These: Die Hawken-Rifles sind keine Weiterentwicklung der American Longrifle

  • Eine intetessante Aussage zu den Hawken-Rifles und den Plains-Rifles habe ich hier gefunden.https://americanlongrifles.org/forum/index.php?topic=65827.0;topicseen


    Letztendlich wird damit gesagt, dass die halbgeschäfteten, relativ kurzen, grosskalibrigen Hawken- und Plains-Rifles keine Anpassung und Weiterentwicklung der American Longrifles sind (Auch wenn von Mitgliedern der Hawken-Familie Longrifkes gebaut wurden), sondern die Adaption von englischen Jagd- und Sporting-Rifles auf die Anforderungen in den Gebieten westlich des Mississippi sind.


    Ich zitiere den Text, der ursprünglich auf Doc Gary White zurückgeht: : "The Hawken brothers recognized the value of the improvements in British arms that they saw come through St. Louis with the English and Continental adventurers in the first half of the 19th century. Many of the features on the Hawken guns match what can be found on the best quality British hunting rifles of the day. The brother’s real contribution was the long-bar double set trigger, double-bolted to a long tang, vastly improving the strength through the wrist. They kept the American curved buttplate and DST, recognizing that a broken DST can still function as a single trigger where the British single set trigger could not."

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Gary White hat da übrigens eine sehr interessante Interpretation einer Rifle im Hawken-Stil gebaut, die derzeit zum Verkauf steht.

    2200 Dollar +Versand. Mit Einfuhrumsatzsteuer und Zoll dürfte die also auf ca. 3000 Euro kommen.


    Das Gewehr dürfte auch für Jäger sehr interessant sein, denn der Lauf im Kaliber 58 ist sich für hohe Ladungen bis 200 Grain SP konzipiert und auch damit nach Angaben des Verkäufers sehr präzise.

    Ich würde das Gewehr, so wie es beschrieben ist, selbst kaufen, wenn meine Kasse für Spielgeld aktuell voll wäre :(


    jiQEXvv.jpg


    moZCEEH.jpg


    Weitere Infos und Kontakt im o.g. Link.

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    • Offizieller Beitrag

    Dr. Gary White, den ich an sich sehr schätze (ich habe eine seiner Büchsen) sieht das entweder falsch, oder seine Aussage wird falsch interpretiert.


    Das hat nichts damit zu tun, dass die Hawken Brüder Nachkommen einer Schweizer Familie sind, sondern es geht schlicht und ergreifend um die Architektur der Hawken Rifle.


    Longrifles waren von Beginn an eine Mixtur aus deutschen, englischen und französischen Elementen. Je nach Gegend ("Schule") überwogen die einen oder die anderen.


    Wären Hawken Rifles reine Adaptionen britischer Büchsen, hätten sie keinen Stecher, keine Backe, runde Kolben-Unterseiten, - die Liste lässt sich fortsetzen.


    Hawken Rifles gehören mit zur ersten Generation "industriell" gefertigter Büchsen. Immer noch viel Handarbeit, aber eben auch bereits Werkzeugmaschinen und austauschbare Teile.


    Mit Longrifles haben Hawken Rifles tatsächlich nicht mehr viel zu tun. Was daran liegt, dass Gewehre in der Neuen Welt viel mehr Gebrauchsgegenstände des tätlichen Lebens waren, und dieses tägliche Leben 1820 bereits sehr verschieden von jenem um 1750 war. ALLE Büchsenmacher passten sich an die neuen Gegebenheiten an - beispielsweise daran, dass man das Gewehr nicht mehr in der Hand trug und zu Fuß unterwegs war, sondern es in einem Halfter den das Pferd trug aufbewahrte. Dass vor Allem die Technik ausreichend fortgeschritten war um den Vollschaft als einfachste Form der Fixierung der Ladestock-Halterungen nicht mehr benötigte, sondern mit einfachen Laufschienen, Schrauben (die nicht mehr vom Büchsenmacher selbst handgefertigt werden mussten) die selbe Funktion schneller und einfacher realisierte. Mit "englisch" oder "deutsch" hat das wenig zu tun, die Möglichkeiten und die Anforderungen hatten sich geändert. Auch die Infrastruktur, - man bekam in jedem Nest - meist bestenfalls einen Tagesritt entfernt - bereits Pulver und Blei, war also nicht mehr auf ein Gewehr angewiesen, dass so wenig Pulver und Blei benötigte, dass man zur Not den Vorrat für ein Jahr am Rücken tragen konnte. Zumal das Tragen eben dem Pferd überlassen werden konnte.


    Ob Leman, Tryon, Deringer, Whitney, und eben auch Hawken, die Form der Gewehre änderte sich, passte sich an die neuen Anforderungen und Gegebenheiten an. Wobei die Hawken Rifle immer noch deutlich mehr "deutsche" Elemente hatte als beispielsweise Horace Dimick - ebenfalls St- Louis und Käufer des Hawken Workshops - und andere Hersteller von "Plains Rifles" .


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen Schuld an Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit einer Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Ich interpretiere die Aussage von Gary White so, dass sie erkannt haben, dass die Konzeption der englischen halbgeschäfteten Jagdgewehre geeigneter für die Plains und überhaupt die Gegenden westlich von Saint Louis waren, und die optimierten dieses Konzept, indem sie beispielsweise den Kolbenhals stabiler ausführten (zusätzlich zu mehr Holz auch noch eine lange Fahne des Einhakstücks, eine lange Abzugsplatte, die mit der Fahne verschraubt ist); dazu ein deutscher Stecher, der bei den Longrifles beliebt und bewährt war, aber auch ohne Einstechen funktioniert, Stilelemente wie die deutsche Backe, und die abgeflachte Unterseite des Kolbens, und besonders auffällig die stark gekrümmte Kolbenkappe, die man wunderbar auch im Steigbügel während des Ladens auf dem Pferd einhaken konnte. Der kürzere Lauf war sicher auch dadurch bedingt, dass ein Mensch auf einem Pferderücken auch "kürzer" ist als stehend. Um das Gewicht in vernünftigen Grenzen halten zu können, war der kürzere Lauf (der aber wegen höherer Ladungen dicker war als bei einer Longrifle) nicht von Nachteil.

    Du Greenhorn hast weitere Elemente genannt, die durch industrielle oder Manufaktur-Fertigung leichter verfügbar waren und das Handwerk des Büchsenmachers rationeller machen konnten.


    Insofern sehe ich da keinen Widerspruch zwischen Deinem Statement und den Aussagen von Gary White.

    Die Rifles im Hawken-Stil sollte man vielleicht weder eine Weiterentwickung der American Longrifles, noch als reine Adaption von englischen, oder mitteleuropäischen Jagdgewehren verstehen, sondern als eigene Spezies von Gewehren. Diese gab es ja nicht anstelle der Longrifles oder der Importgewehre, sondern zusätzlich in Reaktion auf die Kundenwünsche.

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    • Offizieller Beitrag

    Es war schlicht praxisorientierter Fortschritt, der mit Englisch, Deutsch, sonstwie absolut garnichts zu tun hatte, sondern schlicht aktuelle Anforderungen und technische Möglichkeiten kombinierte.

    Das könnte man - wenn man will - genausogut als "Longrifle Tradition" darstellen und auch gut begründen, schließlich war auch die Longrifle nichts anderes als ein an die Anforderungen adaptiertes Gewehr auf Basis der existierenden technischen Möglichkeiten. Und niemanden interessierte wirklich, ob die tauglichen Elemente deutscher, englischer oder welcher Herkunft auch immer waren.


    Halbschaft-Büchsen waren in der Zeit auch in Mitteleuropa bereits sehr beliebt, durch die Longrifle-Tradition und andere Faktoren war man drüben diesbezüglich etwas später dran - zumindest was die verbreitete Akzeptanz betrifft. Nicht ganz umsonst sind frühe Hawken Rifles mit vollem Schaft ausgestattet und eben nur nicht mehr so "Long", mit aushakbarem Lauf ausgestattet (der soweit ich weiß tatsächlich "englisch" ist) etc. .


    Aber in der Praxis änderte sich drüben genau garnichts. Man warf alle Möglichkeiten der Waffentechnik die man irgendwo auf der Welt sah in einen Topf und holte jene heraus, die für die aktuellen Anforderungen am geeignetsten waren. Woher die kamen interessierte niemanden. Ihre Aufgabe mussten sie bestmöglich erfüllen!


    besten Gruß

    Werner

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    Einmal editiert, zuletzt von Greenhorn ()

    • Offizieller Beitrag

    Die Tatsache, dass zu Longrifle-Zeiten drüben praktisch alle Büchsenmacher Deutsche oder deutscher Herkunft waren bedeutet schließlich NICHT, dass die Deutschen so gut waren, sondern dass eine neue Technik etabliert wurde.

    Mit der Erfindung des Steinschlosses war in ganz Europa die Vogeljagd DAS Hobby des Adels geworden. Dafür benötigte man glattläufige Gewehre. Die englischen, französischen, holländischen, ... Waffenschmiede waren um nichts schlechter als die deuschen, nur bauten sie eben Flinten, weil die sich besser verkauften.


    Ausnahme waren die Mitteleuropäer, wo man bevorzugt Hirsch & Co jagte. Und in Folge eben Büchsen baute.


    Dass die erfolgreichen Waffenschmiede in der Neuen Welt vorrangig Deutsche waren markiert keine nationale Bevorzugung oder eine bessere Qualität deutscher Gewehre, sondern schlicht den Wechsel von der Flinte zur Büchse.


    besten Gruß

    Werner

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  • Ich habe das Thema auch deshalb aufgemacht, weil ich irgendwie die Vorstellung hatte, dass die "Hawkens" eine logische Weiterentwicklung der Longrifles gewesen wären; vielleicht auch, weil A) die frühen Hawken-Rifles etwas kürzere Longrifles waren, und B) in der Familie ganz konventionelle Longrifles hergestellt worden waren. (z.B. Christian Hacken als Riflemaker in Hagerstown Maryland)


    Es gibt ja auch die Theorie, dass die Hawken eine Adaption der Harpers-Ferry Rifle gewesen wäre (John Hawken - geb. 1784, gest. 1821. war ja Rifle maker in Harpers Ferry, VA, gewesen und auch Jacob Hawken soll bei Harpers Ferry gearbeitet haben)


    Wie Du so schön ausgeführt hast Greenhorn, wurden wohl aus dem großen Topf die Elemente verwendet, die für die neuen Kundenanforderungen zu gebrauchen waren.

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    • Offizieller Beitrag

    Hier 'mal - für die Optik - der sehr gute Nachbau einer "durchschnittlichen" Hawken Rifle aus der Zeit, als Sam und Jake Hawken ihre gemeinsame Werkstatt in St. Louis betrieben.


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    "Durchschnittlich", weil dieser "Pattern" der bekannteste, aber bei Weitem nicht der einzige ist.

    Zwar sind keine Steinschloss-Hawken Rifles zweifelsfrei nachgewiesen (nur von Vater Christian),

    aber die Brüder fertigten Vollschaft Büchsen, mit und ohne Patchbox, in Kalibern zwischen .32" und

    .68", wenn es sein musste auch sehr aufwändig graviert, mit Silber-Inlays ohne Ende.


    Hawk002.jpg

    Davon spricht man heute aber nicht. Die Büchsen der Hawkens sind der Inbegriff der Plains Rifle.

    Handlich, robust, von hoher Qualität, gut ausgewogen, präzise und stark.


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    wenig bekannt ist, dass alle Hawken Rifles einen konischen Lauf hatten, um nicht mündungslastig zu sein, Manchmal nur minimal,

    aber eben doch. Der aushakbare Lauf war Standard, ebenso der Stecher. Die elliptische Backe entstand erst mit den Halbschaft-Hawkens, bei den voll geschäfteten frühen Varianten bevorzugte man noch die klassische trapezförmige Backe. Die Beschläge waren vorwiegend auf Eisen, manchmal aus Silber, selten aus Messing. Und da die Hawken's keine Serien erstellten sondern reine Auftragnehmer waren die erstklassige Qualität boten, ist auch das Erscheinungsbild nicht in Stein gemeißelt. Kundenwunsch hatte Vorrang. SH008.JPG


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    Dieses Original trägt die Signatur "Sam Hawken St. Louis", stammt also aus der Zeit zwischen Jake's Tod (1842)

    und dem Verkauf der Hawken Werkstatt an Gemmer (1862).


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    besten Gruß

    Werner

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    • Offizieller Beitrag

    Die ganze Show wäre aber wertlos, hätte man keinen Vergleich zur typischen englischen Jagdbüchse.

    Also muss auch eine solche her!


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    besten Gruß


    Werner

    Wären Feuerwaffen Schuld an Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit einer Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



    • Offizieller Beitrag

    Feines Gewehr, Wabbits ! Eines der wenigen "Fantasieprodukte" die voll zu respektieren sind.

    Zwar ist nicht nachgewiesen, dass die Hawken Brüder je ein derartiges Gewehr gebaut haben, nur ist eben auch nicht nachgewiesen, dass sie es nicht gebaut haben. Auch die erhaltenen Vollschaft-Büchsen sind allesamt bereits für Perkussionszündung konstruiert, mit dem in der Schwanzschraube integrierten Piston-Sockel. Bis auf Schloss und Schwanzschraube also identisch mit Deinem Foto. Auch der Abzugsrahmen auf Deinem Foto entspricht jenem einer originalen Hawken Vollschaft-Büchse. Der durchgängig gerundete kam erst mit den Halbschaft-Büchsen.


    Allgemein herrscht Konsens dass, - wenn jemand eine Steinschloss-Hawken gebaut hat, dann "Papa Christian", und dessen Arbeiten zählen nicht zu den "Hawken Rifles", obwohl er bei der Gründung der Hawken Werkstatt geholfen hat, und eigentlich der Gründer der "Hawken Familie" ist. Sprich, die Namensänderung von "Hachen" auf Hawken war seine Idee. Christian starb 1821, noch bevor seine Söhne den St. Louis Gunshop gemeinsam betrieben, aber ab ca. 1818 war Jake gemeinsam mit einem James Lakenan dort bereits aktiv. Jake hatte zuvor von 1808 bis 1818 in Harpers Ferry gearbeitet, wo zuvor auch "Papa Christian" aktiv war.


    Heute ist eben noch keine erhaltene Hawken Rifle mit Steinschloss Zündung bekannt. Was aber eben nicht bedeutet, dass man nicht nicht noch eine findet.

    Immerhin entstand der GunShop von Sam und Jake in Saint Louis bereits 1825, und ob sie zu diesem Zeitpunkt bereits mit Perkussions-Zündung arbeiteten ist ebenfalls nirgendwo dokumentiert.



    So oder so, jedenfalls ein Super Gewehr! Gratuliere! Neidvoll ;) !


    besten Gruß

    Werner

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  • After Baird published his first book, Hawken Rifle: The Mountain Man's Choice, and second book, Fifteen Years in the Hawken Lode, he was on the lookout for a flintlock J&S Hawken rifle. He published a couple articles in Buckskin Report about possible early Hawken rifles that were flint (May 1975, pg. 16 and October 1979, pg. 26), so at that time, he was thinking there were likely flint Hawken rifles made.



    As Grenadier1758 said, there are a couple eastern made flintlock rifles likely made by Jake (with father Christian) and Sam (singly), but these were built in either Hagerstown, MD or Xenia, Ohio and not in St. Louis. Further, there are a couple of "J&S Hawken" marked rifles that might have been built as flint and later converted to percussion, but these have not been authenticated and are full stocks, not the half stock rifle we normally associate with the name Hawken.



    A conclusion one could draw, and maybe this is what Baird was implying, is that J&S utilized the percussion system in their first half stock rifles. The logic for this is that they realized they could not fully compete on price with the full stock flintlock rifles coming from places like Lancaster and Philadelphia, PA. They needed to differentiate their product in some way. A half stock percussion rifle would certainly be different than a Lancaster pattern full stock flintlock rifle.



    This has some timing implications. In both his two books, Baird included a timeline or "Chronological Record Of Events Connected With Hawken Shop". In this timeline, he includes "1813 Joshua Shaw develops percussion cap" and "1814 Shaw attempts to patent his invention" along with dates that Jacob Hawken arrived in St. Louis and date when he opened gun shop as well as date when Samuel Hawken arrived in St. Louis. It's interesting that he included the seemingly unrelated info on Joshua Shaw unless he meant to imply a meaningful relation to Shaw's percussion cap and the Hawken's early time in St. Louis.

    This rather long winded explanation about the development of percussion caps and use on firearms is meant to make the point that if the Hawken brothers did develop the percussion half stock "Mountain" rifle to differentiate themselves in the St. Louis market, it likely happened right at the end of the 1820s at the earliest. Before that, they were likely making flintlock rifles.

    ... The only basis for Baird to think that was that he hadn't seen any surviving Hawken rifles that appeared to have been made with flintlocks at the time he published the book, but to my read, he seemed to expect to find one someday.


    https://www.muzzleloadingforum…l-hawken-question.117012/

    • Offizieller Beitrag

    Sam und Jake haben mit Sicherheit Steinschloss-Büchsen gefertigt. Die waren schon Büchsenmacher, als noch kein Mensch - abgesehen von Insidern - wusste, dass es die Perkussionszündung überhaupt gibt. Perkussionswaffen anzubieten braucht die zuverlässige Versorgung mit Zündhütchen, andernfalls hätte sie keiner gekauft.


    Der Begriff "Hawken Rifle" bezieht sich aber weniger auf die Herkunft bzw. den Hersteller der Büchsen, sondern auf den Zeitraum, als Sam und Jake in Saint Louis die gemeinsame Werkstatt eröffneten, und eine weitgehend standardisierte Bauform etablierten. Eine Bauform die eben von Beginn an mit Perkussionszündung ausgestattet war. Mit aushakbarem Lauf, Stecher, Abzugsrahmen der nicht mit dem Schaft sondern mit der Grundplatte des Abzugs

    verschraubt bzw. vernietet war, mehrfacher Verschraubung von Abzugsplatte und Schwanzschrauben-Halterung, etc. etc. .


    Jake hatte in St. Louis eine Werkstatt gemeinsam mit einem James Lakenan betrieben. Letzterer verstarb 1825, erst zu diesem Zeitpunkt begannen Sam und Jake eine gemeinsame Firma zu betreiben, erst ab diesem Zeitpunkt spricht man von Hawken Rifles. Weil die typische Bauweise erst zu diesem Zeitpunkt entstand. Sam war zu diesem Zeitpunkt 33 Jahre alt, Jake 39. Es wahren also schon einige Jahre "Steinschloss-Berufserfahrung" gegeben. Aber eben von jedem der Beiden für sich.


    Ob Sam und Jake gemeinsam Steinschloss Büchsen fertigten ist unbekannt, weil keine erhalten sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Steinschloss Büchsen hergestellt haben ist hoch, die Perkussions-Technik war 1825 noch nicht ausreichend etabliert um sich darauf zu beschränken. Nur - es ist eben kein Exemplar erhalten, was logischerweise bedeutet, dass es keine fundierten NACHbauten geben kann. Man kann nichts nachbauen, zu dem es kein Vorbild gibt. Nicht einmal auf Planzeichnungen oder als erhaltene Schablone, etc. .


    Für die Qualität eines Gewehrs ist das völlig unerheblich. Da geht es ausschließlich um historische Überlegungen.


    besten Gruß

    Werner

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    Einmal editiert, zuletzt von Greenhorn ()

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    Ob Sam und Jake gemeinsam Steinschloss Büchsen fertigten ist unbekannt, weil keine erhalten sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Steinschloss Büchsen hergestellt haben ist hoch, die Perkussions-Technik war 1825 noch nicht ausreichend etabliert um sich darauf zu beschränken. Nur - es ist eben kein Exemplar erhalten, ....

    Es war gängige Praxis, gut schießenden Gewehre (die ja Gebrauchsgegenstände waren) an neue Entwicklungen anzupassen, also auf Perkussionszündung umzustellen. Leider hat damals niemand an die heutigen Sammler gedacht.

    • Offizieller Beitrag

    Es war gängige Praxis, gut schießenden Gewehre (die ja Gebrauchsgegenstände waren) an neue Entwicklungen anzupassen, also auf Perkussionszündung umzustellen. Leider hat damals niemand an die heutigen Sammler gedacht.

    Das ist durchaus richtig, gerade aber bei Hawken Rifles irrelevant. Die Patentschwanzschraube hätte - wenn's "unsichtbar" bleiben soll - getauscht werden müssen, damit hätte - weil's nicht zusammenpasst - auch das Schloss getauscht werden müssen. Das hätte kein Mensch getan, viel zu teuer. Vielmehr hätte man in die Steinschloss - Patentschwanzschraube eine Zündtrommel eingeschraubt, und das alte Schloss weiterverwendet, den Hammer eben durch einen Hahn ersetzt. Genau solche konvertierte Hawken Rifles sind aber nicht erhalten, - oder zumindest nicht bekannt. Sprich - es wurde in den Auktionen der letzten 70 Jahre nie eine offiziell verkauft, denn die sind alle dokumentiert. Eben seit ca. 1950, als man (spätestens) begonnen hat, interessante Waffen die versteigert wurden zu fotografieren und in Sachbüchern zu besprechen.


    Eine Steinschloss Hawken - oder auch Ex-Steinschloss Hawken - wäre ein Heidengeld wert. Mag sein, dass irgendwo eine in einem Tresor schlummert, in Familienbesitz seit Generationen. Wenn es die gibt, tauchen sie irgendwann bei Auktionen auf, durch Erben die das Zeug nicht interessiert. Derzeitiger Status ist aber: Es sind keine Steinschloss-Hawkens bekannt/erhalten.


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen Schuld an Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

    Das alte Testament als vielleicht bedeutendstes religiöses Werk der Geschichte erzählt schon auf der zweiten von rund eintausend Seiten die Legende vom ersten Mord der Menschheit. Keine Tat mit einer Schusswaffe, sondern verursacht durch den menschlichen Charakter. Frieden braucht keine Waffenverbote, Frieden benötigt die Beherrschung des - jeweils eigenen - Charakters.



  • Nicht gefunden bedeutet nicht, dass es nicht existiert. Oft wird ein Gewehr nicht als das erkannt, was es ist. General George Custer hatte 50-70 ein spezielles Springfield-Gewehr, das nach seinem Tod verschwand. Das Gewehr fand sich irgendwie in einem Museum im Mittleren Westen der USA wieder. Viele Jahre wurde es als "altes Militärgewehr" ausgestellt. Es wurde erst identifiziert, als ein Sammler von Custer-Erinnerungsstücken feststellte, dass es sich um das Gewehr handelte, das auf einem Foto aus Custers Haus in den Dakota gezeigt wurde. Diese Geschichte wird in C. Vance Hayes' Buch "Custer and his Sporting Rifles" erzählt.



    Wir kennen jetzt kein originales Hawken-Steinschloss, aber ...

    • Offizieller Beitrag

    Nicht gefunden bedeutet nicht, dass es nicht existiert. Oft wird ein Gewehr nicht als das erkannt, was es ist. General George Custer hatte 50-70 ein spezielles Springfield-Gewehr, das nach seinem Tod verschwand. Das Gewehr fand sich irgendwie in einem Museum im Mittleren Westen der USA wieder. Viele Jahre wurde es als "altes Militärgewehr" ausgestellt. Es wurde erst identifiziert, als ein Sammler von Custer-Erinnerungsstücken feststellte, dass es sich um das Gewehr handelte, das auf einem Foto aus Custers Haus in den Dakota gezeigt wurde. Diese Geschichte wird in C. Vance Hayes' Buch "Custer and his Sporting Rifles" erzählt.

    Was soll ich großartig darauf sagen?


    Heute ist eben noch keine erhaltene Hawken Rifle mit Steinschloss Zündung bekannt. Was aber eben nicht bedeutet, dass man nicht nicht noch eine findet.

    Wo ist das Problem?


    besten Gruß

    Werner

    Wären Feuerwaffen Schuld an Gewalt und Leid, hätten die Menschen vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gelebt.

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