MRR-Lauf reinigen?

  • Moin zusammen,


    Ich hab mir vor ein paar Tagen eine Sabatti Mercury Urban Sniper gekauft. Die Kniffte hat ein MMR-Lauf. Nach dem einschießen bin ich nun aber nicht sicher wie dieser gereinigt werden soll.


    Kann ich da mit meiner Boresnake mit Messingbürste durch oder würde das den Lauf beschädigen?


    In der Gebrauchsanweisung der Waffe steht leider nichts dazu. Hab keine Lust direkt den Lauf zubeschädigen.

  • Im Allgemeinen wird empfolen bei

    Feld-Zug Laufprofil mit Bronze-Bürsten zu reinigen um die Kanten der Züge von Ablagerungen frei zu putzen.

    Bei Polygonläufen sollte man i.d.R. nicht mit Bronze, Messing oder sonstigen Metallbürsten putzen, da diese häufig nicht am Putzstab mit dem Laufprofil mit drehen beim durchführen sondern über die abgerundeten Polygon“Felder“ rutchen.

    Bei Boresnakes scheint es nicht ganz so tragisch zu sein, da die Bronzebürste eingearbeitet in der Texilschnur eher der Profildrehung folgt.

    Will man Ablagerungen aus Polygonläufen raus putzen (was weniger häufig als bei Feld-Zug-Läufen nötig ist) nimmt man statt Metallbürsten VFG-Superintensiv_Reinigungsfilze mit eingelagerten Messingfasern die Filze drehen mit und putzt sonst nur mit Borstenbürste und Patches oder Dochten, oder normalen Filzreinigern.

    Da ein Multiradiallaufprofil in dieser Hinsich ohne scharfe Kanten, durch welche bei Feld-Zug-Profilen eine herkömmliche Bronzebürste der Drehung folgen würde, eher einem Polygonlaufprofil ähnelt würde ich diese MMR Läufe bei der Reinigung wie ein Polygonlauf behandeln.

  • Danke für die schnelle und ausführliche Antwort. So hab ich mir das auch gedacht, wollte nur nochmal sichergehen. Ich hab den Lauf jetzt mit der Schnur 2-3 durchgezogen und er ist blitzblank. Ich werde mir aber deinen Tipp zu Herzen nehmen und mit Filzpropfen beim nächsten mal säubern.

  • Ich hab den Lauf jetzt mit der Schnur 2-3 durchgezogen und er ist blitzblank.

    Das wirkt so, geht man aber mit dem Borescope in den Lauf, wird man die ersten Ablagerungen sehen.

    Eine Boresnake dient nur der behelfsmäßigen Vorreinigung, auf dem Stand, nach der Jagd, vorm Einpacken, um grobe Verunreinigungen schon mal vorab zu entfernen und Flugrost nicht aufkommen zu lassen. Die richtige Reinigung muß dann mit ordentlichem Werkzeug zuhause erfolgen. Gerade bei Präzisionswaffen rächt sich das sonst schnell.


    Die Boresnakes verlieren mit der Zeit auch ihre Borsten die gerne mal im Lauf rumliegen, wenn dann das nächste Geschoß durchgeht. Das will man nicht....

  • Ein ordentlicher (!) Putzstock (ja ich weis :rolleyes: ) ist ohnehin kugelgelagert und somit folgt bei Verwendung einer kaliberpassenden Bronzebürste diese auch jedem Laufprofil.

    Somit sind Beschädigungen egal welcher Art auch nicht zu erwarten.


    Eine Boresnake ist, wie Weyland bereits erwähnt hat, ein für manche Dinge brauchbarer Kompromiß - ganz sicher aber kein ordnungsgemäßes Pflegeverfahren für den ständigen Alltagsgebrauch

    und

    wer ordentliche Waffen hat, der sollte eben auch einen kugelgelagerten Putzstock und eine kaliberpassende Bronzebürste haben,

    denn

    mit denen beschädigt man keinen Lauf, egal welches Profil er hat.


    Weder Tipton noch Dewey sind unerschwinglich teuer - für behelfsmäßigen Mist als Putzstock aber ist jeder Cent zu viel !


    So sieht das für mich aus !

    Ich überlege noch, wie ich es besser zum Ausdruck bringen könnte, daß ich zwar mit vielen Leuten hier dasselbe Hobby teile -

    aber ganz sicher nicht die Meinungen und Sichtweisen zu anderen Dingen.

  • Ich hab mir beim Büchsenmacher ein Putzstock gekauft. Er hatte natürlich auch diese Filzpropfen allerlei Marken und Kaliber dort aber er hat mir davon abgeraten. Er sagte ein Kneuel Hanf tut es auch und kostet nur einen Bruchteil von den Filzpropfen. Nutzt er wohl schon seit Jahrzehnten und er fährt damit sehr gut, gerade weil man es vielseitig einsetzen kann. Will man entfetten macht man Aceton rauf, will man ölen macht man halt Öl rauf usw.


    Die boresnake benutze ich ab sofort direkt nach dem schießen auf dem Stand und zu Hause wird dann richtig gereinigt.


    Aber danke für eure Ratschläge :thumbup:

  • Ich verwende gerne Vlies .


    Das ist oft als Verpackungsmaterial zwischen Alu-Profilen oder Blechen bzw es gibt es für die Schneiderinnen zum verstärken etc...


    Es fusselt nicht und ist extrem reissfest.

    Auch Ablagerungen lassen sich damit gut entfernen


    :Game:

  • Die ganz alten und recht günstigen Reinigungsmaterialien sind feine Wergfasern (Seidenwerg etc.) für den Büchsenlauf und Hanf- (Flax)werg für den glatten Flintenlauf. Diese rollt man auf einen Spiralwerghalter und putzt dann damit mit und am Ende ohne Öl. Das funktioniert durch aus und ist sehr günstig, ABER man muss für das jeweilige Kaliber den Werg selbst in der entsprechenden Dick wickeln ... das braucht etwas Gefühl ... ist halt nichts für Leute die das einfach nicht haben.

    VFG Filze in normalen Filz und bei Polygon manchmal dann auch mal die Superintensiv mit eingelagerten Messingfasern sind äußerst praktisch und schnell und einfach anzuwenden. Dafür halt sehr teuer. Die VFG Filze verwende ich vorallem dann wenn ich mal mit chemieschen Reiniger z.B. das Ammoniak haltige Robla Solo Mil etc. arbeite.

    Ansonsten sind die Bundeswehrdochte auch n Überlegung, bekommt man hin und wieder auf e-gun e-bay etc. Kartonweise durchaus günstig. Für das jeweilige Kaliber notiert man sich einfach mal die benötigte Stranganzahl bei den Dochten dann geht das einfach und schnell und ohne dass die im Lauf stecken bleiben und die Schnur ab reisst ... ;) Die haben zudem den Vorteil, dass sie bei Flaschenhalskalibern nach dem Reinigen beim trocken durch Ziehen auch das Patronenlager mit durch wischen dieses recht gut wieder entölen. Mit den Filzen geht das nur beim Lauf aber nicht beim Patronenlager.

    Dann gibt es noch die Patches die gerne im amerikanischen Verwendung finden. Ja sie sind günstig und können funktionieren ist aber auch wieder entwas fummeliger und beim durch schieben mit den Patchhaltern braucht es auch etwas Gefühl etc.

  • Dann gibt es noch die Patches die gerne im amerikanischen Verwendung finden. Ja sie sind günstig und können funktionieren ist aber auch wieder entwas fummeliger und beim durch schieben mit den Patchhaltern braucht es auch etwas Gefühl etc.

    Ich wüßte jetzt wirklich nicht, was daran "fummelig" sein sollte, oder "etwas Gefühl" braucht.


    Ein zum Kaliber passender Patchhalter, fürs Patronenlager ein Schlaufenhalter und passende Patches - und gut ist es.

    Anbei mal ein Beispiel.


    Wer bei einer Haushaltsauflösung im Verwandtenkreis die Augen offen hält und z.B. einen Stapel Bettlaken aus altdeutscher Qualitätsproduktion und x-mal gewaschen ergattert, der ist für sein Leben versorgt und kann seinen Waffen nichts Besseres tun.


    PICT0278.JPG

    Ich überlege noch, wie ich es besser zum Ausdruck bringen könnte, daß ich zwar mit vielen Leuten hier dasselbe Hobby teile -

    aber ganz sicher nicht die Meinungen und Sichtweisen zu anderen Dingen.

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