Walther P1 schießt sehr tief

  • Hallo Leute,

    ich habe mir eine P1 der Bundeswehr aus den 80er gegönnt, (optisch außen wie innen quasi keine Gebrauchsspuren), leider trifft die Waffe sehr tief, auf 5m ca. 5cm, bei 10m ist es schon mindestens 25cm, und auf 15m ist der Treffer mit Glück noch auf der Scheibe.

    Es liegt nicht an mir, 2 andere Schützen hatten genau das selbe Schussbild.

    Es ist augenscheinlich die Standardvisierung verbaut (nicht höhenverstellbar, nur seitlich)


    Kennt sich hier jemand mit der P1 aus? Woran kann das liegen, oder ist das normal bei dieser Waffe?


    Grüße

  • SigiNRW Servus! Das die Waffe zu tief schiesst, ist ein Thema. Die Lösungsoption hat Harok oben genannt. Aber: Ein Geschossabfall von min. 20 cm von 5 auf 10 Meter, also nur 5 Meter Entfernungsdifferenz … das kommt mir „spanisch“ vor. Auch ich stelle die Frage nach der Mun. Vorschlag: Hole Dir je eine Packung extrem schwacher und extrem starker 9 mm Vollmantel und teste.

    Alle Menschen haben eine Wirbelsäule, aber nicht jeder hat ein Rückgrat. [Howard Spring]

  • Jetzt wo du es sagst, fällt es mir auch auf. Das macht mathematisch keinen Sinn. Wenn es auf 5m 5cm sind, dann sollten es bei selben Anhaltepunkt bei 10m 10cm sein und keine 25cm. Das kommt vom Winkel nicht hin und einen ballistischen Geschossabfall kann man hier vernachlässigen, sofern in der Hülse auch Pulver drin war und nicht nur ein Zündhütchen.

    Dann drängt sich natürlich die Vermutung auf, dass es sich schlichtweg um Abzugsfehler handelt. Die P1 ist keine Waffe, wie sie die Sportschützen heute gewohnt sind. Spannabzug, hoher Abzugswiderstand (ich meine vorgespannt rund 2,5kg) und hoher und weit hinten liegender Schwerpunkt, neigt zum Hochschlagen, das versucht der Schütze zu kompensieren und das resultiert in tiefen treffern. Geht mir genauso, wenn ich eine leichte Plastikknifte in der Hand habe. Ist einfach ungewohnt für mich, dass die so hochschlagen und dann sind die ersten Folgetreffer immer tief.

    Was auch nicht hilft, ist die Tatsache, dass die P1 nie für ihre Präzision bekannt war und einen hohen Verschleiss hat. Nach 3000 Schuss ist meist ende Gelände und ein Teil vom Verschluss reisst ab. Wenn du sie also regelmäßig schiessen willst, immer nach Haarrissen untersuchen, die Thematik ist bekannt, gibt es viele Infos drüber. Kommt jedoch auch auf das Herstellungsjahr an. Da würde ich mich schlau machen.

    Zum Korn: Es gibt verschiedene Höhen. Ich glaube der Standard war, dass sie auf Fleck auf 50m eingeschossen sind. Aber welches Korn das genau war, kann ich dir leider nicht auf die Schnelle sagen. Dann sollte sie aber auf deinen Entfernungen eher höher als tiefer liegen.

    Das sind aber alles Infos aus der vernebelten Erinnerung. Also bitte nochmal selbst nachforschen.

  • PiffPaffPuff

    20230615_151046.jpg

    Ich hab in der Regel 2er und 3er Korn auf meinen P1 und späten Nachkriegs-P38*. Das hängt aber an der Waffe ... ältere (60er, frühe 70er) eher 3er. Späte 70er, Frühe 80er eher 2er. Schieße in der Regel 115 gr "Ideal-Standard" damit. "Eingeschossen" wenn man so will, sind die Dinger mit 9mm NATO, also 124 gr.

    Ich würde aber erst mal in mich gehen und bei guten Sonnenlicht prüfen, wo ich genau hinziele. Bei der übergroßen U-Kimme neigt man dazu, gerade bei schlechten Lichtverhältnissen, vollkommen falsch Kimme und Korn anzusetzen. Orientierung ist der Punkt des Korns und der Strich der Kimme. Wer den Punkt zum Beispiel gar nicht mehr auf seinen Korn hat, hat eh schon ein Problem ...
    So habe ich je nach Waffe einmal den Punkt direkt auf den Strich aufsetzend bei 25 Yards , während bei einer anderen P1/38 es eher ein i-Punkt ist usw. nach etwas Eingewöhnung schießen sie eigentlich immer sehr gut.

    *unmittelbare Nachkriegs-Varianten der franz. Besatzungszone, der frühen CSSR und der DDR mit Stahlgriffstück augeschlossen.

    PS: wegen den Rissen würde ich mir nicht allzuviel Gedanken machen, hier kosten die Postwar Slides auf Ebay $29.99 incl Versand ... und wenn man ihn das vierte mal zerlegt und zusammengebaut hat, dann ist das eine vergnügliche Arbeit für den Samstag Nachmittag ...

  • PS: wegen den Rissen würde ich mir nicht allzuviel Gedanken machen, hier kosten die Postwar Slides auf Ebay $29.99 incl Versand ... und wenn man ihn das vierte mal zerlegt und zusammengebaut hat, dann ist das eine vergnügliche Arbeit für den Samstag Nachmittag ...

    Aber wie du weisst, ist das hier etwas komplizierter ;(Schlitten=Verschluss=Wesentliches Waffenteil=Voreintrag bliblablubb.

  • Ich kenne die Waffe als einigermaßen brauchbare Militärwaffe! Die Waffe schießt in der Regel schon mittig wenn die Visiereinstellung passt.

    Ich denke du hast nicht aufgelegt geschossen, sondern freihändig.

    Probiers mal mit Aufgelegt und konzentriere dich auf die Visierung und das Abziehen .(25mtr.) wenn dann deine Treffe noch immer zu tief liegen, würde ich dir empfehlen ein anderes Korn einzusetzen 😉

  • Danke euch!

    also meine P1 ist einer 83er (Bundeswehr) mit 3er Korn mit Punkt.

    Es ist eine Sammlerwaffe, daher auch kein totales Drama wenn sie nicht gut schießen sollte, wäre aber doch schön, wenn sie es tut, bzw. ich es auch schaffe:-)

    Ich schieße sonst unter anderem Glock 19, bin daher Hochschlag durchaus gewohnt, und treffe mit der auf 15 und 20m sehr gut.

    Ist ein 2er Korn da eher brauchbarer? Ich habe es so verstanden, der Punkt sollte auf dem Kimmenstrich aufsitzen? (zumindest bringt das bei meiner die Kimme/Korn Oberkante in eine Linie, wie es eigentlich sein sollte.


    Ich habe Magtech 115 und Geco 124 FMJ verwendet, wobei der Effekt bei der 115 subjektiv schwächer war, kann mich aber auch täuschen.


    Aufgelegt ist bei uns schwierig, das ginge nur auf 25m, da der Stand nur dynamisch genutzt wird auf kürzeren Distanzen.

  • Probier mal s&b 150gr subsonics damit komme ich vom trefferbild ein gutes Stück höher vs 115 oder 95gr.

  • Ist ein 2er Korn da eher brauchbarer? Ich habe es so verstanden, der Punkt sollte auf dem Kimmenstrich aufsitzen? (zumindest bringt das bei meiner die Kimme/Korn Oberkante in eine Linie, wie es eigentlich sein sollte.

    Korn 1 ist das Höchste
    Korn 5 ist das Niedrigste

    Um hochzukommen bräuchtest du ja vorne ein niedrigeres Korn.
    Aber 25cm auf 10m wirst du damit nicht ausgleichen.

    -

    Nein, ich meinte damit ob du einen Punkt findest um anhalten zu können. Und sind die Schüsse dann alle an einen Punkt? Mit der U-Kimme neige ich dazu nämlich (für mich) schrottig zu schießen, weil ich immer was anderes in der Kimme finde. Also ich brauche da auch meine Zeit bis es funktioniert. Der Punkt und der Strich helfen mir lediglich dabei um etwas konstantes zu finden.

    Anfangs sieht das dann immer nach Kraut und Rüben aus:

    20230310_123528.jpg

    Also wenn ich die Trümmer ein Jahr mal nicht geschossen habe, dann sieht das so aus.


    Das habe ich mit modernen Visierungen nicht.
    20230927_152619.jpg

    Die Q-Serien/PPQ schieße ich auch nur alle heilige Zeit aber da bin sofort Spot-On.

    Alles 25 Yards

  • werde dann mal 150er Muni testen, habe leider im Moment keine da.

    Ja, also das Anhalten hat schon ganz gut geklappt, auf 5m wars auch eine sehr enge Gruppe, aber eben deutlich tief.

    Auf 10 und 15 m waren die Treffer schon deutlich gestreuter, aber alle relativ mittig bis auf Ausreißer, und verschieden tief, von ca. 15cm-25cm.


    Ich weiß, diese alten Visierungen sind auch nicht so meins, mit Glock, Sig und anderen moderneren Waffen mit neueren Visierungen schieße ich auch auf 15-25m noch recht enge Gruppen.

    im Vergleich zu deiner super P1 Scheibe, war meine Streuung aber deutlich weiter, und das auf fast halber Distanz.

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