Recht auf Schießen

    • Offizieller Beitrag

    Recht auf Schießen


    Eine zentrale Anforderung an jeden Soldaten ist das gekonnte Schießen. Doch das Training dafür in der Bundeswehr könnte besser sein, meint Soldat Benedikt Bäuerlein – meist zehn Schuss pro Soldat im Jahr seien zu wenig. Er macht einen Vorschlag.



    Recht auf Schießen - Reservistenverband
    Eine zentrale Anforderung an jeden Soldaten ist das gekonnte Schießen. Doch das Training dafür in der Bundeswehr könnte besser sein, meint Soldat Benedikt…
    www.reservistenverband.de

    Redaktion/Moderation Mario Kalb

  • Hört sich gut und logisch an, wird aber an der praktischen Umsetzung scheitern.

    Nicht jede Einheit hat eine Standortschießanlage vor der Tür und selbst wenn dann gibt es Umweltauflagen zum Schießlärm etc. und das Bedienpersonal hat 16.00 Uhr Feierabend (Freitag natürlich 12.00 Uhr).

    Hauptsächlich wird es aber an den Soldaten scheitern, die einfach keine Lust haben. PlayStation, Glotze oder einfach nur sinnlos saufen gehen doch bei den meisten vor. Wenn die wollten, wären die Agshp´s doch nicht dauernd leer. In einer Einheit eine "Sportgruppe" zu gründen, die diese nutzt kann ja nicht so schwer sein.


    Mfg Jens

  • WER von den heutigen Ausbildern soll denn den Soldaten das (richtige) Schießen beibringen ??

    Die können es doch selber nicht ...

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    ZEMLJA JE MATI, K NJOJ SE SVATKO VRATI.

  • 10 Schuß im Jahr? Als mein Sohn vor 10 Jahren dabei war, mußten sie so viel schießen, dass sie gar keine Lust mehr dazu hatten! Bereitgestellte Munition vernichten, hieß es.

    Hat sich seither so viel geändert?

  • WER von den heutigen Ausbildern soll denn den Soldaten das (richtige) Schießen beibringen ??

    Die können es doch selber nicht ...

    Ich kenne zwei. Einer ist bei uns im Verein.

    Beide können es.


    Der aus dem Verein sorgt mit (je)der Kurzwaffe auf 25 m für offene Münder ... oder Lächeln mit Schulterzucken.

    Langwaffe kann er auch.

    Bei den Kurzwaffen ist es aber schon echt arg.


    Deine Aussage ist deshalb etwas allgemein und geringschätzig.

  • Deine Aussage ist deshalb etwas allgemein und geringschätzig.

    D'accord ... grin-.)

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    ZEMLJA JE MATI, K NJOJ SE SVATKO VRATI.

  • Daß er gerade Pistolenschießen anführt, halte ich mindestens für unglücklich.

    Eine Pistole ist doch eher Offiziersschnickschnack, neben besonderen Verwendungen wie bei den Feldjägern.


    Jeff Cooper sagte doch schon vor 40 Jahren, daß eine Pistole nur eine bequem zu führende Notlösung sei - bis wieder ein Gewehr zur Verfügung steht. Und angesichts der inzwischen verfügbaren deutlich leichteren aber wirkungsstärkeren PDW wie der MP7 irgendwie aus der Zeit gefallen.


    Die sollen den Leuten endlich ein zuverlässiges Sturmgewehr mit moderner Visierung geben, in ausreichender Menge verfügbar, mit Nachbarstaaten kompatibel, und in der Lage, auch unter Nicht-Idealbedingungen auf 300 - 500 m zu treffen. Dazu mehr als genug Munition, Reservistenförderung, Schießausbildungen und private Aktivität sponsoren, breite Schießsportkader etc.

    In modernen Privatunternehmen zahlt Dir der Arbeitgeber auch externe Fortbildungen, wenn sie im Sinne des Arbeitgebers sind und Deine beruflichen Fähigkeiten fördern. Die Bundeswehr hingegen legt Schießsportaktivitäten seit Jahren Steine in den Weg, auch wenn ihre Einrichtungen vielfach noch Überkapazität haben.

  • Ich finde ein Soldat, sollte jede Handfeuerwaffe beherrschen und dazu gehört neben dem Gewehr auch die MP, Pistole und das MG.

    Wir hatten noch die leichte und schwere Pz Faust, sowie die Grantpistole.

    Dazu muss man natürlich so oft wie möglich üben um die Waffe zu beherrschen.

    Diese Möglichkeit sollten auch Soldaten der Reserve haben.

  • Der bei uns im Verein, der mit der Kurzwaffe so gut ist ... "steht" den Kameraden auch gerne zur Seite (macht also zu Feierabend seinen "Job" weiter).

    Dieses individuelle "Einzeltraining" bringt natürlich was.

  • Ich war erst kürzlich bei einer Kp. da wurde im Schießsimulator geübt. Es war leider erschreckend wie wenig die Soldaten bzw. Soldatinnen die Waffen beherrschen.

    Nur ein Beispiel die MP 7 konnte von der eingeteilten Soldatin nicht bedient werden, weil so nach ihrer Aussage nicht daran ausgebildet war.

    Mein Gott was ist dabei die Waffe fertig zu laden, zu entsichern zu zielen und zu schießen.

    Da mangels aber gewaltig.

    Ich habe ihr dann in 5 Min. die Waffe erklärt, darauf konnte sie wenigstens Schießen 🥴

  • Ich finde ein Soldat, sollte jede Handfeuerwaffe beherrschen und dazu gehört neben dem Gewehr auch die MP, Pistole und das MG.

    Ich glaube nicht, daß das leistbar ist.

    Jede Handwaffe und wirklich beherrschen? Bedienen können, ja, da bin ich bei Dir.

    So eine MP 5 ist "selbstsprechend" wenn man grundsätzliche Erfahrung im Waffenhandling hat. Aber wo schießt sie auf welche Entfernung hin?


    Sobald die entsprechende Waffe dann optische Zieleinrichtungen hat, wird's noch komplexer. Was sagen mir die entsprechenden Marken im Absehen, wie schalte ich es überhaupt ein und aus, wie wechsele ich eine Batterie, wie verstelle ich es.


    Und gibt es noch "den Soldaten" überhaup noch oder spezialisiert sich das immer mehr?

    Wenn ich sehe, was gerade in der Ukraine ins Feld geworfen wird an modernen Waffen, von diversen Gewehren für die ein oder andere Aufgabe über Manpads bis zu Loitering Ammunition wie die Switchblade.

    Allein das jeder Soldat jedes auch nur einmal bedient hat, bedeutet immensen Aufwand. Permanent zu trainieren und gut zu werden ist nochmal etwas anderes. Und das, wenn Deine Hauptaufgabe vielleicht ist, Hubschrauber zu warten oder Panzer zu fahren.

  • Ich finde ein Soldat, sollte jede Handfeuerwaffe beherrschen und dazu gehört neben dem Gewehr auch die MP, Pistole und das MG.

    Im Idealfall, sollte ein Soldat auch die (Handfeuer)Waffen eines möglichen Feindes bedienen können.


    Long

    P220X-Six .45ACP Gen.1 mit WS.9mm+.22lfb, S&W686 International umgebaut auf TC



    „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“


    Konrad Adenauer

  • Hört sich gut und logisch an, wird aber an der praktischen Umsetzung scheitern.

    Nicht jede Einheit hat eine Standortschießanlage vor der Tür und selbst wenn dann gibt es Umweltauflagen zum Schießlärm etc. und das Bedienpersonal hat 16.00 Uhr Feierabend (Freitag natürlich 12.00 Uhr).


    Das sehe ich genau so.

    Dienstzeiten fürs Training, Kosten für Munition, Ausbilder, Stände und deren Erhalt, Prioritäten gegenüber anderen Interessen (früher konntest du als Anwohner klagen wie du wolltest. Der Militätstand der Engländer hier hatte eine Militärzulassung und dann wurde geschossen, wenn es eben nötig war und auch soviel wie nötig) - das sind die Probleme, die es zu bearbeiten gilt.


    Und die lösen wir erst, wenn wir es wollen - wenn wir einmal begriffen haben, dass soetwas für uns alle wichtig ist. Wenn wir die Diskussionen über die o.g. Punkte nicht ausschließlich ideologisch motiviert geführt werden, sondern sachlich aufgrund der Fakten, die die Welt uns nun mal darlegt. Solange wir an "Frieden schaffen ohne Waffen" glauben, und jeder Soldat, jeder Sportschütze, jeder Jäger von Volk und Medien als Mörder dargestellt werden, habe ich da jedoch wenig Hoffnung.


    Das Problem mit dem fehlenden Schießtraining gilt im Übrigen für die Polizei in gleicher Weise. Kenne diverse Polizeibeamte, die privat in Vereinen schießen gehen, um wenigstens etwas Übung in der Handhabung zu erlangen. Kürzlich hat ein Freund von seiner Frau berichtet, die als Polizistin 2x im Jahr jeweils 25 Patronen für Kurzwaffentraining zur Verfügung hat. Weiterer Worte bedarf das glaube ich nicht.


    Gruß
    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ---- DJV ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Im Idealfall, sollte ein Soldat auch die (Handfeuer)Waffen eines möglichen Feindes bedienen können.


    Long

    Das ist nicht der "Idealfall" sondern doch eher die Regel, in kürzester Zeit auch mit den Waffen des Feindes umgehen zu können. Das geht übrigens sehr schnell. Learning by doing.


    Vertrackter wird es erst dann, wenn man sich bei komplexeren Waffen auf einmal mit z.B. kyrillisch rumärgern muß. Bei den Ukrainern wird es genau andersrum sein.

    Auch beim Werkzeug wird es Probleme geben, wenn statt metrischem Zollwerkzeug benötigt wird.

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    ZEMLJA JE MATI, K NJOJ SE SVATKO VRATI.

  • Meine Generation, die in der Schule noch russisch gelernt hat, könnte vielleicht etwas mit kyrillischen Buchstaben anfangen..die, die danach kamen nicht mehr.

    Wie die Nato Waffen heute beschriftet sind, weiss ich nicht...

    Sinnvoll wäre etwas einheitliches.

    Ob die Ukrainer englisch können um z.B. USA oder GB Waffen bedienen zu können..ich weiss es nicht..

    Mit metrischem und Zollwerkzeug, könnte ein Problem werden..ich stand noch nicht vor der Aufgabe, Zollwerkzeug benutzen zu müssen..


    Long

    P220X-Six .45ACP Gen.1 mit WS.9mm+.22lfb, S&W686 International umgebaut auf TC



    „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“


    Konrad Adenauer

  • Ja, russisch lesen und verstehen geht noch. Die Kalaschnikow war unverwüstlich und die Pistole Makarov hat mir eine Delle in den Daumen gehauen weil ich den nicht seitlich angelegt hatte.

    Am G5 hatte ich eine PAK von 1943. Und vorm Frühstück 3000m-Lauf, da hast du keins mehr gebraucht. 1969/70 war das halt alles ein bisschen anders.

    Aber Bier ist nach der Grundausbildung auch reichlich geflossen.

    Wir werden nicht älter, sondern lässiger!

  • Bei uns im Verein gibt es ebenfalls einen, der das auch kann und der mir schon öfters gut weitergeholfen hat. Bei ihnen in der Einheit wird wohl auch ab und zu so viel geschossen, dass sie keine Lust mehr haben. Kann ja aber überall anders sein...

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