Beiträge von Black Bart

    Erik,

    deine Vermutung mit dem Ladefehler kann man in Betracht ziehen und muss nicht ausgeschlossen werden, aber da ich schon seit 1969 ausschließlich mit Vorderladerwaffen schieße und als Vorsitzender eines reinen Vorderladervereins ( Historische Feuerschützen Peine ) mit sehr viel Praxis umgeben bin, konnte ich zumindest vereinsintern Derartiges noch nicht beobachten.


    Diese Spuren ziehen sich wie o.a vielleicht zu ungenau erwähnt, nicht so tief aber an weiteren Stellen durch die ersten 2/3 des Laufs, was ich fotografisch leider nicht darstellen kann. Aber den Lauf werde ich noch ausmessen.

    Die Waffe wurde offensichtlich nur begrenzt benutzt, was die allgemeinen Abnutzungspuren zeigen.


    Da ich inzwischen auch so einige Centaures besitze, muss ich allerdings festhalten, dass man beim Laufinnenleben öfter Probleme bei der Fertigung gehabt haben muss. Bei mehreren Exemplaren hat man den Eindruck einer leichten Laufaufbauchung und das Grundsätzlich etwa in der Laufmitte.

    Bevor Einwände kommen, diese Modelle sind praktisch fabrikneu und nicht seriennummernnah.


    Nun, da ich aber nicht vorhabe diese grundsätzlich schönen Stücke in Aktion zu versetzen, kann ich damit sehr gut leben und erfreue mich daran.

    Tja, da ist er nun ! Obwohl schon gut eingedeckt mit diesen "Objekten der Begierde" konnte ich mal wieder nicht an mich halten. Den hier mitbietenden Mitgliedern kann ich nur sagen, tut mir leid, aber den musste ich haben.

    Nach Wolfs grundlegendem Werk war mir trotz der schlechten egun Fotos schnell klar, hier handelt es sich offensichtlich um einen der Revolver, die an das Rothenburger Waffeneck im "blanken" Zustand geliefert worden sind, zwecks Veredlung. Letztere ist recht ordentlich, aber bei genauerem hinsehen auch nicht sooo doll ausgeführt. Immerhin mal etwas Anderes.

    Angenehmer Beikauf ist die Dixon Pulverflasche mit nicht gestempelten Pulvermaß und der originale FAUL Pistonschlüssel. Die Kugelzange ist italienischer Herkunft.

    Auf den Fotos nicht so gut zu erkennen sind doch viele Närbchen und kleinere Gebrauchsspuren, denn der Vorbesitzer hat mit dieser Waffe geschossen.


    Etwas irritierend sind hingegen die Fertigungsmängel von FAUL. Die abgebildeten tiefen Drehspuren im Lauf sind noch vielfältiger, als gezeigt. Da muss ein Werkzeug aber ordentlich ausgeschlagen haben. Die Fettrillen der Trommelachse sehen auf den Fotos tiefer aus, als vorliegend. Eigentlich sind sie nur hingehaucht und ungleichmäßig.

    Selbst der Schlitz der Ladehebelschraube ist nicht mittig gefertigt und die Bohrungen für die beiden Abzugs- und Trommelstoppschrauben sind so knapp angelegt, dass man diese nur mit ziemlicher Gewalt bewegen kann.

    Eigentlich hätte man für Veredlungsmaßnahmen einen besseren "Rohling" erwarten dürfen.


    Um hier aber keinen falschen Eindruck zu erwecken, ich bin mit diesem Set doch sehr zufrieden und es ergänzt die Sammlung.


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    Nachdem ich meine "aktive" Sportschützenlaufbahn altersmäßig beendet und meine Bristlen verkauft habe, bin ich nun doch noch einmal in den Sport eingestiegen.

    Vor zwei Jahren fand ich in Kassel auf der Waffenbörse dieses wunderschöne Gewehr und kam einfach nicht daran vorbei. Da ich noch die originalen Preise für solch ein handgefertigtes Gewehr von Herrn Biederstädt im Kopf hatte, war der Kaufpreis noch erträglich.

    Dieses Gewehr ist in jeder Hinsicht einfach nur toll und wiegt mit Handpilz 4,8 Kg.

    Leider kam die Waffe ohne jegliches Zubehör und so hat es eben etwas Zeit und Geld in Anspruch genommen, bis ich sie wieder zum Laufen bringen konnte.


    Das speziell angefertigte Maxiball im Kaliber .38 kalibriere ich auf genau 9,3 mm und verschieße es mit 36 grs S III.

    Mit diesen Komponenten hält das Gewehr locker die Zehn. Leider ist meine Kondition wegen des Alters ( Jahrgang 1947 ) nicht mehr so prickelnd, aber dennoch bin ich sehr zufrieden , dass ich stehend freihändig damit noch einen Schnitt von 137 erziele.

    Ich hoffe, dass euch dieses Gewehr genauso gefällt wie mir.



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    Das hat sich in Versuchsreihen so ergeben, es reichte aus. Mit kompletter Fettung lief die Waffe aber genauso gut.


    Aber, wie schon gesagt, beim Vorderladern ist wirklich nahezu jede Waffe sehr individuell und bedarf der reichlichen Experimente.


    Für mich war diese Experimentierphase eigentlich immer am Schönsten und trotz des alten Mottos - never change a wining team - immer mal wieder was Neues ausprobiert.


    Manchmal ergaben sich dabei erfolgreiche Komponenten, die eigentlich unmöglich erschienen.

    Für meine Bristlen habe ich mir seinerzeit über Dieter Stifter eine Hensel Maxiball Kokille anfertigen lassen, deren Geschoss ich dann auf leichten Schiebesitz kalibriert habe. Die Kalibermaße spielen hier keine Rolle, da es doch von Lauf zu Lauf leichte Schwankungen gibt. Bei mir war es .448 .

    Geschossen habe ich mit 28 grs SII und das Geschoss nur in der unteren Fettrille mit Lube 103 gefettet.

    So konnte ich die 13 Schuss-Serie immer ohne ! Zwischenreinigung bei bestem Erfolg absolvieren.

    Immerhin habe ich mit diesen Komponenten einen Deutschen Meistertitel gewinnen können.


    Heute würde ich es wohl eher mit SIII versuchen.


    Leider habe ich keine genauen Fotos von der Kokille und dem Geschoss. Lediglich mein altes Verkaufsfoto kann ich hier anbieten, da sieht man außen rechts das Geschoss.


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    Das hier vorgestellte Prachtstück ist mir vor kurzem zugelaufen und ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, hier in Deutschland an dieses Stück zu kommen. Aber wie öfter, unverhofft kommt oft.

    Ja, diese Edelstahlausführung ist historisch nicht korrekt ( hätte man damals wohl gerne gehabt ), aber als Sammler der Colt Vorderladerrepliken der 2. Generation kommt man daran halt nicht vorbei.

    Leider wusste der Verkäufer um die hiesige Seltenheit des Revolvers und hat es sich mit reichlich Euronen entgelten lassen.

    Das Stück ist einfach nur wundervoll verarbeitet mit einem tollen Schlossgang. Leider hat der damalige Importeur seinen Namen an sehr unglücklicher Stelle deutlich hinterlassen. Über diese Firma habe ich schon in den 70er Jahren Ohaus-Kokillen aus den USA bezogen.

    So schön diese Waffe auch ist, sie hat den gravierenden Nachteil, dass sich diese "Silberlinge" nur schlecht fotografisch fassen lassen.

    Auf jeden Fall bin ich grade sammlerisch äußerst zufrieden .


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    T.J. , vielen Dank für das außerordentliche Material. Na, mit deinem Paterson hast du dich aber nett getröstet !


    Nun such ich nur noch die ehemalige Werbung im DWJ oder im Hege Katalog für dieses Deringer Set.

    Bezugnehmend auf "wie alles begann" oute ich mich hier mal als der "Verdächtige" , der unlängst dieses Set für einen stolzen Preis erworben hat. Ich bereue keinen Cent, denn es ist ein ganz außergewöhnliches Set im Rahmen der Replikas.

    Es muss in den 70er oder 80er Jahren gewesen sein, da bot das Zeughaus Überlingen diesen Kasten in einer sehr begrenzten Sammler-Edition an. Kosten seinerzeit ungewöhnlich stolze 1980,- DM.

    Auf jeden Fall zuviel für meine damaligen Möglichkeiten, um meiner Gattin noch gerade in die Augen schaun zu können.

    Diese tadelos gearbeiteten und dem Original so nahe kommenden Deringer wie kein anderes entsprechendes Replika wurden von Palmetto gefertigt.

    Leider weiß ich nicht mehr Näheres zum Set, da ich außer ein paar alten DWJs ohne Hinweis auf diese Stücke keine weiteren Infos besitze und das Netz scheint auch zu schweigen.

    Vielleicht können einige der hier mitarbeitenden "alten Schwarznasen" etwas Licht in die Sache bringen.

    Bleibt festzuhalten, dass mit diesem hoch erfreulichen Set sehr zufrieden bin.



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    Zunächst mal meinen Glückwunsch zum tollen Kasten. Erstaunlich, dass er den Transport über den großen Teich so gut überstanden hat. Muss mich aber der Aussage meines Vorschreibers anschließen, diese Stücke würde ich niemals in "Aktion" setzen.

    Die Lehre aus meiner ehemaligen Sammeltätigkeit ist eindeutig, wenn es mal ans Verkaufen gehen sollte, wird es mit jeder noch so kleinen kleinen "Macke" schwieriger. Da ist man bei den Vollblutsammlern heute sehr heikel.

    Als ehemaliger und langjähriger Sammler derartiger Faustfeuerwaffen bleibt festzuhalten, ja, diese C 96 Ausführung ist an sich eine Rarität.


    Aber beim besten Willen ist hier jedweder Aufwand zur Rettung unsinnig. Wie schon oben mehrfach konstatiert, ist es nahezu unmöglich die alten Konturen auch nur halbwegs zu restaurieren. Offensichtlich wurde die Pistole schon einmal mit "Entroster" bearbeitet und auch mit Replika -Griffschalen versehen.


    Diese Pistole hat sammeltechnisch eigentlich gar keinen Wert mehr, da sich ein "seriöser" Sammler mit so etwas nicht belastet.

    Selbst für ein sog. "Belegstück" wäre der Zustand einfach zu schlecht.

    Modell: gekauft ist schnell, aber verkauft ???


    Also, ich würde sie so lassen wie sie ist.

    Beide Großväter waren Offiziere im WKI. Der Vater Offizier im WK II und hielt lange einen Wehrmachts Nachtschießrekord . Der gefallene Onkel war Scharfschütze.

    Da lag offensichtlich schon einiges im Blut.

    1957 bekam ich mein erstes Luftgewehr ( Diana 35 ) und war sofort bei meinen Klassenkameraden beliebt, da unsere Wohnung über einen 11 m langen Flur verfügte. Allerdings hat die Wohnungstür doch arg gelitten.

    Mit 14 Mitglied in einer Schützengesellschaft und aktiver und erfolgreicher Jung- und Juniorenschütze mit dem LG 55.

    Mit 19 zur Bundeswehr und Richtschütze auf dem Kampfpanzer Leopard. Als absoluter Westernfan Kauf eines damals noch frei erwerbbaren Erma Unterhebelgewehres im Kal. 22 lfB.

    Beim Schützenverein Wechsel zum KK Kurzwaffenschießen. 1972 erste eigene Pistole auf Erwerbschein. Kauf mehrerer Vorderladerrevolver, hier vor allem Centaure und Santa Barbara ( 1972 entsprachen die Kosten eines Centaures exakt einem Drittel meines Junglehrergehaltes ! ).

    Beruflich bedingter Umzug in ein kleines Dorf. Im Schützenverein vor Ort Unverständnis ob meines Anliegens, dass ich es gewohnt war, mindestens 4 Mal die Woche zu trainieren.

    Die schießsportliche Kariere schien am Ende zu sein.

    Da las ich in der Zeitung, dass sich nicht unweit ein Archäologe des Landesmuseums Niedersachsen mit dem Schießen mit Schwarzpulver beschäftigt.

    Um es kurz zu machen, ich war schon beim Erstkontakt absolut entflammt und stieg voll ein.

    Seither habe ich so ziemlich alles an Langwaffen geschossen, was der Markt hergab.

    Inzwischen sind es allerdings nur noch sog. Custom-Waffen, die individuell angefertigt worden sind.

    Meine bis 1995 andauernde „sportliche“ Kariere hat mich an insgesamt 20 Deutschen Meisterschaften teilnehmen lassen und ich konnte 3 Meistertitel und einen Vizemeister erzielen.

    Eine kleine Anekdote hierzu: Meinen ersten Meistertitel erlangte ich 1979 mit dem Dienstgewehr 100 m . Ich schoss damals eine Enfield Dreiband von PH mit einem Geschoss aus einer Kokille der amerikanischen Firma Shiloh ( Stakebuster ). Die Ingenieure von PH konnten es nicht glauben, dass dieses Geschoss funktionierte, da es angeblich völlig unterstabilisiert sein musste. Aber sie mussten sich eines Besseren belehren lassen ( also Vorderladerschützen, nie aufhören zu experimentieren ).

    Stolz bin ich darüber, dass ich auch Mitinhaber des Deutschen Rekordes für die Disziplin Perkussionsgewehr 50 m bin.

    Im Jahre 1976 gründeten einige Interessierte und ich einen eigenen Verein, der sich ausschließlich mit dem Vorderlader- ( Schwarzpulver- ) Schießen beschäftigt.

    Als inzwischen 1. Vorsitzender des Vereins bin ich für 24 mehr oder minder aktive Schützen verantwortlich.

    Leider unterliegen auch wir den unleidigen Strömungen und Bestimmungen der Zeit, wir sterben aus. Geschossen wird inzwischen fast nur noch stehend angestrichen bzw. sitzend aufgelegt, na , ja.

    Der rar gesäte „Nachwuchs“ ist meistens weit über 50 Jahre alt.

    Eigentlich ist es schade, dass dieses wundervolle Hobby zumindestens hier in Norddeutschland nur noch so wenig Anklang findet.

    Eigentlich in seiner Schlichtheit und Einsatzfähigkeit einfach nur genial, aber da hätte ich auch große Bedenken ob der "Zündwilligkeit" dieses Mechanismus.


    Gut polierte Kontaktflächen sollten vorliegen.


    Gibt es zum vorliegenden Stück eine Kaliber Idee ?

    Bin mal in meine Katakomben gegangen und habe Folgendes festgestellt.


    Ale 1851er und 1861er Navy der 2. Gen. sind mit Ornsby gestempelt, aber keine 1860er Army.


    Das 1849 Pocket Modell der 3. Gen. trägt auch die Ornsby Stempelung .