Beiträge von swisswaffen

    Doch, das war so. Nur wurden die von den "Zeughäusern" ausgegeben und von den "Zeughäusern" nummeriert und es wurden die korrekten Bajonette ausgegeben. Und das Ganze wurde dann durch die "Zeughäuser" ins Dienstbüchlein des Soldaten eingetragen.


    Wenn dies nachträglich ausserhalb der Armeelaufbahn geschieht, dann ist das aus meiner Sicht nicht mehr original. Eine "Sammleranfertigung", sofern das kommuniziert wird, oder dann eine "Fälschung", wenn es nicht kommuniziert wird.


    Oft werden dann:

    - die falschen Bajonetttypen verwendet (wie im aktuellen Beispiel)

    - Bajonette verwendet, welche vom Alter her nicht passen (wenn das aktuelle Beispiel jetzt ein K11 wäre, mit korrektem Bajonetttyp, dann würde das Bajonett aufgrund der Herstellung nach 1950 mit allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht stimmig sein)

    - falsche Schlagzahlen verwendet bzw. die Nummern werden gar graviert statt geschlagen

    - Nummer auf der falschen Seite des Bajonetts eingeschlagen/graviert


    Es darf sich jeder selbst ein Bild davon machen, ob das noch Original ist oder nicht.


    Mir wurde schon ein seltenes Infanteriegewehr 1889/96 in der Armeeversion angeboten. Als Original. Mit gravierten Nummern und nummerngleichem Bajonett 1918. Beides absolut unmöglich!


    Oder Zielfernrohrkarabiner 55 mit nummerngleichem Bajonett. Die hatten nie ein Bajonett mitgeliefert.


    Wenn man nun so etwas an einer Waffe entdeckt, dann stellt sich ganz schnell die Frage, ob das die einzige "Manipulation" an der Waffe ist, oder ob da eventuell noch andere Dinge "aufgefrischt", "ersetzt", "angepasst" oder "verschönert" wurden.


    Apropos Zielfernrohrkarabiner 55: nach Ausmusterung des ZFK und dem Verkauf aller Ersatzteile an eine private Firma, wurden aus den Teilen ca. 100 solche ZFK neu zusammengesetzt und nummeriert. Auch da stellt sich die Frage, ob das ein Original ist oder nicht.


    Noch allgemein: die Schweizer Waffen waren NIE im Ernsteinsatz. Somit sind 98 bis 99% der Waffen nummerngleich. Und die 1 bis 2 Prozent beziehen sich meistens auf ein Magazin, welches NACH der Armeekarriere vertauscht oder ersetzt wurde; oder dann auf ein Gebastel in Privatbesitz. Die Waffen waren persönlich und jeder Soldat musste seine Waffe an periodischen Inspektionen vorzeigen. Und dort wurden der Zustand und ALLE Nummern geprüft. Ersetzte Teile erhielten von den Waffenmechanikern die Nummer der Waffe. Ein Magazin, welches im Dienst ersetzt wurde, war also wieder nummerngleich.


    Darum setze ich persönlich bei Schweizer Waffen den Massstab bezüglich Nummerngleichheit und Originalität um Welten höher als zum Beispiel bei einer P08 oder einem K98 aus dem 2. Weltkrieg. Die hatten einiges mehr erlebt und es wurde einiges mehr daran verändert; und da ist es dann auch nicht einfach zu bestimmen, was Original ist und was nicht.


    Ich habe in meiner Sammlung einen Revolver 1882, bei welchem die Trommelachse eine Nummer +1 der Waffennummer hat. Da kann man von einer Verwechslung bei der Montage in der Fabrik ausgehen.


    Fazit: für mich ist bei Schweizer Waffen alles Original, was durch den Hersteller oder die Zeughäuser vorgenommen wurde. Alles was nach Ende der Dienstzeit passiert ist, ist für mich nicht mehr Original. Wie gesagt: das ist mein Standpunkt.

    Eben. Habe ich mir gedacht. Dann geht meine Theorie auf.


    Die ersten hergestellten Dolch-Bajonette 1918 hatten den Hersteller Waffenfabrik Neuhausen (Picture).

    Dann kam bis 1949 die Bezeichnung "Elsener Schwyz" (bis und mit dem Jahr 1949, Picture)

    Schliesslich wurden sie ab 1950 mit "Elsener Schwyz Victoria" (ab dem Jahr 1950, Picture) bezeichnet.


    1950 wurden die Langgewehre bereits liquidiert und sicher nicht mehr neu eingesetzt. Bajonette der letzten Serie waren noch viele unnummeriert in den Zeughäusern, als diese dann ebenfalls liquidiert wurden.


    Und da kommen heute findige Köpfe drauf, solche Bajonette mit einer Waffe nummerngleich zu schlagen. Ob das nun "Betrug" oder eine "Sammleranfertigung" ist, sei mal dahingestellt.

    Weil diese Leute eben doch nicht so findige Köpfe haben, bedenken sie nicht, dass zu gewissen Gewehrtypen nur gewisse Bajonette ausgegeben wurden und dass dann der Hersteller stimmen muss.


    Fazit: das Bajonett Deines Langgewehrs ist der falsche Typ und wurde nachträglich nummerngleich gemacht.

    Mit einem begehbaren Waffenschrank problemlos lösbar......


    Aber: das Bajonett auf dem Bild (Dolchbajonett 18) wurde nicht zu den Langgewehren ausgegeben. Du müsstest Dir ein Dolchbajonett 1899 besorgen. Das Bajonett auf dem Bild wurde vermutlich im Laufloch ausgeschliffen, dass es passt. Karabiner haben 14mm Laufdurchmesser aussen, Langgewehre 15mm.

    swisswaffen  
    Sehe ich das richtig dass dein Post #42 hier eine Unterstellung ist und kein Fakt


    Er schrieb "Der Zöllner würdigte der Ware keinen einzigen Blick." Und somit lag auch keine Importbewilligung vor, bei der Kontrolle dieser hätte die Ware definitiv "gewürdigt" werden müssen (Serienummer etc.).


    Ein gutes Beispiel, dass auch der Zöllner nicht wusste, was im Waffengesetz steht.


    Im Post #46 hat es dann Unterstellungen; die sind auch als solche gekennzeichnet....

    Und WENN ihr dann motzt, dann verstopft bitte nicht unsere grenznahen Tankstellen ;)

    Ommmmm, ich habe keine Probleme mit unseren deutschen Nachbarn *g*


    Es ist Ok, zu profitieren. Und wie ich geschrieben habe, beide Seiten profitieren. Vorwürfe hört man nur von Menschen, welche nicht aus dem Grenzgebiet stammen und somit die Kultur in diesen Gebieten nicht von sich aus kennen.


    Ich muss auch feststellen, dass sich viele Schweizer in Deutschland ungebührlich verhalten. Dafür schäme ich mich. Meistens aber solche, die vom Landesinnern kommen.

    Ja, der Zoll ist zufriedengestellt. Aber angemeldet wurde die Waffe nur (Sorry, das unterstelle ich jetzt mal), weil man dann die ausländische Mehrwertsteuer zurück erhält. Und man weiss, dass der ausländische Zoll hohe Beträge mittels verdeckten Signalen den Schweizer Kollegen mitteilen.


    Einfache Rechnung: ich zahle brav die Schweizer Mehrwertsteuer von 7.5% und kann dann die ausländische Mehrwertsteuer von 20% (A, in D wären es 19%) zurückverlangen.


    Zum einen ist nun das Produkt absolut günstiger (rein vom VP inkl. Mwst her) UND ich kriege nochmals 12.5% zurück. Wäre das mit den 12.5% und der verdeckten Übermittlung nicht so, dann würden nicht so viele Waren beim Import gemeldet, sondern würden wohl einfach im Kofferraum bleiben.


    Ich fahre normalerweise selbst einmal pro Woche nach Deutschland und wurde in den letzten Jahren NIE kontrolliert oder angehalten. Gut, ich bin auch nie ausgestiegen um einen Beleg abstempeln zu lassen. Denn ich habe vier Kinder und damit eine Freigrenze von sechsmal CHF 300.-. Trotzdem könnte ich die deutsche Mwst jeweils zurückverlangen. Aber ist das fair, wenn ich absolut steuerfrei einkaufe? Nein. Die ehrliche Antwort ist aber: es gurkt mich an, auszusteigen und Schlange zu stehen *gg*

    Die Import-Bewilligung würde meines Wissens CHF 50.- kosten (+ CHF 20.- für einen allfällig neu zu bestellenden Strafregisterauszug). Somit spielen diese Kosten bei der in Aussicht gestellten Ersparnis keine Rolle......


    Ich wundere mich einfach immer wieder, wie die Leute die Kriminalstatistik im Bereich "Verstösse gegen das Waffengesetz" in die Höhe treiben und dabei einen Eintrag ins Strafregister riskieren. Für ein Messer oder eine Airsoft, welche sie aus Jux auf dem italienischen Wochenmarkt gekauft haben oder weil sie ein paar Euro/Franken beim Import einer Luftpistole sparen wollen.


    Aus reinem Bauchgefühl sagt mein Rechtsverständnis auch, dass es doch kein Problem sein sollte, Airsofts einfach so mitzunehmen. Sind ja frei, im Ausland und in der Schweiz. Aber der Gesetzgeber sieht das anders.


    Ich bin übrigens ein Verfechter davon, dass man die ausländische Mehrwertsteuer nur dann zurückverlangen darf, wenn man die Schweizer Mehrwertsteuer bezahlt. Dies ab einem Betrag von CHF 300.- pro Posten und/oder Person.


    Hier noch die weiteren relevanten Artikel:

      Art. 41Begriffe

    1 Als Waffen gelten:

    (...)

    f.Druckluft- und CO2-Waffen, die eine Mündungsenergie von mindestens 7,5 Joule entwickeln oder aufgrund ihres Aussehens mit echten Feuerwaffen verwechselt werden können;

    g.Imitations-, Schreckschuss- und Soft-Air-Waffen, die aufgrund ihres Aussehens mit echten Feuerwaffen verwechselt werden können.


      Art. 39 Bewilligung für nichtgewerbsmässiges Verbringen in das schweizerische Staatsgebiet

    (Art. 25 Abs. 1 und 2bis WG)1

    1 Das Gesuch um die Bewilligung für das nichtgewerbsmässige Verbringen von Waffen, wesentlichen Waffenbestandteilen, Munition oder Munitionsbestandteilen in das schweizerische Staatsgebiet ist auf dem dafür vorgesehenen Formular und mit den folgenden Beilagen bei der Zentralstelle Waffen einzureichen:

    a.2Original des von der zuständigen kantonalen Behörde ausgestellten Waffenerwerbsscheins, wenn der zu verbringende Gegenstand waffenerwerbsscheinpflichtig ist;

    b.3Auszug aus dem schweizerischen Strafregister, der höchstens drei Monate vor der Einreichung des Gesuchs ausgestellt wurde, wenn es sich um Waffen oder wesentliche Bestandteile nach Artikel 10 Absatz 1 WG oder um Munition oder Munitionsbestandteile handelt;

    c.Kopie des gültigen Passes oder der gültigen Identitätskarte;

    d.amtliche Bestätigung nach Artikel 9a WG.

    2 Die Bewilligung berechtigt zum gleichzeitigen Verbringen von höchstens drei Waffen oder wesentlichen Waffenbestandteilen in das schweizerische Staatsgebiet. Sie ist sechs Monate gültig und kann um höchstens drei Monate verlängert werden.

    Und für alle, die es dem Threadersteller nachmachen wollen:


    Erkundigt Euch beim fedpol, was erlaubt ist und was nicht. Erkundigt Euch nicht beim Zoll, denn die können nicht alles wissen.


    Wenn ihr Geld spart, auf illegale Art und Weise: prahlt nicht damit: denn auch hier könnten (Schweizer-)Behörden mitlesen.


    Und ja, ich finde das mit den Importbewilligungen für solche mit Feuerwaffen verwechselbaren Waffen auch nicht optimal. Doch Gesetz ist Gesetz!


    Hier der Artikel aus der Verordnung:

      Art. 6 Mit Feuerwaffen verwechselbare Waffen

    (Art. 4 Abs. 1 Bst. f und g WG)

    Druckluft-, CO2-, Imitations-, Schreckschuss- und Soft-Air-Waffen sind mit Feuerwaffen verwechselbar, wenn sie auf den ersten Blick echten Feuerwaffen gleichen, und zwar unabhängig davon, ob eine Fachperson oder sonst jemand nach kurzer Prüfung die Verwechselbarkeit erkennt.



    Schon James Bond hat mit einer Walther Luftpistole auf dem Filmplakat posiert, da dürfte obiger Artikel ziemlich weiträumig auslegbar sein.

    Es ist ganz Ok, über den Gartenhag zu fressen. Beiderseits. Und das geschieht auch von beiden Seiten.


    Die Deutschen haben die Grenze zur Schweiz zuerst geschlossen und da kamen auch gleich die ersten Stimmen auf, dass sie nun endlich in Ruhe in ihren Läden einkaufen könnten. Nicht beachtet wurde, dass die deutschen Pendler, welche in grosser Zahl ihr nicht gerade kleines Einkommen in der Schweiz abholen, nun 60 bis 120 Minuten pro Weg am Zoll stehen müssen. Es wurde auch nicht einbezogen, dass die Schweizer Einkaufstouristen halt nicht einen unbeträchtlichen Beitrag (z.T. bis 80%) an die Detailhandelsumsätze des grenznahen deutschen Raums beitragen (bzw. beigetragen haben). Das Geld bleibt nun in der Schweiz.


    Die Grenzsituation ist für beide Seiten wichtig und förderlich. Alle die in Bern oder Berlin sitzen, sehen das aus der Ferne mit Schadenfreude und mit Neid. Doch dass viele Politiker nicht mal bis zur eigenen Nasenspitze denken können/wollen, ist uns bekannt....


    Zum Threadersteller: er hat wissentlich oder unwissentlich ILLEGAL eine Waffe in die Schweiz importiert und so gegen das Waffengesetz verstossen. Er verfügt nicht über die notwendige Importbewilligung des fedpol, welche auch für Druckluft (bzw. Anscheinswaffen) notwendig ist. Auch eine Airsoft darf nicht ohne diese Bewilligung in die Schweiz verbracht werden, obwohl die Waffe dann in der Schweiz ab 18 Jahren frei verkäuflich ist.

    Hier waren die Schweizer cleverer, die haben zB auf ihren P210nern einfach ein P oder A mit eingestanzt.:f_ch:

    Im Krieg gab es auch da ganz wenige Ausnahmen; beispielsweise wurden viele Pistolen 06/29 aus der Privatserie im Luftschutz (= Armee) eingesetzt, d.h. die Armee hat auch diese Waffen bezogen.

    Ein "A" gab es erst ab 1949 mit Einführung der P49 (SIG P210). Vorher hatten die Armeeversionen einfache eine Nummer ohne Präfix, die Privatversionen hatten eine Nummer mit "P"-Präfix, wobei das "P" integraler Bestandteil der Nummer war. Ein nachträglich gestempeltes "P" zeigt ja dann an, dass die ehemalige Armeewaffe ins Eigentum des Soldaten übergegangen ist.


    Aber Peanuts *g*


    Danke für den spannenden Artikel und den Infos zu den P38-Magis.

    Wisst ihr was mir noch lieber wäre?


    Wenn der Bund (bzw. die ZSA-Stelle) die Behörde direkt informieren würde, wenn bei meinem Strafregister eine Änderung eintreten würde. Die zuständige Kapo abonniert somit die Aenderung und kriegt alles mit. Ich gebe dazu mein Einverständnis. Wird bei mir sehr langweilig, da im ZSA seit 30 Jahren immer das Selbe drin steht......