Meine Frau erbt, hat aber keine Waffenerlaubnis, aber ich

  • Hallo zusammen,

    Wie im Titel zu erahnen, geht es um folgende Problematik:

    Meine Frau (Einzelkind) wird wohl oder übel die Westernwaffensammlung ihres an Krebs erkrankten Vaters erben. Nun hat sie keinerlei waffenrechtliche Erlaubnisse, ich aber schon. (Angestiftet vom SchwiePa.) So wie ich das momentan verstehe, erbt meine Frau. Sie könnte innerhalb einer Frist X, die Schätzchen verkaufen, unbrauchbar machen oder sich eigene Erlaubnisse erarbeiten.

    Lange Rede kurzer Sinn, könnte sie ihr Waffenerbe mir "schenken" ? Ich würde die rechtlichen Erfordernisse erfüllen, wenn sich nicht als Sammler. Und als Bedürfnis würde ja das, wie soll ich sagen, das "geschenkte Erbe" gelten. Oder ist ein Waffennachlass grundsätzlich nicht übertragbar?

  • In Deutschland gebt das nicht. Nur sie kann Erben.

    Für den Erwerb , hat sie nach Testamentseröffnung 4 Wochen Zeit . Wurde innerhalb dieser 4 Wochen keine Erben WBK beantragt bleibt nur Vernichten oder Veräußern .

    Die Waffe meines Vaters werden am Dienstag abgeholt und vernichtet .

  • Dein Schwiegervater könnte Dich oder Euch beide zusammen doch als Erbe bestimmen. Dann kommt die Sammlung auf eine Erb-WBK und Ihr spart Euch die Blockierung.

    Alternativ: Deine Frau wird jetzt noch Mitglied in einem Schützenverein und macht den Sachkundekurs.

    Aber an der Beantragung der Erben-WBK wird kein Weg vorbei führen wenn ihr die Sammlung nicht vernichten lassen wollt, oder einem Waffenverwerter für geringes Geld überlassen wollt. Ist die Erb-WBK erst mal ausgestellt, habt Ihr genügend Zeit zu überlegen, wie Ihr weiter vorgehen wollt.

    Für die Waffen auf der Erb-WBK braucht Ihr kein Bedürfnis nachweisen.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

    Meine Finger sind einfach nicht für eine Wischtelefontastatur geeignet :(

  • Der Erbe muss nicht der gesetzliche Erbe sein.

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    Meine Finger sind einfach nicht für eine Wischtelefontastatur geeignet :(

  • (...)

    Alternativ: Deine Frau wird jetzt noch Mitglied in einem Schützenverein und macht den Sachkundekurs.

    (...)

    Das bringt aber zumindest in Bayern nichts mehr.

    Das hatten wir im Verein.

    Vater des verstorbenen Sohns (Sportschütze) erbte dessen CZ 75, das war Anfang der 2000er als der Sohn zu Tode kam.

    Der Vater wurde dann Vereinsmitglied, machte die Sachkunde und durfte die CZ ohne Blockierung und ohne Munitionserwerb auf seiner Erben-WBK behalten.

    Ab 2017 ging dann bei dem der Ärger los mit Fristsetzung des Ordnungsamtes: Waffe blockieren oder bis zum Tag X eine ordentliche waffenrechtliche Erlaubnis um die Blockierung zu verhindern.

    Ähnlich erging es einen anderen Schützenkollegen, Vorderlader-Schützen mit der Vereins-WBK. Er hatte nur Schwarzpulver und als "Trick-17" eine dieser "freien WBK´s" - 4mm M20. Dem wurde zur gleichen Zeit der Garaus gemacht ... entweder ordentliche waffenrechtliche Erlaubnis oder Streichung aus der Vereins WBK.

    Ich glaube von diesen Schlupflöchern ist nichts mehr übrig.

  • Vater des verstorbenen Sohns (Sportschütze) erbte dessen CZ 75, das war Anfang der 2000er als der Sohn zu Tode kam.

    Der Vater wurde dann Vereinsmitglied, machte die Sachkunde und durfte die CZ ohne Blockierung und ohne Munitionserwerb auf seiner Erben-WBK behalten.

    Ab 2017 ging dann bei dem der Ärger los mit Fristsetzung des Ordnungsamtes: Waffe blockieren oder bis zum Tag X eine ordentliche waffenrechtliche Erlaubnis um die Blockierung zu verhindern.

    Das ist aber seltsam. Damals gabs doch noch die alte Erben-Regelung ohne "Verpflichtungen".

    Mein Vater ist 2006 gestorben (München), und ich habe zwei Langwaffen geerbt. Bin mit dem Erbschein und seiner WBK

    zu meinem zuständigen Landratsamt (Landsberg) gegangen, und dort wurde mir dann eine grüne WBK mit den beiden

    Erbwaffen (allerdings kein Munitionserwerb) ausgestellt. Zuvor musste ich noch einen geeigneten Aufbewahrungsort

    nachweisen (musse einen Waffentresor A/B kaufen und die Rechnung vorlegen), dann war das OK.

    Waffenrechtliche Erlaubnisse oder Mitgliedschaft in einem Schützenverein hatte ich zu der Zeit keine.

    Und es kam auch nie eine Rückfrage.

    Als ich 2015 mit dem Sprtschießen angefangen habe, bekam ich dann 2016 nach dem obligatorischen Wartejahr und den

    Schießnachweisen/Bedürfniskram meine eigene WBK gelb. (Grün hatte ich ja als Erbe schon). Ich habe dann die beiden

    LW von Grün auf Gelb umtragen lassen, um die Kosten für die beiden Munitionserwerbsstempel zu sparen.

    (Umtragen damals: 10 Euro, Muni-Stempel: 40 Euro jeweils)

    LG

    -Michael

  • Wie geschrieben, das Problem fing bei ihm erst 2017 an. Davor kam er alle Jubeljahre mal vorbei, kaufte sich eine Packung 9mm und schoss die Waffe. Davor war da auch nie etwas.

    Das Umschreiben auf eine "ordentliche" WBK mögen die Behörden natürlich gerne, da dann Bedürfnis "Sport" bzw. "Jagd" und das dann keine Erbwaffe mehr ist. Da machen sie sehr gerne "Deals" ... selbst bei Kurzwaffen. Selber schon erlebt. Diese bedürfnisfreien WBKs hassen sie wie die Pest, selbst das Landratsamt Pfaffenhofen die damals sehr "Waffenfreundlich" gesinnt war, noch vom alten Landrat Rudi Engelhard her. Passionierter Jäger.

    ---

    PS: Nochmal zur Klarstellung: das Vereins-Mitglied meines realen Beispiels hatte ausschließlich die Erben-WBK, den Safe und die Sachkunde.

    Er hatte sonst keinerlei waffenrechtliche Erlaubnisse. Also keine weitere WBK.

  • Sie könnte innerhalb einer Frist X, die Schätzchen verkaufen, unbrauchbar machen oder sich eigene Erlaubnisse erarbeiten.

    Das ist möglich.

    Auch möglich ist, die erebten Waffen einem Berechtigten zu überlassen - wenn der die rechtlichen Vorraussetzungen erfüllt.

    Rat und Hilfe geben die Ordnungsämter/Behörden.

  • Der Erbe muss nicht der gesetzliche Erbe sein.

    Genaus so ist es. Einfach den erkrankten Schwiegervater drum bitten ein schriftliches Testament zu verfassen, in welchem nicht die Tochter sondern der Schwiegersohn die Waffen zugesprochen werden und DIE Kuh sollte eigentlich vom Eis sein. Das Testament sollte natürlich schon am besten bei Gericht hinterlegt werden, um jedwedem Verdacht entgegenwirken zu können.

    Hat der Schwiegervater tatsächlich Westernwaffen "gesammelt" - also hatte er eine sog. rote WBK für Waffensammler? In diesem Fall - und das ist tatsächlich die große Ausnahme im kranken.... sorry, heiligen deutschen Waffenrecht - würde auch das Bedürfnis des Erblassers auf den Erben bzw. Nachlassnehmer übergehen. Die Sammlung dürfte also sogar fortgeführt werden, ganz ohne irgendwelche Blockierfaxen.

    P.S.

    Dass auch "Alterben" - also Leute die vor dem Jahr 2017 Waffen geerbt haben - zur Blockierung gezwungen werden, kenne ich aus Bayern nicht. Aber ja.... in anderen Bundesländern haben offenbar nicht wenige Sachbearbeiter lange Weile.... :hyster:

  • Wichtig ist, dass Du als Erbe der Waffen benannt wirst, und dass die Waffen kein Vermächtnis sind. Da gibt es einen wichtigen juristischen Unterschied.

    Wie das mit einem gemeinsamen Erbe in Bezug auf Waffen ist, müsste ein spezialisierter Anwalt erklären können. Die ganze Erbsache kann komplizierter sein als auf den ersten Blick anzunehmen.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

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  • Ja bei mir ist das so das mein Papa ein testamet (notar) gemacht hat das ich die waffen erbe nicht meine mutter

    ist wichtig da ich ja niemals eine erlaubnis für seine sammlerwafen erhalten würde eine Übergabe geht nur auf diesem weg des ERBSN,s

  • Nach § 17 Abs. 3 WaffG haben Erben von Sammlern ein anerkanntes Bedürfnis, die Sammlung "fortzuführen". Dies ist gegeben, wenn sie sie entweder behalten oder sogar erweitern. Durch die Veräußerung einiger Stücke könnte es aber dazu kommen, dass die Erlaubnis entzogen wird, da dann die vom Waffengesetz geforderte Systematik nicht mehr besteht.

    Dadurch, dass die Erben sonstigen Sammlern gleichgestellt sind (§ 20 Abs. 3 S. 1 i.V.m. § 17 Abs.3 WaffG), sind sie von der Blockierpflicht des § 20 Abs. 3 WaffG ausgenommen.

  • Wenn ich das recht verstehe, könnte ich als Österreicher einem Deutschen meine Waffen (keine Sammlung) vererben und er würde dann die entsprechende Berechtigung bekommen, auch wenn wir nicht verwandt sind?

    Better judged by twelve than carried by six!

  • Jeder kann jedem im Grunde alles vererben und der Erbe hat dann immer dieselben Rechte, ganz gleich ob oder welches Verwandtschaftsverhältnis besteht.

    Somit hat ein Erbe immer Anrecht auf eine Erben-WBK (oder vergleichbares, kommt ja auf das lokale Recht beim Erben an).


    Der Verwandschaftsgrad hat nur Einfluss auf den Preis. Je entferter das ist, desto mehr Erbschaftssteuer darfst du bezahlen.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ---- DJV ----

    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Wenn ich das recht verstehe, könnte ich als Österreicher einem Deutschen meine Waffen (keine Sammlung) vererben

    "Vererben" kannst du sie ihm nicht. Du kannst sie ihm nur vermachen.
    Zwischen Vererben und Vermachen besteht ein gravierender Unterschied.

    Ich drösel dir das gerne auf - wenn du willst. ;) Aber Googel ist auch hier dein Freund.

  • Man kann jedermann als Erbe bestimmen, egal ob verwandt oder nicht.

    Davon zu unterscheiden ist das Vermächtnis, wenn neben den bestimmten Erben, jemand etwas bekommen soll. Für ein Vermächtnis gibt es KEINE Erb-WBK.

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  • Danke für diese Info.

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