Beiträge von Lederstrumpf

    Sehr schönes Stück enfield , Glückwunsch!


    Obwohl ich es mehr mit den Steinschlössern habe, könnte ich mich in die Abbildung mit der Perspektive von oben verlieben, .


    Das Thema Duelle und Pistolen ist ausgesprochen interessant. Obwohl in den meisten Ländern und Herzogtümmern bereits Ende des 17ten bzw. Anfang des 18ten Jahrhunderts offiziell verboten, erfreuten sich Ehrenhändel bis ins Kaiserreich großer Beliebtheit.


    Und so konnte ein Duell auch ausgehen:

    18jhd-33.jpg


    Lederstrumpf

    was irritiert dich an den zwei Hämmern? Der in Fahrtrichtung linke Hammer zündet die vordere Ladung und der rechte Hammer die hintere Ladung.

    Ja, is schon klar, aber wie stelle ich sicher, dass die richtige Rehenfolge eingehalten wird. Zwangsteuerung? Erst muss der linke Hammer fallen, bevor der rechte ausgelöst werden kann?

    Ach verdammt, so ein Ding muss man in den Händen halten...

    Stimmt, Breuko.

    Nur beim Root war die Trommelachse von hinten verschraubt wie auch beim Allan & Wheelock und noch viel wichtiger: der Root hatte ein Single Action und kein Double Action Mechanismus wie beim vorgestellten Exemplar. (Klugscheissermodus aus)


    Lederstrumpf

    Lederstrumpf - sorry, aber die Erwähnung in Zusammenhang mit dem Wort alter war von mir durchaus respektvoll gemeint.


    Viele Grüße - Breuko

    Alles gut, Breuko. Hab ich auch nicht als respektlos empfunden. Sehe ich alles mit Humor.

    Einen kleinen Stich gabs aber schon. :blink:

    Früher war man alt, wenn dir ein Jugendlicher im Bus seinen Sitzplatz anbot. Das erlebst du wahrscheinlich heute eher nicht. Aber nicht deshalb, weil du noch so jung aussiehst...

    Wieso muss ich eigentlich immer abschweifen? Ist wie bei meiner Oma, die kam auch von Hölzchen auf Stöckchen - OH MEIN GOTT, ICH BIN ALT!!!!

    Lederstrumpf das würde ich mir nicht gefallen lassen

    Lass gut sein, Jack, da stehe ich drüber. Mit dem Alter wird man auch nachsichtiger.

    Egal, wie alt ich bin, wenn ich auf der Stage beim CAS mich außer Atem schieße oder beim Reenactment mich hundert mal nieder knie und die völlig verkrustete und glühend heiße Steinschlossbüchse abfeuere, fühle ich mich jugendlich frisch.


    Aber Tatsache ist, dass ich tatsächlich ab ca 1973 alles aufmerksam beobachtet habe, was mit historischen Waffen und Neo-Clasikern zu tun hat. Ich kann mich noch gut an die alten Hobby-Hefte erinnern, in denen Waffen im Kaliber .22 oder Vorderlader-Revolver frei verkäuflich angeboten wurden. Ich habe noch Hobby-Hefte aus den 60ern, die mich an die waffengesetzlich gute alte Zeit erinnern.


    Während ich älter wurde, wurde das Waffengesetz mit der Zeit dreimal so schnell hirnrissiger, aber das wieder ein anderes Thema.


    Lederstrumpf

    Ach ja, eine Kleinigkeit fällt noch auf: Offenbar wurden die Schaftkappen 1827 immer noch

    genagelt und nicht geschraubt. Also immer noch die seit 1670 eingeführte gängige Variante.

    die geschraubten dürften erst um 1840 aufgetaucht sein.

    ...und sitzt immer noch tadellos. Nach 200 Jahren keine Überstände oder Spalten - bemerkenswert!


    Lederstrumpf

    Na, knistern ist das noch nicht. Ist ja alles sehr konstruktiv und für den eher unbedarften aber interessierten Leser sicher spannend.

    ich für meinen Teil genieße die fachliche Diskussion hier und den guten Umgang miteinander. Dafür auch noch mal herzlichen Dank an alle!


    Lederstrumpf

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich würde solche Schaftabschlüsse als reines Schmuckelement sehen.

    Dem würde ich nicht zustimmen, Sammler. Dass ein Vorderschaftabschluss oft auch verziert wurde und damit auch als Schmuckelement dient, ist unbestritten.

    Aber der Ursprung ist meines Erachtens wirklich der Schutz des Holzes an dieser doch exponierten Stelle. Gerade viele Militärmusleten haben eine Kappe, weil die Stahlladestöcke beim häufigen Drill den Schaft vorne ganz ordentlich malträtieren. Zusätzlich würde das Aufsetzen eines Bajonets oder das Zusammenstellen der Musketen, die Schäfte ohne Vorderschutz doch ziemlich schnell in Mitleidenschaft ziehen.

    Das, was für Militärmusketen hier gilt, unterschreibe ich auch für zivile Waffen, wenn auch die zivilen Büchsen weniger als Pyramide zusammengestellt werden oder Bayonette aufgepflanzt werden. Alleine die Verwendung eines Ladestocks reicht schon aus, um eine Schutzkappe zu begründen.


    Der Sachverhalt ist für mich eigentlich nicht strittig. Beim Thema verschüttetes Pulver musss ich aber auch noch mal nachdenken.

    Werner, wo hattest du deine Information her oder hast du das selbst abgeleitet?


    Lederestrumpf

    Erik bei beiden werde ich nicht violet im Gesicht, Der Saustutzen ist hochherrschaftlich und zwar handwerklich erstklassig gefertigt, aber für meine Begriffe völlig überladen.

    Die andere gezeigte Büchse hat einen Ahornschaft, für eine klassische Jägerbüchse meines Erachtens eine Fehlbesetzung.

    Beide Büchsen sind nicht alt, sondern recht junge Fertigungen.

    Beides nur meine Einschätzungenm und Meinungen, ohne Gewehr ..,.äh Gewähr


    Bei Jägerbüchsen muss man wirklich unterscheiden: herrschaftliche Büchsen und Gebrauchsbüchsen. Herrschaftliche Büchsen waren reich verziert, ein Statussymbol. Der Schütze bekam die geladene Büchse gereicht, schoss auf das eingestellte Tier und reichte die Büchse wieder dem Büchsenspanner, der sie neu lud oder anschließend reinigte. Diese Büchsen hatten nie große Belastungen hinsichtlich Temperatur oder Witterung im Allgemeinen zu erdulden.

    Anders die Gebrauchsbüchsen, die von Jägern in fürstlichen Diensten wirklich geführt wurden. Die mussten leicht und führig sein, ebenso stabil und zuverlässig. Die Läufe waren recht kräftig und hatten große Kaliber. Das Mitführen von Kugeln und Pulver für die großen Kaliber war kein Problem, weil ein fürstlicher Jäger nicht tage- oder wochenlang durch die Wildnis streifte und schauen musste, dass die mitgeführte Ausrüstung nicht zu schwer wurde. Diese Jäger hatten die hochherrschaftliche Jagd als gesellschaftliches Ereignis auszurichten, Wilderer zu jagen und gelegentlich Wildbret für den herrschaftlichen Speisentisch zu besorgen.

    Die Büchsen waren aber in der Regel Abends wieder in der Stube und konnten ordentlich gepflegt werden. Was auch verlangt wurde, denn viele Büchsen in Jägerhand gehörten ihm nicht, sondern derm Landesherrn...


    Ah, Mist, schon wieder abgeschweift, sorry


    Zurück zu Werners Erläuterungen: zum ersten Mal habe ich neben dem Stoßschutz eine sehr stichhaltige Begründung für den vorderen Schaftabschluss gelesen: Daneben gegangenes Pulver beim Ladevorgang könnte sich beim Schuss entzünden und das Holz schädigen. Wirklich plausibel. Chapeau!!

    Werde ich in mein Repertoire bei unseren historischen Führungen im Freilichtmuseum Hessenpark aufnehmen.


    Lederstrumpf

    Hersteller war meinen Informationen zufolge LE ARMI SIREARMS, was mit dem S auf dem Lauf übereinstimmen würde.

    Die Firma kenne ich aber nicht weiter. Es gibt auch keine Website. Vereinzelt tauchen Waffen von denen auf dem Gebrauchtmarkt auf, in der Regel aber eher neuzeitliches, wie Bockflinten.


    Lederstrumpf

    Stimmt. Der Bereich um die Stifte ist nicht unbedingt ein Schwachpunkt. Die Schaftbrüche, die ich reparieren durfte, hatten keinen auffälligen Bezug zu den Laufstift-Bohrungen.


    Wenn beide Gewehre bei mir um Asyl bitten würden, ich würde sie bei mir einziehen lassen. Sie hätten es auch gut bei mir.


    Lederstrumpf

    Immer wenn ich originale R&S mit gut erhaltenem Finish sehe, erinnere ich mich an den hervorragenden Nachbau von Feinwerkbau und frage die Götter zum 1000ten Mal, warum die Herrschaften bei Feinwerkbau dieses hässliche matte Finish gewählt haben. Der ansonsten gute Revolver total verhunzt.


    Ach so, bei eurer Einschätzung, das die Box sehr viel neuer ist als der Inhalt, bin ich voll bei euch. Sowohl die Kofferecken als auch die Schlösser sind absolut neuzeitlich! Wäre die Box aus der zeit, wären die Messingecken eingelassen und wohl auch eher ein eingelassenes Schloss verbaut worden.


    Lederstrumpf

    Einwandfreie Arbeit.

    Sehr schön retauriert unter Beibehaltung des historischen Kontextes. Wäre es nicht so eine wunderbare Arbeit, müsste man profan von Reparatur sprechen. Das betrifft primär die Wiederherstellung des Schaftholzes. Aber die Rekonstruktion des Abzugsbügels und des Schlosses sind ebenfalls ausgezeichnete Metallarbeiten. Respekt!


    Lederstrumpf

    Pedersoli Flaschen haben die Colts Patent Prägung alle nicht. Mir ist jedenfalls keine untergekommen.


    Und Texas Jack : ich galube nicht, dass Pedersoli die Flaschen hergestellt hat. Beim genauen Hinsehen sieht man außer der Colts Patent Prägung doch einige Unterschiede. Der Deckel, Knopf und Feder sind viel gröber gearbeitet und unterscheiden sich schon deutlich von den Colt Flaschen der 3. Generation.

    Ich habe vor Kurzen eine Pedersoli-Flasche verkauft und vorher mit meinen 3. Gen. Flaschen verglichen. Leider habe ich sie nicht wissenschaftlich vermessen, ärgerlich! Auf alle Fälle kam ich zu dem Schluss, das müssen verschiedene Hersteller sein.

    Ich kann auch natürlich auch daneben liegen.


    Ist auf alle Fälle wert, sich mal genauer damit zu befassen.


    Lederstrumpf