Erfahrung mit Kaliber .300 PRC und Bergara 14 HMR Wilderness gesucht

  • Hi,

    wie der Titel schon aussagt, interessiert mich die Repetierbüchse B14 HMR Wilderness in .300 PRC.

    Das Gewehr ist noch recht neu und etwas teurer als die bisherige HMR.

    Frage ist worin liegen die Unterschiede der Wilderness zur bisherigen HMR?

    Weiterhin suche ich wirkliche Erfahrungen zum neuen Kaliber, evtl. hat hier jemand auch den Vergleich mit der .300WM?

    Und überhaupt, wie sind die Bergara HMR, Genauigkeit, Verschleiss, Pro-Contra, usw.?

    Ich würde damit erstmal die 300m üben, bei Potential auch weiter rauslangen wollen.

    Mit dem Gewehr soll nur der Sport bedient werden und bin auch Wiederlader, falls das wen interessiert.

    Grüße und bleibt gesund

  • Gegenüber der HMR hat die HMR Wilderness folgende Extras / Unterschiede:

    • Cerakote auf Schaft und Lauf,
    • Mündungsbremse ist bereits montiert,
    • Mündungsgewinde zöllig statt metrisch.

    Ich vermute, daß die Läufe aus US-Fertigung sind, weil sie zöllige Mündungsgewinde haben, was normalerweise der auffälligste Unterschied zwischen spanischer und US-Fertigung ist.

    Vom Hörensagen sollen die Bergara-Läufe im jagdlichen Einsatz etwas mehr Sorgfalt erfordern damit sie nicht nachher Rost ansetzen. Ich konnte das bei meiner BMP im Sportbetrieb nicht nachvollziehen, habe ihr aber trotzdem aus optischen Gründen Cerakote verpassen lassen. Also eigentlich ein gutes Feature der Wilderness. Allerdings scheint Bergara beim Cerakoten zu vergessen, die Alu-Bettung innen im Schaft abzudecken. Cerakote auf Cerakote soll dann (auch nur Hörensagen) dazu führen, daß es zu minimalen Bewegungen im Schuß kommt. Daher wurde mir empfohlen, Schaft zu demontieren und die Alu-Bettung vom Cerakote zu befreien.

    Die verbaute Bergara-Mündungsbremse hat rundum Öffnungen; beim bodennahen Schießen kommt es zu entsprechenden Staubaufwirbelungen. Ich bevorzuge Öffnungen nur oben und auf der Seite.


    Ich fand die HMR Wilderness in .300 PRC auch interessant, habe mich vor kurzem mal dahingehend schlau gemacht und erstmal vom Kauf abgesehen:

    .300 PRC liegt, was ihre Reichweite / die Long Range-Fähigkeit anbetrifft, sogar noch leicht über der .338 Lapua Magnum und ist nicht mit der .300 WM vergleichbar. Du wirst die gleichen Schießstand-Beschränkung wie bei der .338 LM haben wegen des großen Gefährdungsbereiches. Das Geschoß ist sehr rasant; die Haltbarbarkeit des Laufes dürfte bei 1000-1500 Schuß liegen.

    Derzeit sind weder Fabrikmunition noch Wiederladekomponenten in Europa zuverlässig zu bekommen und es gibt kaum jemanden hier, der damit Erfahrung hat.


    Generell sind die B14 HMR und BMP zu empfehlen: Viel Gegenwert für kleinen Preis.
    Durch die Remington 700-Kompatibilität passen sehr viele Abzüge und Schäfte. Verarbeitung und Schloßgang sind besser als bei den aktuellen Remington-Serien. Ich schieße mit der B14 BMP in .308 Win problemlos bis 800 m.

    Schwachpunkt scheint bei einigen die Ausziehkralle zu sein. Ich habe schon zwei gekillt, allerdings beim sehr schnellen Schießen (Wettkampfvorbereitung für PRS). Schnelle Reparatur durch den Importeur war beim ersten Mal kein Problem, aber inzwischen habe ich Reserve hier liegen und mache es selbst. Das Problem trat bisher nur beim Bergara-eigenen und Original-AICS-Metallmagazinen auf; ansonsten nutze ich MDT-Magazine bisher problemlos (kann aber Zufall sein).


    Wenn Du hochpräzise bei Wettkämpfen vorne mitschießen willst, reicht diese Waffen-Preisklasse nicht und es gibt bessere Kaliber im 6- und 7mm-Bereich. Ansonsten, für den normalen deutschen Sportschützen, wäre meine Faustregel für die Kaliberwahl:

    • Bis 300 m, auf hier üblichen Schießständen (nicht freies Gelände), ist die .223 Rem meine erste Wahl. Günstig, wenig Rückschlag, schöne gestreckte Flugbahn.
    • Darüber, bis ca. 700/800 m ist die .308 Win in Preis-Leistung ungeschlagen. Es gibt eine unglaubliche Auswahl an Fabrikmunition und Wiederladekomponenten, die Läufe halten (gefühlt) ewig.
    • Ab 500 m interessant wird meines Erachtens die 6.5 Creedmoore. Günstig zu schießen, aber höherer Laufverschleiß, unter guten Bedingungen auch über 1000 m hinaus nutzbar.
    • Die .300 WM ist das .308-Pendant im Magnum-Bereich: Bißl altmodisch, solide, gut bis 1300/1400 m, aber auch hoher Laufverschleiß.
    • Darüber geht es in den Bereich der .338 Norma, Magnum, .338 Lapua Magnum, .300 PRC und Konsorten: Jeder Schuß ist teuer, die Läufe sind schnell ruiniert, Du darfst sie nicht überall schießen, aber 1500 m und darüber sind gut erreichbar.


    Insoweit ist eine .300 PRC für 300 m meines Erachtens sportlich nicht sinnvoll: Zu hohe Kosten, zu hohe Schützenbelastung, zu wenig Mehrwert.