Beiträge von Lederstrumpf

    Ja, das stimmt, Mühlenbracher .


    bei Pedersoli geht es ja meistens, bei Uberti zum Beispiel ist die Serienstreuung extrem hoch. Da gibt es Waffen, die Out of the Box schlichtweg funktionsunfähig sind. Andere schießen seit zwanzig Jahren präzise und zuverlässig. Allerdings auch nicht Out of the Box. Ich muss zugeben, dass alle Italo-Waffen, die ich regelmäßig und vor allem wettkampfmäßig einsetzte, überarbeitet sind.


    Die einzige Waffe, die nicht überarbeitet ist und bei der ich verarbeitungsmäßig gar nichts auszusetzen habe ist aus Spanien: Ardesa Barlow (noch die mit Green Mountain-Lauf) - für mich eine der besten Unetrhammerpsitolen. Ich schieße die seit 24 Jahren, 15 Schuss ohne Zwischenwischen. Ich würde damit locker die Zehn halten, wenn ich nicht... aber das ist eine andere Geschichte :/


    Lederstrumpf

    Das Beschusszeichen ist das von Gardone ( Zwei gekreuzte Gewehr über Hammer und Amboss) und wie du richtig bemerkst, daneben der Schwarzulverbeschuss. PN steht für "Polvere Nera".


    Die Waffe selbst ist sicher ein Eigenbau. Allerdings kann ich auf dem Bild so gut wie gar nichts erkennen.


    Lederstrumpf

    Es ging primär um die Gattung und um die Frage, ob eine Aptierung auf Perkussion vorliegt. Wir sind uns - glaube ich - einig, dass bei deiner Waffe schon immer das Perkussionschloss eingebaut war und kein Steinschloss voranging.


    Lederstrumpf

    Dieser Theorie kann ich mich nicht anschließen, sorry Werner.

    Dieses Gewehr ist ein klasischer Feldsutzer, der nie etwas anders war als ein Perkussionsgewehr. Ein Steinschloss hat es hier nicht gegeben.


    Lederstrumpf

    Interessante Studie, Wernber.

    Zunächst fällt mir das Schaftholz auf, scheint sich mal nicht um Ahorn zu handeln. Sieht aus wie Nussbaum.

    Beim Schloss hätte ich auf eine Entstehungszeit um 1810-1820 getippt. Diese Hahnform und Batteriefeder mit Rolle sind vor 1800 ziemlich selten. Aber immerhin ist es auch denkbar, dass es sich um eine perfekte Modernisierung um 1820 handelt!?


    Lederstrumpf

    Auch wenn Viele hier reine Gebrauchsgewehre bevorzugen, ich muss sagen: Mir wär's nicht zu nobel! :saint:

    In diesem Fall gehe ich mit!


    Was ich auf den Bildern leider nicht erkennen kann, sind die Blecheinfassungen der Laufstifte. Handelt es sich hier um Stifte oder Keile?


    Lederstrumpf

    Tatsächlich verwenden Instrumentenbauer (z. B. für Klarinettenblätter) auch heute noch den Schachtelhalm.


    Aus Wikipedia:

    "Eine Eigenart der Schachtelhalme ist die Einlagerung von Silicat (als Ligninersatz) in die Zellwand. Die Pflanze enthält bis zu 7 % Kieselsäure. Diese Einlagerungen machen Schachtelhalme zu einem sanften Scheuermittel (Zinnkraut)."


    Und aus einer anderen Quelle:

    "In den Zellen der sehr derben Epidermis (Oberhaut) finden sich Silikatkristalle. Aus diesem Grund wurden Schachtelhalme früher zum Glätten und Polieren von Holz, Knochen, Horn und Metall, insbesondere Zinn, verwendet. Daher auch der Name Zinnkraut. Auch Vergolder und Geigenbauer schätzen den Feinen Schliff des Schachtelhalms."


    Lederstrumpf

    Um Werners profunden Ausführungen zu einem wieder hochinteressanten Gewehr noch etwas handwerkliches hinzuzufügen:


    Schleifpapier gab es noch nicht, das ist richtig. Aber das Abziehen mit Ziehklinge oder Glas- bzw. Tonscherben macht schon eine recht glatte Oberfläche, Schleifen konnte man auch recht gut mit Schachtelhalm, desssen rauhe Oberfläche mit dem heutigen Schleifpapier durchaus vergleichbar ist. Und die Politur mit Bimsmehl war sowohl bei Metall- als auch bei Holzoberflächen gang und gäbe.


    Lederstrumpf

    Wenn ich solche Bilder sehe, wohnen wirklich zwei Seelen in meiner Brust.

    Zum einen würde ich so ein Stück gerne behutsam restaurieren, andereseits aber würde ich befürchten müssen, ihm die Geschichte zu rauben.

    Der Schaft in diesem Fall ist aus besonders schönem Nussbaumholz, das durch eine sachgerechte Restaurierung wieder eine flammende Schönheit würde. Aber einige der in den Jahrhunderten angefallen Gebrauchsspuren wären dann wohl vernichtet.


    Aus diesem Grund würde ich wohl nichts machen. Aber es würde mir schon schwer fallen... Also doch?


    Na, hier muss ich keine Entscheidung treffen. Das gute Stück gehört mir ja nicht. Gut so!


    Lederstrumpf

    Liebe Freunde,


    die Pfannenabdeckung hat nur vielleicht etwas mit Abdichtung gegen Feuchtigkeit zu tun. Sogenannte "wasserdichte Pfannen" kennt man seit dem Ende des 18ten Jahrhunderts. In der Regel hat hier die Batterie an der der Pfannendeckel eine umlaufende Lippe, die die Pfanne rundherum (natürlich nicht zum Zündloch hin) umschließt und damit das Wasser vom Pfannenpulver fernhält. Der Schlitz zwischen Pfannendeckel und Lauf ist dann aber auch die Schwachstelle. Abdichtungen mit Wachs oder Lederabdeckungen für das das ganze Schloss (der Amerikaner sagt Cow Knee dazu, mal googeln! :)) wirkten ganz gut.


    Bei diesem Mechanismus hier handelt es sich um eine feststehende Pfanne aus Gelbmetall, um die eine drehbare Hülse angeordnet ist. Das soll schlichtweg das Herausrieseln des Pfannpulvers verhindern, wenn die Battreie unbeabsichtigt oder fürs Exerzieren geöffnet wird. Für eine Waffe, die weniger im Kampfeinatz, sondern eher im Wachdienst bzw, für representative Zwecke eingesetzt wird, mag das Sinn machen.

    Im Feldzug ist sowas eher kontraproduktiv, weil man vergessen könnte, den Schieber zu öffnen und man dann da für den ersten Schuss sprichwörtlich "nichts auf der Pfanne hat".


    Lederstrumpf