Etwaiger Erwerb einer Alt-Dekowaffe AK47

  • Hallo an Alle ! Ich hätte sehr gerne Euren Rat bzgl. des etwaigen Erwerbs
    einer Alt-Dekowaffe, da ich jeglichen Fehler vermeiden möchte !!

    Ein Schützenkollege hat mir eine vermeintliche Alt-Deko AK47 angeboten.
    Leider sind meine Kenntnisse bzgl. Dekowaffen nicht so berauschend...

    Die Fragen sind, zum Einen, ob es sich vielleicht (mittlerweile) um einen verbotenen Gegenstand handelt
    und zum Anderen, wenn nein, welche weitere Vorgehensweise bei einem etwaigen Erwerb meinerseits,
    die Richtige wäre, z.B.

    1) Gemäß neuer EU-Deaktivierungsvorgaben umbauen lassen (mit Zertifikat) und dann lediglich anmelden

    oder

    2) Die Waffe zwar unverändert lassen, aber dafür würden dann vermutlich die gleichen
    Vorgaben gelten, wie sie auch z.B. für die "geborenen" 4M20 gelten, d.h. bedürfnisfreier Eintrag in eine grüne WBK
    und Unterbringung im Behältnis entsprechender Schutzstufe

    Ich sah mir die Deko-Waffe bei ihm zuhause näher an und kann folgende Aussagen hierzu tätigen:

    - Hersteller ist nicht bekannt
    - Äusserlich nur eine TkA-Stempelung sichtbar und eine Seriennummer, vermutl. Herstellungsdatum der Waffe ist 1991.
    Beschusszeichen o.ä. waren nicht erkennbar
    - Der Verschlussträger scheint eindeutig halbautomatische Funktion zu besitzen (habe mit den Abbildungen des BKA-Leitfadens bzgl. verbotener
    Waffenteile verglichen)
    - Beim Gehäuse herrscht allerdings bei mir grosse Unsicherheit: Die Feuerwahlhebelstellung "Dauerfeuer" existiert, ist
    selektierbar und es bewegt sich innen etwas, allerdings scheint kein Unterbrecher vorhanden zu sein, wie er im BKA-Leitfaden
    sichtbar ist und stimmt ansonsten wohl auch eher mit der Abbildung einer halbautomatischen Variante überein...
    - Der Verschluß ist ca. 45 Grad abgefräst
    - Schlagbolzen ist entfernt und Öffnung hierfür im Verschluß stossbodenseitig verschweißt
    - Unter dem Vorderschaft sind 6 Stück Laufbohrungen, größer als Kalibergrösse
    - Das Patronenlager ist verschweißt
    - Im Lauf ist teilweise eine Stange hineingetrieben oder verklebt, mit einem 7. Loch im Lauf
    unten zusätzlich verstiftet
    - Der Lauf scheint nicht geschraubt zu sein, sondern wohl "gepresst"
    - Hammer ist zerschnitten und festgelötet am Rückhalteteil (die genaue Funktionsbezeichnung hierfür kenne ich nicht...)
    - Die Feder des Magazinhalters ist beschnitten, sodaß ein Magazin nicht automatisch
    arretiert werden kann, bzw. darin festhält
    - Kein Magazin vorhanden.

    Meiner Kenntnis nach, sollten, solange sowohl der Systemkasten, als auch die Gesamtwaffe, hierbei dann nicht als verbotene Gegenstände
    eingestuft werden, somit eigentlich die damaligen Anforderungen an eine korrekte Deaktivierung erfüllt sein und es sich um eine Alt-Dekowaffe handeln...

    Vielen Dank vorab für Eure Hilfe !

    Gruß,

    Marc

  • (...)
    - Der Lauf scheint nicht geschraubt zu sein, sondern wohl "gepresst"
    (...)

    Damit kannst du die Variante schon mal eingrenzen ...

    In der Regel alle gefräste Gehäuse/milled receiver haben verschraubte Läufe: AK, AKS, Kbkg wz. 1960 und 1960/72 usw
    Alles mit gestanzten Gehäusen/stamped receivers haben verpresste und gepinnte Läufe: die typischen AKM und AKMS und deren Varianten egal wer sie hergestellt hat ...
    mit ein paar sehr wenigen Ausnahmen, wie bei den gestanzten Gehäusen die AK Type 1 (1947/1948 - 1951) welche einen verschraubten Lauf hatte
    oder die polnischen T3 wo es beide Varianten gibt, wobei die verpressten Läufe sehr selten sind, in der Regel sind sie verschraubt usw ...

    Wenn Du in Deutschland bist, würde ich mir so eine Deko nicht antun. Entweder gleich was richtiges oder eine stressfreie Nachahmung etc.
    Gerade das umarbeiten auf einen verschmolzenen Stahlklotz der dann irgendwann wieder nicht passt weil man noch das Magazin entnehmen könne ... würd ich kein Geld ausgeben.
    Und selbst für den Export wird es von mal zu mal uninteressanter weil wir kaum noch Teile gebrauchen können. Also selbst ich würde sowas nicht mehr wollen und das will was heißen.

  • Vielen Dank Obazda für Deine Einschätzung ! Eigentlich wollt´ ich ja auch primär einen günstigen Wallhanger und das Teil wäre hierfür wirklich sehr preiswert gewesen. Was aber daran besonders unangenehm ist, daß das Teil ohne Umbau nur auf WBK im Schrank versauern und es dann nur ab und an zum Befummeln herausgenommen würde - da ist der Sinn eine Deko ja ziemlich außen vor !? Desweiteren ist störend, daß zwar das Repetieren und Auseinandernehmen funktioniert - das Abschlagen jedoch nicht (Abzugsbügel ist zwar zu betätigen, aber nix mit Hammerschlag...). Die geborenen Waffenimitate sind aber leider für mich psychologisch ein NoGo als Wandschmuck - da hänge ich mir lieber Bilder von einer echten AK an die Wand... ;) Gruß+schönen Feiertag, Marc

  • da hänge ich mir lieber Bilder von einer echten AK an die Wand...

    Oder einen Bilderrahmen mit genau dieser AK darin? :think:

    Der Länge nach genau in zwei Hälften geschnitten/gelasert... und dann auf einem schönen Untergrund in den Rahmen geklebt.

    Jens

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  • Ein weoteres Problem ist, dass du diese alt deaktivierten Waffen weder kaufen, verkaufen, vererben oder verschenken kannst.

    Der Bestandsschutzt ist an den Besitzer gebunden.

    Soweit ich informiert bin, kann er die Waffe aber eintragen lassen samt Erfassung im NWR und sie wird wie die Ursprungswaffe gehandhabt. Dann kannst du eine Sammler WBK für Deko/Deaktivierte Waffen beantragen und diese erwerben.

    Ich bin mir da nicht ganz sicher, aber irgendwie so geht das wohl.

    Deaktivieren lassen nach aktuellen Regelungen macht keinen Sinn, da man dann im Preisbereich von 500-1000 euro liegt.

  • Ich frage mich, wie das mit dem Bestandsschutz (also keine Meldepflicht und kein Umbau vonnöten) nachgewiesen werden soll - ich bin mir relativ sicher, daß die Käufer von damals oftmals den Kaufbeleg NICHT aufbewahrt haben, zum Einen, weil schon so lange her ist und zum Anderen, weil bei einer deaktivierten Waffe sicher selten was zu reklamieren war... ;) Machen sich dann alle, die keinen Kaufbeleg (mehr) darüber haben, trotz Altbesitz, strafbar, wenn sie die Waffe nicht eintragen lassen bzw. umbauen ? Gruß, Marc

  • Ich frage mich, wie das mit dem Bestandsschutz (also keine Meldepflicht und kein Umbau vonnöten) nachgewiesen werden soll - ich bin mir relativ sicher, daß die Käufer von damals oftmals den Kaufbeleg NICHT aufbewahrt haben, zum Einen, weil schon so lange her ist und zum Anderen, weil bei einer deaktivierten Waffe sicher selten was zu reklamieren war... ;) Machen sich dann alle, die keinen Kaufbeleg (mehr) darüber haben, trotz Altbesitz, strafbar, wenn sie die Waffe nicht eintragen lassen bzw. umbauen ? Gruß, Marc

    Du hast die Problematik ganz gut erkannt.... Wenn es plausibel ist, dass du sie vor dem Stichtag der Umstellung gekauft hast, du also nicht heute erst 18 geworden bist, dann wird das verdammt schwierig nachzuweisen für die Behörde, dass du sie nicht neu erworben hast.

    Du kannst die Dekos natürlich auch melden. Hat mein Kollege gemacht. Er hat seinen Schrank aufgeräumt und eine alte Deko gefunden, die er vor 25-30 Jahren gekauft hat und vergessen hat. Hat der Behörde angerufen, Situation geschildert, wurde vermerkt, alles paletti.

  • Du hast die Problematik ganz gut erkannt.... Wenn es plausibel ist, dass du sie vor dem Stichtag der Umstellung gekauft hast, du also nicht heute erst 18 geworden bist, dann wird das verdammt schwierig nachzuweisen für die Behörde, dass du sie nicht neu erworben hast.

    Du kannst die Dekos natürlich auch melden. Hat mein Kollege gemacht. Er hat seinen Schrank aufgeräumt und eine alte Deko gefunden, die er vor 25-30 Jahren gekauft hat und vergessen hat. Hat der Behörde angerufen, Situation geschildert, wurde vermerkt, alles paletti.

    Also das sind ja auch immer so Geschichten... Wer kauft denn bitte sowas und vergisst es dann? Ich weiß sicherlich nicht mehr alles, was ich in den letzten 25Jahren gekauft habe. Aber ein Deko- Gewehr???

    Der einzige, dem ich sowas glauben würde, wäre der Obazda ^^

  • Nun ja, ich meinte auch, dass ich im 1994 vor dem Umzug in die Schweiz meine Schreckschüsser bei meinem Bruder abgeliefert hatte.
    Sie mit in die Schweiz zu nehmen, war mir damals wegen zu unklarer Rechtslage zu unsicher. Drum liess ich sie ( vermeintlich ) in Lübeck.
    Erst im +/- 2017 tauchten sie in einer Kiste auf dem Dachboden wieder auf. Upps... illegal in die Schweiz verbracht?
    Kurzes Telefonat ( oder Mail? ) an die Fachstelle Waffen der Kantonspolizei.... zack!... nachgetragen...

    Da kann ich mir gut vorstellen, dass ein ( nicht besonders nutzbares ) Dekoteil vergessen wird...

    Jens

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  • Also das sind ja auch immer so Geschichten... Wer kauft denn bitte sowas und vergisst es dann? Ich weiß sicherlich nicht mehr alles, was ich in den letzten 25Jahren gekauft habe. Aber ein Deko- Gewehr???

    Der einzige, dem ich sowas glauben würde, wäre der Obazda ^^

    Nee, ging dabei um eine Deko Kurzwaffe. Die kann man schonmal vergessen. Die hat man damals auf den Messen für 100-200 Mark bekommen. Die hat man sich als Deko gekauft, damit das Holster nicht so leer aussieht.

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