Kaufberatung Repetierer

  • Guten Tag,


    nachdem ich mich hier versucht habe intensiv über Waffen und deren Vorteile einzulesen, würde ich mich gerne vorstellen und eine Frage posten.


    Meinen Jagdschein habe ich vor einigen Monaten bestanden, nur fehlt mir noch eine ordentliche Büchse. Gefühlt sind die Neuwaffenpreise in den letzten Jahren nochmal deutlich nach oben gegangen, weswegen ich seit Wochen nach einem gebrauchten Repetierer suche. Als Kurzwaffe habe ich bereits eine gebrauchte Heckler & Koch Pistole USP (Kaliber 9 mm Luger) erstanden.


    Angedacht wäre das Ganze für Ansitzjagden, am ehesten Rehwild, wobei auch Schwarzwild im Revier vorkommt, womit ich das Kaliber .308 als passend empfinde. Ein Gewinde für Schalldämpfer wäre nett, aber kein zwingendes Muss. Allerdings suche ich nach einem Holzschaft, zumindest für meine erste richtige Waffe.


    Meine Jagdfreunde und die Kollegen aus dem Kurs haben mir die Firma Heym sehr nahe gelegt, hierbei finde ich die SR21 und SR30 sehr ansprechend. Aber auch die Sauer 101 wäre eine Option.


    Nun wollte ich fragen, welche Vor/Nachteile ihr evtl bei dieser Waffe seht https://www.egun.de/market/item.php?id=13985946

    Von Jagdfreunden wurde bemängelt, dass es kein Geradezug hat und die "Montage komisch sei"... Nun bin ich als Beginner etwas verwirrt und wollte fragen, was ihr von dem Angebot haltet.


    Liebe Grüße,


    T

  • Auch von mir ein herzliches Willkommen " bei die Verrückten" ... und wir Jäger können hier durchaus ein bisschen Verstärkung brauchen. 8)


    Um gleich "in medias res" zu gehen: Du hast die Jägerprüfung bestanden und hast schon einen Jagdschein gelöst für ein Sauen und Rotwildrevier. Ist das soweit richtig?


    Nun stellt sich (mir) die Frage, warum du dir als Erstes eine (untaugliche) Kurzwaffe zulegst aber noch nichtmal eine Langwaffe hast. Eigentlich sollte es andersrum laufen.

    Im Kurs hast du ja schon einige Waffen kennengelernt, was liegt dir denn persönlich am Besten?

    Primär muß die zukünftige Waffe ja auf den Einsatzzweck abgestimmt sein aber auch persönliche Vorlieben spielen eine wichtige Rolle - man muß seine eigene Waffe schon "mögen" und das über Jahre od. Jahrzehnte. :)

    Also, was würdest DU gerne haben ... ohne die schlauen Reden der "Kollegen und Jagdfreunde" zu beachten?

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Also erstmal Weidmannsheil und willkommen im Forum.

    .308 ist eine gute Wahl, nutze ich auch.

    Meine Anfänger Jungjäger haben Tikka Büchsen in 308

    Aber achte auf Schalldämpfer Aufnahme.

    Bei der Optik nicht übertreiben, statt lichtstarkem Nachtglas lieber was zum faireren Preis und später ein Vorsatzgerät für die Schwarzkittel erwerben.

    Nicht mehr Vergrößern als dein Fernglas kann.

    --
    Landesreferent BDMP Hessen für DP DR SAR - ,dazu ProLegal und Jäger im HLJV

    Die mit der lautesten Meinung haben oft nicht die leiseste Ahnung..

  • Vielen Dank für die Antwort.


    Die Prüfung ist bestanden, der 3-Jahres-Jagdschein gelöst, im Revier begleite ich aktuell lediglich Freunde. Wobei auch ohne Schießen bereitet mir dies viel Freude. Ist eine nette Alternative zum täglichen Arbeitswahnsinn.


    Die tatsächlich etwas untaugliche Kurzwaffe kannte ich schon von Kollegen aus dem Jagdkurs und sie hat mir einfach sehr gut gefallen. Der Rest war eine spontane Entscheidung...


    Ich finde die Heym SR21 und SR30 tatsächlich sehr gut und passend, ebenso die Sauer 101. Ich hatte auch über eine Haenel Jäger 10 nachgedacht, diese durfte ich bei einem Waffenhändler ausprobieren, allerdings hat diese mich im Vergleich zu Heym nicht ganz so sehr überzeugen können.

  • Hallo,


    meines Erachtens spricht nichts gegen diese Waffe - auch wenn ich selbst kein Freund solch klassischer Waffen mit Holzschaft bin. Ich würde eher auf eine Tikka mit einem Carbonschaft von PSE setzen - aber das ist an dieser Stelle für den Jungjäger pure Geschmackssache.


    Geradzugrepetierer oder nicht...

    Ein normaler Repetierer hat den Vorteil, daß Dir bei einem mechanischen Defekt nicht der Verschluß ins Gesicht fliegt - was sehr häßliche Verletzungen hinterläßt.

    Ein Geradzugrepetierer hat den Vorteil, daß auch wenig Geübte schnell repetieren können. Mit entsprechender Übung macht das keinen Unterschied. Ich schieße (sportlich) eine Precision Rifle-Disziplin, bei der (getrennt nach Wertungsklassen) Repetierer und Halbautomaten zugelassen sind. Die Topschützen mit den Halbautomaten erreichen keine schnelleren Zeiten als die mit den Repetierern - weil die Zeit beim präzisen Anvisieren nach jedem Schuß verloren geht und nicht beim Repetieren (wenn man es kann).


    Dentler-Montage

    Die Dentler-Montage ist ein relativ teures, aber technisch sehr gut gemachtes System, das es erlaubt, das Zielfernrohr wiederholgenau und werkzeugfrei auf- und abzunehmen als auch Zielfernrohre zwischen Waffen zu wechseln. Heutzutage würde ich bei einer Neuwaffe eher auf Picatinny setzen, aber bei einer gebrauchten Jagdwaffe spricht nichts gegen Dentler. Das System ist weiterhin Top.

  • Vielen Dank für die Anmerkungen und Einschätzungen.

    Ich habe das Gefühl, ich muss mir die Firma Tikka nochmal ansehen...

    Die Einschätzung der Zeit des Repetiervorganges ist sehr interessant, da finde ich dann den Sicherheitsaspekt nicht ganz unwichtig.

    Zur Montage: Eine Picatinny wurde mir schon öfter ans Herz gelegt, ehrlich gesagt hat mir die Dentler Montage bisher auch nicht viel gesagt....

  • Hm, wenn Picatinny dh militärische Schiene für Zubehör dann muss eine Eratac mit Hebel . Monoblock die man bequem abnehmen und wieder draufsetzen kann. Dafür eben auch leicht ein Rotpunkt für Drückjagd.

    Das Problem geradezug ja oder nein, völlig Geschmackssache.

    Lass dir keine Blaser R93 aufschwatzen. Ist zwar Geradezug, aber gegenüber der R8 meilenweit schwächer ausgelegt.

    Da dein Budget begrenzt ist, lass von Blaser die Finger.


    Wenn ich mit begrenzten Budget arbeiten müsste,

    1. Handspanner,

    2. Herausnehmbares Magazin,

    3. .308 notfalls .30-06

    4. Mündungsgewinde für Schalldämpfer

    5. Picatinny schiene.

    6. Eher Kunststoff schaft als Holzschaft, da ärgert man sich weniger über Kratzer.

    Alles andere ist Schnickschnack


    Optik,

    Eratac Monoblockmontage,

    Eine ZF wie etwa Meopta tut es. Maximal 10fach, Absehen bis 150m weiter schießt du jagdlich eh nicht, 2. Bildebene.

    Nur wenn du deutlich > 300m schießt 1. Bildebene.

    Später noch ein Rotpunkt dazu.

    Sauen und Rehwild schieße ich bis 100m eh mit maximal 6fach, meist mit eher 2,5 -4fach.. niemals dass das Stück das Bild im ZF ausfüllt.

    --
    Landesreferent BDMP Hessen für DP DR SAR - ,dazu ProLegal und Jäger im HLJV

    Die mit der lautesten Meinung haben oft nicht die leiseste Ahnung..

  • ... obwohl die Dentler-Montagen schon wirklich gut sind und m.M. nach erheblich unterschätzt werden.

    Sind halt nicht so bekannt. ;)

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  • Ja durchaus, nur Picatinny ist weiterverbreitet und man kann beliebig wechseln, gerade wenn man für die Drückjagd sich noch n Rotpunkt holt die Montage braucht man nicht extra zu kaufen, ist idR im Lieferumfang.

    Das ist ein kleiner Vorteil gegenüber Dentler.

    Wenn man schmales Budget hat sollte man den Erwerb aufteilen.. und sehn was man nach und nach kaufen kann.

    --
    Landesreferent BDMP Hessen für DP DR SAR - ,dazu ProLegal und Jäger im HLJV

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  • Beliebig wechseln kann man auch mit der Dentler, die Wiederholgenauigkeit ist besser als bei der Pica.

    Gegen die Heym aus dem Angebot spricht m.E. nicht wirklich etwas.

  • nur Picatinny ist weiterverbreitet und man kann beliebig wechseln,

    Das "beliebig wechseln" ist ja gerade der Riesenvorteil der Dentler-Montage.


    Ein Glas ect. kann mit der Montageschiene auf die Grundschienen auf den unterschiedlichsten Waffen absolut wiederholgenau montiert werden.


    Vielleicht mal näher damit befassen?

    https://www.dentler-jagdwaffen…rohr-montageschienen.html

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  • Bin ja kein Jäger, daher habe ich keine Plan, auf was es bei Euren Langwaffen so ankommt.

    Aber was haltet Ihr denn von den Brenner Repetierern?

    Da liest und hört (auf Youtube) man ja auch viel positives bezüglich Präzision.

    Die sind in einem Preissegment, da kann man auf jeden Fall dann auch noch was in die Optik stecken.

  • Guck ich mir mal an.. ich hab halt Blaser und Picatinny. Über die Dentler hab ich keine Gedanken verschwendet weil die anderen, ausgenommen Blaser und BDF alle ne Picatinny drauf haben, warum soll ich dann noch ne Schiene auf ne Schiene machen?

    Bei der Blaser war es so, Montage so tief wie möglich...und es funktioniert einfach.

    --
    Landesreferent BDMP Hessen für DP DR SAR - ,dazu ProLegal und Jäger im HLJV

    Die mit der lautesten Meinung haben oft nicht die leiseste Ahnung..

  • ...warum soll ich dann noch ne Schiene auf ne Schiene machen?

    Nochmal ... und gugg dir mal das genauer an, dann wird klar, warum Schiene auf Schiene ...


    https://www.dentler-jagdwaffen…dschiene-basis-vario.html

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  • Bevor dir bei einer SR30 oder R8 bei einem defekt der Verschluss ins Gesicht kommt, ist er dir beim normalen Repetierer schon durch das Gesicht gegangen.

    Schau dir mal die Extremtests von Heym und Blaser mit Überdrucktests der SR30 und R8 an.

    Die Heym hat in 30-06 bei einem Test eine berechneten Überdruck von 10000 bar überstanden . Da machen die Verriegelungswarzen bei einem Drehverschluss viel Früher die Grätsche.

  • Vielen Dank an die zahlreichen Empfehlungen und Einschätzungen. Das Gewehr ging dann für knapp 1700€ an jemand anderen. Aber mit den Hilfestellungen kann ich das Ganze nun besser einschätzen und vielleicht lächelt mich ja in baldiger Zeit eine andere Büchse an

  • Mach dir keinen Stress. Die Präzision moderner Repetierer ist zu 99% mehr als ausreichend. Ob du 600€ oder 6000€ ausgibst.

    Ich habe selbst 2 Savage. Mitlerweile zwar mit anderen Läufen, aber dort bekommst du für 800€ ein Repetierer in 308Win . Mündungsgewinde , ordentlicher Abzug. Gut, für das Geld ist es dann der Accustock Schaft.

    Ich habe nur noch 3 Jagdwaffen mit Holzschäften. Alle Andere habe ich schon von Holz auf Kunststoff oder Alu umgebaut.

    Eine der 3 Büchsen bekommt auch noch eine Kunststoffschaft. Für die anderen Beiden gibt es leider keinen .

    Für mich haben Kunststoffschäfte ( natürlich mit Metallskelett) nur Vorteile gegenüber Holzschäften. Früher gab es halt nichts anderes.

    Meine liebsten Kunststoffschäfte sind jagdlich die Hogueschäfte mit Alubettung.

    Ob Sommer oder Winter. Nass oder trocken. Fühlt sich immer angenehm an. Auch ander Wange. Rutscht auch nicht.

  • Würde bei meiner Repetiererwahl auch noch die CZ mit in Betracht ziehen. Die bekommst du nagelneu für den Kurs, wofür weder Tikka noch Heym oder Blaser gebraucht zu haben sind.


    Führe diese hier jagdlich: https://www.frankonia.de/p/cz/…armint-laminated/2007873#

    und kann nichts Schlechtes darüber sagen.

    Mir war ein Mündungsgewinde wichtig, wer heutzutage einen neuen Repetierer kauft, achtet auf sowas, CZ weiss das.

    Die Waffe ist relativ schwer, was mich nicht weiter stört, dadurch liegt sie ruhig im Schuss. Gut, .308 ist sowieso nicht grade der Kickboxer vorm Herrn. Der Abzug kratze von Werk aus etwas. Die Firma AKAH über die ich die Waffe bezog behob dies.


    Wichtig in dem Zusammenhang: wenn du dir eine Neuwaffe kaufst, montieren dir Händler mit eigener Werkstatt in der Regel dein Zf.- mitsamt Montage drauf, stellen dir den Abzug vernünftig ein und - ganz wichtig - messen dir die Schaftlänge aus und passen sie auf deine Maße entsprechend an. Alles im Neupreis inclusive.

    Als Jungjäger ohne Erfahrung kaufst du bei einer Gebrauchten in der Beziehung sonst nämlich höchst wahrscheinlich eine Wundertüte.

    Mer muss och jünne künne.

    Uralte kölsche Weisheit

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