Achtung: leer Abschlagen killt Schlagbolzen von FN - Browning 1906

  • Tja. "Neuen" Schlagbolzen bei http://www.asamnet.de/%7Eehrenred/ersatzt/fn1906.htm gekauft, danke Peppone ! 8)


    Interessantes Teil, komplett matt grau beschlagen, scheinbar fleißig gebraucht ? :/
    Verkehrt(!) herum paßt er perfekt ohne Spiel in den Schlagbolzenkanal, läßt sich auch wieder rausschütteln.
    Richtig herum geht er nicht rein, die letzten 3 mm stehen raus.
    Man beachte: diese "letzten" 3 mm gehen ganz einfach rein wenn man ihne verkehrt reinsteckt. :/:/:/


    Genaue Inspektion ergab das am Ende, bei der Trigger-Nase (ggü vom Schlagbolzenspitz) der Korpus ein wenig dicker ist.
    Was immer noch nicht erklärt wieso mit "dickem" Teil voran der Schlagbolzen ganz leicht reinging.
    Handfeile angeworfen und
    1. den Belag abgeschliffen und
    2. die dickeren Teil "begradigt"
    und schon flutsch der Schlagbolzen ohne Gewalt auch richtigherum hinein.


    Merhfach leer abgeschlagen, alles paletti. Die Unsitte, als Handtraining einhändig zu spannen und wieder abzuschlagen hab ich ja immer noch.
    Und siehe da, jetzt am abend beim wiederholten Zerlegen hat der Schlagbolzen keinen Spitz mehr, abgebrochen wie beim 60 Jahre alten Original !!! :wall::wall::wall:


    Bin völlig überfragt, aber scheinbar ist der SB aus einer Legierung, die wenn sie nicht gegen ein Zündhütchen donnert,
    sondern in der Luft endend, der SB Korpus vom Schlittengehäuse gestoppt wird, Risse bekommt. Gibts sowas? 8|


    Werde wohl einen zweiten OBI SB daraus bauen ... 8)

  • fn1906

    Hat den Titel des Themas von „Achtung: leer Abschlagen killt Schalgbolzen von FN - Browning 1906“ zu „Achtung: leer Abschlagen killt Schlagbolzen von FN - Browning 1906“ geändert.
  • Aber ist das jetzt so mega neu und ungewöhnlich, das Verschlüsse und Schlagbolzen mancher Schusswaffen es nicht mögen, wenn sie leer und somit ohne den Widerstand der Patrone betätigt werden?

    Kein Bogen- oder Armbrustschütze würde sich wundern, wenn ihm sein Gerät beim Leerschuss (vor allem beim wiederholten) um die Ohren fliegt...

    Oder hab ich hier was verpasst? :/

  • Aber fn1906 geht immerhin wissenschaftlich vor!

    Zwei Messwerte hat er jetzt bereits... :sla: !


    :hyster:


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
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    Gel(i)ebtes Forum... so muss das sein!

  • Gibts sowas?

    Schon mal was von "Prellschlag" gehört ? Eher nicht, oder? :cursing:

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Nö, tatsächlich nicht.

    Ich sehe im Geiste einen Zylinder in einer Röhre von einer Schlagbolzenfeder angeschoben ordentlich nach vorne rasen und mit dem Rand des Zylinderbodens auf das Ende des Schlagbolzenkanals krachen. Verzögerung immens, weil praktisch kein Bremsweg von voller Fahrt bis zum Stillstand, allerdings "vollflächig" am Rand des Bodens gestoppt.

    Mit viel Phantasie kann man sich vorstellen, dass der SB Spitz ungehindert durch das Loch im Schlagbolzenkanal rast und dann "von hinten" plötzlich mittels ZUGbelastung durch den SB gestoppt wird, ohne etwas getroffen zu haben, Bremsweg 0 mm.

    Die Alternative ist: der Spitz donnert in das Zündhütchen, Bremsweg 0,1 mm, wird STAUCHbelastet, und muss den ganzen Schlagbolzen bremsen (dieser kracht ja nicht auf den Schlagbolzenkanalboden)


    Mir will nicht in den Kopf wieso des Spitz' winziges Eigengewicht eine Zugbelastung generiert bei der er ermüdet(?) und schließlich beim 30ten Trockenabschlg abbricht, während er die wesentlich größere Masse der SB - zwar auf 0,1mm Bremsweg - locker aushält, tausendemale.


    Ich kenn nur ein Material das irre druckfest ist und Zug gar nicht mag : Beton.

    Bei Stahl hätte ich geschworen dass Zug- und Druckfestigkeit praktisch ident seien.

    Ist das nur bei der FN 1906 so arg?
    Haben die anderen Zentralfeuerer einen Lederring außen unten am SB, der dämpft, falls trocken abgeschlagen wird
    (und den Schlagbolzenkanalboden nicht berührt wenn mit Patrone abgeschlagen wird) ?

    Einmal editiert, zuletzt von fn1906 ()

  • winziges Eigengewicht eine Zugbelastung generiert bei der er ermüdet(?) und schließlich beim 30ten Trockenabschlg abbricht,

    Schwingungsverhalten gehärteten Stahls. Schwingungsbruch.


    Ich vermute, daß der SchlaBo nur an der Spitze gehärtet ist und dann eben durch die Prell-Eigenschwingung an der Härtgrenze bricht.

    Ausserdem war es kontraproduktiv, mit einer Feile die Spitze am Ansatz zu kerben ... sozusagen eine Sollbruchstelle zu generieren.

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  • Schon mal was von "Prellschlag" gehört ? Eher nicht, oder? :cursing:

    Nun Prellschlag ist die Erschütterung, die ein nach vorne rasender, plötzich gestoppter Kolben (Luftdruckgewehr) auf das Gehäuse überträgt und dabei die meinsten ZF killt, zumidest auf Dauer. Nur hätte ich schon angenommen, dass die Präzisionsoptik eines ZF ein bisserl empfindlicher ist als ein trocken abgeschlagener Schlagbolzen. Scheinbar lernt man nie aus.

    Das komische ist dass die FN 1906 zwar drei geniale Sicherungen hat, u.a. Magazin raus und Abschlagen der "vergessenen" Partone im Lauf ist nicht möglich, aber ein einmal gespannter SB kann nur durch Schießen oder eben trocken Abschlagen entspannt werden!
    Und zum Zerlegen ists dringend zu empfehlen den SB nicht gespannt zu haben,
    oder halt genau hinzuhöhren in welchem Zimmer er und die SB Feder nun zur Ruhe gekommen sind.

    Also irgendwie unintuitiv wie empfindliche eine Pistole ggü trocken Abschlagen sein kann
    obwohl sie nicht anders entspannt werden kann außer eben duch Abschlagen.

  • Schwingungsverhalten gehärteten Stahls. Schwingungsbruch.


    Ich vermute, daß der SchlaBo nur an der Spitze gehärtet ist und dann eben durch die Prell-Eigenschwingung an der Härtgrenze bricht.

    Ausserdem war es kontraproduktiv, mit einer Feile die Spitze am Ansatz zu kerben ... sozusagen eine Sollbruchstelle zu generieren.

    Au contraire! ich habe die Spitze nicht mal böse angeschaut (solange sie noch da war).
    Gefeilt habe ich ausschließlich am dicken Ende (bei der Triggerwarze), damit das Ding in den SB Kanal flutscht

  • Ich hatte das Problem mal bei meiner FN1900. Der Schlagbolzen ist aber beim Schießen gebrochen, nicht beim leeren Abschlagen, war schließlich über 100 Jahre alt und die Pistole hat, so wie sie aussieht 2 Weltkriege mitgemacht und war hinterher irgendwo versteckt, wo die Lagerungsbedingungen nicht ganz optimal waren.

    Das Problem habe ich dadurch gelöst, dass ich einen passenden Stahlnagel bearbeitet und in die Hülse eingesetzt und verlötet habe. Danach hat die Pistole wieder problemlos funktioniert, aber ich hab damit natürlich nicht hunderte Schuss abgefeuert, sondern nur ein paar zum Probieren, ist ja ein Sammlerstückchen und keine Sportpistole.

  • Habe mir vermutlich durch ein Jahr Trockentraining (Corona) den Schußboden gekillt. Glock 17 Gen 4. Noch ist es eine Vermutung; die Waffe ist gerade bei Glock. Der Schußboden ist etwa 1/3mm nach vorn gekommen. Waffe dadurch funktionsunfähig. Es scheint ein extremer Unterschied zu sein, ob man nach jedem (trockenen) Schuß
    händisch repetiert oder der Verschluß durch eine kontrollierte Explosion nicht ganz (!) nach hinten gedrückt wird.

  • Kyniker das hast du schon einmal geschrieben, ICH halte das für absoluten Quatsch. Weißt du, wie oft wir beim IPSC Training die Glocks leer abschlagen nach jedem Durchlauf! Ein Jahr Trockentraining...


    Und für alle, die so gerne zuhause Abschlagen (was durchaus gutes Training sein kann). Pufferpatronen sind nicht erfunden worden, um PUFF zu machen!

    Kauft euch ein Pack Pufferpatronen und ab ins Magazin. Ich nutze nur eine, aber wenn man Angst hat sich einen "Schußboden (was immer das sein soll)" zu killen, kauft halt 10 St. und repertiert die Pufferpatronen raus.


    Liegen bei Waffen eigentlich keine Anleitungen bei, so nach dem Motto "keine Katze in die Microwelle"...


  • ... Ist das nur bei der FN 1906 so arg?...

    Der Schlagbolzen der fn1906 und verwandter Konstruktionen ist länger als bei anderen Pistolen, denn Browning verwendet den Schlagbolzen auch als Auswerfer. Das Problem der gebrochenen Schlagbolzen beim trocken abschlagen ist bekannt und "Browning-typisch".

  • easy, der Schlagbolzen einer 1906 kostet 16 Euro,

    wenn mal kaputt, bestellt man sich gleich 2.

    Fast! Beim Ehrenreich 35 und mit Fracht sinds dann 48 für ein Stück !
    Bei einem Waffenzeitwert von 63-125 (die letzten Dorotheums-versteigerungen von 1906ern)
    zeugt diese Ersatzteilbeschaffung schon von echt immatriellem Wertschätzen meinerseits. :saint:

  • Alles nicht so einfach. mein gedämpfter Schlagbolzen scheint nun einen Furz zu früh zu bremsen. Klick, aber keine Zündung.

    Nun kann ich eintweder einen ein bisser längern Spitz in den zweitne kaputtel Schlagbolzen einbauen, oder darauf pfeifen und den Gummifleck wegtun. Schließlich wird der Stahnagel sicher nicht reißen beim trocken Abschlagen.


    Bin nämlich etwas nervös, wenn der Schuß ausbleibt, aber die herausgeholte Patrone dann doch eine winzige Delle im Zündhütchen hat.


    Wer hat Erfrahrungen wie lange es dauern kann bis zur Spätzündung eines zu zart gestupsten Zündhütchens ?


    Gibts das überhaupt dass ein zu schwacher Schlag zB 10 Sekunden später zünden kann?

  • Gibts das überhaupt dass ein zu schwacher Schlag zB 10 Sekunden später zünden kann?

    Ja !!

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

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  • Jetzt bin ich etwas irritiert?


    Wie spannst man da jetzt den Bogen von "leer abschlagen" zu " Zündhütchen mit Verzögerung" ???


    Hmmm...

    :think:


    Jens

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  • Also: zuerst habe ich den Schlagbolzenspitz #1 verloren durhc trocken Abschlagen. Habe für ordetnlich Kohle einen Ersatz beschafft, in der annahme dass das wohl nur ein Alterungsproblem sein kann, bei einer Waffer die konstruktionsbeding nur durhc trocken Abschlagen entspannt werdne kann.


    Nachdem der zwei SB ebenfalls dern Spitz zerbröseln lies, vermutlich ebenfalls durch trocken Abschlagen habe ich mich dem ersten SB zugewandt, der 1. einen Stahlnagel als Ersarzspitz bekam, der 2. ein bisserl länger war als das Original.
    Da dachte ich mir ich könnte den weiter oben fotographierten Gummianschlag ausprobieren. Dann würde der SB weich gebremst, aber zündet dank längerem Spitz genauso wie das ungedämpfte Oringinal.


    Sieht nun aber so aus als ob ich nun den SB-Spitz ein klein wenig zu früh bremse, weil das Zündhütchen zwar eine Delle hat, aber keine zündungstauglich tiefe Grube.


    Daher meine Frage nacht Erfahrungen betreffend Zündverzögerung durch zu schwachen Schlag, zwecks Risikoeinschätzung.

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