Beiträge von sammler

    Waren die Wandertauben damals denn so ein Problem, dass man sie mit Punt Guns bekämpfen musste?

    Die Wandertauben waren weniger ein "Problem" und wurden auch nicht zielgerichtet "bekämpft", sondern sie waren billige Eiweiß- und Fettlieferanten für jeden, der ein Gewehr halten konnte. Die Schwärme waren so groß und so dicht, das sich niemand vorstellen konnte, das man solche Tiere ausrotten könnte. Hat man aber, wie auch den Bison.

    Nochmal: https://de.wikipedia.org/wiki/Wandertaube

    Durchaus lesenswert.

    Nein, damals haben die Jäger damit Wasservögel, Enten und Gänse, aus den großen Schwärmen "geerntet" und damit zum Einen Geld verdient und zum Anderen der umliegenden Bevölkerung Fleisch besorgt. ....

    Sicher auch. Aber hauptsächlich schoss man tatsächlich auf die Wandertaube. Das hatte allerdings weniger mit der Jagd zu tun, sondern war mehr ein Abschlachten. Man zielte nicht, sondern schoss in die Luft in Richtung der dichten Schwärme und sammelte dann auf, was herunterfiel. Sofern man es fand, versteht sich.

    Nicht unbedingt nur Restteile. Von den Büchsenmachern aus Bethlehem County (die ja, als "mährische Brüder" fast alle aus Deutschland stammten) ist bekannt, dass sie Läufe aus Deutschland importierten. Bei den Bestellungen wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, die Läufe 2 bis 3 Zoll länger zu machen als in Deutschland üblich.

    Es ist keine Sharps Modell 64, sondern ein Modell 1874, Die Serie (eine Sonderbestellung für einen Verein) wurde zwischen Juli 1877 und Oktober 1878 gefertigt. Auftraggeber war das "New York Central Schuetzen Corps", Präsident dieses Vereins war C.F.Gennerich.
    Im Verein wurde stehend freihändig geschossen, deshalb wählte man ein dafür besser geeignetes Kaliber als die recht leistungsstarken "Creedmoor-Kaliber". Das Kaliber dieser Waffe ist wahrscheinlich 40/60 1 11/16 Bottle necked.

    Eigentlich eine geniale Idee, die Sache mit dem Dichtungsgeschoss.

    Naja, für Soldaten eher unpraktisch, denn beim ersten Schuss musste vor der Patrone ein einzelnes Geschoss geladen, also anders verfahren werden als beiden nachfolgenden Schüssen. Die Russen hatten dieses System als "Obturator-Gewehr Mod. 1860" eingeführt. Kaliber war 13,2mm. Eine neu eingelegte Patrone schiebt das als Dichtung im Lager gebliebene Geschoss, das jetzt aufgeweitet war, nach vorn. Das Zündhütchen traf etwa die Mitte der Papierpatrone und war besonders kräftig geladen, damit der Zündstrahl die Papierpatrone auch durchschlagen konnte.

    Das Gewehr verwendete Papierpatronen, wie übrigens das oben abgebildete Gewehr auch. Loses Pulver wurde 1860 schon lange nicht mehr verladen. Loses Pulver einzufüllen wäre bei der Verschlusskonstruktion auch recht aufwendig gewesen.

    ... wurde aber irgendwann auf Perkussionszündung konvertiert. Und das leider nicht besonders sorgfältig ...

    Die Art der Konvertierung ist typisch amerikanisch und nennt sich "nipple and drum"

    Zum Talgen der Pflaster empfahl Heinrich Kummer 1862 folgendes Verfahren:


    "Nachdem man die Pflaster auf einen Faden gereiht und kurze Zeit in nicht zu heißen Talg getaucht und sanft wieder ausgedrückt hat, verwahrt man dieselben, um alle Unreinigkeiten abzuhalten, in einem kleinen runden Blechbüchschen."


    So getalgte und in einem dicht schließenden Behälter aufbewahrte Pflaster waren monatelang verwendbar.

    ...Natürlich gehören die Pflaster Vorab richtig behandelt....

    Mal zurück vom Jux zum Thema: Als noch alle Vorderlader schossen, wurden Pflaster nicht gefettet, sondern getalgt. Also entweder tränkte man die Pflaster in flüssigem (heiß gemachten) Talg und drückte sie danach aus, damit nicht zu viel Talg am Pflaster hing. Ich verfahre auch heute noch so.
    Oder man schob das Pflaster mit dem Daumen ein mal kräftig über eine Talgschicht, wie sie im Grease Hole der Büchse lag. Der Jäger nahm Hirschtalg, der Farmer Talg vom Rind oder Schaf.

    ... dass jährlich ca. 10.000 neue Kunststoffe am Markt zugelassen werden ... Kunststoffe sind gerne 'mal krebserregend.

    Weniger die Kunststoffe an sich, sondern die verwendeten Weichmacher. Die dampfen ab bzw. gehen in Lösung (in Fett auf jeden Fall, aber selbst in Wasser). Weichmacher haben gelegentlich eine Struktur, die die Hormonen (meist den Östrogenen) recht ähnlich ist bzw. vom Körper als solche wahrgenommen werden. Die Menge, die man da zu sich nimmt, ist sicher für sich unbedenklich. Dumm nur, wenn alles in Kunststoff verpackt wird und man über Jahre "unbedenkliche Dosen" zu sich nimmt. Das kumuliert sich im Körper. Hinzu kommt, dass spätestens sein 1965 auch Rückstände der Pille (auch Östrogene) über die Kläranlagen ins Grundwasser und damit nach einiger Zeit dann in unser Trinkwasser kommen. Welche Wirkungen das hat, kann man nur vermuten.


    Auffällig ist, dass seit einigen Jahren Allergien massiv zugenommen haben. Nicht nur Heuschnupfen, auch allergische Haut- und Autoimmunkrankheiten. Diese Zunahme hat nichts mit dem Alter der Bevölkerung zu tun.

    Auffällig ist auch, dass die Spermienanzahl und -beweglichkeit bei Männern aus den "Industriestaaten" seit einiger Zeit kontinuierlich abnimmt.

    ... Diesen gesunden Lebensstil bekommst du nicht so schnell kaputt mit etwas Blei im Wasser....

    Blei ist ein tückisches Gift. Aber ob ich eine Bleivergiftung bekommen, hängt davon ab, in welcher Form und Menge ich Blei zu mir nehme.
    Ein früher beliebtes Mittel, sich des Ehemanns zu entledigen, war, ihm über eine längere Zeit eine kräftige Suppe zu kochen und drin eine Musketenkugel mitzukochen. Ein kleiner Schuss Essig in die Suppe, das reichte dann.

    Eine andere Aufnahmequelle für Blei war das Geschirr. Insbesondere farbige Glasuren die schon bei niedrigen Temperaturen schmolzen Ofenkachelglasuren), waren oft bleilässig; Blei ist ein (früher) häufig gebrauchtes Flussmittel in Glasuren. Um festzustellen, ob ein keramisches Produkt bleilässig war, wurde es mehrere Stunden in einer Essiglösung gekocht. Danach wurde versucht, Blei nachzuweisen. Gelang das, durfte das Geschirr nicht in den Handel gebracht werden. Als Zierkeramik durfte es allerdings gehandelt werden. Gleiches gilt für Zinngeschirr, das, wenn es für Speisen/Getränke verwendet wurde, so gut wie kein Blei enthalten durfte.

    Eingeatmete Bleistäube waren ebenfalls eine häufige Quelle für Bleivergiftungen, wenn die Stäube über dem Mund aufgenommen und dann in den Magen gelangen (Stichwort: Magensäure).


    Aber so lange es keine saure Umgebung gibt, ist Blei stabil und geht nicht in Lösung. Historische (antike) Schlachtfelder lassen sich oft nur anhand der dort massenhaft gefundenen Schleuderbleie nachweisen, denn die bleiben erhalten, im Gegensatz zu Schwertern oder Lanzenspitzen aus Eisen. Auch Musketenkugeln oder Geschosse von Zündnadelgewehren lassen sich auf Schlachtfeldern des 7-jährigen Krieges oder des Krieges von 1866 oder 1870/71 noch heute finden. Außer es handelt sich um Moorboden. Der ist nämlich ziemlich sauer, Blei geht dort in Lösung.


    Die heute vielfach feststellbare Bleibelastung bei Personen oder bei Wildtieren, hat allerdings nichts mit der Jagd, sondern der Verwendung von Bleiverbindungen als Anti-Klopf-Mittel in Treibstoffen zu tun. Da sind hunderttausende Tonnen Blei in die Umwelt gelangt. Und die sind immer noch dort, denn (wie schon gesagt) Blei baut sich nicht ab.

    Wo finde ich Informationen dazu? Kannst Du mir mehr dazu sagen?

    Das Thema "Gendarmeriebewaffnung" ist kaum bearbeitet. In einigen Büchern finden sich verstreute Hinweise, mehr aber auch nicht. Ein paar weitere Hinweise findet am in der Buchreihe von Vollmer "Deutsche Militär-Handfeuerwaffen". Manchmal findet man auch Informationen in der in Museen verkauften Literatur. Oder man such gezielt in den Archiven, was aber sehr zeit- und kostenintensiv ist.

    Mit zusätzlichen Informationen kann ich auch nicht weiter helfen. Selbst wenn ich die Doppelflinte in der Hand hätte, könnte ich wahrscheinlich nicht mehr sagen. Tut mir zwar leid, ist aber so.

    Das würde das Aus für KK-Schießen besiegeln.

    Nein, da arbeitet die Industrie schon seit einiger Zeit an Zink-Geschossen. Ich glaube, ein Hersteller hat Patronen mit solchen Geschossen bereits im Angebot. Auch Diabolos aus Zink sind bereits im Handel.
    Ein Bleiverbot wäre aber das absolute aus für den gesamten VL-Bereich.