Historische Ausrüstung

  • Knochenleim ist hier im Forum ein alter Hut, Schäfte reparieren, Läufe betten darf man zB , will man Inter national Schießen nur mit Knochenleim, bei den Waffen Abnahmen gibt es einen Englischen Kollegen, ich glaube der riecht wenn es moderne Kleber verwendet wurden und dann darf man die Waffe einpacken und nach Hause fahren.

    Ich habe vor Jahren schon mal geschrieben wie ich bei der Schaftbettung vorgehe und auch Lederstrumpf hat schon in einigen Themen mit Knochenleim geschrieben.

  • Kurze Frage: Mit was klebst du das - mit Erfolg und ohne "Durchschlagen" ?

    Bei Thema "kleben" hab' ich persönlich schon etliche Desaster erlebt und "krabbel immernoch auf der Suche nach dem grünen Zweig". ?(

    Flächen besprühe ich mit Sprühleber , auf das Holz etwas mehr , es sollte aber nicht "schwimmen" , auf das Tuch klebeseitig SEHR sparsam .

    Nach ca 5min Ablüftezeit drücke ich den Einsatz auf das schön glatt ausgelegte Tuch , drücke kurz an , drehe das Ganze um und gehe mit einer nicht zu weichen Stoffbürste nochmal kurz darüber .

    Danach werden die "Fenster" für den Inhalt mittig längs , so lang/breit das Fenster ist , eingeschnitten und und die Fenster gedrückt/geklebt .

    Für die Umrandung nehme ich den gleichfalls dünn mit Sprühkleber besprühten Stoffstreifen und lege ihn doppelt , ggf. muß auch ein dünner Plakatkarton oder dickes Papier zwischengeklebt werden . Diese Streifen werden dann in die Fenster eingepasst und mit Pattex - Sekundenkleber - GEL eingeklebt . Sparsam verwendet , schlägt auch der nicht durch und "knallt" auch nicht ganz so vehement an , sodaß genügend Zeit bleibt , immer ein paar cm zu verkleben , dann wieder Kleber aufbringen und die nächsten paar cm ...

    Wie gesagt , eine Läuseknackerarbeit , sieht aber , einigermaßen sauber gearbeitet , super aus und ist obendrein ( mit Ausnahme des verwendeten Klebers ;) ) sogar historisch korrekt !

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Mal eine Frage an die Bastler hier, womit klebe ich am besten Polsterschaumstoff ? Hat jetzt zwar nichts mit historischer Ausrüstung zu tun, aber ich gehe stark davon aus, oder hoffe eher gesagt, dass einer von euch da einen Tip für mich hat.

    Das kommt auf den verwendeten Schaumstoff und den Werkstoff an, auf den du ihn kleben willst.

    Polystyrol, also zB Stryropor lässt sich mit Dispersionsklebern (wasserlösliche Kleber) kleben, oder auch Spezialkleber wie zB Uhu Por.
    Lösemittelhaltige Kleber, wie zB Uhu Alleskleber lösen diesen jedoch auf.

    PU Schaum, wie zB Moosgummi für Werkzeugeinlagen oder Waffenkoffereinlagen lässt sich hingegen mit Alleskleber kleben.

    Polyether (zb in Matratzen, Isomatten etc) lässt sich kaum kleben, hier verschweisst man besser.

    Für die meisten Polsterschaumstoffe (PU) bist du mit Sprühkleber gut bedient, jedoch vorher immer mal testen, ob er sich auflöst, wenn er mit dem Kleber in Kontakt kommt bzw mit dem darin enthaltenen Lösungsmittel.

  • Weil ich ja keine Ahnung habe , ob Ihr überhaupt noch interessiert seid , zu sehen , wie die neue Wohnung für mein "hässliches , kleines Entlein" , aka "Schwan" , aka "Phönix" entsteht , möchte ich ganz zaghaft fragen , ob es überhaupt noch Sinn macht , Bilder vom weiteren Werdegang und dem fertigen Projekt zu Zeigen ???

    Ansonsten wäre es doch toll , wenn jemand von Euch hier auch wieder einmal etwas zum Thema vorstellen würde !

    Ich denke und hoffe mal , daß ausser Lederstrumpf und ich auch noch weitere Foristi hin und wieder am Basteln sind !

    Nur Mut - ich bin ein Meisterdieb , wenn es darum geht , gute Ideen zu klauen ;)

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Bist Du noch 'jeck', sowas zu fragen?

    Weitermachen... ::RTFM::

    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.
    Gel(i)ebtes Forum... so muss das sein!

  • Ja klar, natürlich wollen wir das sehen, Enfield.

    Sowas musst du hier nicht fragen. Wens nicht interessiert, der muss hier ja nicht reingucken.

    Ich jedenfall freue mich die Fortsetzung.

    Demnächst hab ich noch ein paar Kleinigkeiten.

    Lederstrumpf

  • Hier also der momentane Endstand .

    Perfekt geht allerdings , zumindest nach meinem Anspruch , anders .

    Bei den Umrandungen für den Inhalt habe ich wohl etwas zuviel Sekundenkleber genommen , der hat beim Aushärten "ausgedampft" , was v.A. bei der Umrandung der Pulverflasche unschön aussieht .


    19397792.1387618249.jpg Vorher


    IMG_20240125_114425.jpgIMG_20240107_185505.jpg Jetzt

    Da werde ich , wenn ich wieder Lust dazu habe , noch eine zusätzliche Kordelumrandung , wie beim Übergang zum eigentlichen Kasten einkleben ( falls ich passende Kordel finde ) .

    Ansonsten bleibt es aber halt , wie es ist - schließlich passt der Kasten so , wie er jetzt ist , nahtlos zum gebrauchten , leicht patinierten Zustand des Inhaltes .

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Durch Vermittlung eines Schützenkameraden , viel Glück und etwas ( ziemlich viel , aber , wie ich denke , nicht ZU viel ) Kleingeld , konnte ich heute einen wunderschönen und auch kompletten Kasten Schweizer Scheibenpistolen kaufen .


    IMG_20240129_210312.jpg


    Das Kaliber ist (Schweiz - typisch) relativ klein ( eine RK .385 rollt gerade so rein ) , die Pistolen haben Rückstecher , verstellbare Visierung und Damastläufe .

    Der Form nach könnte es sich hier durchaus um ganz typische Belgierinnen handeln , aber entsprechende Beschußstempel , die ja dann zwingend vorhanden sein müssten , sind selbst unter dem Mikroskop nicht zu erkennen .

    Leider sind die Pistolen nicht signiert .

    Der Kasten scheint einem nicht gerade besonders aktiven Schützen gehört zu haben , jedenfalls sind die Läufe innen Spiegelblank und es finden sich auch keinerlei Spuren von verfeuerten Zündhütchen !

    Im Fach oben links befindet sich sogar noch eine noch versiegelte Dose ZH von Uttendörfer ( später RWS ) !

    Die gerade gemachte Bestandsaufnahme ergab folgende Baustellen :

    -Der Pistonschlüssel ist defekt , den muß ich wohl reparieren .

    IMG_20240129_210616.jpg

    -Der königsblaue Samt , mit dem der Kasten ausgeschlagen ist , hat zwar nur ganz wenige Abnutzungsspuren , aber einige Stellen , wo die Farbe verloren ging .

    -Der Kastendeckel , aus massivem Wurzel - Nussbaum , hat einen ca 4,5mm breiten Schrumpfriss . IMG_20240129_191028.jpgIMG_20240129_191036.jpg

    -Der Korpus der Pulverflasche aus Zinkblech ist , wohl aufgrund von Zinkpest , komplett korrodiert , hat dabei auch den Kopf aus Messing gesprengt und wohl auch für die Verfärbung des Samtes gesorgt .

    IMG_20240129_210318.jpgIMG_20240129_210345.jpg

    Wie Ihr seht , hat es hier doch ein paar Baustellen , die zu Beheben ich mir allerdings nicht ganz zutraue :

    - Den Pistonschlüssel zu reparieren sollte kein Problem sein

    - Wie Ihr wisst , ist HOLZ ja nicht gerade mein Paradematerial , deshalb meine Bitte , ob Jemand von Euch ( Lederstrumpf ??? ) den reparieren könnte ? ( Verzogen ist zum Glück nichts , der Deckel schließt einwandfrei und lässt sich mit dem noch vorhandenen Originalschlüssel auch abschliessen . Wie ich mittlerweile weiss , gibt es hier im Forum ja auch noch weitere Enthusiasten , die gerne Holz restaurieren und die ich hier bitten möchte , mir zu helfen . Original war zwischen den beiden ( "gestürzten" ) Deckelhälften ein Streifen Holz eingeklebt , der müsste dann wohl durch einen breiteren ersetzt werden .

    - Wie kann ich die Flecken im Samt nachfärben ?

    - Hier meine Frage und Bitte explizit an Schwarzer Mann : hast Du evtl. einen Korpus oder auch PuFla , die passen könnte und die ich sogar von Dir kaufen könnte ? Falls ja , würde ich Dir die Fragmente gerne schicken , damit Du in Deinem Fundus nachschauen kannst .


    Wie Ihr seht , gibt es hier wieder eine ganze Reihe interessanter Arbeiten zum Nachverfolgen !


    Vorab meine Entschuldigung an Lederstrumpf und Schwarzer Mann , daß ich Euch hier unverschämterweise direkt genannt habe .

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  • Das ist nicht so einfach zu erraten, welche Pulverflasche wohl zu diesem Pistolenpaar gehört hat.

    Ich bewege mich mich da weit im Reich der Spekulationen. Lass mich mal laut denken:

    Korpus aus Zinkblech? Oder ist die beiliegende Pulverflasche auch schon eine historische Ergänzung? Indiz: Für das kleine Kaliber der Pistolen sollte der Dosierstutzen für unter 20 Grain Pulvermenge bemessen sein. Irgendwelche Mengenangaben darauf?

    Eine Pulverflasche aus billigem Zinkblech in einem teuren Kasten mit feinen Pistolen?

    Das ist möglich, aber nach meiner Meinung unwahrscheinlich.

    Die Pulverflaschenreste lassen mich vermuten, dass es sich um ein Design vom Typ Medaillon gehandelt hat. Da der Flaschenkorpus schon stark korrodiert ist, (bei den Zinkblechflaschen eine Folge von Feuchtigkeit in Kombination mit wechselnden Temperaturen und einer schlechten Legierung wie bei einigen alten Münzen 440px-10_Pfennig_191x_zinkpest.jpg) kann man beim Reinigen nichts falsch machen. Abreiben der Oxidationsschicht mit einem groben öligen Tuch und Konservierung mit Bienenwachs-Leinöl. Vielleicht sieht etwas mehr vom Dekor?

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

    Meine Finger sind einfach nicht für eine Wischtelefontastatur geeignet :(

  • Ich meine im Medaillon einen Jagdhund zu erkennen. Ein Hinweis auf die Interessen eines Vorbesitzers oder des Käufers des Kastens.

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  • Das ist ja wieder mal ein ganz toller Kasten, Glückwunsch!

    Den Kastendeckel würde ich dir schon gerne machen.

    Allerdings muss ich morgen in die Klinik zur Untersuchung und wie es dann weiter geht, weiß ich noch nicht. Insofern müssen wir das zeitlich erst mal noch offen lassen. Wenn sich zwischenzeitlich ein anderer meldet, der ihn machen möchte, habe ich kein Problem damit.


    Lederstrumpf

  • Wenn ich mich nicht täusche, könnte die Flasche im Kasten unter der Riling-Nummer 875 abgebildet sein.


    Sie ist im Buch nicht näher beschrieben. Mal sehen, ob ich etwas Passendes in meiner bescheidenen Sammlung finde.

    Dateien

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  • Ich habe mittlerweile den noch erhaltenen Korpus der PuFla mit Vergaserreiniger im Ultraschallbad gereinigt und anschliessend mit einer feinen Stahlbürste behandelt . Jetzt kann man auch das Motiv sehr schön erkennen .

    Nachdem ich den Flaschenmund nachgebogen habe , habe ich ( wie bereits schon vermutet ) , festgestellt , daß diese Flasche nicht zum Kasten gehören kann , weil der dann kreisrunde Flaschenmund gar nicht in das dafür vorgesehene Abteil im Kasten passen würde !

    Zum Glück werfe ich ja grundsätzlich nichts weg , deshalb habe ich ein Fragment einer zwar auch mit Dekor , dafür aber vielleicht passend zu machenden Maßen , Flasche gefunden .

    Das Ding ist ca 1cm zu lang und auch , zumindest am Mund , mit 30,5mm Durchmesser, zu dick , die PuFla , die in den Kasten gehört , sollte da max. 26mm haben , der Korpus darf max. 105mm lang sein , ausserdem ist sie im unteren Teil mit 70mm zu breit , sie dürfte , damt der Kastendeckel noch zu Schliessen geht , max. 64mm breit sein .

    Deshalb habe ich versucht , den Korpus auseinander zu löten , die beiden Hälften passend zu biegen , die Hälften auf einer Glasplatte mit 100er Schmirgel wieder plan zu schleifen , das Ganze dann mit Bindedraht zusammenzupfriemeln , wieder zusammen zu löten , dann zu kürzen .


    IMG_20240131_084025.jpg

    Das war eine Scheissarbeit ( das entsprechend von mir generierte Vokabular hat hoffentlich niemand gehört ) , aber nach dem Zusammenlöten mit Karosserielot ( ich hatte gerade nichts anderes ) , ( mit genügend Flussmittel geflutet , ein Stück Lot in die Flasche gegeben , dann mit dem Brenner gewärmt und das Lot ringsum fliessen lassen ) , anschliessendem Wegschleifen des überschüssigen , aus dem Lötspalt geflossenen Lotes , Polieren und Kürzen auf das Maß seines Faches , in das die PuFla passen soll , sieht das Teil doch schon recht vielversprechend aus !

    IMG_20240131_130140.jpg

    Morgen versuche ich dann , den Kopf zu bauen ( zumindest DABEI habe ich ja bereits etwas Erfahrung )

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  • Das ist super geworden. :mk:

    Bislang haben mir alle gelernten Blechtechniker gesagt, dass man so eine Flasche nicht von innen löten könne.

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