Walther PPKS (statt PPK/S)

  • Ich bin am Katalogisieren meiner Sammlung. Dabei ist mir gerade dieses Exemplar aufgefallen. Es ist eine Walther PPK/S, die auf dem Verschluss als PPKS gekennzeichnet ist. Weiss jemand, wieso Walther während einer gewissen Zeit die Modelle so beschriftet hat? Auch die aktuellen Modelle sind wieder als PPK/S beschriftet.

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  • Auf die Anfrage beim Walther-Support in Ulm kam übrigens die verblüffende Antwort an, dass Walther gemäss eigenen Unterlagen niemals je die Kennung "PPKS" auf den Pistolen verwendet hatte. Es scheint also so, als ob Walther die Vaterschaft abstreiten wollte.

  • Gestempelt ist die Waffe aber "normal" ... oder gibt es da auch Besonderheiten ?

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Es gibt keine Besonderheiten. Alle PPK/S aus der fraglichen Zeit sind mit "PPKS" beschriftet. Nur Walther scheint das nicht mehr zu wissen. Ich war aber immerhin positiv überrascht, dass man dort überhaupt wusste, was eine PPK/S ist.

  • Es scheint also so, als ob Walther die Vaterschaft abstreiten wollte.

    Plagiat?

    :hyster:


    Von wann ist die denn?

    Da sollten Beschussstempel und Seriennummer doch klare Aussagen zulassen, oder?

    :think:


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Da sollten Beschussstempel und Seriennummer doch klare Aussagen zulassen, oder?

    DAS wäre ja (en detail) meine Frage gewesen ... ::c.o.l)


    (Weil ... bei den 08ern sind mir schon sie dollsten Dinger untergekommen)

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    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Plagiat?

    :hyster:


    Von wann ist die denn?

    Da sollten Beschussstempel und Seriennummer doch klare Aussagen zulassen, oder?

    Nein, es ist kein Plagiat, sondern eine reguläre PPK/S aus der Ulmer Fertigung der 80er-Jahre. Natürlich würde man von Walther erwarten, dass sie die Waffe aufgrund der Seriennummer einwandfrei identifizieren könnten.


    Wenn man aber weiss, wie Walther auch schon anderen Anfragen beantwortet hat, dann darf man sich eigentlich nicht wundern, wenn man völlig unbrauchbare Antworten bekannt. Vor einigen Jahren war bei Walther Deutschland auf der Website z.B. auch zu lesen, dass die in Zella-Mehlis produzierten PP, PPK und PPK/S anhand der Suffixe P und K zu erkennen sind. Ebenfalls stand geschrieben, dass die Stainless-Varianten der Modelle PP und PPK ausschliesslich in den USA hergestellt worden sind.


    Auch die Anfrage zur Walther M90 verlief im Sand. Dazu kam wenigstens die Entschuldigung, dass Walther gewisse Modelle aufgrund der veränderten Gesetzeslage aus der werkseigenen Sammlung hatte weggeben (zerstören lassen?) müssen.

  • In "Walther Verteidigungspistolen Modell 1 bis PPX" von Dieter Marschall steht:


    Zitat

    Zusatzbuchstabe "S" für "Spezial" (Schreibweise auf Verschluss anfangs "PPKS" dann "PPK/S"

    (Seite 105)


    Scheint also für die frühen Modelle normal zu sein.

  • Tatsächlich steht das so in Dieter Marschalls Buch geschrieben. Die Aussage ist aber nicht korrekt bzw. der Sachverhalt ist genau umgekehrt. Auf den frühen PPK/S findet man durchwegs die Markierung "PPK/S" mit dem Schrägstrich. Die vereinfachte Schreibweise "PPKS" dürfte auf allen PPK/S ab der Seriennummer 800000 zu finden sein, aber ich bin ziemlich sicher, dass es auch noch frühere Modelle mit dieser Kennung gibt.

  • @TE,

    bei meiner Nummerngleichen Walther (auch Karton) "PPK S" Seriennummer 226... steht im Cal. 7,65 nur PPK auf dem Schlitten!

    Gruß: Hohenwolf

    Gruß: Hohenwolf

    Ich liebe alte antike Waffen jeglicher Art und deren Geschichten, weil fast keine Einzige einer anderen gleicht und das macht sie so interessant!

  • bei meiner Nummerngleichen Walther (auch Karton) "PPK S" Seriennummer 226... steht im Cal. 7,65 nur PPK auf dem Schlitten!

    An dieser Waffe ist nicht nur die Beschriftung auf dem Verschluss interessant, sondern auch die extrem niedrige Seriennummer, die auf eine Fertigung von Ende 1967 oder Anfang 1968 hinweist. In Dieter Maschalls Walther-Buch wird als tiefste Seriennummer für eine PPK/S im Kaliber 7.65mm Br die Nummer 238581 mit Fertigungsjahr 1969 genannt.

  • bei meiner Nummerngleichen Walther (auch Karton) "PPK S" Seriennummer 226... steht im Cal. 7,65 nur PPK auf dem Schlitten!


    So eine hatte ich auch mal.
    PP und PPK sind ziemlich identische Waffen, so dass in das Griffstück der PP der PPK Lauf passt und dann auch der PPK Schlitten auf das PP Griffstück gesetzt werden kann.
    Da Walther (oder auch Manurhin die eine ganze Zeit Walther Pistolen gefertigt haben sollen - also solche mit "Walther" nicht mit Manruhin auf dem Schlitten) nicht immer die Schlitten außen mit einer Nummer versehen hat, sondern diese auch gern mal innen in Handschrift nummeriert hat, gabs öfter mal "PPK/S" die eigentlich keine waren.

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    Ike Godsey


    --- Just a grumpy old man with a gun ---

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  • Da Walther (oder auch Manurhin die eine ganze Zeit Walther Pistolen gefertigt haben sollen - also solche mit "Walther" nicht mit Manruhin auf dem Schlitten) nicht immer die Schlitten außen mit einer Nummer versehen hat, sondern diese auch gern mal innen in Handschrift nummeriert hat, gabs öfter mal "PPK/S" die eigentlich keine waren.

    Ein solcher Schwindel ist natürlich schnell durchschaut, denn die Seriennummern auf dem Schlitten waren bei den PP- und PPK-Modellen ab dem Jahr 1965 Standard. Das bedeutet, dass die erst ab Ende der 60er-Jahre eingeführte PPK/S zwingend die Seriennummer auf dem Schlitten zeigen muss. Zudem muss der Schlitten die Von-Stavenhagen-Visierung mit Kontrastmarkierung aufweisen, die erst ab 1968 verwendet worden ist.

  • Ich habe mir einige Walther PPK/S angeschaut und komme zu folgendem Schluss:

    - Modelle von 1969 bis 1978 weisen die 'korrekte' Kennung "PPK/S" mit Schrägstrich auf

    - Modelle von 1979 bis 1989 sind nur mit "PPKS" markiert


    Die Schlitten, die Walther Deutschland in die USA für die Fertigung der aktuellen PPK/S liefert, sind wieder mit "PPK/S" markiert. Die gleiche Kennung weisen auch die seit 2013 in Arnsberg produzierten PPK/S .22 auf. Gleiches gilt für die amerikanischen Lizenzfertigungen der PPK/S, die zwischen 1983 und 2013 produziert worden sind, sowie meiner Meinung nach ebenfalls für sämtliche Manurhin PPK/S.

  • Walther PPK

    Waffenfabrik- Ulm/Donau usw...

    Warum fragst du?

    Merkt man doch schon am Gewicht der Pistole "S = Stahlgriffstück"

    Gruß: Hohenwolf

    Ich liebe alte antike Waffen jeglicher Art und deren Geschichten, weil fast keine Einzige einer anderen gleicht und das macht sie so interessant!

  • Habt ihr nicht das Büchchen?

    Also für mich steht das "S" für Stahlgriffstück!

    Dateien

    • IMG_3596.JPG

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    Gruß: Hohenwolf

    Ich liebe alte antike Waffen jeglicher Art und deren Geschichten, weil fast keine Einzige einer anderen gleicht und das macht sie so interessant!

  • Das sagt WIKI dazu... Wenn es erlaubt ist hier zu posten....

    PPK/S

    Die Variante PPK/S, das Kürzel „S“ steht für „Sport“, wurde speziell für den US-amerikanischen Waffenmarkt geschaffen. Nach dem Gun Control Act[2] von 1968 mussten Pistolen, die als Sportwaffen in die USA importiert werden sollten, bestimmte minimale Abmessungen aufweisen. Um diesen Abmessungen zu entsprechen, wurden das größere Griffstück der Walther PP und die Lauf-/Verschlussgruppe der Walther PPK verwendet. Die Walther PPK/S wird überwiegend im Kaliber 9 mm kurz produziert.

    Meine Meinung: Denke aber mal, dass alle PPK/s ein Stahlgriffstück haben.

    Gruß: Hohenwolf

    Ich liebe alte antike Waffen jeglicher Art und deren Geschichten, weil fast keine Einzige einer anderen gleicht und das macht sie so interessant!

  • Walther PPK

    Waffenfabrik- Ulm/Donau usw...

    Warum fragst du?

    Ich habe mich gefragt, ob Dein Exemplar je zur Hälfte aus einer PP und PPK besteht. Wenn aber die S/N 226... sechsstellig ist und sich sowohl auf dem Griffstück als auch Verschluss befindet, kann man eine solche Kombination ausschliessen, denn eine solche S/N gab es bei einer 7,65mm PP nie. Die Frage ist dann aber, wieso Dein Exemplar so aus der Reihe tanzt. Ist es ein Versuchsmuster?