Originale Lade und Reinigungsanweisungen im Umgang mit Vorderlader Infanterie und Jagdwaffen bis 1850.

  • Sidol gibt es übrigens immernoch.

    Für gelernte DDR'ler: Elsterglanz.


    ^^

    Elsterglanz war und ist was anderes als Sidol. Elsterglanz gab (und gibt) es in Tuben, Sidol (gab und gibt es) in der Flasche.
    Übrigens: Ich bin gelernter DDR´ler.

  • Klar geht das alles und auch wohl besser und einfacher.

    Aber Du und Peppo habt geflissendlich einen Satz von mir überlesen.

    Es ist die Neugierde auf die alten Rezepte die mich treibt.

    Das ist ähnlich wie mit den Waffen.

    Viele schießen diese neuen super duper Plaste und Elaste Waffen wie AR15er, Glocks usw. Ok. Warum nicht.

    Ist aber nicht mein Ding. Kannst Du mir auf den Bauch binden, will ich nicht. Ich liebe diese alten Ordonnanzwaffen. Holz und Stahl.

    Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen. (Erich Maria Remarque)


    Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes? (Berthold Brecht)

  • Moin Captain Cat


    zu meiner "Ehrenrettung" nehme ich anschließend noch sammler mit seinem Zitat hinzu. Es ist wahrlich schwer hier nicht in die "Fallstricke" zu laufen. Bei dem sogenannten "Baumöl" habe ich mir natürlich auch so meine Gedanken gemacht. Egal was derzeit geschrieben steht zur Definition "Baumöl". Ich bin der Meinung das beide Öle verwendet wurden. Bei Frankreich könnte man jetzt auf den Süden schließen. Da liegt das Olivenöl sehr nahe. Aber es gäbe in Frankreich auch sehr große Walnußwälder. Für mich erst einmal Fifty - Fifty. Erfüllen beide Öle zu der Zeit den gleichen Zweck, dann um so besser. Das heisst für mich ich lasse mal Oliven und Walnüsse etwas ausser acht. Vielleicht wisst ihr da mehr. Es wird ja noch Stimmen geben.


    Alte Namen bzw. Bezeichnungen sind ein Thema für sich, da kann man sich leicht mal verhauen.
    Aber zum Glück gibt es ja online alte Lexika, in denen man nachschauen sollte, bevor man schreibt, z.B. hier: Volltextsuche: baumol - Zeno.org

    Oder wenn man Wikipedia glaubt: https://de.wikipedia.org/wiki/Oliven%C3%B6l

    Moin sammler


    da hast du in der Tat mehr als recht. Man schwankt sehr schnell zwischen den alten und neuen Begriffen. Ich werde mich nicht dazu versteigen da ein Urteil zu fällen. Dazu fehlt mir einfach die Erfahrung. Eines habe ich aber sehr stark gemerkt bei den ganzen Nachforschungen. Es sind durch die Kriege einige Völker über Europa gezogen zu der Zeit. Patriotisch könnte des geschlagenen Franzosen Olivenöls in der Anweisung zu des Preussischen Walnußöls umgemünzt worden sein. Ob der Casseler Dragoner oder der Celler Husar zu Olivenöl Zugang hatte ? Ich kann es nicht beantworten. Da wäre der beste Weg alte Apothekerbücher bzw. alte Rezepte aus der Zeit zu sichten. Oder Frachtlisten aus Bremen und Hamburg. Gekannt hat man es zu der Zeit mit Sicherheit in unseren Gefilden. Aber gab es auch Zugang zu größeren Mengen. Die Ölausbeute von Walnußöl liegt bei 45-50% . D.h 10 kg Nüsse ergeben 4,5 - 5 Liter Öl.

    Also ein guter Baum im entsprechenden Alter konnte gut 60 Liter Öl abwerfen.


    Dazu kommt noch ein gravierender Umstand. In allen Ölmühlen zu der Zeit sind keine Oliven als Mahlgut gelistet. Lein, Walnüsse usw. stehen drin. Bis hin zur Verarbeitung als Brennstoffe für Lampen und Schmierstoffe jedweder Art. Schauen wir mal weiter.


    Michl

  • So weit mal bis jetzt. Hoffe ihr könnt damit etwas anfangen. Es beleuchtet alles einmal von der Seite der damaligen Zeit. In die ihr euch beim lesen hineinversetzen dürft. Erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eure eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen sind natürlich erwünscht. Dürft ihr gerne ergänzen. Ich hänge z.Zt bei diesen Fragen etwas abseits im Civil-War mit Recherchen fest. Dort wurde etwas zu wenig in eindeutigen Anweisungen für die Truppe dokumentiert. Oder ich habe sie bis jetzt noch nicht gefunden.


    Ich selbst bin aber der Meinung das solche "Ausflüge" genauso wie bei den "Gieß-Experimenten" einer näheren Betrachtung wert sind. Es kann nicht schaden und unterbindet oft im Vorfeld die "Legenden-Bildung". Manche Informationen sind halt sehr schwer zu finden. Dabei den Faden nicht zu verlieren fällt oft nicht leicht. Der Leser wird aber mit einem gewissen "Unterhaltungswert" belohnt. Daher lohnt die Mühe schon. Es geht ja wie der Leser weiß nicht um "Weissagungen", sondern darum was unser Vorfahren an Erfahrungen durch Experimentieren damals zu Papier gebracht, und für die Nachwelt erhalten haben. Ich versuche es nur auszugraben und ans Tageslicht zu befördern. Auch wenn ich gerne mal zur Entspannung abseits wichtiger Themen etwas "Blödsinn" zu andern unwichtigen Themen heraus lasse, liegt mir doch viel daran einen eigenen Beitrag zum Forum zu leisten. Nicht nur Wissen abgreifen, sondern auch selbst zu versuchen etwas zurück zu geben.


    Michl

  • Aber Du und Peppo habt geflissendlich einen Satz von mir überlesen.

    Es ist die Neugierde auf die alten Rezepte die mich treibt.

    Schon verstanden,

    aber

    Schlämm(oder Schlemm)Kreide IST uralt in der Anwendung als Poliermittel

    und

    es war/bzw. ist zum Teil noch eben Bestandteil von Zahnpasta.

    Ich überlege noch, wie ich es besser zum Ausdruck bringen könnte, daß ich zwar mit vielen Leuten hier dasselbe Hobby teile -

    aber ganz sicher nicht die Meinungen und Sichtweisen zu anderen Dingen . . .

  • .... Bei dem sogenannten "Baumöl" habe ich mir natürlich auch so meine Gedanken gemacht. Egal was derzeit geschrieben steht zur Definition "Baumöl". Ich bin der Meinung das beide Öle verwendet wurden. Bei Frankreich könnte man jetzt auf den Süden schließen. Da liegt das Olivenöl sehr nahe. Aber es gäbe in Frankreich auch sehr große Walnußwälder. Für mich erst einmal Fifty - Fifty. Erfüllen beide Öle zu der Zeit den gleichen Zweck, dann um so besser. Das heisst für mich ich lasse mal Oliven und Walnüsse etwas ausser acht. Vielleicht wisst ihr da mehr. ...

    Die Zuordnung Baumöl = Olivenöl ist schon sicher.

    Und: Natürlich wurden beide Öle verwendet, nur nicht für den gleichen Zweck. Unsere Vorväter waren nämlich keinesfalls dumm und nahmen nicht einfach das, was gerade irgendwo zur Verfügung stand, denn gerade Walnussöl und Olivenöl unterscheiden sich in ihren Eigenschaften deutlich.

    Der wichtigste Unterschied ist: Olivenöl verharzt nicht, Walnussöl verharzt, sobald Luftsauerstoff dazu kommt. Beim Militär war Baumöl als hauptsächlich Konservierungsmittel im Einsatz. Bei den Preußen nahm man zum Einfetten der Metallteile (bevor die Waffen "auf Kammer" gingen) eine Paste, bestehend aus einem Teil Talg und zwei Teilen Olivenöl. Die bayerische Waffenschmiere (Konservierungsmittel) bestand aus zwei Teilen weißem Wachs und drei Teilen Olivenöl, die zusammen warm gemacht und so lange verrührt wurden, bis es eine homogene Paste gab,.

    Nussöl nahm man dagegen als Mittel zur Holzpflege, gerade weil es harzte. Nussöl (Walnuss) konnte anstelle von Leinöl zur Schaftpflege verwendet werden. Gerade helles Schaftholz dunkelte mit Nussbaumöl schnell nach.

    Einmal editiert, zuletzt von sammler () aus folgendem Grund: Fehler (hoffentlich) beseitigt

  • Die Zuordnung Baumöl = Olivenöl ist schon sicher.

    Und: Natürlich wurden beide Öle verwendet, nur nicht für den gleichen Zweck. Unsere Vorväter waren nämlich keinesfalls dumm und nahmen nicht einfach das, was gerade irgendwo zur Verfügung stand, denn gerade Walnussöl und Olivenöl unterscheiden sich in ihren Eigenschaften deutlich.

    Der wichtigste Unterschied ist: Olivenöl verharzt nicht, Walnussöl verharzt, sobald Luftsauerstoff dazu kommt. Beim Militär war Baumöl als hauptsächlich Konservierungsmittel im Einsatz. Bei den Preußen nahm man zum Einfetten der Metallteile (bevor die Waffen "auf Kammer" gingen) eine Paste, bestehend aus einem Teil Talg und zwei Teilen Olivenöl. Die bayerische Waffenschmiere (Konservierungsmittel) bestand aus zwei Teilen weißem Wachs und drei Teilen Olivenöl, die zusammen warm gemacht und so lange verrührt wurden, bis es eine homogene Paste gab,.

    Baumöl nahm man dagegen als Mittel zur Holzpflege, gerade weil es harzte. Nussbaumöl konnte anstelle von Leinöl zur Schaftpflege verwendet werden. Gerade helles Schaftholz dunkelte mit Nussbaumöl schnell nach.

    Zitat: sammler

    "Die Zuordnung Baumöl = Olivenöl ist schon sicher."


    Sehr schön. Deine Aussage ist schon mal der erste Weg etwas näher in der Richtung zu forschen wie bzw. auf welchem Handelsweg das Olivenöl Einzug gehalten hat. Es kam vermutl. aus Griechenland bzw. Italien. Bekannt war es ja schon lange. Es war was den Handel betrifft ja schon eine recht "Moderne" Zeit. Billig wird Olivenöl nicht gewesen sein. Das waren aber vor diesem Hintergrund rot oder weiß lackierte Lederriemen für die Gewehre auch nicht zu bestimmten Zeiten. Soldat war zudem für viele ein Beruf.


    Dann mal zu den zwei Punkten die du erwähnst.

    Punkt 1.

    <<Preussen, Einfetten der Metallteile, Paste, Talg.>> Das Olivenöl selbst dürfte selbstredend sein.

    Paste und Talg. Aus was bestanden diese ? Welchen Talg ? Wie wurde der gemacht. Gibt es darüber etwas genaueres ? Wäre interessant wie solch eine Paste hergestellt wurde, und mit welchen Bestandteilen sie gemischt war. Ich weiß das es hier Leser gibt im Hintergrund die das gerne einmal selbst ausprobieren möchten. Ich gehöre selbst dazu. Vielleicht findet man noch etwas in alten Handwerksbüchern der Zünfte dazu.


    Punkt 2.

    <<Die bayerische Waffenschmiere (Konservierungsmittel)>>

    Olivenöl und mischen usw. ist klar. Aber das weiße Wachs ist einer näheren Betrachtung wert. Da müsste man herausfinden wie und aus was es zusammengesetzt war. Dazu gibt es einiges. Ich sage nur Wachsüberzug ( Hauben ) für Kopfbedeckungen aus Tuch oder Leinen. Da bekommt der Wachs eine ganz andere Bedeutung. Dessen ursprüngliche zeitgenössische Herstellung habe ich samt aller benötigten Arbeitsschritte nachverfolgt. Zum Schluss war ich da nicht mehr beim Wachs wie ich ihn kannte. Franz. toile ciree. Also der Name Wachs steht da nach heutiger Betrachtungsweise fast zu Unrecht. "Leinölfirniß mit Ruß oder feiner Holzkohle. Dazu musste der Grundstoff das Leinen mit Binsenstein abgezogen werden. Leinölfirniß kann man heute mit Terpentin verdünnen damit es schneller aushärten kann und keinen bleibenden Schmierfilm behält. Dem ganzen geht aber der Herstellungsprozess des "Wachs" voraus. Und der besteht zu der Zeit zuerst darin mit Wasser und Roggenmehl als Grundlage einen Kleister herzustellen." Das nur mal am Rande. Sehr, sehr verzwickt mit den ganzen Begriffen. Bei Wachs bin ich ja eigentlich bei Kerzenwachs.


    Michl

  • 1. ...Paste und Talg. ...


    2. ... weiße Wachs ...

    Zu 1: 1 Teil Talg (ungesalzen, am besten vom Hammel) wurde vorsichtig geschmolzen und 2 Teile Olivenöl unter ständigem Rühren dazu gegeben. Die Schmelze durfte nicht so heiß werden, dass sie rauchte, dann war sie unbrauchbar. Danach wurde die Paste auskühlen lassen


    Zu 2: Gelbes Wachs: ungereinigtes Bienenwachs, weißes Wachs: Gereinigtes und gebleichtes Bienenwachs.


    Und ein Tipp: Du darfst, wenn Du alte Texte oder Dienstanweisungen liest, nie den Fehler machen, das von heute aus zu betrachten oder zu analysieren. Du musst versuchen, Dich in die Zeit hineinzuversetzen und diese Dinge aus der Zeit heraus zu verstehen.

    Sicher haben wir heute für viele Probleme andere, manchmal auch bessere Lösungen. Aber gerade für die "Schwarzpulverzeit" gilt, dass heute viel des damals vorhandenes Wissen verloren gegangen ist.

    3 Mal editiert, zuletzt von sammler () aus folgendem Grund: Tippfehler (hoffentlich) beseitigt.

  • Weißes Wachs: wenn Du im Honigraum nur das frisch verdeckelte Wachs - also nur die Verdeckelung abschabst dann bekommst Du fast weißes Wachs.

    Im Brutraum ist das Wachs dunkler. Da mußt dann das Wachs von Brutrückständen filtern.


    Ich hab bei uns das Wachs immer getrennt gesammelt: Verdeckelungswachs , das Weiße Wachs : Wachs in bester Qualität. 2 Beste Qualität das Wachs aus dem Honigraum wo dank Trennschied die Königin nicht hinkommt, also nur Honig eingelagert wurd und keine Brut entsteht.

    Dann das Wachs im Brutraum wo ich filtern muß, je nachdem wie oft das umgebaut wurde dann verschiedene Helligkeitsgrade.

  • Hallo zusammen,


    wie man so ließt hier scheint doch noch die Chance zu bestehen die "alten Mittelchen" zu neuem Leben für den Vorderlader zu erwecken. Viele der Sammler freuen sich immer über ein gut erhaltenes Exponat. Und das wurde früher mit diesen Mitteln geputzt und gepflegt. Ich denke selbst der Trapper in den Weiten Nordamerikas wusste was da draussen brauchbar ist. Selbst meine Schwester kocht heute noch Birkenrinde zu einem Extrakt um ihre Pferde von lästigen Fliegen im Sommer zu befreien. Und davon bedarf es nur einiger weniger Tropfen. Schön wäre es wenn sich später jemand berufen fühlen würde alle gesammelten "alten Erkenntnisse" zusammenzuführen um aufzuzeigen was man wie herstellen kann, und was an Mitteln brauchbar erscheint.


    In Waterloo hat mich immer gestört wenn im "Heerlager" mit modernem Solvent und dergleichen bei den Historischen Veranstaltungen geputzt wurde. Das geht scheinbar auch anders wenn ich hier so mit lese. Das Wissen ist weit gestreut. Zusammengeführt kann alles ein Bild ergeben. enfield hat unlängst in einem anderen Zusammenhang etwas zum Hammerschlag und zu seinen eigenen Arbeiten geschrieben. Das ginge sonst so unter. Das war für mich mit ein Grund bzw. der Anstoß doch etwas näher in das Ganze mit einem Thread einzusteigen. Wichtig wäre alles aussagekräftig auf das zu verwendbare Material auszurichten und aufzuzeigen wie man es noch nach "alter Sitte" richtig machen muß oder kann. Mit den entsprechenden Bildern dazu. Jede Ingredienz für sich vorgestellt. Eine "unheilvolle" Aufgabe ? Oder einfach als sportliche Disziplin. Wäre man dem glatten und dem gezogenen Lauf, dem Steinschloß: sprich der Batterie und der Perkussionsbüchse schon schuldig. Den liebgewonnen historischen Schätzen ebenso wie den hochwertigen Nachbauten. "Was wusste der Preussische Jäger" ! Was kann man aufarbeiten und immer noch genau so machen. Abseits der "Chemiekeule".


    Schreibt was ihr wisst. Fragt was ihr wissen wollt. Wissenschaft ist was Wissen schafft. Bleibt der Übersicht halber immer im eigentlichen Thema hart an der Historie dran.


    Viel Vergnügen in der alten Zeit.

    Michl

  • Guten Morgen zusammen,


    ich bin gerade dabei die Instruktion #53 die sammler im Beitrag verlinkt hat durchzulesen. Da komme ich mal vorläufig etwas vom Reinigen weg, aber es heißt ja in der Überschrift auch "Originale Lade und Reinigungsanweisungen !


    Der Ladestock !


    Es wird unter IV Absatz c ) berichtet:

    "Das Pulvermaaß am unteren Ende des Ladestocks, wird zu diesem Zweck nicht mehr gebraucht, da der Deckel der Pulverflasche dazu eingerichtet ist."



    Pulverflasche und Ladestock zur Reinigung ist ja soweit geläufig. Aber hat jemand ein Bild oder eine Zeichnung von einem Ladestock mit Pulvermaß. Das kannte ich bisher nicht, oder habe es übersehen.


    Michl

  • Guten Morgen zusammen,


    ja ich bin dran an der Sache. Es hilft ja nichts. Auf halben Weg stehenbleiben bringt nichts. Durch Querlesen in Amerikanischen und Englischen Foren ( alles sehr spärlich besprochen ) und dem Beitrag von sammler sprich dem Link in #53 bin ich vorläufig zu folgendem Ergebnis gekommen.


    Die Technik ging zur damaligen Zeit in großen Schritten voran. Die von mir geschriebenen Vorgehensweisen die letztmalig noch 1810 veröffentlicht wurden betrafen mit aller Sicherheit im großen und ganzen noch Steinschloss Gewehre und glatte Läufe. Erst ab den gezogenen Läufen taucht im Zusammenhang zur Reinigung das Wasser auf. Meist kalt und lauwarm im Felde. Seltener Heiß, ausser beim BüMa bzw. der Feldzeug Meisterei. Oder den Förstereien. Man legt dem Soldaten auch den schonenden Umgang mit den gezogenen Läufen nahe, bzw. hält ihn dazu an, falls er es nicht wirklich kann das Gewehr dem BüMa zur Reinigung "vorzustellen". Sprich: Gezogener Lauf = "High Tec".


    Das putzen der Schlösser und Beschläge wird noch mit der alten herkömmlichen Methode praktiziert. Wer sich als Handwerklich berufen fühlt darf gerne einmal die Anweisung zum zerlegen von Schloss und evtl. dem Stecher probieren. Ich denke da gehört um nach einer solchen Anweisung zu handeln schon sehr viel Kenntnis dazu. Es tauchen in dieser Abhandlung auch schon neue Putz und Pflegemittel auf, die es vorher wahrscheinlich auch schon irgendwie gab, die aber nicht Gegenstand der vorherigen Reinigungsprozeduren warne. Vermutl. Verfügbarkeit und Kosten. Man kann aber sehr schön nachvollziehen das das putzen schon Organisiert in Richtung der Waffenkommissionen gewandert ist, und von "Oben" delegiert wurde, unter Bereitstellung der Mittel von Militärischer Seite. Zu wichtig war das neue präzise Gewehr geworden. Ausnahme: Civil - War. Da betraf es nur ausgesuchte Regimenter mit "speziellen" teuren Waffen wie Withworth und Lorenz.. Der Rest arbeitet bei Enfield und Co. noch öfter mal mit "Homebrew". Das sind alles nur die ersten Eindrücke die ich gesammelt habe. Zu dieser Zeit/Epoche einen Spagat zwischen der Reinigung einer sehr teuren Jägerbüchse für die Gamsjagd und einem Infanteriegewehr zu absolvieren wird mehr als schwierig. Man darf da nichts vermengen. Zudem kann ich immer nur meine eigenen Betrachtungen zur Diskussion stellen um näher ans Thema dran zu kommen.


    Klauenöl. Klauenfett.

    Gibt es noch. So wie viele andere Mittel auch. Weißer Wachs oder die Geschichten um den Bienenwachs scheinbar auch wie ich hier schon gelesen habe. Wenn alle erforderlichen und brauchbaren Zutaten hier aufgeschlüsselt sind, werde ich sie mit eurer Hilfe Dokumentieren und einordnen für was sie gebraucht werden/wurden. Dazu die Ziegel, Sande, den Hammerschlag und Binsenstein. Ebenso den Trippel. Mit der Zeit werde ich natürlich versuchen alle entsprechenden Mittel zu besorgen um diese am Objekt zur Reinigung und Pflege einzusetzen. So wie es die diversen Anleitungen der damaligen Zeit vorgeschrieben bzw. angeregt haben. Incl. dem fachgerechten zerlegen der Büchse und der Schlösser. Alles nach Maßgabe wie es in den Anweisungen steht. Mal sehen wie weit ich komme. Passendes neues Gewehr von Pedersoli steht je nach Epoche zur Auswahl. Das erforderliche Exemplar muss natürlich vorher ausreichend geschossen und ungereinigt sein.


    Michl

  • dem Beitrag von sammler sprich dem Link in #53

    auf Seite 19 geht es um das Kugelgießen. Dort wird die Zugabe von etwas Talg oder Pech in das Blei empfohlen um die Oxidation zu vermindern.


    Bei Pech sollte es sich wohl um Faßpech bzw Kolophonium aus Baumharzen, was ja auch als Flußmittel beim Weichlöten verwendet wird handeln und nicht um einfaches Kiefernharz frisch vom Baum oder irre ich mich da?


    Beste Grüße!
    PS

    "No free man shall ever be debarred the use of arms. The strongest reason for the people to retain the right to keep and bear arms is, as a last resort, to protect themselves against tyranny in government. " (Jefferson)

  • Kolophonium gibt es im Elektronik Bauteilehandel (z.B. Conrad Elektronik) beim Lötmaterial (Döschen so um die € 3)

    Ja, aber das kann man tatsächlich billiger haben, denn das ebenfalls für diesen Zweck geeignete und von Patrio_Souverän erwähnte Stückchen Talg tut es ebenso

    und

    dieses kann, mit dem selben Effekt, einfach durch einen Kerzenrest, wie er in jedem Haushalt anfällt, ersetzt werden.

    Dabei spielt es auch keine Rolle, wenn das, wie heute zumeist üblich, eine Stearin Kerze ist.

    Ich überlege noch, wie ich es besser zum Ausdruck bringen könnte, daß ich zwar mit vielen Leuten hier dasselbe Hobby teile -

    aber ganz sicher nicht die Meinungen und Sichtweisen zu anderen Dingen . . .

  • Beim Gießen von Tariergewichten hab' ich immer Marvelux zugegeben.

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

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