Beiträge von Maddin

    suveran :
    Natürlich bin ich des Lesens auch mächtig. Ich kenne den Kollegen aus div. anderen Foren und weiß, dass seine Seite nicht immer aktuell ist, was seinen Informationsstand angeht. Fragen geht immer.


    @ Radi:
    Sind schon einige Einzelstücke, die durchaus unterschiedlich zu bewerten sind. Da die von Dir abgebildete Waffe wohl aus der Sammlung des genannten Kollegen stammt (siehe HP, L01), wärest Du hier vermutlich am ehesten weitergekommen. Mehr wollte ich auch nicht weitergeben. Sammeln, vor allem seltener Stücke, war nie wirklich billig... ;)

    Ich bin ein Neuer, daher erst einmal ein freundliches Hallo in die Runde.


    Nun habe ich die sechs Seiten dieses zugegeben schon älteren Threads durchgelesen. Ich besitze mehrere UHR in .22 und möchte ein paar Dinge ergänzen:


    Eigentlich gibt es nur einen klassischen Unterhebel in .22lr - Marlin 39A (1891). Alle anderen Konstruktionen kamen erst wesentich später (Ende der 60er Jahre) dazu: Browning 1968, Erma 1970, Winchester 1972.


    Erma EG 71 vs. EG 712
    - Das EG 71 war Ermas erste Version und nur für das Kaliber .22lr eingerichtet. Erma hatte sich bei der Konstruktion auf das wesentliche konzentriert, wenige Teile, preiswerte Herstellung. Das hat Vor- und natürlich Nachteile. Einer der wesentlichen Vorteile ist die leichtgängige Mechanik, die zudem einfach zu justieren ist. Ich habe selbst ein EG 71, das (abgesehen von einem Problem mit RWS Muni => die Zuführung hakelte, weil die Hülse etwas dicker war) völlig problemlos funktioniert und dabei wirklich akurat schießt. Die Nachteile ergeben sich aus vielen Druckgussteilen und einem verstifteten Lauf. Ersatzteile gibt es noch bei CDS.
    - Das EG 712 ist die Weiterentwicklung, nun auch für die Kaliber .22 long und .22 short ausgelegt. Mehr Teile, noch weniger Stahl, aber ein gutes Gewehr. Von einigen gegenüber dem EG 71 bevorzugt.


    Der Henry UHR basiert auf dem Erma EG 712 mit mehr Plastik statt Spritzguss. Der Gründer von Henry (Lou Imperato) arbeitete bei Ithaca, unter deren Label das Erma in den USA vertrieben wurde. Als Erma Konkurs ging, hat Mr. Imperato die Patente und Fertigungsmaschinen von Erma übernommen. Auch der Mossberg UHR entspricht übrigens technisch dem Erma 712. Das größte Problem der Amis aktuell ist die sehr stark schwankende Qualität, vom Präzisionsgewehr (sofern man bei einem KK-UHR davon sprechen kann ;)) bis zur Gießkanne ist alles möglich.


    Man kann sich darüber streiten, ob es eine gebrauchte Waffe zu teilweise unanständigen Preisen oder eine Neuwaffe sein darf/muss. Hier kommen wir zu meinem Favoriten =>


    Browning BL 22 resp. Miroku ML 22, ich war verwundert, dass diese Waffe hier noch gar nicht erwähnt wurde. Beide Waffen sind identisch und werden seit der Markteinführung bei Miroku in Japan gefertigt. Je nach Land/Vertriebsweg gibt bzw. gab es beide Versionen parallel. Die Waffe kostet aktuell neu das gleiche wie eine gebrauchte Winchester, die zwar den Namen des berühmten Vorbilds trägt, technisch aber praktisch eine Neuentwicklung war (ich habe beide, die 94 in 30-30 und die 9422). Bsonderheit des Browning sind der kurze Repetierweg (nur 33°) und die Tatsache, dass der Abzug in den Unterhebel integriert ist. Repetiert sehr schnell! Der Abzug ist werkseitig sehr hart (manche mögen das) aber einfach durch den Tausch von wenigen Federn zu tunen. Meine Empfehlung!