Original oder Fälschung...

    • Offizieller Beitrag

    ... Pardon!, ... Nachbau natürlich!


    Wenn ich einen solchen Schaft sehe, - denke ich zunächst einmal an einen - durchaus guten - Nachbau einer alten Rifle.


    SB003.JPG


    Umgekehrt aber - die, leider nichtssagende - Signatur wirkt nicht ganz so neu! SB006.JPG



    Gebaut hat man solche Gewehre im Pennsylvania zwischen ca. 1800 und - bereits in Perkussionszündung - bis ca. 1860. In Europa deutlich länger, allein

    in Hochosterwitz/Kärnten habe ich wenigstens 5 Stück in der Ausstellung gesehen, leider recht verkommen. Egal, die hier ist von drüben.


    SB009.JPG


    So ganz verstehe ich die Entstehung solcher Büchsen nicht. Zugegeben, der schnelle zweite Schuss war immer ein Bedürfnis, aber ich bezweifle,

    dass ein derartiges Gewehr relevant leicher ist als eine normale Doppelbüchse.

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    Immerhin ist der Unterschied nicht wirklich groß. Zwei Läufe brauche ich auch hier, und

    ob das halbe Schloss nun den großartigen Unterschied macht, wo doch eine sichere Wende-

    Mechanik gefragt ist, wage ich zu bezweifeln.


    SB004.JPG


    Was aber nichts daran ändert, dass ich die Swivel Breech Rifles oder Wenderbüchsen einfach mag.

    Eine hab' ich ja selber, und die ist durchaus sehr brav, wenn man sich 'mal an die Mechanik gewöhnt hat.


    SB002.JPG


    Recht interessant ist, wie viele Wendemechanismen und Verriegelungsmechanismen es

    gibt. eigene Hebel, im Bügel des Abzugsrahmens eingelassene Hebel, seitliche Taster, und,

    und, und...


    SB007.JPG


    Ob- und wie beliebt Swivel Breech Büchsen waren, kann ich nicht sagen. Sie waren wohl eher

    eine Waffe für Spezialisten, mit vergleichsweise kleinen Kalibern unter.50", und - wenigstens

    drüben - nur mit zwei gezogenen Läufen. Zumindest ist mir noch nichts anderes untergekommen.


    SB011.JPG


    Dieses Gewehr ist beinahe ein bisschen "bescheiden", meine - sowie einige Originale die ich kenne - hat zwei Ladestöcke verbaut, was sich

    durch die übereinanderliegenden Läufe beinahe aufdrängt. Und einen in Reserve zu haben wurde im 19. Jahrhundert sicher nicht als

    überflüssig betrachtet.


    SB010.JPG

    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen verantwortlich für Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Greenhorn

    Hat das Label von Zubehör auf Lagerfeuer geändert.
  • Ich kann mir auch keinen Vorteil einer Wende Büchse vor stellen, ich habe auch eine Originale In Steinschloss von 1794, würde zur Jagd aber die doppel Läufige von 1776 immer vorziehen.

    Interessant ist für mich nur die Handwerkliche Kunst.

    • Offizieller Beitrag

    Interessant ist für mich nur die Handwerkliche Kunst.


    Allerdings, syola !


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen verantwortlich für Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Nunja

    - wie hier mittlerweile im Forum bekannt sein dürfte , liegt mein persönliches Beuteschema ja eher bei den hochpräzisen Pistolen des 19ten und frühem 20stem JHT - aber bei so einem wunderschönen Teil könnte ich auch schwach werden ...

    Zum Glück bremsen mich aber sowohl räumliche als auch finanzielle Grenzen davor , daß ich auch noch anfange , nach derartigen Stücken zu suchen - vielleicht zum Glück all der Sammler , denen ich , auch wenn ich mich ruinieren würde , das Eine oder Andere Stück vor lauter "Habenwollens" vor der Nase wegzuschnappen versuchen würde ...

    Ich hoffe nur , daß unsere nachfolgenden Generationen derartige Kunst und kulturelles Erbe auch noch zu Schätzen und zu Erhalten versuchen und auch nicht nur in einer Sammler/Museumsvitrine verstauben lassen , sondern auch hin und wieder verantwortungsbewusst und artgerecht verwenden !


    Einmal mehr : Ganz herzlichen Dank für das Vorstellen eines wunderschönen Reliktes !

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • ja, Werner.

    Original oder Fälschung. Die Frage hat es in sich.

    Die gezeigte Wenderbüchse sieht auf den Bildern so gut aus, dass man sich wirklich fragt, ob sie nicht in den letzten Jahren neu gebaut wurde. Es gibt ja so einige Gunmaker in den USA, die fantastische Neukreationen im Stil der alten Schulen bauen, inkl. künstlicher Alterung.


    Danke fürs Zeigen dieser schönen Wnderbüchse. Aus dem tollen Erhaltungszustand kann man wohl auch schliessen, dass es den Besitzern über die Zeit bewusst war, welch ein besonderes Gewehr sie haben, und es fachgerecht gepflegt und nicht als Alltagswerkzeug abgenutzt wurde. Sicher ein Gewehr, dass sich ein Wohlhabender gegönnt hat.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Wieder mal ein echtes Highlight, Werner! Danke fürs Zeigen.


    Sowas fehlt in meiner bescheidenen Sammlung noch. Ein Nachbau, sprich Neo-Classiker würde mir ja reichen.


    Er hier:

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    ist ein Deutscher und baut so ein Ding von Grund auf, fertigt die Läufe selbst an, zieht sie auf einer selbst gebauten Laufziehbank und fertigt den Schlossmechanismus in Eigenregie. Bewundernswert!


    Wo befindet sich denn bei dem im Eingangspost gezeigten Wender der Wende- und Verriegelungsmechanismus? Ich kann gar nichts sehen und der Abzugsbügel scheint auch fest zu sein, weil hinten verstiftet.


    L>ederstrumpf

    • Offizieller Beitrag

    Zum Glück bremsen mich aber sowohl

    Empörung !


    sbp001.JPG


    Der arme, brutal unterdrückte Willhaben-Geist!

    Das ist je echte Geistquälerei! Gleich wende ich mich an den Geistschutzverein!

    Aber nein, schließlich bin ich ja friedlich! (und niveauvoll... ::lachen2::)

    Also versuche ich 'mal, den Geist ein Wenig zu unterstützen...


    sbp003.JPG


    Schließlich gibt es Wender ja nicht nur als platzraubende Langwaffen. Im Gegenteil, das Thema

    lässt sich bis in den Derringer-Bereich fortsetzen, aber so weit will ich an diesem Ort gar nicht

    gehen. Die kleine hier sollte es auch tun.


    sbp002.JPG


    Zugegeben: Auch nicht ganz das Beuteschema. Stammt nämlich von einem Herrn

    Giles Desilier. Und nachdem dieser Herr in Paris tätig war, zwischen 1700 und

    1735(Stöckel), kann die Pistole nur schwer jünger sein.


    sbp004.JPG


    Also - natürlich aus reiner Rücksichtnahme - wieder kein Beuteschema. Unfassbar, wie

    nett ich sein kann (selbst Schulterklopf :P).


    sbp005.JPG


    Einen Hauch ernsthafter: Die glatten Läufe der Pistole sind knapp 13" lang, die Gesamtlänge

    der Pistole liegt bei 20,25". Eine Holster-Waffe im Kaliber .60". Was ich bisher - insbesondere

    bei einer derartigen Waffe - noch nie gesehen habe: Die Läufe waren ursprünglich 8" lang und

    wurden beim Bau der Pistole auf 13" verlängert.


    sbp011.JPG


    Oder aber sie sind 'mal im Mündungsbereich so schwer beschädigt worden,

    dass der Meister sie abgesägt und neue "Rohre" angeschweisst hat. Nach dem

    am Schaft nix angestückelt ist, steht aber außer Frage, dass die Pistole von

    Beginn an für 13" lange Läufe ausgelegt war.


    sbp007.JPG


    Aus meiner Sicht einstmals eine private Anschaffung eines Adeligen oder eines

    Offiziers - oder beides. Ob als Jagd- oder als "Berufs-" Waffe gekauft kann ich nicht

    beurteilen, Duellpistolen in zweiläufiger Ausführung sind mir nicht bekannt, zudem

    nicht als Einzelstück.


    sbp008.JPG


    Für mich eine sehr noble Waffe, die aber doch nicht übertrieben sondern sehr

    gefühlvoll verziert wrude. Die Arbeit eines echten Profis.


    sbp009.JPG


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen verantwortlich für Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



    • Offizieller Beitrag

    Aber auch hier finde ich nicht den Riegel fürs Drehen der Läufe!? Bin ich blind oder nur übernächtigt?

    Offen gestanden, Lederstrumpf , bei meiner eigenen finde ich ihn (optisch) auch nicht.

    Bei der ist der Abzugsrahmen vorne "nicht fest" montiert, sonder gleitet unter Federdruck

    in einer Schiene ca. 1 - 1,5mm vor und zurück. Womit er den Lauf ver- bzw. entriegelt.


    Die Systeme findet man meist sehr schnell, wenn man ein Exemplar in Händen hält, aber

    von Fotos ist das meist schwierig bis unmöglich.


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen verantwortlich für Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Der Kernpunkt ist eigentlich, was mit der komplizierteren Wendebüchse besser gelöst ist, als mit einer Doppelbüchse?


    Ein Punkt könnte sein, dass man bei einer (Bock)- Doppelbüchse die Läufe so ausrichten muss, dass sie auf eine bestimmte Entfernung zusammenschießen. Bei einer Wendebüchse entfällt das, weil auf jedem Lauf Kimme und Korn vorhanden sind, und man diese einzeln ausrichten kann.

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  • In der Ära der Steinschlosswaffen dürfte das auf der Jagd keine, oder unter geordnete Rolle gespielt haben, wenn man weis wie damals Jagden statt fanden.

    Die Bediensteten trieben das Wild in Gatter oder auf eine eingezäunte Lichtung und die Herrschaften knallten das Wild auf Entfernung von 40 bis 80 m ab.

  • Stimmt.

    Feudale Jagden liefen so ab.


    Das ist aber eine Büchse aus dem Amerika. Sicher orientierten sich die Wohlhabenden nicht nur bei der Kleidung an Europa, sonders ein Wender machte auch in den Kolonien entsprechenden Eindruck. Die Longrifles waren eben auch typisch für die Waldläufer und die Leute aus dem Hinterland, und wurden legendär durch Romane und durch die Kämpfe bei Saratoga, wo die Riflemen den Erzählungen nach den Ausschlag gaben.

    So richtig berühmt wurden die Kentucky Rifles durch diesen Song, den jeder wohl kennt

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    ..... we opened uo our squirrel guns and really geve ´em.... Well ... we firedour guns and the britisch kept a-coming. There wasn´ t nigh as many as there was a while ago. We fired once more and they began to running, on down the Mississippi to the Gulf of Mexoco."

    Die Schlacht 1814 von New Orleans

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  • Sorry für's OT ... aber wenn's gegen die British geht ... bin ich immer gern dabei X( :


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    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

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