Beiträge von sammler

    ... Bücher, "EHRENSACHE" das Pistolenduell von Heinz Marzuulla, ...

    An originaler Literatur zu dem Thema ist zu empfehlen:
    Die Regeln des Duells: Das Duell mit Pistolen, Säbeln und Degen nach der Wiener Originalausgabe von 1921 (Deutsch) Taschenbuch – 23. Januar 2017
    Gibt es für 7,99 bei amazon (ISBN 978-3740727055)

    Hier wird aber weniger die Technik der Pistolen erklärt, sondern die Formalitäten, die bei einem Duell einzuhalten waren.

    ... Vielleicht kann einer der Experten etwas dazu sagen, ob so ein Diopter weggeklappt werden konnte?

    Viel schlimmer. In den Kästen, die ich gesehen habe, lag nur ein Diopter, der je nach verwendetem Anschlag in einer der beiden Halterungen montiert wurde.


    Ergänzung: Im Sharps-Buch von Sellers sind auf den Seiten 243 und 251 spezielle Longrange-Ausführungen der Sharps mit 2 Diopter-Halterungen abgebildet

    ... Interessant ist, dass von den 5(6) Bildern der Anschlag-Positionen nur eines die Diopter-Position des gezeigten Gewehrs darstellt, die anderen kommen mit normalem Diopter aus. Ergibt sich die Frage: War die Variante so selten, oder gibt's nur keine Bilder?...

    Keine Ahnung, wie häufig diese Art der Dioptermontage war. Aber: Es gab sie, und zwar nicht nur auf Bildern. Belegt ja auch de von Dir gezeigte Sharps, und, wie schon gesagt, ich habe so etwas auch schon auf zwei englischen Scheibenbüchsen (keine Sharps!) live gesehen.
    Der Anschlag in Rückenlage, bei dem der vordere Teil des Gewehrs entweder auf den Beinen/Füßen aufgelegt oder mit den Beinen/Knien/Füßen fixiert wurde, wurde verwendet, wenn auf sehr große Entfernungen (um 1000 yds und weiter) geschossen wurde. Man muss nämlich beachten, dass der heute gebräuchliche Schießriemen damals nicht bekannt (oder nicht zugelassen) war. Die damaligen Scheibenbüchsen haben auch keine Halterung dafür.

    Ich bin beim Thema "sportliches Pistolenschießen" und einer Zuordnung einer Pistole als "Scheibenpistole" sehr vorsichtig. Nicht, das mit der Pistole nicht geübt wurde, aber weniger zum sportlichen Schießen als als Vorbereitung auf ein Duell.

    Beim "Deutschen Schützenbund" wurde Anfangs nur Gewehr geschossen, erstmals auf dem 6. Deutschen Bundesschießen in Düsseldorf (1878) wurden Pistolenscheiben aufgestellt. Der "Deutsche Pistolenschützenbund" wurde erst um 1890 herum gegründet.

    Und nachdem ich in den letzten Wochen jede Menge Drohbriefe erhalten habe (vielen Dank auch dafür:drink:...

    Ich hoffe mal, nicht von auf Abmahnungen und Bildrechten spezialisierten Anwaltskanzleien.
    Aber da ich versprochen habe, heute noch was einzustellen:
    Bild_1.jpg


    Bild_2.jpg


    Bild_3.jpg


    Die Bilder stammen aus:
    „Modern Observations on Rifle Shooting“, New York 1877
    und „Long Range Rifle Shooting“, New York 1877


    Die Variante mit den zwei Diopter-Halterungen (also je nach Anschlagart) ist übrigens keine Sharps-Besonderheit; ich habe so etwas auch schon auf englischen Vorderlader-Scheibenbüchsen gesehen.

    ...

    Seid dem schiesse ich bei Gewehren eine selbst hergestellte Zündlochschrauben mit 1,3 mm und in der Muskete mit 1,7 mm ind habe keine Zündverzögerungen mehr....

    Ich habe bei den Amis mal gelesen, dass ein Zündloch mit einem Durchmesser von 1/20 Zoll für die Büchse optimal sein soll. Allerdings sollte dieser Wert nicht überschritten werden. Das deckt sich in etwa mit den 1,3mm.

    Theoretisch reicht ein Funken, besser sind aber deutlich mehr. Wichtiger als möglichst viele Funken ist aber, dass die erzeugten Funken tatsächlich in die Pfanne gelangen und nicht vor, hinter oder neben der Pfanne ankommen.
    Falls Du den Verdacht hast, dass da zu wenige Funken ankommen, setze erstmal einen neuen Stein ein, Steine halten nicht ewig und müssen zudem so montiert sein, dass sie sie Schlagfläche der Batterie auf voller Breite und in der oberen Hälfte treffen. Außerdem muss der Stein fest sitzen; ein nicht fest genug eingespannter Stein liefert keine Funken. Wenn Du den Stein in einem Futter aus Blei hast, musst Du ihn deshalb alle paar Schuss festziehen; besser ist ein Lederfutter.

    Das Schloss auf dem Bild unten liefert mehr als ausreichend viele Funken, der Stein war neu und gut eingespannt.

    waffenforum.gun-forum.de/wcf/attachment/64034/


    Zündloch: Lass es so, wie es ist. Es sitzt auch ungefähr an der richtigen Position. Das Zündkraut kommt auf die Mitte der Pfanne, aber keinesfalls ins Zündloch oder direkt davor. Die auf der Pfanne entstehende Flamme soll frei durch das Zündloch schlagen können.

    Pulverpfanne.jpg

    ... dass man früher spezielle Methoden hatte, um einen Ladestock aus Holz weniger Zerbrechlich zu machen. Dazu gehörte die Verwendung von Stäben, die man aus Stämmen heraus gespalten hat, aber auch so etwas wie die richtige Holzart und das Behandeln mit Ölen.

    Es kommt noch etwas dazu: Man verwendete bei der Kugel dickere Pflaster, was das Laden deutlich erleichterte ohne die Präzision zu vermindern. Außerdem waren die Läufe innen besser bearbeitet (gehont). Ike Godsey hat ja auf die segensreiche Wirkung des Hohnens schon hingewiesen.
    Eine Kugel muss sich in einem Schwung bis ganz unten setzen lassen. Das mit dem Feststoßen de Kugel oder damit, den Ladestock zwei oder drei mal auf der Kugel springen zulassen, ist Militärgebrauch gewesen und sollte sichern, dass das Geschoss tatsächlich "unten" ist und es keine größeren Hohlräume zwischen Pulver und Ladung gibt. Beim Präzisionsschießen ist es eigentlich überflüssig.

    ... Ich weiß, daß viele sich Kunststoff ummantelte Ladestöcke zulegen, auch um die Mündung zu schonen. Widerspricht allerdings meinem Empfinden, weil nicht zeitgerecht.

    Wer kann mir (nicht- oder doch) empfehlen, es problemlos mit einem eisernen oder stählernen zu versuchen?

    Eiserne Ladestöcke waren beim Militär üblich, das Problem der ruinierten Laufmündungen aber dort bekannt. Die Schützen und Jäger nahmen eher Ladestöcke aus Holz, speziell aus Esche oder Panacco (keine Ahnung, was das ist):
    Heinrich Kummer schreibt 1862 dazu im Buch "Der praktische Büchsenschütze":

    "Was den Ladestock betrifft, ist es vorzuziehen, denselben nicht aus Metall, sondern aus festem Holze herzustellen, wozu sich besonders Esche oder das schwarzbraune amerikanische Holz Panacoco eignet; derselbe ist durchgängig gleich dick, so daß er nirgends im Rohre schlottert. Beide Enden erhalten messingne Beschläge und besonders das untere darf nur sehr geringen Spielraum im Rohre haben. "

    Mehrteilige Ladestöcke aus Messing, die zusammengeschraubt werden, mögen platzsparend sein, neigen nach meiner Erfahrung aber dazu, am Gewinde abzubrechen. Messing ist sehr spröde.

    Von den kurzen Geschoss halte ich mehr als vom langen Geschoss. Aber auf jeden Fall würde ich die Ladung verringern, Ich würde das kurze Geschoss mit etwa 40-50 Grain CH3 schießen. Auf größere Entfernungen nahe bei 50 Grain, auf 50m eher in der Nähe von 40 Grain
    Mit 4 Gramm Pulver wirst Du üble Laufverbleiungen bekommen. Nicht umsonst hatten die originalen Geschosse entweder ein Pflaster oder steckten in einer Papierumwicklung.
    Und: Du müsstest "stehend frei" schießen; der Feldstutzer ist dafür geschäftet, die Schaftkappe ist, so wie sie original geformt ist, nicht für den Liegend-Anschlag gedacht.

    Das originale Ordonnanzgeschoss war übrigens etwa 25-26mm lang.

    Zu lang und zu schwer würde ich auch aufgrund Deiner Aussage vermuten ?...

    Ja. Das Geschoss dürfte sich auf 50m noch nicht stabilisiert haben. Ich würde auf er 50-Strecke beim Vollmer nicht über eine Geschosslänge von maximal 17mm hinausgehen, besser wäre der Bereich um 16mm. Alle, deren Erfahrungen mir bekannt sind, waren auf 50m mit dem Buholzer-Geschoss nicht wirklich zufrieden.

    Und das oben gezeigte Geschoss ist noch länger.

    ...Bemerkenswert ( was man auf deinem Bild noch nicht mal gleich erkennen kann ) ist die Vorgehensweise wie die den "Systemkasten" sprich das Holz verschlossen haben und der Lauf aufgebohrt und neu gezogen wurde. Was wurde behalten ? Lauf mit Abänderung ist klar. Schaft aufgearbeitet ist auch klar. ...

    Bei der Umänderung wurde mit größter Sparsamkeit vorgegangen. Das Schloss wurde entfernt und die Mortise verschlossen. Außerdem wurde der Lauf aufgezogen, hnten abgeschnitten und dort ein verkürztes Zündnadelsystem angeschraubt, das auf den ersten Blick wie ein Karabinersystem aussieht, sich auf den zweiten Blick aber deutlich davon unterscheidet. Der Abzug wurde geändert, weil ein Zündnadelgewehr einen Druckpunktabzug hatte, das Lorenz-Gewehr aber einen Direktabzug. Alles andere blieb, wie es war, also Kimme, Korn, Schaft, Beschläge usw. Nicht mal die österreichischen Stempel auf Lauf und Beschlägen wurden ausgelöscht.