Frage zu Waffenstörung

  • Hallo,


    mich würde mal eure Meinung zu folgendem Interessieren.


    Ich war neulich auf einer Schiessanlage und habe mit einer Sig 226 (Leihwaffe) geschossen.


    Bei Patrone 3 von 10 machte es nur Klick, hat also nicht gezündet.

    Habe die Waffe also 2 Minuten weiter Richtung Kugelfang gehalten, Magazin raus und wollte die Patrone rausrepetieren, ging aber nicht. Der Verschluss ließ sich ums verrecken nicht mehr bewegen.

    Nochmaliges Abschlagen auch ohne Erfolg.


    Ich war kurz davor die Aufsicht zu rufen, als sich beim gefühlt hundertsten Versuch die Patrone rausrepetieren ließ.


    Jetzt meine Frage - angenommen,siwas passiert mit der eigenen Waffe und man bekommt die Patrone NICHT mehr raus, egal was man versucht... Was dann?


    Die Frage stellt sich mir im Nachhinein.

    Mit der geladenen Waffe nach Hause fahren? Eher nicht... Aber was tun?


    Wart ihr schonmal in so einer Situation?

  • Ich als noob hätte gesagt: Im Normalfall Waffe sichern, Magazin entfernen, Verschluss öffnen.


    Das ging ja bei dir nicht.


    Dann kommts vermutlich auf die Störung an. War der Verschluss komplett geschlossen und die Patrone ganz im Lager?

  • Ja, der Verschluss war komplett geschlossen. Die Patrone muss vermutlich leicht (?) verkantet gewesen sein (?), weil ich ja überhaupt nicht repetieren konnte.


    Ich vermute, durch die unzähligen Versuche ist sie irgendwann in die richtige Position gerutscht.


    Die Frage ist nur, wie gesagt - was, wenn man sie mal wirklich gar nicht mehr rausbekommt?

  • An sich ganz normal, hatte keine Spuren ausser einem minimalen Abdruck vom Schlagbolzen. Was ja eigentlich dafür spricht, dass dieser beim Abschlagen zumindest leicht drauf gehauen hat.


    Aber davon mal abgesehen - Was ich wissen möchte wäre was ihr tun würdet, wenn sie halt wirklich gar nicht mehr zu entfernen ist - aus welchem Grund auch immer.

  • Druck auf´s Projektil von vorn (mit Putzstock o.ä.) und Verschluss kräftig nach hinten ziehen.

    Ich hatte mal einen Hülsenklemmer im Lager und habe einen Schraubenzieher von vorn in den Lauf eingeführt, den Griff leicht auf den Tisch "geschlagen" und parallel dazu am Verschluss gezogen. Wenn die Patrone aber nicht gezündet hat würde ich keinen Schraubendreher nehmen, da man schnell abrutschen kann. Manche Schießplätze haben eine Kantine und dort kann bestimmt die Muddi mit einem Kochlöffelstiel aus Holz aushelfen grin-.)

    Mit der geladenen Waffe nach Hause fahren?

    Würde ich definitv lassen

  • Experten unter sich ... :sla:

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Experten unter sich ...

    nun, wer auch immer welche Expertise vorweisen kann, wenn man den Verschluss "ums Verrecken" nicht auf bekommt, ist die Frage nach der Reaktion darauf noch nicht beantwortet.


    Liegen lassen geht nicht! Wurde schon gesagt.

    Geladen transportieren ist definitiv auch erstmal nicht gut.


    Und nun?


    Wenn nun mehrfache Versuche, den Schuss auszulösen oder den Verschluss zu öffnen, erfolglos blieben, dann bleibt ja nicht mehr viel übrig, als das Teil entsprechend gesichert einzupacken und mitzunehmen, um es schnellstmöglich dem Büxer vorzulegen.

    Dass sich kein gefülltes Magazin in der Waffe befindet, ist wohl klar. In diesem Falle wohl eher gar keines...

    Hat die Waffe eine Sicherung, wird diese benutzt, bei sicherungslosen Waffen, wie SIG P22x & Co. sollte der Hahn sicher in der Fangrast liegen.

    StrikerFire/Safe-Action... ???

    Danach mit möglichst vielen Umverpackungen in den Kofferreaum. Mehr ist wohl kaum möglich, wenn es bereits nach 20.00 am Trainingsabend ist.


    Kann erwartet werden, dass das Teil - wenn möglich - auf dem Stand eingeschlossen wird, um in den Genuss eines Hausbesuches des BüMa zu kommen?


    Ist diese Fragestellung für einen lokalen SB nicht zu anspruchsvoll?

    Hat der (in?)kompetente Mitarbeiter der nächsten Polzeidienststelle die richtige Antwort parat?


    Fragen über Fragen...


    Aber die Antwort, was wirklich zu tun ist, die steht durchaus noch aus...


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Aber die Antwort, was wirklich zu tun ist, die steht durchaus noch aus...

    Na gut, dann hier mein Lösungsvorschlag (der schon öfter in der Praxis angewandt wurde) grin-.)


    Wenn gutes Zureden und die üblichen Versuche nix bringen den Verschluß zu öffnen ...

    dann ein überlauflanges Rundholzsteckerl (der oben schon angesprochene Kochlöffel würde auch gehen::c.o.l)) nehmen das locker in den Lauf passt, einführen, mit a bissl Papier fixieren (gegen rausfallen) und dann die Waffe aus halber Höhe (Steckerl voran) senkrecht auf den Boden fallen lassen. Dabei tut sich (erfahrungsgemäß) mindestens soviel, daß man weiterwurschteln kann. Das bei abgeschossener und verklemmter Hülse.


    Hat die Patrone nicht gezündet (ist also noch scharf) dann gleiches Prozedere wie oben beschrieben, dann aber Fenster auf (Parterre) die Waffe raushalten und, wie gehabt, - fallen lassen. (Hand tunlichst schnell zurückziehen) . Auch hier ist ein Erfolg garantiert mit dem man weiterarbeiten kann.


    Alles ganz einfach ... man muß nur wissen, wie es geht ... und glaubt mir, DAS funzt immer. grin-.)

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  • Es wäre ja mal die Frage "warum passiert so was ?"

    Bei abgeschossener Patrone ist ja alles unproblematisch, aber bei einer scharfen Patrone ?!?

    Also gerade bei einem noblen Eisen käme ich nicht auf die Idee, das Ding mit dem Kochlöffel im Lauf voran auf den Boden plumpsen zu lassen.

    Dann lieber doch zum Büchsenmacher.

  • Na gut, dann hier mein Lösungsvorschlag (der schon öfter in der Praxis angewandt wurde)

    Hat die Patrone nicht gezündet (ist also noch scharf) dann gleiches Prozedere wie oben beschrieben, dann aber Fenster auf (Parterre) die Waffe raushalten und, wie gehabt, - fallen lassen. (Hand tunlichst schnell zurückziehen) . Auch hier ist ein Erfolg garantiert mit dem man weiterarbeiten kann.


    Alles ganz einfach ... man muß nur wissen, wie es geht ... und glaubt mir, DAS funzt immer.

    Wenn das wirklich öfters der Fall sein sollte würde ich zuerst mal Waffe und Munition/Arbeitsweise beim Wiederladen prüfen.


    Mag auch sein dass ich nur die Smileys nicht verstanden habe, dann bitte ich meinen Post zu ignorieren.

  • In so einer Situation entscheidet die Standaufsicht, wie es weitergeht.

    Normalerweise sucht man sich einen Fachkundigen / Erfahrenen, der das Ding zerlegt, notfalls auch unter Beschädigung der Waffe. Mehr kann ein Büchsenmacher auch nicht tun.

    Die Waffe verläßt unter keinen Umständen geladen den Schießstand, nirgendwohin.


    Hat eigentlich irgendwer von euch beim Standaufsichtslehrgang aufgepaßt?

  • Wenn beherztes Klopfen/Anschlagen und Reißen am Schlitten nichts bringt, würde ich bei einer Waffe mit außenliegendem Hammer viel weiches Material oder Klebeband zwischen Hammer und Schlagbolzen bringen und die Sicherung, wenn vorhanden, aktivieren.


    Bei einer 1911er z.B. könnte man die Hammerfeder ausbauen.



    Bei striker fired Waffen und Waffen mit innenliegendem Hammer wäre zu überprüfen ob der Schlagbolzen ausgelöst hat.


    Oft erkennt man das ja an diversen Indikatoren.


    Wenn ja ist ein Transport auch kein Problem, weil was bleibt übrig ? Wenn nicht....tja dann weiter klopfen und reißen.



    Ich hätte da noch eine eigene Methode aber die möchte ich hier nicht nennen.


    Ansonsten bleibt wohl nur der Kampfmittelräumdienst und eine kontrollierte Sprengung der Waffe 8o