Säbel nur zum Knochenbrechen?

  • Ich habe in irgendeinem englischsprachigen YouTube- Kanal über Schwerter jüngst gehört, dass Säbel z.B. genutzt (wurden sie wirklich genutzt, oder waren sie nur Statussymbol?) während des amerikanischen Bruderkrieges und anderen Kriegen früherer Zeit, gar nicht scharf geschliffen waren, sondern eher dazu dienten, des Feindes Knochen zu brechen.

    Weiß da jemand etwas genaues drüber?


    Vielen Dank im Voraus für die Infos.

  • Interessante Frage. Mussten Hieb- und Stichwaffen wirklich scharf geschliffen sein, um den Zweck (den Gegner kampfunfähig zu machen) zu erfüllen?

    Waren Hiebwaffen vielleicht sogar haltbarer, wenn sie nicht so scharf wie ein Richtschwert geschliffen waren?


    Ist es strategisch und kampftaktisch ein sinnvolles Ziel Gegner zu töten? Oder ist es effektiver und auch kräftesparender Gegner nur zu verwunden, so dass die dann noch weiter Kräfte beanspruchen? Das Töten wäre dann eine zu billigende Folge bzw. ein akzeptierter Nebeneffekt.


    Haben Armeeführungen so zynisch menschenverachtend kalkuliert? Verwundung kann effektiver sein, sobald ein organisierter Sanitätsdienst bei der kämpfendrn Truppe dabei ist. Man muss bedenken, dass die Chirurgi in den Lazaretten für den Tod vieler Verwundeter verantworlich sein. In Anbetracht der "Hygiene" vor Sauerbruch war oft schon eine "banale" Verwundung lebensbedohlich

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

    Meine Finger sind einfach nicht für eine Wischtelefontastatur geeignet :(

  • Ein Gedanke, der mir auch kam ist, wie hinderlich eine Waffe ist, die aufgrund ihrer Schärfe im Körper des Gegners stecken bleibt. Das Lösen könnte in der Hektik des Nahkampfes wertvolle Zeit rauben.

    Und ein gebrochener Arm dürfte auch ohne scharfe Klinge seine Wirkung zeigen.

    Und die Klinge würde in jedem Fall nicht im Knochen stecken bleiben.

    Ich habe aber auch selber nie eine Waffe aus der Zeit in Augenschein nehmen dürfen. Und wenn, wäre sie wahrscheinlich auch sowieso nicht mehr scharf, selbst wenn sie es mal war.

    Ich bin da ahnungslos.

  • Natürlich waren/sind Säbel scharf geschliffen.

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    Warum zweifeln Menschen eher an Gott als an ihrem Verstand ??

  • Ich habe diesen Beitrag in einem Blankwaffen- Forum gefunden:


    "

    Und zur Schärfe, um wieder auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen: Es scheint ja zwei Strömungen zu geben, die einen glauben das Schwerter scharf sein sollten, und die anderen glauben das Schwerter nicht scharf waren, sondern Schaden in einer Mischung aus Aufschlagsfläche/wucht erzeugten. Ich bin ersterer Meinung, weise aber darauf hin, das die Schärfe einer Waffe stark mit ihrer Klingengeometrie zusammenhängt, und das Ziel des Schmiedes und Kriegers wohl immer war, eine Waffe zu erhalten die sowohl so scharf als möglich als auch so haltbar wie möglich ist. Diese beiden Extreme schließen sich aber gegenseitig aus und die Entwicklung der Scharfwaffen ist ein ewiger Versuch, eine den Zeitumständen entsprechende ideal-scharfe Waffe zu entwickeln.


    Schärfe schadet auf keinen Fall, man kann ein Stück Fleisch natürlich auch mit einem stumpfen Messer zerteilen, aber mit einem Scharfen geht es einfach besser, die Physik, die Zeitumstände und die Vorstellungen der Kriegstheoretiker (Um das 19. Jahrhundert herum waren die Säbel der Englischen Kavallerie stumpf, irgendein Sesselfurzer glaubte damal nämlich, der Stich sei Tödlicher als der Schnitt) beschränken aber das Maximum an tatsächlicher Schärfe, die eine Waffe schlussendlich bekommen hat.

    Wir wissen, das nicht alle Schwerter gleich scharf waren, aber ich glaube, das im Extremfall jeder ein scharfes Schwert einem stumpfen oder weniger scharfen gleicher Bauart vorgezogen hätte.

    "

    Ich denke, das fasst es ganz gut zusammen.

  • Das Interessante an der Frage von Finnian ist für mich, dass als sicher Geglaubtes oder Angenommenes (Säbel waren immer scharf geschliffen) hinterfragt wird. Gut, wenn der aktuelle Kenntnisstand bestätigt wird, auch gut, wenn neue Erkenntnisse ans Licht kommen.

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  • Meines Wissens wurden Säbel zu Friedenszeiten sehr oft stumpf geführt, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

    So sie nicht in Waffenkammern verwahrt wurden oder es spezielle Exemplare für Paradezwecke gab.

    Wurden aber zum Einsatz scharf geschliffen.


    Zumindest für Mannschaften und untere Dienstgrade.

    Offiziere haben sich ja in der Regel selbst ausgestattet, die werden wohl ihre Säbel scharf gehalten haben.

    gender political correctness sagt - Fraustoppwirkung!

  • Also mein original Naval Cuttlass Sword ist nur an den vorderen 20cm bis zur Spitze "relativ) angeschliffen. (schneiden kann man sich damit definitiv nicht). Die restliche Klinge ist Stumpf, im hinteren Drittel sogar sichtbar flach.

  • Alle blanken Waffen waren zu "Friedenszeiten" stumpf. Angeschliffen wurden sie erst bei der Mobilmachung. DAs Anschleifen übernahm der Büchsenmacher des Regiments. War der Krieg zu Ende, wurden sie (ebenfalls vom Regimentsbüchsenmacher) wieder abgestumpft.

    Vorschrift.jpg

    Aber sorgt diese Prozedur nicht auf Dauer für erheblichen Verschleiß an der Waffe. Gut, es war ja jetzt auch nicht alle drei Monate Krieg und dann nach einem Viertel Jahr wieder Frieden...

    Zumindest für den Dreißigjährigen hat sich das Anschleifen ja durchaus gelohnt ;)

  • Alle blanken Waffen waren zu "Friedenszeiten" stumpf. Angeschliffen wurden sie erst bei der Mobilmachung. DAs Anschleifen übernahm der Büchsenmacher des Regiments. War der Krieg zu Ende, wurden sie (ebenfalls vom Regimentsbüchsenmacher) wieder abgestumpft.

    Vorschrift.jpg

    so habe ich das auch bei der US Army in Erinnerung

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    "Cowards never lasted long enough to become real cowboys"

    Charles Goodnight

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