Schalldämpfer für Sportschützen zur Verwendung bei Wettkämpfen/Trainings im Ausland.

  • Als erstes sucht man sich Subsonic Munition, geco hat welche die unter 290ms macht, guckt dann ob das einem zusagt, trefferbild und Schussverhalten. Oder man lädt selber so sanft schießende wie man nur kann um den Mindestimpuls zu halten.


    Schalldämpfer auf Kurzwaffe kannst du zu 99,999999% vergessen als Sportschütze

  • Anbei ein Beispiel für ein Event, bei dem ein Schalldämpfer verpflichtend ist:

    Light Infantry

    Da wirst Du ganz schlechte Karten haben.
    Nach deutschem Recht ist das kein Sportschießen sondern "Verteidigungsschießen" oder "kampfmäßiges Schießen", je nach den Details der Übungen.

    Und jetzt wird es richtig heikel:
    Eine Teilnahme an solchen Übungen ist Dir als Sportschütze verboten (vgl. §7 AWaffV).
    Jetzt kann man natürlich mit der Argumentation kommen, daß dies unerheblich sei, weil es nicht auf deutschem Boden stattfindet. Diese Rechtsauffassung wird man aber u.U. vor Gericht ausfechten müssen.
    Falls Du eigene Waffen (oder den SD) dafür benutzt, wird die Behörde immer damit argumentieren, daß Du die Dir als Sportschütze genehmigten Waffen außerhalb dieses Deines Bedürfnisses benutzt hast. Was bedeuten würde, daß Du die waffenrechtliche Zuverlässigkeit verlierst.

  • Und jetzt wird es richtig heikel:
    Eine Teilnahme an solchen Übungen ist Dir als Sportschütze verboten (vgl. §7 AWaffV).

    Gute Info, vielen Dank.

    Das Verbot bezieht sich aber nur auf den Geltungsbereich der Verwaltungs Vorschrift. Also hierzulande. Anderst sieht es sicherlich mit eigenen Bedürfnispflichtigen Waffen im Ausland aus.

    Wie verhält es sich, wenn man mit fremden/Geliehenen Waffen an solchen hier verbotenen Übungen im Ausland teilnimmt? Stichwort USPSA, Verteidigungsschiessen, Mannscheiben, etc? Gibt es da irgendwleche Urteile oder Infos? Ich habe mir darüber noch nie Gedanken gemacht, aber bin sehr interessiert.

  • ...wenn das in Vegas bleibt, ist es gut. Wenn man natürlich seine Urlaubserinnerungen auf dem Fratzenbuch postet, kann Housten schon mal ein Problem haben...


    Das ist hier aber gar nicht das Thema. Der Themenstarter möchte ja eine Erlaubnis für einen Gegenstand (SD) von seiner Behörde haben und gibt als Bedürfnisgrund genau solche Dinge im Ausland an. Daher wurde oben ja schon mehrfach von mit auf die (Anlehnung an die) Sportordnung(en) der genehmigten Verbädnde hingewiesen, was Weyland im Post #22 noch etwas drastischer ausgedrückt hat.


    Um bei dem Beispiel shamrock13 zu bleiben, wäre das in etwa so, als würde man zur Behörde gehen, dort einen Voreintrag für eine Glock18 / Kat.A mit der Begründung beantragen wollen, dass das Ballern damit in den USA so viel Spaß gemacht hat und man direkt die doppelte Anzahl an Plastikfässern durchlöchert hat, als die sportlichen Amerikaner auf den Nachbarständen. Ich glaube, dass das Ansinnen von weniger Erfolg gekrönt sein dürfte.


    Und ich glaube, dass das U-Boot eh schon lange abgetaucht ist.


    Schönen Restsonntag :)


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ---- DJV ----

    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Und ich glaube, dass das U-Boot eh schon lange abgetaucht ist.

    Ich glaube auch, dass das Thema durch ist, wie von dir schon eingangs vermutet, war das eher ein Haben will Post. Zumindest aus den von ihn genannten Gründen sehe ich da keinen Weg, einen SD zu bekommen.

    Aber das Thema von Weyland ist dennoch sehr interessant und sicher von vielen übersehen. Vielleicht kannst du aus deinem großen Wissensschatz doch noch etwas dazu sagen, wie es sich hier verhält im Ausland an Übungen teilzunehmen mit eigenem oder fremden Gerät, die hierzulande ggf nicht zulässig sind. Denn ich habe genau das vor (ohne SD) im EU Ausland. Konkret geht es um mehrdistanz Dynamiktraining, welches zwar weitestgehend IPSC entspricht, aber ein Schuss aus der Bewegung bei den heutigen Sozialen Medien kann ja schon ausreichen um Probleme zu bekommen. Gleiches gilt natürlich fürs nicht EU Ausland, wie den USA, wo das alles nicht so Eng gesehen wird mit der Auswahl der Zielscheiben.

  • Harok


    Danke für die Blumen, aber sooo viel weiß ich nun auch nich. Die Summe der vielen guten hier im Forum macht es doch am Ende aus!


    Zu deiner Frage kann ich auch keine Gesetze oder Urteile beisteuern. Einzig kann ich sagen, dass in Fällen in denen es zu Problemen kam, der Argumentationsweg der Behörde, nachdem die irgendwie Infos über einen solchen Sachverhalt bekommen hatte, immer ähnlich ablief:


    1.) Der Sportschütze ist sachkundig und weiß daher, was er darf und was nicht.

    2.) Verteigungsmäßiges Schießen (als Beispiel) ist nicht von seinem Bedürfnis umfasst. Weiterhin ist soetwas für Sportschützen auch in Deutschland verboten.

    3.) Die Teilnahme an einem solchen Wettkampf, Traininge, Ausbildung im Ausland ist per se nicht strafbar, da das WaffG nur in Deutschland gilt - soweit erst einmal kein Problem.

    4.) Wenn ein LWB Mühen aufsich nimmt, um sich im Ausland derartige Fähigkeiten anzueignen, dann steht die Vermutung im Raum, dass er diese Fähigkeiten auch im Inland mit seinen legalen Waffen einmal benutzt.

    An dieser Stelle steht der Verlust der Zuverlässigkeit im Raum, siehe §5 (1), 2a WaffG, sowie auch die persönliche Eignung nach §6 (1), 3 in Zweifel. Läuft es gut, bittet die Behörde zunächst um eine Stellungnahme und du kannst die Argumentation präsentieren, die du dir vor der Anmeldung zum Kampftraining im Ausland zurechtgelegt hast. Läuft es schlecht, widerruft die Behörde mit der Begründung der öffentlichen Sicherheit alle deine Erlaubnisse, zieht die Waffen ein und fragt dann nach einer Stellungnahme.

    Ob deine Argumentation dann ausreichend ist oder nicht, wird vermutlich der Richter entscheiden.


    Gruß

    Frank


    PS: Persönlich sehe ich keinen Sinn darin, dass soetwas in unserem Lande verboten. Auf der anderen Seite habe ich meine Waffen aber auch zu Jagen und Sportschießen und nicht dafür, irgendwann in den Krieg zu ziehen. Somit stellt das Verbot an sich in meinen Augen keine praktische Einschränkung dar. Ich halte einen LWB mit 4 KW aber nicht für gefährlicher als einen mit 2 KW. Als liberaler Mensch, würde ich viele Regelungen einfach wegen Sinnlosigkeit abschaffen. Dennoch käme es mit ebensowenig in den Sinn, aus so einem Antrieb gegen geltende Gesetze zu verstoßen. Und ein Kampftraining im Ausland würde ich (bin kein Richter) als einen solchen Verstoß werten.

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Und ein Kampftraining im Ausland würde ich (bin kein Richter) als einen solchen Verstoß werten.

    Alles klar. Mir selbst geht es auch nicht um ein Kampftraining, sondern einfach um dynamisches schiessen. Ehrlich gesagt erhoffe ich mir dadurch auch Verbesserung meiner Leistung in anderen Disziplinen, man lernt ja immer irgendwas brauchbares.

    Aber sobald hier aus der Bewegung geschossen wird oder die Deckung nicht durchsichtig ist, wäre ich schon dabei, dass es als Kampftraining ausgelegt werden könnte.

    An einer wie vom Themenstarter genannten Disziplin die Hindernisparkour, Gewaltmarsch etc beinhaltet habe ich zb garkein Interesse. Mir gehts nur um das Schiesstraining.

  • Harok

    dann solltest du schauen, ob du das irgendwie - zumindest annähernd - in Einklang mit irgendeiner Sportordnung aus Deutschland bringen kannst. Klappt das nicht, dann würde ich das lassen. Denn ich glaube auch, dass es in Deutschland viele gute Trainer und Lehrgangsangebote gibt, so dass man so einen Ritt auf der Rasierklinge nicht braucht, wenn es um das Schiesstraining geht.

    Aber auch meine ganz persönliche Meinung.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ---- DJV ----

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  • Aber das Thema von Weyland ist dennoch sehr interessant und sicher von vielen übersehen. Vielleicht kannst du aus deinem großen Wissensschatz doch noch etwas dazu sagen, wie es sich hier verhält im Ausland an Übungen teilzunehmen mit eigenem oder fremden Gerät, die hierzulande ggf nicht zulässig sind.

    Ich kenne weder alle im Ausland ausgeübten Schießsportarten noch bin ich Anwalt.
    Insoweit kann und darf ich weder inhaltlich noch juristisch Rechtsberatung bieten.

    Ich kann Dir nur meine Gedankengänge schildern:

    §7 AWaffV listet die Übungen, die von den Behörden als kritisch / nicht sportlich angesehen werden. Dahingehend kannst Du jedes Schießen selbst abklopfen. Je mehr kritische Punkte, desto heftiger das Stirnrunzeln, desto größer der Anreiz, etwas dagegen zu unternehmen.
    Deutsche Behörden gehen davon aus, daß die Grundlage eines sportlichen Schießens eine Sportordnung ist. Sport definiert sich über festgelegte Wettkampfregeln. Gibt es eine solche?

    Wenn Du national einen bestimmten Schießsport betreibst, der in Deutschland auf einer genehmigten Schießordnung beruht, im Ausland aber auf einer leicht abweichenden, wird keine deutsche Behörde Dein sportliches Engagement und die Nutzung der deutschen Sportwaffen in Zweifel ziehen. Insbesondere dann nicht, wenn es einen internationalen Dachverband gibt, der die offiziellen Wettkämpfe reglementiert und sanktioniert.
    Das ist der Fall für IPSC, wird für PRS kommen und sollte sich bei entsprechendem Engagement auch für 3Gun etablieren lassen.
    (BTW, bei IPSC wird auch in Deutschland aus der Bewegung geschossen, aber nicht aus dem Laufen.)

    Das Gegenteil sind im östlichen Ausland angebotene Kurse für Häuser-, Straßen-, Geländekampf:
    Es gibt keine Sportordnung, keine internationalen Wettkämpfe, es wird militärische statt Sportkleidung getragen, es wird die kampfmäßige Interaktion von Gruppen geübt und alle gelisteten Punkte von §7 AWaffV abgehakt.
    Damit ist für deutsche Behörden klar, daß Du keinen Sport betreibst, sondern (als Zivilist) an einer Kampfausbildung teilnimmst, mit allen Folgen für Deine Zuverlässigkeit. (Das Ganze wird ja auch gebucht, weil es Kampfausbildung ist).

    Die Grauzonen dazwischen muß man abklopfen und überlegen, inwieweit man sich auf das schwankende Brett begeben möchte und ob es das wert ist. Wenn Du zuhause nicht üben kannst, wird Deine sportliche Leistung eh nie zufriedenstellend werden.

    A/Soziale Medien lasse ich ganz außen vor. Wer sich insbesondere bei dünner Rechtslage damit abgibt hat eh die Kontrolle über sein Leben verloren.

    Mir selbst geht es auch nicht um ein Kampftraining, sondern einfach um dynamisches schiessen.

    Das kannst Du in Deutschland problemlos erlernen.
    Es gibt eine Vielzahl von IPSC-Vereinen, IPSC-Einsteigerkurse für Kurz- und Langwaffe und darüberhinaus kommerzielle Anbieter für (erlaubtes) Schießtraining.

    Mit häufiger Wettkampfteilnahme lernst Du dann sicheres Handling und Treffen unter Streß.

  • Das kannst Du in Deutschland problemlos erlernen.
    Es gibt eine Vielzahl von IPSC-Vereinen, IPSC-Einsteigerkurse für Kurz- und Langwaffe und darüberhinaus kommerzielle Anbieter für (erlaubtes) Schießtraining.

    Richtig. Hatte ich mir auch schon überlegt, ich will es aber nicht regelmäßig betreiben, sondern nur mal reinschnuppern und da habe ich ein wirklich gutes Angebot gefunden für ein Wochenende all inkl. Daher bin ich gerade so neugierig was diese Problematik angeht. Dort wären ohnehin alle Leihwaffen mit drin, sinnig wäre es natürlich die eigene benutzen zu können. Aber nach der Argumentation ist mir das zu heikel.

  • Hatte ich mir auch schon überlegt, ich will es aber nicht regelmäßig betreiben, sondern nur mal reinschnuppern und da habe ich ein wirklich gutes Angebot gefunden für ein Wochenende all inkl. Daher bin ich gerade so neugierig was diese Problematik angeht. Dort wären ohnehin alle Leihwaffen mit drin, sinnig wäre es natürlich die eigene benutzen zu können. Aber nach der Argumentation ist mir das zu heikel.

    Du hast ja stattdessen die Möglichkeit, einen Schnupperkurs in Deutschland zu buchen, auf Basis der deutschen, behördlich genehmigten Sportordnung. Da gibt es dann kein rechtliches Problem und üblicherweise macht man das auch mit der eigenen Waffe.

    Es gibt z.B. in Philippsburg Einsteiger-Kurse für Kurz- oder Langwaffe im Halbtagesformat, z.B.

    Danach sollte man wissen, ob man das weiterverfolgen möchte, was dann Vereinsmitgliedschaft bedingt. IPSC ist nun mal Vereinssport und ohne Verein im Rücken wird diese eh schon teure Schießsportdisziplin unbezahlbar.

    Daneben kann ich die - leider oft ausgebuchten - Kurse von Blackforest Precision empfehlen:

    • Dynamisches Schießen AR15 (ohne Wettkampfambitionen)
    • IPSC Rifle (mit Wettkampfambitionen)
    • PRS

    Das geht schon an die geistigen und körperlichen Limits des Normalschützen.

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