Eine hundskommune Steinschloßpistole - oder etwa doch nicht ?

  • Ich würde Dir auch zu knapp 30grn raten, klar musst Du das Wano PP nutzen, das Dir zu Verfügung steht, Ich persönlich würde Schweizer 3 oder 4 nehmen..

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)


    Hab von nix eine Ahnung, aber davon besonders viel!

  • Wie versprochen , gebe ich hier einmal ein erstes feedback , wie es mir heute mit der Mortimer ergangen ist .


    Die ersten drei Schüsse habe ich mit 28 gns Wano PP , 1/10mm dickem , gefetteten Baumwollpflaster , frischem Flint und RK .660 geladen .

    Die Schußentwicklung war durchaus "abenteuerlich" : klickzischfump - klatsch , der Einschlag war deutlich nach einem ziemlich müden Geboller zu vernehmen , Ladung also viel zu schwach .

    Die nächsten drei Schüsse dann mit 31 grns war schon wesentlich besser , zumindest hat die Pistole beim Schuß in der Hand etwas gezappelt , der Einschlag war aber immer noch nach dem Schuß zu hören .

    Die nächsten 10 Schüsse dann mit 35 grn und hoppla : Jetzt fängt die Sache an , richtig Spaß zu machen : klickzirumms - eine richtig schöne Erfahrung , wenn so eine Pistole nach dem Schuß so ca 30° zum Himmel zeigt und der Einschlag nicht mehr vom Bumm zu unterscheiden ist .


    Das Teil hat ja nur ein sehr grobes Korn und keine Kimme , gezielt habe ich einfach , indem ich das Korn auf der Schwanzschraube möglichst mittig aufgesetzt hielt .

    ALLE Schüsse waren , bis auf einen , auf der Scheibe , mit den letzten 10 Schüssen lagen sie links oben im Umkreis von ca. dem 7er Ring im Weißen der Scheibe zusammen .


    Putzen mußte ich übrigens zwischen den Schüssen nicht , vom ersten bis zum letzten Schuß war der Lauf problemlos zu laden .

    Allerdings hatte ich , dem schon etwas kleinen Zündloch geschuldet ( 1,9mm) und wegen meiner Vergesslichkeit ( ich habe den ventpick zuhause liegen gelassen ) ein paar Versager , aber eine aufgebogene Büroklammer hat auch ganz gut geholfen .


    Trotzdem das Abzugsgewicht bei gefühlten 4/5 kg liegt , denke ich mal , daß der alte Püster gar nicht so schlecht schießt , falls ich den aber auch wettkampfmäßig schießen wollte , müsste ich zumindest das Abzugsgewicht überarbeiten und eine irgendwie brauchbare Kimme anbringen .

    Außerdem müsste ich über ein etwas stärkeres Auto für den Transport nachdenken , die dicken Murmeln bringen doch ganz schön Gewicht auf die Waage grin-.)


    Anyway - es hat riesen Spaß gemacht ,


    Euch Allen ein ganz dickes Dankeschön für Eure Tips zum Füttern einer derartigen Bestie !


    Allzeit gut Schuß , enfield

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

    • Offizieller Beitrag

    Jetzt musst Du noch fleissig trainieren, bis Du die Einschläge vor dem Schuss hörst... .::t.ü.r::.


    Nö, - klingt richtig gut, danke für die Info! Nur: Sind bei Euch für Bewerbe Kimmen überhaupt erlaubg?? Bei - offenbar - glattläufigen Pistolen!


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen Schuld an Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit einer Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Ich habe absolut keine Ahnung , ob das erlaubt/zugelassen ist ( was mich aber auch nicht weiter stört ) , aber Spaß hat es trotzdem gemacht . Ich muß mich ja schließlich nicht immer an irgendwelche Vorgaben irgendwelcher Verbände halten , solange ich dort keine Wettkämpfe schieße !


    Wenn ich ehrlich bin , muss ich zugeben , daß es mich lediglich interessiert hat , ob mit einer derartigen Pistole auf 25m überhaupt die Scheibe zu treffen ist , wie so eine Waffe zu beherrschen ist und sich im Schuß benimmt - wie ich festgestellt habe , ist das tatsächlich und auch reproduzierbar möglich !


    Zumindest hat diese Pistole jetzt ihren Platz in meiner kleinen Privatsammlung von ( vornehmlich ) Scheibenpistolen/Präzisionspistolen des 19ten JHT verdient !


    Ganz dumm nur , daß ich auch eine Pistole von Gillaume Berleur ( Werkstattmeister bei Boutet/Versailles ) besitze , die mit ihrem deutlich kleineren Kaliber ( .54 ) und mit Haarzügen versehenem , ausgezeichnet erhaltenem Lauf jetzt förmlich danach schreit , auch einmal ausprobiert zu werden ... :Game:




    P1014505.jpgP1014506.jpgP1014507.jpgP1014508.jpg




    Fleißig geschossen , aber auch immer gut gepflegt , wurde sie ja auf jeden Fall , wofür auch die besohlte Batterie spricht .

    Würde das Ding nix taugen , wäre sie mit Sicherheit auch nicht so häufig geschossen worden , daß eine Besohlung nötig gewesen wäre .


    Leider wurde der Hahn einmal ( m.M.n. etwas unpassend ) ersetzt , vielleicht hat ja Einer unter Euch einen Vorschlag , wie der eigentlich aussehen müsste und wo ich einen besser passenden bekommen könnte .

    Anscheinend gibt es ja bei den Amis einen Spezialisten , der entsprechende Ersatzteile liefern könnte ???


    Sch... - jetzt habe ich Blut geleckt :Hut:




    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

    3 Mal editiert, zuletzt von enfield ()

    • Offizieller Beitrag

    Sch... - jetzt habe ich Blut geleckt :Hut:

    :thumbup: :!: :!: :!:


    Sorry! Ich dachte Du willst damit auch Bewerbe schießen.

    Klar kannst - und sollst - Du privat tun, was Du diesbezüglich für richtig hältst!


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen Schuld an Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit einer Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Das hatte ich auch tatsächlich vor , aber nachdem ich jetzt festgestellt habe , daß die Steinschloß - Disziplinen auf einem vollkommen anderen , für mich zumindest zum heutigen Tage , höheren Neveau rangieren , denke ich , daß ich , zumindest in nächster Zeit , meinen Ruggles -Patent Unterhammer - Pistolen treu bleibe und fleißig damit übe .

    Im gewaltigen Kaliber .290 kann ich da jedenfalls problemlos , ohne mir einen Bruch zu heben , immer so ca. 150 Ladungen transportieren und auch mindestens 2/3 davon pro Trainingstag verschießen :) . Außerdem hält damit mein Pulvervorrat bei einer Ladung/Schuß von 6,5 grns wesentlich länger vor :) ( Durchaus auch ein Argument für einen armen Familienvater wie mich , der nach dem Training auch ganz gerne am Stammtisch teilnimmt )


    Hin und wieder werde ich aber sicher einmal , und wenn auch aus purer Experimentierlust , diese alten Püster artgerecht ausführen !

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Ganz herzlichen Dank für Deine Einschätzung Sorry! Ich dachte Du willst damit auch Bewerbe schießen

    Offiziell in D sind bei Steinschloßpistole Kimme und sogar gezogene Läufe erlaubt.

    Nach MLAIC sind Kimme und glatter Lauf erlaubt.

    Die Kimme muß allerdings starr sein - so jedenfalls nach meiner Kenntnis.


    Ansonsten schließe ich mich auch der Haltung an, daß Regeln zwar für denjenigen verbindlich sind, der an Bewerben teilnimmt - jedoch

    absolut nicht notwendig um gerade mit alten Originalen sehr viel interessante Erfahrungen sammeln zu können und Spaß zu haben !

    :)

    Ich überlege noch, wie ich es besser zum Ausdruck bringen könnte, daß ich zwar mit vielen Leuten hier dasselbe Hobby teile -

    aber ganz sicher nicht die Meinungen und Sichtweisen zu anderen Dingen und wer keine Antworten auf Zitate meiner Beiträge bekommt, steht wohl auf der Block-Liste . . .

    • Offizieller Beitrag

    Offiziell in D sind bei Steinschloßpistole Kimme und sogar gezogene Läufe erlaubt.

    Nach MLAIC sind Kimme und glatter Lauf erlaubt.

    Interessant! Rein vom historischen Standpunkt hätte ich das anders eingeschätzt.


    Steinschloss-Pistolen mit gezogenem Lauf und vollständigem Visier - natürlich, keine Frage!


    Denen mit glattem Lauf hätte ich höchstens eine "Behelfs-Kimme" zugestanden, sprich "richtig"

    ausgerichtete Befestigungs-Schraube der Schwanzschraube oder - noch häufiger - eine mittig

    in die Schwanzschraube gefeilte Nut. Ein vollständiges Visier an einer glatten Steinschlosspistole

    sehe ich als echte Ausnahmeerscheinung, insofern hätte ich eher erwartet, dass man bei

    Bewerben auch den eher schwierigen Umgang mit einem solchen Gerät simuliert.


    Ansonsten völlig egal. Wer nicht schießen kann trifft auch mit Kimme nicht... ::abschi:: :shock: ::happy2::


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen Schuld an Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit einer Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Hallo enfield, um den Abzug leichter zu machen brauchst du nur eine weichere Abzugstangenfeder, aber leichter wie 600 -700 g wirst du nicht kommen, da die Nuß keine Fliege hat fällt der Abzug sonst in Laderast.

    Alle meine Musketen haben solch eine weiche Feder.

    Ich fertige die aus Palettenband Stahl, ist eine Arbeit von 15 Minuten.

    Ich kam meistens von schießen zurück und meine Muskete hatte keine Stangenfeder, mehr da ein Kollegen mir meine Abgeschwatzt hatte, jetzt habe ich immer 2-3 Stangenfedern im Koffer.image.jpg

    image.jpg

  • Grüß Dich , Aloys


    Ganz herzlichen Dank für diesen Tip mit einer schwächeren Stangenfeder - an das Naheliegendste habe ich bisher noch gar nicht gedacht !


    Biegst Du die Feder "kalt" oder "rotwarm" , feilst sie danach auf Form und härtest sie danach ?


    Sorry , wenn ich hier so blöd frage , aber bisher habe ich nur Erfahrung beim Anfertigen von Hauptfedern , hauptsächlich für meine geliebten Ruggles - Patent Unterhammerpistolen , weil die dort verbauten Federn oft etwas zu schwach sind , um zuverlässig zu zünden .

    Ich habe aber auch schon die Eine oder Andere Hauptfeder für ein Seitenschloß neu angefertigt , das Schwierigste dabei ist es ja , den "Kropf" , der in die "Kette" einhängt oder auch direkt auf den Schnabel der "Nuss" wirkt , auszuformen , und das geht wirklich nur im rotwarmen , will heißen .

    glühendem , Zustand .

    Als Material verwende ich alte Sägeblätter , die ich von einer Holzsägerei bekommen habe . ( ich hab noch einen Vorrat , der mich mit Sicherheit überleben wird ;) )

    Der Korpus dieser Blätter ist ja , dem Verwendungszweck geschuldet , Federstahl , die eigentliche "Arbeitsleiste" , sprich Zahnung , flexe ich aber vorher ab .


    Lange Zeit habe ich diese Federn , nachdem ich sie eingepasst habe , kirschrot gewärmt , in Rapsöl abgeschreckt und danach zwei Mal mit dem Brenner und weicher Flamme solange vorsichtig gewärmt , bis das noch anhaftende Öl anfing zu brennen und danach wieder im Rapsöl erkalten lassen .

    Mittlerweile habe ich festgestellt , daß dieses Material nach dem warm Formen immer noch genügend Elastizität hat , um auch ohne nachträglichem Härtens problemlos zu funktionieren .


    Bisher ist mir keine dieser Federn gebrochen , mit meiner z.Zt. geschossenen Pistole habe ich bisher schon über 1500 Murmelchen in Richtung Scheibe getrieben und die Feder wird immer noch nicht "müde" .


    Ich stelle mir vor , daß das Material des von Dir vorgeschlagenen "Paletten - Bandstahls" für die Anfertigung einer Stangenfeder beim Biegen in kaltem Zustand sogar noch etwas an Härte gewinnt , somit eine Wärmebehandlung sogar obsolet wird ???


    Ist jedenfalls einen Versuch wert , herzlichen Dank nochmal dafür

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Herzlichen Dank dafür , nicht nur beim Treffen , sondern auch überhaupt beim Federn machen .

    Eine Stangenfeder jedenfalls habe ich bisher noch nie neu anfertigen müssen , scheint aber auch nicht grundlegend anders zu machen sein , wie eine Hauptfeder .

    Der Tip mit dem Bandstahl ist jedenfalls SUPER !

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

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