Corona-Hausarrest : wie nutzt Ihr diese Zeit

  • Bei mir sind es ja immer alte Orig Waffen, wenn die nach der Kontrolle in Ordnung befinde, baue ich die Schwanzschraube, tatsächlich mit Graphit Pulver wieder ein, aber nur um die letzten mm leichter fest zu bekommen.

    Die Alten Meister haben immer eine Kennzeichnung unter dem Lauf gemacht und da soll der Lauf und Schwanzschraube wieder bündig sein.

    Ich habe dann nicht vor, wieder zu lösen wenn das Gewinde, 150 oder 200 Jahre gehalten hat, wird es die nächsten 50 oder 100 Jahre auch halten.

    Aber eine Interessante Lösung, die mir mal eingefallen ist, möchte ich nicht vor enthalten, ich habe eine ca 150 Jahre alte Perkussion Büchse bei der der Vorbesitzer mir erklärte, er kommt beim putzen die Reinigung Läppchen fast nie mehr raus, ich habe dann festgestellt das der Pulversack den Gleichen Durchmesser wie die Züge und nicht wie das Feld hat und dann blieb er immer an den Zügen mit dem Läppchen hängen.

    Zu erst wollte ich eine dünnwandige Büchse ein setzen, aber dann hätte ich vermutlich zu wenig Pulver in den Pulversack bekommen, dann viel mir die Dornbüchse ein, da die Schwanzschraube genügend Material hatte habe ich von innen ein Sackloch gebohrt, ein m 5 Gewinde geschnitten und einen Dorn eingeschraubt, der den Putzstab am Ende der Züge stoppt, da ich mit Reinigungsschlauch putze, wird der Pulversack gut gesäubert und ausreichend Pulver bekomme ich auch rein.

    Gruß Peter

  • Bitte verzeih' enfield, aber zwei Anmerkungen hätte ich dazu:


    daß Du den Lauf nicht direkt im Schraubstock festspannst , sondern ein Messingblech , ( wenn Du es nur einmal brauchst , geht auch Alublech ) , dazwischen spannst ,

    Besser als Blech ist gehämmertes Leder zum Einspannen von Werkstücken.

    Leder beim Lösen von Schrauben zwischen Schraubendreherklinge und Schlitz geklemmt, verhindert unschöne Verformungen des Schraubenschlitzes.

    Ich selber nehme dafür einen uralten aber extrem stabilen "Engländer" , ( das ist der Verstellschlüssel , der wie ein "T" aussieht , bei dem man den oberen Balken herausdrehen kann ) .

    Was du beschreibst ist ein "Franzose". :)

    Engländer hat nur ein Maul.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Besser als Blech ist gehämmertes Leder zum Einspannen von Werkstücken.

    Leder beim Lösen von Schrauben zwischen Schraubendreherklinge und Schlitz geklemmt, verhindert unschöne Verformungen des Schraubenschlitzes.

    Hab ich auch mal versucht , aber trotzdem ich den Lauf so fest im Schraubstock mit Lederfutter festgespannt hatte , wie ich konnte , hat er sich beim Ausdrehen trotzdem etwas mitgedreht und ich war anschließend stundenlang damit beschäftigt , die zerquetschten Kanten des Achtkantlaufes wieder zu retten , vom anschließenden Nachbraunieren nicht zu reden .


    Diese Schwanzschraube war mit Sicherheit nicht mit Graphitpulver montiert worden !!! :) so fest wie die war !


    Für Schlitzschrauben , von denen hier ja zwar nicht die Rede ist , habe ich mir einen entsprechenden Schraubendrehersatz angefertigt , deren Schneiden immer saugend und in nahezu exakter Breite in die entsprechenden ( meist sehr schmalen ) Schraubenschlitze passen , seither habe ich keine vernudelte Schraubenköpfe mehr .

    Ist etwas Arbeit , lohnt sich aber definitiv !

    Nichts ist für mich häßlicher als ein verformter Schraubenschlitz oder Schraubstockmarken auf einem Werkstück !


    Was ich aber immer wieder feststelle , ist , daß die meisten Schrauben ohnehin viel zu fest angezogen sind . Nach "fest" kommt bekanntlich ganz schnell "ab" !!!


    Bei den schmalen Einstichen der alten Schrauben wüßte ich auch nicht , wie ich da auch noch Leder verwenden könnte .


    Was du beschreibst ist ein "Franzose". :)

    Engländer hat nur ein Maul.


    Danke für Deine Korrektur , ich wußte tatsächlich bisher nicht , wie dieses Teil wirklich benamst ist , HA - wieder etwas dazu gelernt ! ::frinds::

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Und so ein Teil - ich habe Engländer in verschiedenen Grössen - ist immer wieder nützlich...

    Für eine einzelne Schraube draussen vorm Haus?

    Da reicht de rmeistens, anstatt dreimal zu laufen, bis man den Riochtigen hat, bzw. den ganzen Werkzeugkoffer rausschleppt... :wall:

    Bei seltener auftretenden zölligen Grössen oder so'n Schei$$, wie 14 oder 16 mm :shock:

    Ist der universelle Engländer ganz nett.

    Ich habe auch einen, den man nur schieben muss, anstatt die Schlüsselweite "zu kurbeln" und einen, der sogar als Ratsche funktioniert.Letzterer ist allerdings nichts für schwer lösbare Schrauben...


    Sie sind nicht der Ersatz für "richtig gutes" Werkzeug, aber eine gute Ergänzung!


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gel(i)ebtes Forum... so muss das sein!

  • ... im Schraubstock mit Lederfutter festgespannt hatte ...

    Erst mal Dank dafür, daß du ob meiner "Klugscheisserei" nicht eingeschnappt bist. ::frinds::


    Dann noch was zum Leder: Wie ich schrob, muß normales Leder erst mit einem Hammer bearbeitet/flachgeklopft werden um es zum Einspannen verwenden zu können.

    Alternativ kann man sich auf einem Flohmarkt eine (sehr) alte Ledermappe/Aktentasche holen und da Flicken zurechtschneiden.

    Den Tipp hab' ich vor Jahrzehnten von einem Restaurator bekommen ... und es funzt wirklich.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Danke Markus für die ausführliche Beschreibung. In der Tat habe ich das Herausdrehen einer Schwanzschraube auch in den aktivsten früheren Zeiten tunlichst vermieden. War immer der Meinung, "dat därf nur de Büxenmacher".

    Allerdings gab's da auch nicht diese Endoskope für Laien, die solche Schweinereien im Pulversack hätten aufdecken können.

    Ich gestehe, mal wieder unvorsichtig gewesen zu sein, indem ich feine Stahlwolle (000) auf ein Stahlstängchen mit gezackten Kopf gewickelt habe und dann mit dem Akkuschrauber, langsame Drehzahl, den Pulversack versucht habe, zu reinigen und Kanten zu glätten.

    Das Ergebnis entsprechend aufwendig, mit Pinzette, Druckluft etc. die zerrissene Stahlwolle wieder rauszubefördern.

    Wenn ich das mit der Schwanzschraube demontieren tatsächlich machen sollte, müsste ich dann wohl mit einem Spezialbohrer den Pulversack 'angreifen'?

    :f_eu: Hôni soit qui mal y pense ! :f_eu:

  • Wenn ich das mit der Schwanzschraube demontieren tatsächlich machen sollte, müsste ich dann wohl mit einem Spezialbohrer den Pulversack 'angreifen'?

    Richtig !

    Aber dieser "Spezialbohrer" ist sehr einfach selber anzufertigen : Du spannst einfach einen ( ziemlich ) untermassigen Messingstab in Deine Bohrmaschine , läßt die langsam laufen und hältst eine ( möglichst neue ) Feile , mit der noch nie Stahl gefeilt wurde ( dann greift sie nämlich nicht mehr gut auf Messing ) dagegen und "drehst" den Stab möglichst auf das Profil Deines Pulversacks . Bei Originalen ist der meistens konisch mit rundem Boden , bei fast allen mir bekannten Repliken aber , zur Vereinfachung der Herstellung , zylindrisch , dann erübrigt sich das Drehen .

    Dann sägst Du den "Bohrer" der Länge nach in etwas über der Tiefe der PS-Bohrung ein , schiebst einen Streifen Schmirgelleinen ( Körnung 100 - 120 ) ein , wickelst den um den so gefertigten Halter und gehst mit moderater Drehzahl und etwas Öl oder WD-40 zum Kühlen in die Bohrung .

    Du wirst sehen , daß Du auf diese Weise innerhalb von ein paar Minuten eine super Oberfläche erreichst .

    Theoretisch müßte das bei entsprechend langer Stange sogar ohne die Demontage der Schwanzschraube gehen , ich hätte aber Angst , beim Einführen/Arbeiten Kratzer in den polierten Lauf zu machen , in denen sich dann beim Schießen Dreck festsetzen kann .


    Ich an Deiner Stelle würde mir diese komplette Arbeit aber sparen , die Rauhheit im Pulversack spielt nämlich nach m.E. überhaupt keine Rolle , weder bei der schnellen Zündung noch der Präzision beim Schuß .

    Spätestens nach dem dritten Schuß hast Du ohnehin eine Kruste von SP-Rückständen , die sogar die Rauhtiefen überdeckt , im Pulversack , selbst wenn der spiegelblank ist .

    Und wenn Du nach dem Schießen zum Reinigen , so wie ich , einfach heißes Wasser mit etwas Spüli durchpumpst , bis kein Dreck mehr kommt , danach gut trocknest , anschließend mit Spiritus das Restwasser bindest und danach ölst , kann doch gar nichts passieren .

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Historisch gesehen müsste man ja wie in den Dienstvorschriften der Armee Napoleons oder Blüchers Backsteinpulver zum reinigen nehmen.

    Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.

  • Viel Vergnügen dabei grin-.)grin-.)grin-.)

    Glaub ich dir gerne. Aber es ist nicht so "gefährlich" wie es sich liest. Der Grund ist das z.B das Wort Hammerschlag nichts mit dem heutigen Hammer schlagen zu tun hat. Auch nicht der Schmirgel. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit einmal die Mühe gemacht und die alten Dienstanweisungen aufgeschlüsselt. Rein der Interesse halber. Und alles in heutige brauchbare Zutaten umgesetzt. Chemiefrei.


    Die Gewehre mussten ja unter allen Witterungsverhältnissen funktionieren. Und gepflegt werden. Leinwand, Kalk und Hirschmark. Messingteile mit Trippel und Branntwein. Schlösser und schrauben mit Baumöl. Die Batterie wurde mit Binsenstein ausgerieben. Zinnasche und Baumöl. Zinnasche wurde durch 6 Stündiges kochen von englischem Zinn als gelber Belag abgeschöpft. Und mit Schmirgel gemischt. Schmirgel haben die Schmirgler geliefert. Das waren die Handwerker welche die geschmiedeten Läufe geschmirgelt haben. Ach da gab es einiges.


    Was viele nicht wissen. Wenn die Preussische Armee exerziert hat bei Anlässen wurden alle Schlossteile etwas gelockert beim Griffe kloppen. Dadurch hat es über den ganzen Platz sehr laut gescheppert. Das gefiel den Generälen besonders gut.

    Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.

  • Glaub ich dir gerne. Aber es ist nicht so "gefährlich" wie es sich liest. Der Grund ist das z.B das Wort Hammerschlag nichts mit dem heutigen Hammer schlagen zu tun hat.

    Ist im Lauf aber ziemlich abrasiv .

    Tatsächlich benutze ich Ziegelmehl zum Polieren sowie zerstoßenen Hammerschlag ( davon habe ich vom Damastschmieden einen ganzen Eimer voll ) zum Aufarbeiten leicht verrosteter Schloßplatten etc . Hammerschlag ist nämlich nicht so aggressiv wie Schmirgel , der kommt nur bei tieferen Narben zum Einsatz .

    Gibt aber trotzdem immer richtig schwarze Pfoten beim Arbeiten damit ::frinds::

    Heute ist der Erste Tag des Restes unseres Lebens - machen wir das Beste daraus ! :bud:

  • Wie wärs mit Schlämmkreide zum polieren?


    Nehmen wir in der Dentaltechnik.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Da ich trotz erster Impfung nach wie vor den Schießstand bei uns noch nicht aufsuchen kann, habe ich mich gefrustet dazu verleiten lassen, doch noch mal einen VL Revolver zu erwerben.

    Uberti / Remington / .36 für Kugel .378 /

    Serien-no 68010.

    Kennt sich jemand mit den Uberti Serien Nummern aus, da mir der Händler das Herstellungsjahr dieses Stück's nicht nennen konnte?IMG_20210506_202123.jpg

    IMG_20210506_202048.jpg

    IMG_20210506_201932.jpg

    :f_eu: Hôni soit qui mal y pense ! :f_eu:

  • wenn ich das richtig sehe ist da ein Stempel mit AD im Quadrat auf der rechten Rahmenseite. AD steht für 1978, das Eisen ist also 1978 im Nudeltunkerland beschossen und mit ziemlicher Sicherheit auch gebaut worden.

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    "Cowards never lasted long enough to become real cowboys"

    Charles Goodnight

  • Stimmt. Das müsste AD sein!

    ---------------
    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!