Beiträge von Wolfgang Seel

    .... dass die speziell notwendigen Sammelkenntnisse nur begrenzt vorhanden sind. ...


    Deshalb das Koblenzer OVG-Urteil aus 2004 gegen den sogenannten "Berufsjäger", das die "Sammlerbefähigung" in die Verwaltungspraxis des § 17 WaffG eingeführt hat, von der sich die Waffenbehörde zu überzeugen hat. Ob die Waffenbehörden fachlich dazu in der Lage sind, ist eine andere Frage.


    Ja, es ist dieser Fall, wenn meine Hardware-Probleme (PC-Wechsel + zeitweil nur LibreOffice) bereinigt sind, nenne ich gerne die Aktenzeichen der anderen Verfahren in dieser Angelegenheit. Der Waffensammler ist unterdessen verstorben.

    So sehe ich das - wie sind eure Erfahrungen auf diesem Gebiet?


    Die WaffVwV ist eine Handlungsanweisung an die Waffenbehörde, mehr nicht. Wenn der Fall vor dem Verwaltungsgericht landet, dann sieht es etwas anders aus, siehe dazu den Fall, der vor Jahren vor dem Landgericht Siegen landete. Da ging es um eine MAB-Pistole aus der Nachkriegszeit, die der Waffensammler auf "vor 1945" geschönt hatte und um eine LUS Dev Tec- die auf Semiautomatik geändert worden war. Ein Sammlerverband hat daraufhin Klimmzüge gemacht, um Begriffe wie Original, Originalstück etc. mit Inhalten zu versehen.

    Brünierung kann "kaputt gehen" und repariert werden,

    Nach Jahrzehnten ist die Brünierung abgenutzt, das ist dann der Zustand zu diesem Zeitpunkt, eben zu diesem Zeitpunkt, der Originalzustand. Der wird nicht "repariert", sonder es wird dafür gesorgt, dass er so erhalten bleibt. Neubrünierung macht das Sammlerstück wertlos.


    der Zustand der Werksauslieferung das Maß der Dinge für den "Originalzustand",

    Nein, siehe oben

    in welchem Umfang umfasst die Sammelerlaubnis Abweichungen vom Originalzustand?

    Wortwörtlich so, wie er in der Formulierung des Sammelzieles auf der roten WBK genannt ist.

    Üblicherweise ist in einem Pulverpressling nur Pulver drin. Wäre noch was anderes drin, womöglich explosionsgefährliches, dann wäre das ganze schon vorher in die Luft geflogen.


    Hilfreich wäre der Hinweis auf Pellets mit Bohrung aus den USA gewesen. Die sind leider in Deutschland nicht erhältlich/zugelassen.

    Ich wärme das Thema auf:


    Die Zündnadelgewehre mit kleinem Kaliber Chassepot und Dörsch (NICHT Dörsch-Baumgarten) können mit Schwarzpulver-Presslingen geschossen werden. Bei Dörsch ist es sogar unerlässlich, den Pressling mit 3 mm zu durchbohren, weil die Zündnadel (im Unterschied zum Chassepot) durch die Ladung durchdringen muss. Beim Dörsch würde die Säule des losen Pulvers die Zündnadel bremsen.


    Wie ist die rechtliche Einschätzung?

    Danke für die Rückmeldung.

    Ja, das Abbrandverhalten von Presslingen ist bekannt. Mit der 3 mm-Bohrung steht aber nach der Zündung eine große Abbrandfläche zur Verfügung, die - so hoffe ich - eine zügige Umsetzung bewirkt. Ein Weg wäre, handelsübliche Presslinge zu durchbohren, mit Proxxon-Fäser im Akku-Schrauber kein Problem.

    Das Pressen der Pulversäule erzeugt einen Pressling? Das heißt, die gepresste Pulversäule bleibt stabil? Ich frage deshalb, weil ich mit einem kleinkalibrigen Zündnadelgewehr schießen will. Dabei bremst die volle Pulverladung in der Papierhülse die Zündnadel. Ein Presskörper (Durchmesser ca. 11 mm) mit einer durchgehenden Bohrung von 3 mm Durchmesser in der Mitte könnte die Lösung sein.

    Dein letzter Absatz ist etwas rätselhaft. Willst Du mehrere Ausgaben eines "Gutachtens" einreichen?


    Du solltest Deine Ausarbeitung zur kulturhistorischen Bedeutung der beabsichtigten Waffensammlung gemeinsam mit dem Antrag einreichen, die Waffenbehörde wird den Antrag nicht eher bearbeiten, bis ihr alle Informationen vorliegen.


    Was bedeutet "entsprechenden Vorgang schon mal angelegt"? Hat sich der Sachbearbeiter (hoffentlich positive) Notizen gemacht?

    ....

    Fakt ist, dass bei einem finanziellen Aufwand von 20.000 +X € für eine originale Henry Rifle, oder mit 68.000 + X € (Preis vor 12 Jahren) für eine COLT Root im Kal. 68 mit US Abnahme etc. - diese angebliche 3 Jahres Vorgabe schon deswegen völlig ad absurdum geführt wird.

    Siehste, genau das ist Fakt. Es hängt davon ab, was Du dem Sachbearbeiter präsentierst und was er akzeptiert. Da die Fachkompetenz der 550 unteren Waffenbehörden sehr unterschiedlich ist - in einigen Bundesländern keine kompetenten Aufsichtsbehörden existieren - so kann eine liberale Vollzugspraxis gut für den Antragsteller sein. Deshalb wünsche ich Dir weiterhin einen guten Dialog mit Deinem Sachbearbeiter.

    Man soll ja eine Frage nicht mit einer Gegenfrage beantworten, aber wo kommt die Vorstellung her, mindestens alle drei Jahre eine Waffe kaufen zu müssen?


    Du wirst mir zustimmen, dass der Kauf eines Colt Paterson im Original für Dein Sammelziel doch für mindestens 5 Jahre reichen muss. :)

    Mut?

    Welcher Mut?

    Das Sammelgebiet ist das Ergebnis eines Dialogs zwischen meinem SB und mir.


    Was soll am Erwerb eines ACW wie aussehen? I.d.R. sind die frei ab 18 mit ein paar Ausnahmen...


    Ich meinte schon die hochpreisigen Original-Hinterlader des US-Bürgerkriegs.

    .... Wenn das Sammelziel also erreicht ist, dann geht´s wie weiter, wenn keine zweites Sammelthema eröffnet wurde.

    Man erfreut sich der Sammlung, oder wie?

    Entschuldigt meine naive Fragerei!


    Ist das Sammelziel erreicht, dann kann erweitert werden, z.B. auf Beutewaffen, auf Fertigungen nach 1945, auf andere Verschlußsysteme, auf andere Länder etc.


    Bislang war es allgemeine Rechtspraxis, dass nach Erfüllung zu 2/3 schon eine Erweiterbarkeit gegeben war. Das bayr. LKA nannte 60 %.


    Man sollte aber nicht verschweigen, dass der Wunsch der Antragsteller nach einem sehr weit gefassten Sammelthema eine Erweiterung des Sammelzieles schwierig macht - vorsichtig ausgedrückt.

    Was ist eigentlich, wenn der Sammelplan erfüllt ist, sprich, die Sammlung vollendet?

    Gibt´s so etwas?

    Ja, natürlich, wenn das Sammelthema eng formuliert wurde. Es gibt allerdings auch eine VG-Entscheidung, dass dem Beginn einer parallelen Zweitsammlung zugestimmt wurde. Der Kläger hatte einen sehr guten und argumentationsstarken Rechtsbeistand.