Die Jagd ist vorbei

  • Seit Palmetto in den 1990ern die Fertigung ihrer Sidehammer-Colts annoncierte, wollte ich inbedingt einen Neo-Classiker des 1855 Root Pocket im Kaliber .31 haben.

    Nicht als Shooter, sondern für die Sammlung.

    Es dauerte allerdings bis gestern (!), bis ich endlich den meinen aus den Händen meines lokalen Händlers übernehmen konnte.

    Der hatte ihn mit Hilfe eines befreundeten Händlers in Frankreich und nach der Bieterei meines französischen Nachbarn auf das Teil bei Naturabuy im Juni d.J. endlich ins Land bringen können.

    Eine interessante Beobachtung: der Hammerweg beim Roots zu "full cock" im Vergleich zum Baby Dragoon im gleichen Kaliber ist unphysiologisch lang (s. Foto).

    Was sich Herr Root nur dabei gedacht hat.

    Egal, ich freu' mich, das Teil endlich in meiner Sammlung zu haben.

    Hat ja auch lange genug gedauert.

    Long Johns Wolf

  • Die Coltschen Sidehammer-Revolver und Langwaffen von 1855/Folgejahren beinhalten eine Reihe wichtiger Konstruktionsverbesserungen früherer Colt-Modelle:

    # geschlossener Rahmen, den wir später beim Colt 1873 SAA finden

    # durchgehende Trommelachse, ebenfall später beim SAA

    # sog. "Creeping" Loading Lever (beim diesem Root verdeckt hinter dem vorderen Rahmenbereich), später beim Colt 1860 Army, 1861 Navy, 1862 Police und 1871/72 Open Top.

    Long Johns Wolf

  • Sorry, Freudsche Fehlleistung: als Patronenrevolver hat der OT natürlich keinen "Creeping" Loading Lever, sondern einen Ausstoßer.

    Long Johns Wolf

    Warnhinweis: "Centauren machen süchtig" Zitat Erik Fridjoffson FROCS #44

  • Ich lese bei solchen Waffenkonstruktionen gerne mit. Aber zuerst einmal meinen Glückwunsch zu dem schönen Stück. Sofern ich das überhaupt beurteilen darf. Dazu hätte ich für mein eigenes Interesse gerne zwei Fragen.


    Die erste Frage wäre: Warum hat man dieses System gewählt mit dem Sidehammer. War alles andere noch nicht ausgereift ? Colt war ja sehr "umtriebig".


    Die zweite und wichtigere Frage für mich wäre zu Palmetto.

    Was war oder ist das für eine Firma gewesen. Ich stoße bei Recherchen öfter auf den Namen. Gilt er als Hochwertiger Hersteller, und produzieren die noch ? Scheinbar gab es Hersteller die sich auf hochwertige Replikate spezialisiert haben. Was auf den Bildern stellenweise zu sehen ist, macht auf mich einen sehr Hochwertigen Eindruck.

  • Zur Frage 1 spekuliere ich, dass der Grund die durchgehende Trommelachse ist. Da war dann einfach kein Platz für einen "Inline"-Hammer.

    Zur Frage 2: Palmetto war ein italienischer Hersteller von von ein- und mehrschüssigen Neo-Classikern.

    Das Unternehmen existiert seit ca. 10 Jahren nicht mehr.

    Hauptmarkt waren die USA mit dem Vertrieb über Dixie Gun Works.

    Die Qualität des eingesetzten Materials sowie die Verarbeitung schwankte, um es vorsichtig auszudrücken.

    Manchmal hatte man Glück.

    Palmetto war der einzige Hersteller, der sich an die Coltschen Sidehammer-Konstruktionen getraut hat: der Pocket Kal. .31 kommt dem Original recht nahe, Pocket Kal. .36 ist m.W. ohne historisches Vorbild, die 6-schüssige Muskete i, Kal. .44, soll recht ordentlich sein.

    Long Johns Wolf

    Warnhinweis: "Centauren machen süchtig" Zitat Erik Fridjoffson FROCS #44

  • Hier ist eine Explosionszeichnung des Originals.

    Im Text der Hinweis, dass man wegen der schwächlichen Konstruktion diese Pocketrevolver tunlichst nicht zerlegen sollte ... was sicher auch für den Palmetto-Neo-Classiker gilt.

    Aber ich will den Kleinen ja nicht schießen.

    Long Johns Wolf

  • ...... wegen der schwächlichen Konstruktion diese Pocketrevolver tunlichst nicht zerlegen sollte ...

    Sieht aber recht ordentlich konstruiert aus. Okay mit Warnhinweisen hatten es die Amerikaner ja schon immer wegen dem Produkthaftungsgesetz. Die warnen sogar das du bei einem ZF Glassplitter ins Auge bekommen könntest.

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