Beiträge von Luccio

    Was ich meinte, ist, daß sich die Schweiz entschlossen hat, durch Nichtteilnahme an der EU eben auch nicht am Gestaltungsprozeß der Europäischen Feuerwaffenrichtlinie (und anderer europäischen Richtlinien und Gesetzgebungen) teilzunehmen.

    Das ist natürlich zutreffend.

    Zum finanziellen Aspekt sei vielleicht noch erwähnt, dass Länder wie Norwegen und die Schweiz sehr wohl Beiträge an die EU leisten. Diese entsprechen (auf die Bevölkerungszahl umgerechnet) etwa demjenigen Betrag, den Deutschland netto bezahlt. Ein Rosinenpicken gibt es schon lange nicht mehr.

    In der CH dürfen nur einige Staatsangehörige nicht "mitmachen"..
    (Serbien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Türkei, Sri Lanka, Algerien, Albanien)

    Dazu muss man ergänzen, dass Ausnahmen möglich sind und auch gewährt werden. Es besteht für die Angehörigen der genannten Staaten einfach kein Rechtsanspruch für den Erwerb, den Besitz, das Anbieten und Vermitteln von Feuerwaffen und Munition sowie das Schiessen mit Feuerwaffen.

    Die Schweiz kann nicht als Maßstab gelten, weil sie sich ja entschieden hat, nicht am europäischen Gestaltungsprozeß teilzunehmen sondern ihren eigenen Weg zu gehen.

    Dieser Eindruck mag gegen aussen bestehen. Tatsächlich ist es aber so, dass die EU schon bei der Einführung des ersten eidgenössischen Waffengesetzes im Jahr 2008 massiven Druck ausgeübt und beispielsweise eine Nachregistrierung bestimmter Waffentypen durchgesetzt hat. In den folgenden Jahren musste die Schweiz aufgrund der Schengen-Abkommen ihr Waffengesetz mehrfach anpassen.

    Der bisherige Höhepunkt an Einmischung wurde 2019 erreicht, als die Schweiz zustimmte, der Bataclan-geprägten EU-Waffenrichtline zu folgen und weitere Nachregistrierungen zu verlangen. Subtil wurde seitens der EU gedroht, die Schweiz laufe ohne diese Anpassung Gefahr, aus dem Schengenraum zu fliegen. In Brüssel geht man seither davon aus, dass sich das CH-Waffengesetz kommenden Weiterentwicklungen der Waffenrichtlinie automatisch unterstellen muss! Wäre von einer Schengen-Richtlinie die Rede, könnte man die Sache noch halbwegs verstehen.

    Aha. Verstehe ich aber trotzdem nicht, wenn die Gefahr doch schon vorüber ist.

    Es bestand ja nicht einmal eine Gefahr, sondern nur die Möglichkeit einer Gefahr. Und nachdem die Polizei keinen Tatverdächtigen finden konnte, könnte man argumentieren, dass die Möglichkeit einer Gefahr noch immer bestehe. Ich nehme den Entscheid der Schulleitung als eine Art Hilflosigkeit wahr.

    "Der Schüler habe eine Person gesehen, die eine Schusswaffe im Hosenbund trug, zudem habe er ein Geräusch wahrgenommen, dass [sic] als ein Durchladen einer Schusswaffe erkannt worden sein soll."

    Ob sich die Waffe im Hosenbund (automatisch) durchgeladen hat? Die Folge der Irreführung, Pardon, des Fehlalarms für die Schüler ist, dass morgen auf Leistungsnachweise wie Tests oder Klausuren verzichtet werden soll.

    Ermittelt wird da vermutlich sowieso. Ist die Erschiessung des Geiselnehmers nicht eindeutig unverhältnismässig gewesen, wird da vermutlich nicht mehr viel passieren, ausser dass noch anwältliche Rechnungen zu bezahlen sind....

    Wie bei jedem Schusswaffengebrauch der Polizei wird auch hier von Amtes wegen untersucht und es den Steuerzahler viel Geld kosten. Das Resultat wird sein, dass irgendwelche linke Kreise mit grosser medialer Unterstützung fordern, sich beim Rechtsstaat Iran und der Familie des Irren entschuldigen zu müssen.

    Es wäre interessant zu wissen, wie der Fall im Iran aufgearbeitet wird. Ob dort zu lesen ist, dass einer der ihren durch Ungläubige ermordet worden ist?

    Wir schlimmen schlimmen Amerikaner ;( Wir sollten halt mehr von den Europäern lernen, dann würde es uns besser gehen.

    Die Amerikaner sind nicht grundsätzlich schlimm. Ich spreche nur von einem ganz kleinen fanatischen Grüppchen, das auf die Grösse der amerikanischen Bevölkerung absolut keine Relevanz hat. Aus diesem Grund habe ich auch nichts dagegen, wenn viele schöne CH-Karabiner und -Pistolen in den USA von Leuten in Besitz genommen werden, die noch Freude an der Wertarbeit haben. Solche Leute vermisse ich hier immer mehr.

    PS: Waffen zu entsorgen ... da zerbricht mein Herzerl. Sowas macht man nicht. Ich glaub heute bekomm ich Alpträume.

    Ich kann Entwarnung geben. Meine Empfehlung an die Erben bzw. Willensvollstrecker ist, die CH-Ordonnanz-Langwaffen einem Händler zu übergeben, der diese drei- bis viermal pro Jahr in die USA verschifft, weil es hierzulande praktisch keinen Markt mehr gibt und das Verschrotten mir auch Kummer bereitet. Zwei der Blankwaffen habe ich mir als Aufwandsentschädigung schenken lassen und bei einem Ordonnanz-Revolver überlege ich mir noch, ihn selbst zu übernehmen.

    Beim Karabiner 98 sträube ich mich ein bisschen vor der Empfehlung, diesen womöglich in die USA schicken zu lassen, wo teilweise ein komischer Nazi-Kult betrieben wird.

    Anscheinend versucht die Schweizer Bürokratie es , uns Germanen einmal mehr zu kopieren !

    Das ist ein Übel. Vor allem die linken Kreise in der Schweiz eifern ihren Vorbildern im grossen Kanton (so nennen wir Eidgenossen Deutschland, wenn wir gut gelaunt sind) gerne nach und schrecken nicht vor der totalen Nachahmung zurück. Und in unseren deutschsprachigen Medien muss man neuerdings dumme Ausdrücke wie Legalwaffenbesitzer oder EU-Waffengesetz lesen, weil die Schreibnarren dümmstes Nancy-Geschwaffel auf Schweizer Verhältnisse zu übertragen versuchen und nicht einmal realisieren, dass es gar kein EU-Waffengesetz gibt.

    Meine Hoffnung ist nur noch, dass die lateinische Schweiz dieses unsägliche Nachäffen irgendwann stoppen kann.

    Kostet zwar etwas , aber zumindest bleibt dann ein weiteres Artefakt davon verschont , zu einem Gullydeckel mutieren zu müssen und weil Du ohnehin nichts verlieren kannst , bleiben Dir am Ende vielleicht sogar noch ein paar Euronen , für die Du mit Deinen Liebsten Pizza essen gehen kannst .

    Die Erben sind – wie heutzutage immer öfter – überhaupt nicht waffenaffin. Sie wollten die Waffen nur möglichst schnell aus dem Haus haben.

    Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass man den 98er entsorgen will, aber falls doch nehme ich Luccio das Teil gerne für 100€ ab! Versand nach Österreich bezahle ich natürlich auch. Wenn ich da lese dass "Materialkosten und der Beschaffungsaufwand den Wert dieses Karabiner sowieso übersteigen", dann weiß ich dass ich es mit einem Ahnungslosen zu tun habe. Diese "Norweger" werde bei uns in Österreich um rund 1000€ gehandelt, sofern sie i. o. sind und alles passt.

    Oh, da habe ich mich gewaltig verschätzt. Ahnungslos ist der richtige Begriff. Allerdings sind die Erben noch ahnungsloser als ich. Meine Rolle in der ganzen Sache war bloss die Zusammenstellung eines Inventars. Mit Ausnahme eines Revolvers und dieses Karabiners sind es CH-Ordonnanzwaffen, deren Sachwerte ich einigermassen akkurat bestimmen kann. Was genau mit dem Karabiner passieren wird, kann ich nicht sagen.

    ist in der CH WES-pflichtig, da keine schweizer-ordonaz Waffe..
    Wobei mit 30-06 könnte es unter Jagd-Waffe gehen :/; dann ohne WES..
    Import wäre so oder so fällig; müsste man abklären.

    Genau. Die Abänderung auf .30-06 ist der springende Punkt. Gibt man ihn gegen einen WES ab, ist man auf der sicheren Seite. Die Waffe befindet sich in der Schweiz.

    Bei der Gründlichkeit der Deutschen Behörden sollte es ein Leichtes sein , feststellen zu können , auf wessen WBK der Karabiner damals eingetragen wurde .

    Davon ist auszugehen. Allerdings haben sich die Spuren nach dem Verkauf in die Schweiz vermutlich verwischt. Ein trauriges Beispiel, wie sich Waffen in der Schweiz vor noch nicht allzu langer Zeit nicht mehr verfolgen liessen, ist das Beispiel der Cz 83, die bei der NSU-Mordserie verwendet worden ist.


    ber muss das 'Fundstück' vor einem Verkauf mittels WES nicht überhaupt erstmal registriert werden?
    Keine Ahnung, wie das so geht, aber ich gehe davon aus, dass der lange genug auf dem Dachboden gelegenhat, dass es den ohnehin offiziell noch gar nicht gibt? :think:

    Die Frage ist, ob der Karabiner überhaupt WES-pflichtig ist. Im Originalkaliber gilt ein Karabiner 98 als ausländische Ordnonnanzwaffe und ist demnach seit dem 12.12.2008 der WES-Pflicht unterstellt. Im Kaliber .30-06 könnte er auch in die Kategorie der Jagdrepetierer fallen, die nur meldepflichtig sind.

    Unabhängig davon, ob eine Feuerwaffe zu einem früheren Zeitpunkt einmal bei einer Meldestelle erfasst war, gilt seit dem 12.12.2008, dass alle Übertragungen einer Feuerwaffe mindestens meldepflichtig sind. Aufgrund des Beitritts zum Schengenreich gibt es zudem den berüchtigten Art. 42a im WG, der bis zum 11.12.2009 eine Nachregistrierung bewillungspflichter forderte:

    image.png
    Allerdings hat der Gesetzgeber folgende Ausnahmen vorgesehen, die damals im Parlament intensiv zu reden gaben, weil unklar ist, wie "seinerzeit" überhaupt zu definieren ist:

    image.png
    Die ganze Posse zur unterschiedlichen Interpretation von "seinerzeit" und die eigenmächtige Abänderung des Wortlauts durch das EJPD kann hier nachgelesen werden:
    09.3453 | Waffengesetz. Parlamentsbeschlüsse respektieren | Geschäft | Das Schweizer Parlament
    Es ist ganz offensichtlich, dass der Bundesrat mit seiner Argumentation der EU gefallen wollte.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Völlig unabhängig davon, wie die waffenrechtliche Einstufung der Waffe effektiv lautet, verlangt das Gesetz bei einer Übertragung zum heutigen Zeitpunkt entweder eine Meldung oder einen WES-Bewilligung. Mir ist klar, dass die Akzeptanz der aktuellen Gesetzeslage in der Bevölkerung gering ist. Oft ist nicht einmal das Wissen vorhanden, dass es "plötzlich" eine Änderung gegenüber früher gegeben hat. Aus diesem Grund sind Verstösse an der Tagesordnung, wobei die Waffenbehörden in vernünftigen Kantonen normalerweise ein Auge zudrücken.