Beiträge von Korthfan

    Hallo zusammen,



    aus gegebenem Anlass habe ich dieses Thread wieder nach oben geholt und dabei festgestellt, dass es nen Jahr her ist, seit ich den gestartet hatte. Aber, es ist ein guter Anlass, denn heute Morgen habe ich bei meiner Behörde meine rote WBK abgeholt ::happy2::.

    Herzlichen Glückwunsch im Kreis der "roten" !

    Klasse das es geklappt hat !


    Jetzt ist nur noch Deine Geldbörse Dein Limit ;-)


    LG Korthfan

    Ich würde davon abraten, ein Gutachten selbst zu verfassen...

    Das ist quatsch !


    Ich habe nach Rücksprache mit meinem Waffen-SB (er hat mich dazu ermutigt !) das Gutachten selbst geschrieben.


    Im Gegenteil, denn nachdem ich das Gutachten beim Waffen-SB eingereicht hatte, musste ich zum "Prüfungsgespräch" zur oberen Waffenbehörde.
    Bei dieser "mündlichen" Prüfung (Prüfungsgespräch) ist es meiner Meinung nach viel besser wenn Du Dein Gutachten selbst erarbeitet & geschrieben hast,
    denn dann bist Du mehr "sattelfest" was die Fragen der Prüfungskommision zu Deinem Gutachten betrifft, als wenn ein Fremder alles formuliert hat !
    Du kannst ein noch so gutes Gutachten kaufen, es ist aber in meinen Augen nie so, als wenn Du es selbst formuliert hast !


    Ausserdem kannst Du das Geld fürs Gutachten dann in Parabellums anlegen :D


    Schau mal hier den Werdegang zur Erlangung meiner roten:
    Korth-Waffen auf Rote WBK ?

    Gab es andere Plasmabeschichtungen als PVD bei Korth?

    Die Nachfolgefirmen, beginnend mit der Korth GmbH haben nach Korth`s Ausscheiden sehr viel experimentiert, besonders beim Finish der Waffen.


    Es gab im Bereich der Plasmabeschichtung ausser der PVD-Beschichtung auch andersartige Plasmabeschichtungen, die sich ausser von der verwendeten Art der Sintermetalle
    auch vom Fertigungsverfahren her unterscheiden. (abweichende Verarbeitungstemperaturen, abweichende Fertigungstechnik - Aufbringverfahren etc.)


    Durch die Verwendung der unterschiedlichen Sintermetallpulver wurden dann u.a. die unterschiedlichen Farbtöne und Oberflächeneigenschaften erzielt.
    PVD ist dabei nur eine Spielart der Plasmabeschichtung, es gab aber auch andere Verfahren mit anderen Materialien.


    Dabei ist festzuhalten, das die Art der Plasmabeschichtung nachträglich, meines Wissens nach nur durch die Farbgebung zwar auf das verwendete Beschichtungsmetall schliessen lässt,
    jedoch nicht auf das Fertigungsverfahren.


    Wie gesagt es wurde viel experimentiert...


    Im Bezug auf die Sammeltätigkeit bin ich aus diesen Gründen, wie oben im Thread schon geschrieben, der Meinung, das je ein Belegstück
    der zu unterscheidenden Oberflächenbeschichtungen (Farben) ausreicht.

    Danke, wie kann man hier geordnet sammeln?

    Sehr gute Frage.


    Diese inflationäre Modellpolitik hat damals viele Sammler abgeschreckt weiter als bis zum Zeitpunkt "Ausscheiden von Willi Korth als Geschäftsführer" zu sammeln.
    Ich persönlich halte je ein Belegstück der verschiedenen Oberflächenarten für vernünftig, ansonsten wie vorher Struktur nach Serien.


    Was die vielen Kaliber betrifft bin ich mir selbst noch nicht klar, wie man die Sammlung in diesem Punkt strukturieren könnte...

    Noch eine Frage: wann und wie wurde von den Nachfolgern von Willy Korth eine Plasmabeschichtung eingesetzt?

    Bei den Nachfolgefirmen gab es, nach dem Verkauf der Firma und nachdem Willi auch den Geschäftsführer abgegeben hat,
    (um 1983/84; Modellmäßig so ab Mitte/Ende der Serie 34xxx) eine "Inflation" der Modelle und Oberflächenausführungen.


    Es wurde nahezu jede Waffe in jedem erdenklichen Kaliber und jeder erdenklichen Oberfläche angeboten.


    u.a.
    -Brünierung matt & glänzend
    -Plasmabeschichtungen matt & glänzend (auch farbig)
    -PvD-Beschichtungen in versch. Farben
    -es wurden sogar kurzzeitig Edelstahlmodelle angeboten (1987)


    Dementsprechend kann ab 1984 jede machbare Oberflächenausführung und jedes noch so unsinnige Kaliber vorkommen.


    Diese Modellpolitik war einer der Gründe warum die erste Nachfolgefirma nicht lange durchgehalten hat,
    denn durch die aufwendige Einzelfertigung (jeder Revolver individuell auf Kundenwunsch gefertigt) standen die Kosten in keinem Verhältniss mehr zum Ertrag.

    Auch von mir Glückwunsch! Wäre auch gerne Sammler.

    Es ist gar nicht so schwer Sammler zu werden.
    Mit etwas Neugier und Engagement kann jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, Sammler werden.


    Du solltest die Beiträge im Forum in der Rubrik "Waffen Sammeln" mal ganz in Ruhe lesen,
    da wird der Weg zum Sammler beschrieben.

    Es sieht so aus, als ob das Korn bei den vorherigen Modellen fest mit der Laufschiene verbunden ist.

    ja, bei den ersten Serien (insbesondere bei den Polizeirevolvern der Serie 20) ist das Korn zusammen mit dem Lauf aus einem Stück gefräst
    und somit kein Kornwechsel möglich bzw. der Kornwechsel nur sehr aufwendig durchzuführen ist.
    Allerdings sind ja die Polizeirevolver der Serie 20 Gebrauchsrevolver (gab`s in Lauflänge 4" und 2,5") wo ein Kornwechsel von Rampen- auf Stufenkorn ja gar keinen Sinn machen würde.

    Ich wollte damals bei meinem 87er Korth das Stufenkorn durch ein Rampenkorn ersetzen, also habe ich bei Korth Ratzeburg angerufen um ein solches Rampenkorn telefonisch zu bestellen. Pustekuchen...man sagte mir das dies nicht möglich sei, das Korn müsste eingepasst werden und ich müsste dafür die Waffe natürlich einschicken!Ich habe mich für diese aufschlussreiche Antwort bedankt und dachte mir nur "fickteuch".

    ja, genau !
    Das genau ist das Problem - das benötigte Korn zu bekommen.
    Ich hatte vor einiger Zeit Glück und konnte bei einem Händler bei einer Geschäftsaufgabe einige Korth-Teile zum vernüftigen Kurs erwerben.
    Darunter waren auch 2 Haken- und 3 Rampenkorne :)
    Ich habe jetzt schon mehrmals Korne der Korth-Revolver gewechselt (sowohl bei älteren der Serie 22/23 als auch bei späteren Modellen z.B. der 34er Serie)
    kam aber beim Kornwechsel gut alleine zurecht.
    Ich wusste gar nicht das eine Einpassung beim Hersteller dafür erforderlich ist, und Korth dafür eine Einpassung anbietet.
    Meiner Meinung nach braucht man für den Kornwechsel die Waffen nicht einschicken.
    Wird wohl eine Umsatzfördernde Maßnahme von Korth gewesen sein ;)

    Bei vernünftiger, schlüssiger Begründung bekommst Du einen MES, ich hatte ja vorne im Thread schon meine Erfahrungen beschrieben.


    Bei mir war die Begründung relativ einfach,
    denn durch die Wechseltrommeln im Kal. .22lfB/.22mag konnte ich argumentieren, das die .22mag eine Randfeuerpatrone ist und somit nicht wiederzuladen ist.


    Die Prüfung der Veränderung der Trefferpunktlage zwischen .22lfB und .22mag (was meine Hauptargumentation war) ist somit nur durch den Munitionserwerb möglich,
    und da bei diesem jagdlichen Kaliber (.22mag wird u.a. für kleines Raubwild genutzt) jedoch die Beschaffungsmöglichkeiten auf Schießständen sehr sehr dürftig sind
    weil kaum jemand auf den Ständen dieses Kaliber schießt und somit die Munition vom Schießstandsbetreiber nicht zum sofortigen Verbrauch vorgehalten wird,
    blieb in meinem Fall nur der MES.


    Da ich aber den MES für alle von Korth hergestellten Kaliber haben wollte, habe ich weiter argumentiert,
    das Korth sehr oft Sonderanfertigungen fast aller passenden Kaliber auf Bestellung gefertigt hat.
    Ich habe diese Fakten dann noch mit Literatur und Quellenangaben für meinen Waffen-SB untermauert.


    Dadurch bekam ich den MES für alle Kaliber.
    Eventuell kannst Du ja von meiner Argumentation für Deine Kaliber das ein oder andere herleiten um Deinen Waffen-SB auch eine schlüssige Begründung geben zu können
    um unötige Diskussionen oder Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

    Bei den Korth-Revolvern sind mir verschiedene Korne aufgefallen:



    War die Ausgestaltung des Korns beim "Sport" eine Option?

    Willi stattete seine Revolver wie folgt aus:


    - bei den Sportmodellen war das Stufenkorn die Standardausstattung (Deine Abb. 1)
    - während die Gebrauchsrevolver mit dem Rampenkorn ausgestattet waren (Deine Abb.2)


    Allerdings konnte der Käufer seine Waffe individuell ausstatten lassen, u.a. auch was das Korn betrifft.


    Übrings ist ein Kornwechsel auch später kein Problem, einfach den kleinen Bolzen der quer zur Laufrichtung eingebaut ist mit einem passenden Durchtreiber entfernen,
    das Korn wie gewünscht auswechseln, und den Bolzen wieder in Ursprungsposition bringen.

    Die Trommel ist anders gefärbt, die Flutungen sind mit einem parabolischen Auslauf.

    Was die Färbung des Revolvers auf Deinem Foto betrifft, das hat mit der Wärmebehandlung des im Rahmen verarbeiteten Stahls zu tun.
    (Kannst Du im Korthbuch nachlesen: Willi nannte die Exemplare bei denen die Farbe der Brünierung des Rahmens ins rötliche geht "Füchse")

    korrekt soweit, allerdings handelt es sich beim Modell Hubertus um eine Sonderausführung vom NHM 6mm (8schüssig)



    Die Liste sieht dann so aus:


    - NHM 9mm 6-schüssig (wie S/N 1818)


    - NHM 6mm 6-schüssig (wie S/N 7850)


    - NHM 6mm 8-schüssig (in verschiedenen Ausführungen u.a. brüniert, verchromt bzw. vernickelt: Modell "Hubertus" etc.)



    Burgo ist wieder ein seperates Thema.
    Eins nach dem anderen ;-)

    Ist es möglich, dass der abgebildete NHM ein Kaliber 6mm hat?Andere Ausführungen haben Halbmonde statt Rechtecke zur Trommelarretierung - ist vielleicht auch nur eine Modifikation.

    Dieser NHM ist definitiv im Kaliber 9mm.
    Du kannst damit sowohl die Korth 9mm Gaspatrone verschiessen (lange Walze), was mit den modernen 9mm Schreckschusswaffen im Kaliber 9mm nicht möglich ist (Trommel zu kurz),
    als auch die moderne 9 mm Schreckschuss & Gas-Munition.
    Patrone & Packungsetikett der Korth-Patrone habe ich Dir angehängt.


    Der 6mm NHM sieht anders aus. (ich mach Dir bei Gelegenheit mal ein Foto davon...)

    Herrlich !
    Da hast Du aber ein ganz besonderes Schätzchen.
    Wenn Du den irgendwann mal loswerden willst, freue ich mich auf eine PN.


    LG Korthfan


    Zur Zeit verlassen auch einige dieser Waffen Deutschland, also das Land ihrer handwerklichen Herstellung. Das finde ich bedauerlich, zeigt aber, dass auch außerhalb Deutschlands eine Wertschätzung für diese Arbeiten vorhanden ist und das ist auch wieder beruhigend.

    Das ist das aktuell größte Problem des Korth-Sammlers und dadurch droht auch die Gefahr das Korth-Sammeln sehr zu komplizieren, wenn nicht sogar unmöglich zu machen,
    denn im Ausland, speziell in den USA sind die Korth (Gebraucht- und auch Neu-) Waffenpreise aus den von Dir angerissenen Gründen oft um mehrere hundert Prozent höher als bei uns.


    Damit haben ausländische (aus meiner Erfahrung heraus meistens amerikanische) Waffenhändler leider bei uns einen lukrativen Markt.


    Die ausländischen Händler kommen mehrmals im Jahr nach D, klappern die hiesigen Waffenhändler ab und kaufen jeden verfügbaren Korth zu Mondpreisen an.


    Diese Waffen sind dann für hiesige Sammler verloren, denn ein Waffenimport aus den USA durchzuführen kostet sehr sehr viel Geld, Zeit und Papierkrieg.
    Auch führt diese Praxis zum sprunghaften Anstieg der Korthpreise bei uns.


    Das führt zwar zum einen zur Wertsteigerung des Eigenbestands,
    erschwert aber die Komplettierung von Lücken in der Sammlung ungemein.


    ....und des Sammlers Antrieb ist halt nun mal die Komplettierung.
    (....nicht zu vergessen die Erweiterungen bei Erreichen eines gewissen Werts des Sammelplans)