Beiträge von Greenhorn

    was (auch) für Longrifles gilt, vielleicht sogar ganz besonders.


    Zumindest käme ich zumindest auf den allerersten Blick nicht darauf,

    hierbei


    JBT012.JPG

    von einer Tennessee Rifle zu sprechen. Obwohl sich hier bereits

    gewisse Verdachtsmomente erblicken lassen, nur - allein schon

    weil man hier Messingteile sieht ist man voreingenommen und

    ignoriert, dass die Schaftkappe aus Messingbleich gebogen und

    gelötet ist, was abgesehen vom Materialder üblichen Tennessee

    Bauweise entspricht. Im Gegensatz zur Patchbox, die ist eigentlich

    PA-Stil, oder von mir aus auch Ohio, Maryland, .. - jedenfalls Norden.

    JBT002.JPG


    Maryland ist diesbezüglich ein gutes Stichwort, denn John Valentine Bull

    kam 1777 in Maryland zur Welt. Über seinen weiteren Lebensweg sind

    mehrere Versionen verfügbar, wenn ich mir dieses Gewehr so ansehe

    gefällt mir die Variante, dass er das Büchsenmacher-Handwerk noch

    in Maryland erlernte und erst nach seiner Meisterprüfung nach

    Tennessee übersiedelte.


    JBT005.JPG


    Wie es scheint, suchte John V. Bull in East Tennessee Kontakt zu den

    lokalen Büchsenmachern, und da war es praktisch unmöglich, die

    Bean-Familie zu übersehen. Dieser Kontakt ist dann nicht nur an den

    Arbeiten von John Bull zu nachweisbar, sondern ergibt sich auch aus der

    Tatsache, dass er William Beans Enkeltochter Fetnah Bean heiratete.


    JBT008.JPG

    Und so entstand dieses aus meiner Sicht äußerst reizvolle Gewehr, welches

    die Eigenschaften der "Nordstaaten"-Büchsenmacherkunst mit jener der

    East Tennessee Gunsmiths vereint, und das noch in der Arbeit eines echten

    Könners. Die Fahne der Schwanzschraube über den Schafthals und den

    kompletten Schaftkamm bis zur Schaftkappe zu ziehen wirkt vielleicht nicht

    sonderlich spektakulär, der Respekt stellt sich ein wenn man's 'mal selbst

    versucht.


    JBT004.JPG


    Dass die Büchse nicht aufgrund ihrer "Handschrift" John Bull zugeordnet wird,

    sondern tatsächlich signiert ist, sei am Rande erwähnt bzw. gezeigt. eine im Lauf

    versenkte Silberplatte, auch nicht ganz alltäglich. JBT007.JPG

    Speziell reizvoll an diesem Gewehr ist, dass man viele Techniken der Bean Familie

    findet, diese aber nicht wie gewohnt in Stahl sondern eben in Messing ausgeführt

    sind. Was vom Aufwand her keinen großartigen Unterschied macht, aber derartig

    ungewohnt ist, dass dieses Gewehr allein dadurch schon aus der Masse hervorsticht,

    ohne jetzt irgendwelche noblen Verzierungen zu zeigen.


    JBT010.JPG

    So ist die Schloss-Gegenplatte der typische Stil der Beans,

    allerdings ist das Schloss nur mit einer Schraube befestigt,

    das vordere Inlay ist Schmuck und nur mit einer Holzschraube

    befestigt. Unterhalb der Back findet sich eine einfache Halterung

    für eine Zündloch Nadel, typisch für echte Gebrauchsgewehre,

    Wallhanger benötigen so etwas nicht. Der Büchsenmacher spart

    sich diese Arbeit, wenn nicht vom Käufer gewünscht.


    JBT001.JPG

    Selbst der Abzugsrahmen ist aus Messingblech im normalerweise

    handgeschmiedeten Design der Tennessee Büchsenmacher aus

    drei Teilen gebogen und verlötet. Und auch die Bodenkappe entspricht

    den Tennessee Vorbildern, sieht man einmal von dem Knopf zum Öffnen

    der Patchbox ab,


    JBT006.JPG


    Zum Gewehr selbst: Der Lauf ist 46,5" lang, und kaum sichtbar konisch,

    die Schlüsselweite beträgt an der Schwanzschraube 2.39cm, an der Mündung

    2.36cm. Aus meiner Sicht mehr Zufall als Absicht, drüben sieht man das anders.

    Das Kaliber ist .42", der Lauf hat 7 Züge. Mit 5,5kg kein echtes Leichtgewicht, durch

    die Länge des recht schweren Laufs auch etwas mündungslastig.


    JBT003.JPG

    Die Zündung erfolgte über ein englisches Schloss von Goulcher,

    die Beschläge sind aus Messing, abgesehen von den Fassungen

    der Laufhalterung, die sind aus Nickelsilber.


    besten Gruß

    Werner

    Tolles Set, alle Achtung!

    Würde ich zwar nicht kaufen, nicht ganz mein Geschmack, aber über Geschmack streitet man bekanntlich nicht, und qualitativ ist das allemal ein Set aus der Oberliga. Das ich persönlich keine Serien-Schmuckstücke besitzen mag denen man aufgrund der Verarbeitungstechnik und der Motive das ">19. Jahrhundert" ansieht, ist meine persönliche Spinnerei. Replikas zum praktischen Schießen, ok, aber nobel eben nicht. Jedoch zum Betrachten allemal eine echte Bereicherung! Danke für's Zeigen!!


    besten Gruß

    Werner

    Man findet selten Gewehre denen man ansieht, dass sie eine Menge

    zu erzählen haben. Dieses Gewehr gehört zu diesem exklusiven Club,

    welche Geschichten es auch immer zu erzählen hat.


    S0001.jpg


    Um dieses Gewehr seinem Erbauer zuzuordnen bräuchte ich keine

    Signatur am Lauf. Das ist die Hand von John Clement, Soddy, Hamilton

    County, Tennessee. Seinerzeit einer der fleißigsten Büchsenmacher

    der Gegend.

    S0002.jpg

    Ihn zu erkennen ist keine große Kunst, in der Gegend hatte jeder Büchsenmacher

    seine eigene Form für die Schloss-Gegenplatte, entsprechend: Wenn man ein

    signiertes Exemplar kennt, kann man dem Mann auch alle seine unsignierten

    Arbeiten zuordnen. In dem Fall aber gar nicht notwendig.


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    Von "Soddy-Daisy Rifles " zu sprechen ist zwar heute üblich,

    genaugenommen aber falsch. In der Zeit als sich Longrifles

    aus dieser Gegend einen Namen machten, waren Soddy und

    Daisy zwei benachbarte Kleinstädte, die Büchsenmacher waren

    allesamt in Soddy zu Hause. Der Zusammenschluss der Städte

    zu Soddy-Daisy erfolgte erst im 20. Jahrhundert. S0004.jpg


    Das gezeigte Gewehr ist nicht ganz unbekannt, Man findet es

    z.B. im dritten Band von Jerry Nobles Büchern über Tennessee

    Rifles (ich hab' alle 3 von ihm signiert :love:) , auf Seite 52, Abgesehen

    von der für Soddy typischen Form des Schloss-Paneels findet man

    an seinen Gewehren praktisch alle Details, die für ganz Tennessee

    üblich sind, auch bei den Beans, Beals, und wie sie alle heißen.


    S0005.jpg


    Da ist die aus zwei Eisenteilen geschmiedete und anschließend

    verlötete Schaftkappe, mit dem ellenlangen Oberteil am Schaft-

    kamm. Ich glaube, dass dieser Teil nirgendwo sonst dermaßen

    lang gefertigt wurde.


    S0006.jpg


    OK, zugegeben, die Backe ist auch echt "Soddy". In dieser Form

    wohl aufgrund der rhombischen Form von Schafthals und Kolben

    entstanden, weil man den schon vorhandenen Grund-Querschnitt

    des Schafts einfach nutzte und an der passenden Stelle einfach

    ein Wenig erweiterte.


    S0007.jpg


    Das fast schon "peinliche" Schloss Paneelee. Ich unterstelle

    Absicht, so "unfähig" im Umgang mit Holz waren diese Büchsenmacher

    nicht, zumal dieses Detail bei mehr oder weniger allen Büchsenmachern

    aus Soddy vorzufinden ist. Aber bitte nicht fragen, welche Absicht.

    Ich habe nicht einmal eine Idee!

    S0008.jpg


    Der aus drei Teilen zusammengelötete Handgeschmiedete

    Abzugsrahmen aus Eisen war in ganz Tennessee erste Wahl.

    Ausnahmen sind selten. Dier Rahmen sind erstklassig gearbeitet,

    beim Finish hat man sich aber wenig Mühe gegeben. Meist

    sieht man überhaupt keine Spuren von Feilen, dafür aber noch

    jene der Hammerschläge.


    S0009.jpg

    Ein Blick in die ebenfalls in ganz Tennessee verbreitete

    "Bananen Patchbox" Dass die nicht ganz so primitiv sein

    musste wie man ihr gerne nachsagt, zeigt diese Arbeit von

    John Clement.


    S0011.jpg


    Bleibt noch die Frage wie ich darauf komme, dass ausgerechnet

    dieses Gewehr viel zu erzählen hat? Gegenfrage:

    Wie oft müsst Ihr denn einen hölzernen Ladestock an seinen Platz

    schieben, bis eine eiserne Ladestock-Halterund diese Abnutzung zeigt??

    Auch wenn's nicht viel ist, aber...!!


    besten Gruß

    Werner

    'Mal wieder ein Exemplar, das so manchem Sammler den Mund wässrig machen kann,

    während sich Andere bestenfalls verständnislos an die Stirn tippen:


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    Ein originaler Leech & Rigdon Revolver, im Sonderangebot für US$ 22.500,- :Game:

    Es haben weit mehr Exemplare des originalen Colt 1851 Navy bis heute überlebt,

    als von diesem Revolver überhaupt jemals gefertigt wurden. Die Südstaaten - Armee

    hatte 1.500 bestellt, rund 1.000 davon konnten ausgeliefert werden, wie viele wirklich

    überlebt haben, ist unbekannt. Hier einer der wenigen Überlebenden.


    LR002.jpg


    Während Colt während des Bürgerkriegs allein vom 1860 Army

    mehr als 200.000 Stück fertigte, trotzdem Sam Colt 1862 verstarb

    und seine 1864 niederbrannte brachten es alle Südstaaten hersteller

    zusammen auf keine 10.000 Revolver. Leech & Rigdon war nach

    Spiller & Burr der zweitgrößte Produzent.


    LR003.jpg

    Wie üblich (und mit Ausnahme von Spiller & Burr) fertigte

    Leech & Rigdon eine ziemlich exakte Kopie des Colt 1851 Navy.

    Im Gegensatz zu vielen anderen Südstaaten Fabrikanten mit

    Stahlrahmen und nicht mit Messingrahmen. Aber - wie

    die meisten Anderen auch, mit rundem Lauf, im Gegensatz

    zum achtkantigen Lauf des Originals. Dafür waren die

    Werkzeugmaschinen in den Südstaaten nicht ausreichend

    fortgeschritten.


    LR004.jpg


    Die Produktion begann 1861 in Columbus/Mississippi, dort entstanden

    jedoch nur 200 Exemplare, bevor die Stadt von den Unionstruppen bedroht

    wurde. Das Werk wurde nach Selma/Alabama übersiedelt, war aber noch

    bevor die Produktion wieder aufgenommen werden konnte erneut von

    Unionstruppen bedroht. Die erneute Verlegung führte schließlich Anfang

    1863 nach Greensboro/Georgia.

    LR005.jpg


    Ende des Jahres trennten sich Thomas Leech und Charles H. Ridgon,

    zu dem Zeitpunkt waren insgesamt rund 1.000 Exemplare des Revolvers

    entstanden. Charles H. Ridgon behielt das Werk und fabrizierte noch

    rund 500 weitere Revolver für die Armee der Südstaaten. Die Revolver

    behielten die Stempelung "Leech & Rigdon".


    LR006.jpg


    Der Bedarf der Südstaaten Armee war weit größer als die Stückzahl

    der Revolver, welche die Firmen im Süden herstellen konnten. Entsprechend

    wurde der Vertrag mit Charles H. Rigdon verlängert, und dieser formte eine

    neue Partnerschaft, diesmal mit Jesse Ansley. Die Seriennummern der Revolver

    liefen weiter, und auch die Leech & Rigdon Stempelung blieb noch einige Zeit

    erhalten, bis sie - spätestens mit Seriennummer 1650 - in Augusta, GA CSA"

    geändert wurde.


    LR007.jpg

    Das Exemplar mit der höchsten bekannten Seriennummer wurde erst

    1995 in einer vererbten Sammlung gefunden, es ist die No. 2373. Bis dahin

    ging man von 2359 Exemplaren aus.


    LR008.jpg

    Die Metalloberfläche des gezeigten Exemplars ist ziemlich mitgenommen,

    nur die Messingteile sowie das Holz sind in durchaus gutem Zustand. Die

    Mechanik funktioniert immer noch sehr gut, schießen würde ich mit dem

    Ding dennoch nicht! Nicht nur wegen des Preises.

    LR009.jpg


    Am Boden des Griffs sieht man neben der Seriennummer noch den

    Stempel S.C., was nichts anderes besagt, als dass die Waffe an eine

    Einheit aus South Carolina ausgeliefert worden war.

    Für Sammler ein Stück, das Geschichte erzählt. Für Andere nicht

    einmal besseres Alteisen.


    LR010.jpg


    besten Gruß

    Werner

    Na ja...! 8)

    Erstklassig (nach-) gebaute Tennessees, übrigens alle 3 der selbe Stil.

    Eigentlich eine Mischung von East Tennessee und Soddy, für eine "echte"

    Soddy ist die Holzverarbeitung zu sauber, gerade im Schloss-Bereich.

    Das Schloss so schön einzusetzen war nicht gerade das Ding der Soddy-

    Daisy Büchsenmacher. Aber das ist "Jammern auf hohem Niveau" :saint:

    Die Büchsen sind allemal wirklich gut gebaut, und gerade die etwas

    eigenwillige Schaft- bzw. Kolbenform ist typisch Soddy Daisy. Ein Foto

    von hinten (Profil) würde eine deutliche rhombische Form bis zum

    Schloss Paneel zeigen. Die Backe dieser Büchsen war wohl "gewöhnungsbedürftig"!


    besten Gruß

    Werner

    Nachdem Ihr von mir hauptsächlich Büchsen der Pennsylvania-Schulen kennt,

    ist das oben erwähnte "bunt" der Southern Rifles wohl schwer nachzuvollziehen.

    Folglich ist es angebracht, zum Vergleich auch einmal eine der südlichen Geschwister

    herzuzeigen.


    JC009.JPG


    Das Gewehr stammt von einem Joseph Carper, der das Büchsenmacher-Handwerk

    nach Abschluss seiner Lehre im Alter von 22 Jahren begann, und für seine

    qualitativ hochwertigen Gewehre einige Berühmtheit erlangte.


    JC001.JPG


    Im südlichen Teil des heutigen West Virginia gab es den Sager

    "Wenn du ein gutes Gewehr hat, hatte beim Bau wahrscheinlich

    Joseph Carper die Finger im Spiel!"


    JC002.JPG


    Das Gewehr entstand Anfangs der 1850er Jahre, möglicherweise

    auch früher. Eine Halbschaft-Büchse im mit aushakbarem Lauf.


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    Das Kaliber des etwas über 39" langen Laufs ist .41",

    also für eine Büchse relativ klein.


    JC004.JPG


    Interessanterweise ist der damalige Kaufpreis des Gewehrs

    überliefert, er lag bei US$ 25,-. Der heutige Gegenwert ist

    mir leider nicht bekannt, wohl aber, dass einfache Tennessee

    Rifles für US$ 7,- zu haben waren, dies den Büchsenmachern

    unrentabel erschien und sie es deshalb bevorzugten, ein

    Gewehr gegen beispielsweise ein - lebendes - Schwein

    einzutauschen.


    JC005.JPG


    Beim Verkauf vor ein paar Jahren ging das Gewehr für

    $ 1800,- über den Ladentisch, auch kein sonderlich

    erschreckender Preis für ein derartiges Exemplar.


    JC008.JPG

    Immerhin können die Bilder vielleicht übermitteln,

    warum "Southern Rifles" als "bunter", verspielter

    als PA-Rifles angesehen werden, mitunter sogar

    als etwas "schrill".


    JC010.JPG


    Einerseits machte man sich durchaus Mühe, andererseits war

    man in der Wahl der Mittel nicht wirklich wählerisch. So wurden

    bei diesem Beispiel die Inlays nicht mit Nägeln des selben Materials

    gestiftet, sondern schlicht mit (rostenden) Schrauben befestigt.

    Im Norden ein echtes "Nogo"!


    JC011.JPG


    Woher die Motive stammen? Keine Ahnung Fast möchte man

    an eine Tageslaune des Büchsenmachers denken. Oder dass

    er aktuelle Zeichnungen seiner Kinder umgesetzt hat... Was

    die handwerkliche Qualität der Draht-Inlays betrifft, stand er

    seinen Kollegen im Norden jedenfalls um nichts nach.


    JC007.JPG


    besten Gruß

    Werner

    Hat das vielleicht damit zu tun, dass das Vorbild eher in der Spätphase der Steinschlosszeit zu verorten sein könnte?

    Richtig beobachtet, Schwarzer Mann ! Ich würde das Gewehr den 1820er Jahren zuteilen, auch das Schloss spricht dafür. Stilistisch eine "East Tennessee" Büchse, Entsprechend mit Einfluss der Bean Familie. Viele Hufschmiede aus dem Osten Tennessees - plus Umgebung - haben damals ja das Angebot der Bean Familie genutzt und bei ihnen erlernt, Gewehre in guter

    Qualität zu bauen. Einer der Gründe für die Beliebtheit von Tennessee Büchsen ist ja, dass diese von ihrer Architektur her so gekonnt gebaut sind, dass sie gerade in ihrer Schlichtheit dennoch nobel wirken.


    Die anderen "Southern Rifles" kann man im Vergleich zu den Büchsen aus Pennsylvania, Ohio, Massachusetts etc. eher als "sehr bunt" gefertigt betrachten. In Süden lebten die Büchsenmacher mehr ihre persönlichen Neigungen aus und formten sie irgendwie zu einem - durchaus brauchbaren - Gewehr, Während im Norden unter den Büchsenmachern durchaus nicht nur Erfahrung, sondern auch das schon als Lehrling erworbene theoretische Wissen und bei aller künstlerischer Verspieltheit auch die sachliche Seite des Handwerks überwog.


    besten Gruß

    Werner

    Einigermaßen korrekte Nachbauten von Tennesse Rifles sind selten.

    Auch diese ist nicht ganz perfekt, aber während die Mehrzahl der Tennessee

    "Replikas" zu mehr als 50% falsch aufgebaut sind, würde ich diese zu gut 95%

    korrekt einstufen, also "nahezu perfekt"!


    Tennessee001.JPG


    Fast schon ein wenig zu nobel für eine Tennessee, was zu einem beträchtlichen

    Teil dem 46" langen geschweiften Lauf der Rice Barrel Company geschuldet ist.

    Kaliber .36", deshalb Squarrel Rifle, eventuell auch Hog-Rifle. Mit letzteren hat

    man drüben seine Schweine geschlachtet, da die meist freien Auslauf hatten,

    und man sie anders nicht erwischte.


    Tennessee002.JPG

    Für 100%ige Korrektheit dürfte die Schaftkappe noch etwas stärker

    gekrümmt, und ihre Oberseite länger sein, zudem dürfte der Abzugsrahmen

    geschmiedet und nicht gegossen sein. Aber damit hat sich's schon ausgemeckert.

    Sogar der Abzug geht als korrekt durch, was selten ist.

    Tennessee003.JPG

    Die typische lange Fahne der Schwanzschraube, doppelt mit dem Stecher verschraubt,

    was das Gewehr trotz seiner Schlankheit recht robust macht. Traut man dem "Blechstreiferl"

    gar nicht zu, aber es hält durchaus 'was aus und entlastet den Schafthals bei Schlägen.


    Tennessee004.JPG

    Hinten an der Unterseite wäre noch eine simple Blechplatte nett gewesen,

    schützt das Holz beim Laden, insbesondere wenn man im Sattel sitzt.

    Wird dem modernen Sportschützen so schnell nicht passieren.


    Tennessee005.JPG


    Ein sowohl technisch als auch optisch sehr guter Nachbau

    eines späten englischen Ketland Schlosses. In den Appalachen

    hatten englische Händler das Sagen. Zudem ist das Schloss

    perfekt eingelassen, wie sich's gehört. Schöne Arbeit. Dazu,

    ebenfalls wie schon erwähnt ungewohnt korrekt der gerade

    Stecher-Abzug. Meist wird ein technisch sehr guter aber eben

    unpassender Davis Stecher verwendet.


    Tennessee006.JPG

    Sehr schönes Holz, perfekte Passgenauigkeit, einfach ein wirklich schönes Gewehr,

    insbesondere für jene, die einfache Gebrauchsgewehre bevorzugen.

    Das kleine Kaliber eignet sich halt nicht für jeden Zweck, aber was soll's. Schießt

    wahrscheinlich trotzdem besser als 90% der Schützen.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn man von Eli Whithney Jr. spricht ist das kein ganz einfaches Unterfangen.

    Meist meint man damit jenen Eli Whithney Jr., der 1765 geboren wurde und

    zwischen 1798 und 1825 für die US-Regierung Gewehre baute, Musketen

    sowie auch die diversen "Common Rifles". Er verstarb 1825, demnach hatte er

    mit Revolvern nicht viel am Hut.


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    Sein Sohn, ebenfalls Eli Whithney Jr., kam 1820 zur Welt. Nachdem er beim Tod

    seines Vaters gerade 'mal 5 Jahre alt war, übernahm ein Cousin (oder Onkel?),

    ein Eli Whithney-Blake gemeinsam mit anderen nahen Verwandten die Firma.

    Aber der Sohn des "alten Juniors" war nicht faul, und im Alter von 21 Jahren

    übernahm er 1841 die Firma seines Vaters selbst.


    WTT02.jpg


    Zunächst zog er einen großen aber wenig lukrativen Auftrag der US-Regierung

    zur Produktion der 1841 Mississippi-Rifle an Land. Und im Alter von nur 26 Jahren

    saß er mit Samuel Colt zusammen und diskutierte die Herstellung eines Revolvers

    im Kaliber .44". Da Colt bei seinem Bankrott einige Jahre davor sein Werk in Paterson

    verloren hatte, war er für die Produktion des Colt "Walker" auf fremde Hilfe angewiesen.

    Eli Whithney Jr.'s Firma fertigte 1.000 Stk. Walkers für die Armee, plus 100 Stk. für den

    zivilen Verkauf.


    WTT03.jpg

    So kam der - zu dem Zeitpunkt tatsächlich junge - Eli Whithney

    zum ersten Mal mit Faustfeuerwaffen in Berührung. Sie sollten

    ihn nicht mehr loslassen. Der Erfolg ließ allerdings auf sich warten.

    Die ersten Revolver die Whithney unter eigenem Namen fertigte

    waren allesamt "uninteressant" und hatten bestenfalls bescheidenen

    Erfolg.


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    Was nicht daran lag, dass Eli Whithney nichts Besseres

    zusammenbrachte, sondern dass er einen Höllenrespekt

    vor Samuel Colt und vor Allem vor dessen patentrechtlicher

    Absicherung für Revolverdesign hatte. Weshalb Whithney's

    Revolverdesign quasi "Kopfstände" machte, um nur ja keinen

    Konflikt mit Sam Colt zu riskieren.


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    So viel zum Hintergrund der Entstehung es abgebildeten Revolvers,

    Eli Whithneys "Two Trigger" Revolver aus dem Jahr 1853. Kaliber .32",

    mit zwischen 2.5" und 4" langem Lauf, teils mit Messing- teils auch

    mit Stahlrahmen gefertigt. Und ab 1853 ausgeliefert, zu einem

    Zeitpunkt also, als Colt's Patente noch volle Gültigkeit besaßen.


    WTT07.jpg


    Für mich interessant und bemerkenswert ist, dass Eli Whithney als

    der Mann, der es Samuel Colt überhaupt erst ermöglicht hatte, wieder

    zurück ins Waffengeschäft zu finden und erstmals große Regierungs-

    Aufträge an Land zu ziehen, es offenbar nicht schaffte, sich mit

    Colt bezüglich der eigenen Produktion von Revolvern zu einigen.


    WTT08.jpg


    Und so kam es, dass dieser frühe Revolver von Eli Whithney Jr. eben

    ein "Two Trigger" wurde, wobei der vordere "Abzug" lediglich die

    händisch zu drehende 5 schüssige Trommel fixierte. Dass dieses

    System angesichts der bereits erhältlichen Colt Pocket und Navy

    Modelle wenig erfolgreich war, verwundert nicht wirklich.


    WTT09.jpg


    Was diese Revolver eben interessant macht, gerade weil sie zu ihrer Zeit

    uninteressant waren. Ca. 600 Stück wurden gefertigt, und der Verkauf

    ging eher schleppend voran. Da half es nichts, dass Whithney in Bezug auf

    Trommel-Design und Stempelung sichtlich von Colt gelernt hatte, und auch

    die Verarbeitungsqualität der Waffe hervorragend war. Das Design war aus

    rechtlichen Gründen eben veraltet, es konnte beim Kunden nicht ankommen.


    WTT10.jpg


    Eli Whithney Jr. War das durchaus bewusst, er versuchte das

    Konzept zu verbessern, liefere aber mit dem nächsten Design

    eher noch einen Rückschritt. Der Erfolg stellte sich erst ein, als

    er begann, mit Fordyce Beals, der - zunächst - Remington

    verlassen hatte um statt Gewehren Revolver bauen zu können,

    zusammenzuarbeiten.


    WTT11.jpg


    Besten Gruß

    Werner

    Gestern lief ne interessante 3 Teilige Doku ...

    Wobei - auch im Zusammenhang mit Dokus - eines zu beachten ist:


    Sehr beliebt sind Verschwörungstheorien über die CIA!

    Wenig beachtet wird die Quelle solcher Verschwörungstheorien!

    Denn: 90% der bösen, bösen Verschwörungstheorien über die CIA stammen von der - - - CIA!!!

    Es gibt also zu beliebigen Ereignissen die offizielle Variante der CIA,

    Sowie eigens für die Skeptiker geschaffene "verschwörerische" Versionen der CIA, allesamt in

    Richtungen manipulierend die zwar die Skeptiker begeistern, mit denen die CIA aber gut leben kann.

    Und die Wahrheit so gut verdecken, dass sie praktisch nicht mehr erkennbar ist.


    Eine Methode die natürlich nicht auf die CIA beschränkt, sondern inzwischen Allgemeingut ist.

    Zu praktisch jedem Themenkreis.


    Man kann sich heute über Alles und Jedes - auch sehr ernsthaft - informieren. Nur - mit "Wissen" hat

    das leider nicht mehr viel zu tun, es bleibt bei Vermutungen. WISSEN zu erwerben ist verdammt

    schwierig geworden. Für jeden, inklusive der Politiker.


    besten Gruß

    Werner

    Sag das den Leuten, die immer noch irgendwas auf die bösen Europäer schieben wollen. Alle sind Schuld, nur sie selbst nicht. Alle sollen helfen, nur sie sich selbst nicht. Ja, ja. Selbstmitleid eben.

    Tja, Selbstmitleid ist eben eine bequeme und daher auch weit verbreitet Methode,

    mit Problemen umzugehen die man nicht lösen kann oder will. Das ist keineswegs

    nur auf Deutsche beschränkt, aus meiner Sicht für Deutsche aber relativ neu. Die

    haben schon 'mal mehr ausgehalten. Von anderer Seite ist man es mehr gewohnt.


    Wobei Selbstmitleid ja der harmloseste Teil aus einer ganzen Reihe zusammengehörender

    Erscheinungen ist: Selbstaufgabe, zerstörtes Selbstwertgefühl, zerstörtes Selbstvertrauen.

    Kommt alles nicht ganz von alleine.

    Nur: Wenn wir das mittlerweile bei europäischen Hochkulturen finden, die immer noch in

    von der Arbeit der Großeltern und Eltern geerbten Wohlstand leben, mit welchem Recht

    werfen wir es dann den einstigen Sklaven vor, denen Bildung teils bis in die 1960er Jahre,

    teils sogar länger, verboten wurde?


    besten Gruß

    Werner

    "Sportgerät" - indirekt!


    Eure Vermutungen bezüglich Schallverstärkung sind richtig :thumbup:,

    ganz besonders das Megaphon seitens klausrgr -


    Ein sehr alter Startrevolver. Obwohl nicht dezidiert angegeben

    möchte ich fast vermuten für Segelregatten oder Ruderbewerbe.


    besten Gruß

    Werner

    Einfach etwas weniger Arroganz. Deutschland ist nicht reich. Menschen stehen an Suppenküchen an, um genug zu Essen zu haben, obwohl sie 30 Jahre und mehr gearbeitet haben. Die Straßen sind marode. Die Ausstattung der meisten Schulen/Kitas ist älter als mein Abitur. Die Probleme in Afrika und die Lösungen sind ausschließlich dort zu suchen bzw. zu finden.

    Lang lebe das Selbstmitleid!


    besten Gruß

    Werner

    Die beste Hilfe wäre, die Länder einfach in Ruhe zu lassen und sie als normale Handelspartner anzusehen.

    Das ist nur dann sinnvoll, wenn sich alle Staaten des Planeten - und nicht nur Staaten - daran halten. Andernfalls verschenkt man den eigenen Einfluss, das entstehende Vakuum wird von anderen Interessenten, deren es genügend gibt, gefüllt. Darunter sind nicht zuletzt auch Interessenten die z.B. Terrorismus fördern.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass man andernfalls Deinem Vorschlag liebend gerne folgen würde.


    besten Gruß

    Werner

    Das bedeutet, die in aller Regel völlig sinnlose "Entwicklungshilfe" KOMPLETT einzustellen.

    Da würde enormes Geschäft entgehen, wenn man beachtet, wie sog. "Entwicklungshilfe" verzinst ist. Von "Almosen" kann da keine Rede sein.

    Aber egal - ich bin dabei. Die "Geldgeber" werden nicht so gern dabei sein.


    besten Gruß

    Werner

    Ich denke die heutigen Europäer sind für nichts verantwortlich was vor 70 oder 100 oder 200 Jahren geschah. Geschichte ist Geschichte. Ansonsten sollte die BRD mal Schweden verklagen. Also diese Schäden und Kriegstoten aus dem 30jährigen Krieg. Da wäre schon noch ein paar Milliarde Euro fällig und ewige Schuld, mit Kranzniederlegungen und jährlicher Abbitte.

    Eine Frage der Definition von Verantwortung, Wolfgang0704 !

    Nahezu zwangsläufig ist kein Europäer bezüglich derartiger Ereignisse "schuldig" bzw. als "Täter" verantwortlich.


    Allerdings: Wenn ein Staat Schaden verursacht hat, haften die Bürger mit, auch wenn sie nie beteiligt waren. So wie man z.B. als Ehepartner, - im Extrem auch als volljähriges Kind, für Schulden der Eltern aufkommen muss, auch wenn man sie nie gemacht hat oder auch nur beteiligt war.


    In dem Zusammenhang ohnehin nur eine Theoretische Anmerkung, da es um "Schuld" / Täterverantwortung gar nicht geht. Wenn ich schreibe

    Europäer haben sie geschaffen, dass die diversen Afrikanischen Völker sie nicht gelöst haben ist zu einem bedeutenden Anteil deren Verantwortung.

    bedeutet das nach deutscher Grammatik - wie man sie hierzulande lernt - dass die Verantwortlichkeit bei den Afrikanischen Völkern liegt. Um das klarer ausgzudrücken hätte ich vielleicht "deren eigene..." schreiben sollen. Bezug auf die Europäer hätte eine Satzkonstruktion mit "jenen" statt "deren" erfordert. ^^


    Dass die Europäer als historischer Verursacher des Schlamassels sich nicht ganz 'raushalten sollten ist eine andere Sache, das geschieht aufgrund wirtschaftlicher Interessen aber ohnehin nicht. Dass hier konstruktive Hilfe gefragt wäre statt erneuter Ausbeutung, ist ein Gegenwartsproblem und hat nichts mit Geschichte zu tun. Ohne Stellvertreterkriege um die Vormachtstellung bei der Ausbeutung von Bodenschätzen wäre der Kontinent vermutlich längst befriedet. Allerdings wären die Rohstoffe auch ein mehrfaches teurer.


    besten Gruß

    Werner