Zündpillenzündung

  • Hat bspw. die Perkussions Sharps. Wenn der Hahn fällt wird eine kleines Kügelchen, bestehed innen aus einem Fuminat umgeben von einer Trägermasse (wie etwa Kapselmedikamente) in die Fallbahn des Hammers geschleudert und von diesem erfasst. Beim Kontakt mit dem Piston zündet die "Pille" und überrträgt via Pistonbohrung zur Pulverladung.

    Ich bin immun gegen Marketing. Aus diesem Grunde trinke ich kein Red Bull und habe keine Waffen von H+K!

  • Hallo,

    bei Egon bietet jemand eine Büchse mit Zündpillenzündung an, kann mir jemand erklären, wie die funktioniert?

    Danke ::(


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    LawrencePelletPrimerSystem.pdf

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    Ike Godsey


    --- Just a grumpy old man with a gun ---

  • Das ist im Prinzip eigentlich ganz einfach :


    Das schlagempfindliche ( damals meist Quecksilber - Fulminat ) Zündmittel wurde in eine Wachskugel gerollt , in die entsprechende Aufnahme der Waffe gedrückt und beim Niederfallen des Hammers/Hahnes zur Explosion gebracht und hat dann zumindest einen Teil seiner Energie in die eigentliche Ladung gespritzt .

    Wir müssen uns jetzt aber geistig in die Zeit derartiger Zündformen zurück begeben - den Menschen damals war die Funktion des Steinschlosses ( meist ) einigermaßen verständlich . Was lag also näher , als anstelle eines Primers auf der Pfanne einen Zünder aufzulegen , der dann halt nicht durch Funken der Batterie , sondern einfach durch den Schlag des Hahnes gezündet wird und seinen Zündstrahl in die eigentliche Ladung sendet .

    Der ganz große Vorteil einer derartigen Zündung lag ja damals darin , daß ein zuverlässig brechender Schuß auch bei schlechtem , sprich regnerischem Wetter möglich war .

    In der Praxis hat sich damals ja bekanntlich das Zündhütchen durchsetzen können ; was aber nicht ganz zu leugnen ist , ist , daß so eine Zündpille doch wesentlich mehr Zündmasse als o.a. Zündhütchen hatte und durchaus auch selbst hergestellt werden konnte und v.A. auch dem ( technischen ) Verständnis der Benutzer entgegen kam .

    Auch die Versorgungslage war ja damals oft nicht gerade optimal ( und ist es , je nach Pulver , das ich kaufen möchte , auch heutzutage immer noch nicht ) .


    Auch heute noch könnte man eine derartige Zündpille z.B. aus Streichholzköpfen und entsprechender Reibefläche , zwischen den Fingern in Bienenwachs gerollt , selber basteln , davon würde ich aber dringendst abraten , weil ein derartiger Zünder derart korrosiv ist , daß bereits nach wenigen Schüssen zumindest der Lauf ruiniert wäre . Ich habe auch absolut keine Ahnung , ob sowas sogar illegal , also des Teufels wäre !


    Jedenfalls ein sicherlich spannendes Stück für die Sammlung und auf alle Fälle erhaltenswert , aber für den artgerechten Gebrauch nur sehr eingeschränkt empfehlenswert .

    ( Meine ganz persönliche Meinung . In meiner bescheidenen Sammlung hätte ich schon ganz gerne solch ein Belegstück , aber schießen würde ich damit nicht wollen/können , was solch ein Teil , zumindest für mich , etwas unattraktiver macht .)


    PS.: Die Zündpillen und auch -Röhrchen waren schon Jahrzehnte vor der Konstruktion von Sharps/Lawrence bekannt .



    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

    Einmal editiert, zuletzt von enfield ()

  • Die Technik mit der automatischen Zuführung des Zündmittels/der Zündpille oder eines Zündplättchens war meines Wissens erste eine der letzten Entwickungen, nachdem schon das Metallzündhütchen erfunden worden war.

    Am Anfang stand einfach das Quecksilberfulminat, das durch einen Schlag zur Entzündung gebracht werden konnte. Man brachte dieses Knallquecksilber in Form einer Pille oder einer anderen Form in die Pfanne einer Steinschlossbüchse, und schlug mit einem Metallteil darauf, das zwischen die Backen des Steinschlosshahns eingespannt war. Dies entsprach der Gewohnheit der Nutzer eines Steinschlosses. Erst nachdem das Zündhütchen und das Piston dafür erfunden worden war, wurde diese technische Anwendung aufgegeben.


    Einzelheiten und Bilder zu den frühen Systemen habe ich nicht, aber es gibt ja hier zum Glück genügend Spezialisten.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Ich hab noch einen Literatur- Hinweis gefunden:

    Lewis Winant "Early Percussion Firearms"

    EARLY PERCUSSION FIREARMS
    EARLY PERCUSSION FIREARMS
    www.amazon.de

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