durfte. Wie ich gelesen habe, kamen Schreckschusswaffen erst mit dem Verbot von scharfen Waffen auf, und der Möglichkeit diese billig im Druckgussverfahren herzustellen.

    Google doch mal " Scheintod" - Waffen - die wurden bereits kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende angeboten !

    Gab es nicht vor einigen Jahren einen Nachbau des Colt-Derringers "4th model" als Vorderlader, der gleich wieder vom Markt verschwand?

    Wenn ich mich richtig erinnere, hatte den FWW angeboten.

    Den gab es tatsächlich , hauptsächlich für den Deutschen Markt gefertigt , fiel dann aber , genau wie die "Tingle" , mangels originalem Vorbild , unter das neue WaffG und verschwand sang- und Klanglos .

    Zumindest in Deutschland , da mit ( wenn auch obsoleten ) Patronen mit integriertem Zünder und offensichtlich nicht Zündnadelzündung betrieben , leider WBK - pflichtig ::(