Beiträge von sammler

    Ich habe mal im Zusammenhang mit dem für die Verwendung von Schwarzpulver-Ersatzstoffen erforderlichen Neubeschuß beim Beschußamt nachgefragt, und glaube mich zu erinnern, daß dort grundsätzlich mit CH1 beschossen wird.

    Beschuss ist das eine, da geht es darum, dass die Waffe bei der Beschussladung nicht auseinanderfliegt. Aber auf dem Stand will ich keinen Haltbarkeitstest machen, sondern präzise und wiederholbar treffen, und dafür ist bei dieser Art Waffen CH1 ungeeignet.

    ...

    Ich stimme zu, man braucht all die aktuellen Maßnahmen nicht zu treffen. Es besteht keine Notwendigkeit. Die Folge wird halt sein, dass pro 1.000.000 Einwohner ca. 40.000 sterben. Bei 80 Mio Einwohnern halt um die 3.2 Millionen Menschen. Nicht weiter tragisch, sind zu grob 80% ohnehin die alten, die "Risikogruppe" beginnt ab einem Lebensalter von 60, Also Pensionisten oder Menschen die kurz vor der Pensionierung stehen. Quasi die Schmarotzer, die ohne eigene Leistung Milliardenkosten verursachen. Alle Jüngeren dürfen sich also freuen. Auch die mühsame Altenpflege entfällt, Krankenhäuser werden langfristig entlastet. Perfekt. Einziger Wermutstropfen - mangels deutschem Nachwuchs in einst natürlicher Zahl wird halt auch die Gruppe deutscher Wähler geringer, und die Politik sich mehr an anderem Zielpublikum orientieren. Aber das sind Nebensächlichkeiten, die Vorteile überwiegen.

    Danke für die menschenfreundlichen Worte, besonders für die "Schmarotzer".


    Ansonsten empfehle ich diese Statistik:

    https://experience.arcgis.com/…17327b2bf1d4/page/page_1/

    die recht genau zeigt, welche Altersgruppe das größte Risiko für Erkrankungen hat.

    ... soo gering ist die Ladung nicht. Man nehme die Ferguson Rifle als vergleich, da ist's auch nicht weniger. ...

    ich schätze mal, da passen 8-10 Grain Pulver rein; maximal. Die Waffe hat Kaliber .36"; wenn ich mir die Geometrie der Waffe ansehe, wird die Kammer etwa 0,7" tief sein, aber das Volumen kann nicht allein für das Pulver ansetzen, denn da muss ja auch noch die Kugel in die Kammer.

    Die Ferguson-Rifle hat ein Kaliber von etwa .62", das Volumen eines Zylinders (die Kammer hat etwa diese Form) wächst mit dem Quadrat des Radius.

    Nach der sehr schwachen Ladung und der Visierung zu urteilen, würde ich eher auf gallery tippen. Außerdem glaube ich nicht, das hier mit losem Pulver gearbeitet wurde. Die Gefahr, etwas zu verschütten, ist sehr hoch; ich würde eher auf Papierpatronen bzw. abgepackte Ladungen tippen.

    Übrigens denke ich, dass die Reihenfolge der Ladung genau anders herum war: Ich würde hier erst Pulver einfüllen und dann die Kugel setzen.

    Die gleiche Ladungsart, aber mit Nadelzündung hat F.v.Dreyse in seinen Salongewehren (bzw. Damengewehren) verwendet.
    Zwei davon (in allerdings sehr unterschiedlichen Erhaltungszuständen) werden gerade in egun angeboten:
    https://www.egun.de/market/item.php?id=8220556

    https://www.egun.de/market/item.php?id=8227599


    Ergänzung: Wer etwas zur Zündnadelvariante wissen will, wie man dafür Patronen machen kann und was so ein Teil früher mal gekostet hat, sollte sich VISIER Heft 4/2020 kaufen, da wird so ein Zündnadel-Damengewehr vorgestellt und getestet.

    ... Wobei ich überrascht bin das in diesem Zeitraum noch Armeepistolen in den Privatverkauf gingen. ...

    Da liegt ein gedanklicher Fehler vor. Die Armee bestellte Waffen. Diese Waffen und das Zubehör wurden von der Armee abgenommen und entsprechend gestempelt. Der Hersteller wurde codiert angegeben.

    Alles was nicht "Armee" war, war per definition "privat", d.h. auch Bestellungen der Polizei, Feuerwehr, Luftschutz ... galten als "privat".

    Ob diese Bestellungen nachher tatsächlich an den Besteller gingen oder die gesamte Lieferung von der Armee beschlagnahmt wurde, ist dabei eine ganz andere Frage.

    ... Feld- und Zug-Durchmesser ...

    Nimm Cerrosafe-Metall

    (z.B. von hier: https://www.grauwolf.net/cerro…-barren-ca-220-gramm.html

    oder hier: https://www.stifters-gunflints…info=p1450_cerrosafe.html

    oder von hier: https://www.brownells-deutschl…arm-Accessories/Cerrosafe).

    Drücke Papier oder einen Filz etwa 5-6 cm tief in den Lauf und gieß die Mündung mit Cerrosafe aus. Am besten steckst Du gleich eine Schraube oder so zur Hälfte in das noch flüssige Metall. Mit der anderen Hälfte kannst Du das Stück dann nach dem Erkalten herausziehen.

    Diesen Abguss kannst Du dem Hersteller der Kokille zusammen mit der Drall-Länge schicken, der Dir dann "auf Maß" ein Geschoss baut.

    ich würde Maxiball empfehlen. Wie lang, richtet sich nach Kaliber und Drall. Aber das weiss der Kokillen-Produzent.

    Nach Jahrzehnten ist die Brünierung abgenutzt, das ist dann der Zustand zu diesem Zeitpunkt, eben zu diesem Zeitpunkt, der Originalzustand. Der wird nicht "repariert", sonder es wird dafür gesorgt, dass er so erhalten bleibt. Neubrünierung macht das Sammlerstück wertlos....

    Jein. Man muss da zwei Dinge unterscheiden.

    Waffen wurden im Laufe ihrer dienstlichen Verwendung repariert bzw. aufgefrischt, wenn das notwendig war (z.B. bei Gewehren 98, die als "Schlachtfeldfunde" wieder zentral instand gesetzt wurden) . Dabei wurde, wenn notwendig, auch die Brünierung erneuert. Kleinere Schäden an der Brünierung behob auch der Waffenmeister des Regiments. Stichwort "Schummeltinte"


    Wird eine Waffe aber irgendwann neuzeitlich wieder in den Zustand "neuwertig" versetzt, also überarbeitet und neu brüniert, ist sie als Sammlerstück so gut wie wertlos.

    ... Und - da keine Ladestock-Halterung vorhanden ist, dafür aber die falsche Mündung, ist die Verwendung als Scheibengewehr wohl die wahrscheinlichste.

    Das ist mit Sicherheit eine Scheibenwaffe, einerseits des Gewichts wegen (10,5kg schleppt niemand rum auf die Jagd), andererseits aber auch wegen des Zielfernrohrs. Wenn man nicht gerade auf große Distanz z.B. Büffel schießen will, braucht der Jäger eine Waffe, de sich schnell anschlagen lässt und bei der man das Ziel schnell auffassen kann.

    Nach den Bildern zu urteilen, ist das Zielfernrohr erst später auf die Waffe montiert worden, in der Nähe der Mündung sind die (verschlossenen) Aussparungen für eine offene Kimme noch deutlich zu erkennen.

    Warum sollte bei einem Durchbohren, wie von mir geschildert, die gleiche Belastung auftreten, wie mit Mörser + Stößel?


    Mit etwas ruhigerem Nachdenken wird vielleicht der Unterschied einsichtig.

    Es geht weniger um die Belastung, sondern um das, was da im Pressling vielleicht drin sein könnte, Und wenn da beim Kontakt mit dem Bohrer ein Funke entsteht, ...

    Nun, jeder handelt auf eigene Gefahr. Ich zumindest würde es nicht machen.

    Das Durchbohren ist auch kein Problem: mit Dremel-Hartmetall-Bohrern im Akkuschrauber mit Vorsicht + Geduld geht es, ein bestimmter Prozentsatz zerbricht.

    Also ich traue mich bestimmt eine Menge, aber ein Loch in einen Pressling bohren, das würde ich garantiert nicht machen. Kommt für mich gleich nach der Herstellung von Mehlpulver aus grobem Pulver unter Verwendung von Mörser und Stößel.
    Hinzu kommt noch etwas: Unsere Vorväter verwendeten für Zündnadelwaffen Patronen, gefüllt mit losem Pulver. Und diese Patronen haben funktioniert. Wenn es jetzt nicht (mehr) funktioniert, hat das Ursachen, die an der Waffe oder der Patronenkonstruktion liegen. Mögliche Ursachen wären z.B. eine matte Feder (kenne ich vom Chassepot, aber auch vom Dreyse, alle Gewehre, die ich schieße, haben deshalb neue Federn), es kann auch sein, dass die Nadel rau oder nicht spitz genug ist. Auch dafür gibt es Abhilfen. Es kann auch sein, dass die Patronenkonstruktion ((Material, Bodengestaltung, ...) nicht dem Vorbild entspricht.

    Bei all diesen Probleme würde ich aber versuchen, die eigentliche Ursache zu ergründen und nicht, das Problem irgendwie zu umgehen.

    Und zu dem Papierumwickelten ... würdest Du davon abraten ? Ich meine mal gelesen zu haben die Briten hätten das so gemacht. .451 Geschosse genommen und mit Papier auf .468 gebracht.

    Stimmt, die Briten (aber auch die Deutschen, Franzosen, Österreicher ...) haben die Geschosse der Militärpatronen mit Papier umwickelt. Aber der Zweck der Wicklung war nicht, so eine bessere Präzision zu erreichen, sondern es ging um eine möglichst hohe Anfangsgeschwindigkeit (und damit eine flache Flugbahn) des Geschosses, ohne dass dabei der Lauf mit Blei zugeschmiert wurde.

    Heute mit Papier zu wickeln geht ganz gut, ist aber aufwendig und man braucht das richtige Papier. Druckerpapier oder Ähnliches bringt nichts und richtet (da es Kreide enthält und deshalb leicht schmirgelt) im Lauf eher Schaden an. Mit moderaten Ladungen bringen gut passende gefettete Bleigeschosse die beste Präzision auf 100m bzw. 300m.

    Die heutigen Hülsen der .577/450 sind wohl die einzigen Hülsen, die heute mehr Pulver fassen als die originale Ladung. Deshalb sollte man sie nie voll laden, sondern immer ein Füllmittel auf die Ladung setzen. Als Pulver sind grobkörnige (langsam abbrennende) Sorten wie Schweizer Pulver Nr.4 gut geeignet. Schweizer Pulver Nr.2 ist für diese Patrone deutlich zu schnell und belastete das System zu stark. Das für die Martini-Henry-Patrone gedachte britische Pulver R.F.G. (Rifle Fine Granulated) war zwar sehr leistungsstark, brannte aber wegen der groben Körner und des bei der Herstellung verwendeten hohen Drucks (eher langsam ab.

    Das Pulverkorn hatte ein deutlich höheres spezifisches Gewicht als das Korn des für die Enfield-Vorderlader verwendeten Pulvers.