Geschoss gesucht - Jagdlich Kaliber .308Win

  • Hallo zusammen,


    ich bin dabei mir eine bleifreie jagdliche Laborierung für mein Büchse in .308Win zu erarbeiten. Ich habe langjährige Erfahrung im Wiederladen sportlicher und folglich bleihaltiger Munition. Das Thema bleifrei ist für mich somit gänzlich neu und da ma ja alles mögliche zu dem Thema liest, wollte ich die Jäger hier einmal um eine Bewertung bitten, mit welchen Geschossen Ihr gute oder schlechte Erfahrungen in der Praxis gesammelt habt, vornehmlich im o.g. Kaliber und bei der Jagd auf Schalenwild.


    Vielen Dank schon mal an dieser Stelle.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ---- DJV ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Hallo Frank,

    wenn's denn bleifrei sein soll kann ich dir aus eigener Erfahrung zum Hornady GMX Geschoss raten. Die gibt es für die .308 in 2 in Frage kommenden weil bewährten Varianten, nämlich 150 und 165 grains.

    Da der Lauf meiner CZ mit einem Drall von 1:10 daher kommt haben sich die schwereren Geschosse in dem Falle bei mir durchgesetzt. Die 150er fliegen aber auch.


    Ich packe jedenfalls 41 grains N540 hinter die 165er und bin bestens zufrieden damit. Meine oal liegt bei 73mm, was zwar länger ist als die C.I.P. vorgibt, aber mein Magazin und Patronenlager geben es her.

    Zünder LR vollkommen egal, ich habe schon meine Favoriten von Winchester genommen, die CCI gingen aber auch.


    Was sich als Vorteil bei dieser Laborierung rausgestellt hat ist die fast gleiche Trefferlage mit dem annähernd gleich schweren BTHP Matchgeschoss von Hornady.

    Wenn auf dem Jägerstand mal irgendein Match ist und ich nicht die teuren Jagdgeschosse verheizen will nehne ich einfach die Matchpatronen mit und muss weder anders wohin anhalten noch am Zf. drehen. Zwei Fliegen mit einer Klappe.


    Nach meiner Erfahrung, wenn sich mal eine Geschoss- / Patronenkombi durchgesetzt hat, dann bleibt man nach Möglichkeit dabei.

    "Life is hard; it's harder if you're stupid."

    John Wayne

  • Mühlenbracher


    Danke, das war sehr umfassend. Da ich mit den 168er BTHP bisher die besten Erfahrungen in meiner Waffe gemacht habe, werde ich die 165er GMX mal probieren.


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Ich verwende in 308 für meine Drückjagdbüchse nach wie vor die LOS-HT-Geschosse. Davon hatte ich mir eine größere Menge zugelegt weil sie so günstig waren. Die sind nicht nur sehr preiswert, sondern auch sehr präzise und wirklich extrem wirksam. Sie haben allerdings einen Nachteil: Je nach Treffersitz ist die Wildpretzerstörung recht groß. Das Geschoss splittert im vorderen Bereich in große Splitter und ergibt deshalb oft mehrere Ausschüsse, wobei die Splitter und der Restkörper sich ziemlich unkalkulierbar im Wildkörper bewegen. Immerhin hatte ich damit noch nie eine Nachsuche. Auch in 222 verwende ich es mit Erfolg. Da ist die Zerstörung weniger verheerend weil das Geschoss nicht viel Masse hat.

    Die besten Erfahrungen allgemein habe ich aber mit Barnes ttsx gemacht. Das verwende ich seit Jahren in 8x57. Bei dem Geschoss stimmt einfach alles. Da kann ich überhaupt nichts negatives feststellen, gute Wirkung, hohe Präzision, geringe Wildpretzerstörung. Es braucht allerdings eine sehr starke Ladung. Ein Kollege von mir war damit gar nicht zufrieden. Er meinte es würde sich wie ein Vollmantelgeschoss verhalten. Nachdem er mir seine 8x57-Patronen zeigte, war mir alles klar. Wenn man die schüttelte, hörte man das Pulver rieseln, und das obwohl er die Geschosse deutlich tiefer gesetzt hatte als ich. Ich habe in meinen Patronen eine Ladedichte über 100%, also eine Pressladung. Da bringt das Geschoss gemessen aus dem 60cm-Lauf meines 98-ers eine V0 von etwa 860 m/s. Man muss mit dem Geschoss bei Patronen wie 308 oder 8x57 IS dabei eben an die Obergrenze der Ladevorschläge gehen. Dann ist es eine perfekte Wahl, sowohl in 308 als auch in 8x57.

  • Die besten Erfahrungen allgemein habe ich aber mit Barnes ttsx gemacht. Das verwende ich seit Jahren in 8x57. Bei dem Geschoss stimmt einfach alles. Da kann ich überhaupt nichts negatives feststellen, gute Wirkung, hohe Präzision, geringe Wildpretzerstörung. Es braucht allerdings eine sehr starke Ladung.

    Ich hatte meine jagenden Wiederladekollegen gefragt, da ich selbst ja nicht jage.

    Da kam mehrmals ein Votum für das Barnes TTSX, mit den oben von waldgänger genannten Vorteilen.

    Pulver: Vihtavuori N540 oder N140

  • volker1


    Der ist doch vom Himmel gefallen, wenn ich mich recht entsinne. :/


    Gibt es denn seine Geschosse noch zu kaufen und ist mit einer guten Verfügbarkeit auch zukünftig zu rechnen?


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • MJG wäre auch eine gute Möglichkeit.

    Das Los-HT-Geschoss ist dem alten MJG ziemlich ähnlich, vielleicht einfach nachgemacht und dürfte auch bezüglich der Vor- und Nachteile ähnlich sein, nur dass es eben viel billiger ist. Gut, dass neue hat noch eine Sollbruchstelle am Ende des zylindrischen Teils und eine Spitzenabdeckung. Vielleicht erfolgt da die Zerlegung kontrollierter, keine Ahnung. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass trotzdem die Zerstörungswirkung immer noch enorm sein dürfte, ist halt ein Zerlegungsgeschoss. In dem Fall würde ich dann eindeutig das TTSX vorziehen, zumal es preislich auch noch günstiger ist. Gegen das LOS ist in der Beziehung natürlich kein Kraut gewachsen.

  • Ja gibt es werden wohl weiter produziert. Bekommt man derzeit über Reimer Johannsen.


    SAX ist ein anderer Hersteller der da anscheinend abgekupfert hat wie auch immer funktionieren tun sie auch wenn auch nicht immer ganz so masshaltig.

  • Das Los-HT-Geschoss ist dem alten MJG ziemlich ähnlich, vielleicht einfach nachgemacht und dürfte auch bezüglich der Vor- und Nachteile ähnlich sein, nur dass es eben viel billiger ist. Gut, dass neue hat noch eine Sollbruchstelle am Ende des zylindrischen Teils und eine Spitzenabdeckung. Vielleicht erfolgt da die Zerlegung kontrollierter, keine Ahnung. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass trotzdem die Zerstörungswirkung immer noch enorm sein dürfte, ist halt ein Zerlegungsgeschoss. In dem Fall würde ich dann eindeutig das TTSX vorziehen, zumal es preislich auch noch günstiger ist. Gegen das LOS ist in der Beziehung natürlich kein Kraut gewachsen.

    LOS sind ganz andere Machart welche nicht die Vorteile eines echten Führbandgeschosses haben. Am ehesten mit den echten MJG vergleichen kann man noch die Sax Geschosse.

  • LOS sind ganz andere Machart welche nicht die Vorteile eines echten Führbandgeschosses haben. Am ehesten mit den echten MJG vergleichen kann man noch die Sax Geschosse.

    Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Die LOS-Geschosse haben auch Führungsbänder, sind aus einer Messinglegierung und haben eine Hohlspitze. Sie zerlegen sich in mehrere größere Splitter und einen Restbolzen, ebenso wie die Dinger von Sax oder LM. Die Vor- und Nachteile dürften in etwa die selben sein. Die Unterschiede liegen m. E. eher in eher unwesentlichen Details.

    Sie müssten schon sehr viel besser sein um den gewaltigen Preisunterschied zu rechtfertigen.

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich noch nie die Geschosse von LM oder Sax verwendet habe und auch niemanden kenne, der sie benutzt. Ich spreche also nicht aus Erfahrung. Vielleicht splittern sie ja wirklich weniger oder verursachen geringere Schäden, wer weiß. Vielleicht hat hier einer Erfahrungen damit?

  • Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Die LOS-Geschosse haben auch Führungsbänder, sind aus einer Messinglegierung und haben eine Hohlspitze. Sie zerlegen sich in mehrere größere Splitter und einen Restbolzen, ebenso wie die Dinger von Sax oder LM. Die Vor- und Nachteile dürften in etwa die selben sein. Die Unterschiede liegen m. E. eher in eher unwesentlichen Details.

    Sie müssten schon sehr viel besser sein um den gewaltigen Preisunterschied zu rechtfertigen.

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich noch nie die Geschosse von LM oder Sax verwendet habe und auch niemanden kenne, der sie benutzt. Ich spreche also nicht aus Erfahrung. Vielleicht splittern sie ja wirklich weniger oder verursachen geringere Schäden, wer weiß. Vielleicht hat hier einer Erfahrungen damit?

    Es ist schon ein Unterschied wie Tag und Nacht echte schmale Führbänder bei richtig masshaltig produzierten CNC gedrehten Geschossen die einen sehr geringen Einpressdruck haben wo auch wirklich nur die sehr schmalen Führbänder gut Gas dichtend durch die Züge gehen und der Geschosskörper so spielfrei auf den Feldern aufliegt dass sich die Felder nicht auf dem Geschosskörper abfrücken wenn man einen Restbolzen nachdem Schuss geborgen hat. Oder halt lediglich Druckentladtungsflächen bei am Ende billig gepressten Geschossen mit ganz anderen Einpressdrücken etc.

  • Mit den GMX habe ich eher schlechte Erfahrungen gemacht , und da bin ich nicht alleine . Ist nicht in jeder Waffe auf Präzision zu bringen gen.


    Mit der TTSX bin ich viele Jahre sehr zufrieden gewesen.

    Problem ist immer die Lieferfähigkeit , wie alles aus den USA .

    Deswegen nutze ich seit Jahren die Geschosse von Reichenberger .

    Das HDB universal , und das Drückjagdgeschoss.

    Ist kein Geschoss für extreme Weiten.

    Aber mit der Wirkung und Entwertung bin ich sehr zufrieden.

    Durch die Beschichtung keine Laufverschmierung . Nicht die günstigsten Geschosse , aber extrem konstant gefertigt.

    In meinem Freundeskreis nutzen einige Jäger die HDB mit vollster Zufriedenheit.

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