Beiträge von enfield

    Ich weiss nicht , ob Dir meine bescheidene Erfahrung mit nur einem Exemplar weiter hilft :


    Was mir damals als Erstes auffiel , war die allgemein recht ordentliche Fertigungsqualität . Geschossen habe ich den Revolver allerdings nicht .


    Was mich von einem Kauf abhielt , war die , ich kann es nicht anders sagen , brutale Hauptfeder , entsprechend hohes Abzugsgewicht , sowie das heftige Gesamtgewicht des "Trumms" . ( Das Problem der Hauptfeder liesse sich sicher durch Anfertigung einer leichteren Feder lösen , damit wäre gleichzeitig das hohe Abzuggewicht sowie der durch die ( zu ) starke Feder entsprechende Verschleiß gemindert .


    Ich pflege alle meine Püster auch zu schiessen . Dafür war mir die Handlage und das Gewicht dieses LeMat aber nicht passend genug , deshalb habe ich den Revolver auch nicht gekauft .


    Als Sammlerstück aber sicher ( passender Preis vorausgesetzt und zumindest in meinen Augen ) ganz nett und auch nicht ganz so leicht zu finden .


    Good luck , enfield

    Vielleicht etwas daneben , aber vielleicht kann ich hier auch etwas , wenn auch etwas zu meinem Interessensgebiet lastig , beitragen .


    Daß ein "journeyman" sich in einer Werkstatt , die er sich nicht selber leisten konnte , "verdingte" , war anscheinend in der Neuen Welt nichts Ungewöhnliches .


    Fordyce und Adin Ruggles , Inhaber des ersten US - Patentes für eine Perkussionswaffe ( 1826 ) , gründeten ca 1833 eine neue Firma zur Fertigung von Unterhammerpistolen und Fowlers nach ihrem Patent .

    ( Sie fertigten allerdings schon ab ca 1828 Underhammers , erkennbar am halbkreisförmigen Hahn , oft mit Silbereinlagen im spindelförmigen " new England " Griff , danach eher schlicht und für den (armen) Siedler eher leistbar . Ab ca 1833 mit "bar hammer " gefertigt bis zum Ende 1838 .


    Bereits damals beschäftigten die Brüder Handwerker , die nicht nur für sie arbeiteten , sondern auch auf eigenen Namen produzieren durften .


    Nach dem Tod der beiden Brüder , die beide tragischerweise jeweils mit einer Pistole aus der eigenen Fertigung versehentlich erschossen wurden , stellte die Witwe , Cynthia Ruggles , die Werkstatt mindestens fünf erwiesenen BüMa in Miete zur Verfügung , die allesamt Underhammer -Pistolen für die Eroberung des Westens produzierten ( die meist von E.Hutchins / Baltimore bis ca. 1838 verkauft wurden ) .

    Ein unglaublich detaillierter und spannender Bericht von Nickolas L. Chandler ist im Net zu lesen .


    https://americansocietyofarmscollectors.org/wp-content/uploads/2019/06/2007-B96-Early-New-England-Underhammers-in-the-St.pdf


    Was mich persönlich fasziniert , ist , daß diese zwei Brüder die eigentlichen , aber leider vergessenen Väter der so typischen Amerikanischen Unterhammer - Waffen sind .

    Alles , was danach kam , waren m.E.n. lediglich Variationen und ( teilweise ) auch Verbesserungen zum vorgegebenen Thema ( z.B. Billinghurst etc. )


    Ich hoffe , ich habe mit diesem meinem Beitrag diesen thread nicht allzusehr gestört


    enfield

    Sind Zäpfchen nicht für "Hinterlader" ??? ::happy2:: ::lachen2::

    Zumindest die letzten , die ich von meinem Arzt verschrieben bekam , haben derart mies geschmeckt , daß ich sie mir am liebsten hinten rein gesteckt hätte ...


    Aber genug geblödelt : Zurück zum Thema !

    Ich giesse nur "Diabolo" Blei.

    Weicher geht's nicht.... ;)

    Mache ich auch so , sogar die Zäpfchen für meinen originalen 1851er Feldstutzer !


    Für die Vetterli - Patronen darf allerdings noch etwas Zinn mit dazu ( giesst sich leichter und gibt leicht härtere Murmeln )

    Liebe Foristi


    Wie die Meisten von Euch ja wissen , interessiere ich mich hauptsächlich für ( ausschliesslich originale ) Scheibenpistolen .


    Nun wurde mir heute die Möglichkeit angeboten , einen Waadtländer Stutzen aus vermutl. Pedersoli - Fertigung zu kaufen .


    Ich habe allerdings keine Ahnung , zu welchem Preis ein derartiges Gewehr gehandelt wird .

    Für mich persönlich ist es nicht interessant , vielleicht aber für jemanden unter Euch .

    Falls also Interesse bestehen sollte , bitte ich um PN , was das Gewehr dem Interessenten wert wäre , es wäre doch schade , wenn so eine Gelegenheit ausgelassen würde .


    Immer im Dienste von Pulver und Blei , enfield


    BITTE : Falls dieser post den Forumsregeln widersprechen sollte , bitte um sofortige Löschung ! :indian1:

    Ende gut , alles gut :


    Ich war heute wieder einmal am Basteln und habe die Kette , die mitsamt dem oberen Teil des Schaftes quasi "weggesprengt" und nicht mehr zu finden war , aus Silberstahl neu angefertigt , die neu angefertigte Feder gehärtet , angelassen und eingepasst .

    Die Fragmente des Schaftes habe ich mit Epoxydharz zusammengepuzzlet , nach Aushärten des Harzes gefinished und muß jetzt zugeben , daß ich nie wieder abfällig über Epoxy reden werde :

    Die Reparaturstelle(n) sind nach Auftragen von TruOil praktisch , mit Ausnahme eines Stückes , das ich nicht mehr gefunden und deshalb mit Epoxy ausgefüllt habe , nicht mehr sichtbar .


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    Wenn das Finish dann komplett ausgehärtet ist , ist das Teil wieder voll funktionsfähig .


    ( die winzigen Teile waren aber schon ein rechtes Gefummel zu machen ... )


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    Hier einmal ein paar Bilder , damit Ihr seht , was mir hier passiert ist !


    Zumindest habe ich , wie Ihr seht , die Feder mittlerweile neu angefertigt , der Schaft scheint die Reparatur mit Epoxy auch ganz gut zu vertragen .


    So , wie dieser Deringer einmal gebaut war , werde ich ihn wohl nicht mehr hin bekommen , ich hoffe aber , daß er am Ende wieder funktionstüchtig sein wird .


    Aber zunächst werde ich wohl mal eine neue Kette anfertigen müssen .

    Liebe Foristi


    Heute wollte ich einmal versuchen , ob mein Neuzugang in meiner Sammlung ( Philadelphia Deringer ) funktioniert und ein Zündhütchen auch zum Knallen bringt .


    Beim Aufziehen des Hahns in die Spannrast ist es dann passiert :


    Die Kette ist abgerissen , die Feder hat den Schaft zerlegt und ist bei dieser Gelegenheit auch noch gebrochen !


    Nunja - zumindest das Vokabular , das ich generiert habe , war anscheinend doch zumindest recht originell , waren doch teilweise Ausdrücke dabei , von denen ich nicht einmal wusste , daß ich sie kenne ...


    Nach Einsammeln der Schaftfragmente habe ich die sofort mit Epoxydharz wieder versucht , in die Originalform zu kleben .

    Ich muß jetzt aber noch etwas warten , bis das Harz vollständig ausgehärtet ist , danach kann ich den Schaft hoffentlich wieder in Form bringen .

    Mach Dir da um Gottes Willen keine Gedanken ! Ich habe ja selber , neben meinem Sammelgebiet " alte Scheibenpistolen " ein neues "Nebenfeld" gefunden : alte Kugelzangen !

    Genauso skurril , aber nichtsdestotrotz ausgesprochen spannend !


    Das Päckchen geht am Montag auf die Post , viel Freude am Inhalt !


    GlG vom enfield

    Gratuliere !


    Ich habe übrigens schon seit einiger Zeit hier ein Pulverhörnchen für Dich liegen , das wohl eine sog. " Liebesgabe " war :


    Ganz ähnlich , wie eine Uhren"Kette" hat das Mädel einige ihrer langen , blonden Haare geopfert und daraus für ihren Liebsten eine Uhrenkette , oder , wie hier , eine Kordel für seine Pulverflasche geflochten .


    20220519_212102.jpg



    Das Mädel scheint ja unglaublich lange Haare gehabt zu haben !


    Schick mir doch mal per PM Deine Adresse , ich sende Dir gerne dieses Pulverhörnchen , auf dass es erhalten bleibe !

    Liebe Foristi


    Letztes Wochenende konnte ich eine , wie ich finde , ganz niedliche Pistole zum Preis einer (guten ! ) Replik kaufen .


    Sie hat das Kaliber .41 und ist auf dem Baskül signiert " DERINGER PHILADELA " .


    Das Teil ist ausgesprochen sauber gefertigt , kein einziges Teil scheint gegossen zu sein oder aber wurde danach mit der Feile nachbearbeitet und sorgfältigst poliert .

    Verbaut ist eine geschmiedete Blattfeder mit Kette , sowie , wie beim Original , eine Nuß mit Fliege .


    Was mich aber annehmen läßt , daß dieser Püster nicht vom guten alten Henry gebaut wurde :


    -das Schloß ist nicht signiert

    -keinerlei Gravuren vorhanden

    -die Schloßmortise wurde anscheinend nicht ausgestochen , sondern gefräst



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    Wenn ich mich recht erinnere , wurde Anfangs der 80er Jahre im DWJ einmal ein wirklich originalgetreuer Nachbau , ich weiß leider nicht mehr , von wem , vorgestellt , der sowohl mit originalgetreuer Gravur , als auch als ( ungraviertem ) Bausatz angeboten wurde , beides aber damals für mich als frisch ausgelerntem Augenoptiker VIEL zu teuer .


    Da dieser Deringer keinerlei Beschußzeichen oder Seriennummer hat , könnte es doch durchaus sein , daß hier ein begnadeter Bastler einen derartigen Bausatz fertig gebaut hat ???

    Der müßte dann aber zumindest eine Seriennummer , Herstellerzeichen sowie Beschußstempel tragen , oder nicht ?


    Es könnte aber durchaus auch sein , daß ich hier eine zeitgenössische "Fälschung" erwischt habe .

    Deringer's Waffen wurden ja schon damals fleißig kopiert und teilweise sogar mit seinem Namen versehen und verkauft . ( mir kommen spontan z.B. Wufflein oder Slotterbeck , die aber mit ihrem eigenen Namen signierten , in Erinnerung )


    Vielleicht weiß ja Einer von Euch mehr , jedenfalls habe ich , obwohl absolut nicht in mein übliches Beuteschema passend , gewaltige Freude an dem Winzling

    Hm, das mag für Generäle zutreffen sein, Truppenoffiziere (also vom Seconde-Leutnant bis zum Hauptmann) hatten bei ihrer Truppe zu sein und waren oft genug direkt an den Kämpfen beteiligt. Selbst der Bataillonskommandeur (üblicherweise ein Major) war immer bei seinem Bataillon. In der Schlacht waren die Verluste unter den Offizieren immer höher als die der Mannschaften, das auch, weil der durch seine Uniform kenntliche Offizier ein beliebtes Ziel der feindlichen Jäger war). In der Schlacht bei Weißenburg (1870) kam auf 8 getötete Soldaten ein getöteter Offizier.

    Die übliche Seitenwaffe eines Infanterie-Offiziers war nicht die Pistole, sondern der Degen, bei der Kavallerie oder Artillerie der Säbel. Eine Pistole wäre auch sehr unpraktisch gewesen, denn im Gefecht wäre kaum Zeit gewesen, die Pistole nachzuladen.

    Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue , über welch umfassendes Wissen Du verfügst !


    Einmal mehr ein herzliches Dankeschön dafür , daß Du es mit uns teilst ! !

    Liebe Foristi


    Letztes Wochenende konnte ich eine Offizierspistole in der Art und ( ungefähren Form ) der Französischen M 1833 recht günstig kaufen , die ich Euch hier gerne vorstellen möchte :


    Im Gegensatz zu den in St.Etienne gebauten Pistolen hat dieses Exemplar , da in Belgien gefertigt , nicht das Rückschloß , das man von den Französinnen gewohnt ist , sondern ein Leisten- ( vorliegendes ) Schloß .

    Der Lauf im gewaltigen Kaliber 17mm , Belgischem Beschuß , aus Banddamast und mit Haarzügen ist innen praktisch neuwertig , wenn auch mit Flugrost .

    Offiziere mußten damals ihre Seitenwaffen selber kaufen , daher ist es nicht ungewöhnlich , daß die Wahl auf eine der in St.Etienne gefertigten , ähnliche Pistole in vergleichbarer Qualität aber deutlich billiger , fiel .

    Dem super Zustand des Laufes nach , gehe ich davon aus , daß es sich hier tatsächlich um eine Offizierswaffe handelt ,

    ( Offiziere waren ja meist nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligt ( je höher der Rang , desto weiter hinter den Linien ;) )) , die , falls überhaupt jemals , praktisch nie geschossen wurde .


    Aber macht Euch doch selber ein Bild :



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    Der Hahn scheint irgendwann mal ersetzt worden zu sein , nichtsdestotrotz , wie ich finde , ein ansehnliches Stück Zeitgeschichte .


    Danke fürs Anschauen

    Die verschlungenen Buchstaben EL bedeuten " Epreuve Liègeois " , also belgischer Beschuss .

    Den Grossteil der verwendeten Läufe bzw. Laufrohlinge bezogen die damaligen Büchsenmacher in Liège , durch die damalige "Massenfertigung" waren die meist nicht nur sehr gut , sondern vor Allem billiger , als ein Rohling aus einer anderen Quelle .

    Auch von mir Glückwunsch zu dieser wunderschönen Büchse und auch Chapeau für die geleistete Arbeit , ( auch wenn ich den Urzustand nicht kenne , aber doch zumindest erahnen kann ) !


    Meist können ja leider nur diejenigen , die selber gerne Hand anlegen , abschätzen , wieviel Zeit , handwerkliches Geschick und Mühe tatsächlich am Ende investiert werden muß !


    Schön zu sehen , dass es doch immer noch Enthusiasten gibt , die solche Schätze zu erhalten versuchen !


    Und JA : Auch MIR fehlen die tollen Vorstellungen und Kommentare von Greenhorn :( . Ich hoffe , er ist wohlauf und kommt bald wieder zurück !


    Herzlichen Dank fürs Vorstellen !