Und noch einmal Northampton/Lehigh County

  • Nachdem ich vor mittlerweile mehr als 10 Jahren hier das Thema "Longrifle Schulen" in die Runde geworfen habe, dazu

    aber immer noch jede Menge offene Fragen existieren, versuche ich immer wieder gerne, die Unklarheiten noch zu intensivieren... :saint:

    Wenn's zu sehr nervt, einfach 'mal protestieren!


    Wie vor ein paar Tagen angedeutet wird das Thema einerseits unterschätzt, andererseits überbewertet, Der Begriff kommt wie beschrieben

    aus der Gegenwart, vielleicht wäre man mit "lokaler Mode" besser am Punkt gewesen, oder hätte zumindest den Eindruck von Druck oder Zwang,

    sich an Regeln zu halten, vermieden. Ein solcher Druck entstand bestenfalls durch den Geschmack der Kunden, er entstand nicht unter den

    Büchsenmachern. Die Meister unter letzteren versuchten lediglich, überlebensfähigen Nachwuchs auszubilden.


    Zunächst sage ich heute nicht viel mehr, denn nachdem Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen, stelle ich einfach 'mal ein paar Bilder von

    Originalen hier 'rein. Von verschiedenen Büchsenmachern aus der Gegend. Gewinnt selbst Euren Eindruck. Nicht so sehr, ob Euch die Gewehre

    gefallen oder nicht - Geschmack hat wenig mit Analyse zu tun, sondern ob es in der Gegend erkennbare Gemeinsamkeiten gab, ob sich eine Art von

    "Stil" definieren lässt. Bzw. Welche Kriterien sich überhaupt eignen, einen solchen zu erkennen. Ob vielleicht doch der Eindruck entsteht, ob die

    Büchsenmacher durch Regeln in ihrer Kreativität eingeschränkt waren?

    Ich geb' dann nachher schon wieder meinen Senf dazu... 8)


    besten Gruß


    Werner




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    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Dazu hab ich noch eine Neuinterpretation eine Lehigh Valley Rifle von Jeffrey Lore gefunden.

    http://contemporarymakers.blog…y-rifle-from-2019-by.html


    Die sieht aber vom Stil her recht anders aus, oder ist Lehigh valley eine andere Schule als Lehigh county?

    Longrifle vom Lehigh valley Typ von Jeffery Lore.jpg

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Das ist nicht einmal großartig eine "NEU"-Interpretation, Schwarzer Mann , sondern eine sehr hübsch

    gebaute persönliche Interpretation der Bauweise die sich damals im Lehigh River Tal verbreitet hat. Insbesondere

    als frühes Exemplar - 1780er Jahre - geht die jederzeit durch, es gibt nichts zu meckern.

    Zwar ist sie nicht so ganz "extremistisch" geformt wie jene Exemplare, die man heute als "typisch" betrachtet, aber

    die wesentlichen Merkmale sind allesamt erkennbar, und was man heute als "typisch" betrachtet stammte in Wahrheit

    aus den Händen der Berühmtheiten, was aber eben nicht gleichbedeutend ist mit der Mehrzahl der in der Gegend

    ansässigen Büchsenmacher. Wollte ich unbedingt Kritikpunkte finden lande ich eher bei rein "handwerklichen" 'Details,

    die findet man aber auch bei 200 Jahre alten Exemplaren - insofern gibt es wirklich überhaupt keine Kritikpunkte. Das ist

    eine Northampton/Lehigh Rifle.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Fotos für sich alleine sind ja schon eine nette Sache. Nur helfen sie wenig, wenn man sich nicht

    bewusst machen kann, was man eigentlich sieht. Dazu muss man aber wiederum wissen, worauf

    man überhaupt schauen soll.


    Es bleibt Geschmacksache womit man anfängt, aber beliebt - fast üblich - ist es, sich zunächst auf die

    Form des Holzschafts zu konzentrieren. Der Kolben hat bei den gezeigten Waffen sowohl eine gekrümmte

    Oberseite als auch eine gekrümmte Unterseite. Es kann schon 'mal vorkommen, dass der Schaftkamm

    geradlinig ist, die Unterseite aber fast nie. Mehr noch: die Unterseite des Kolbens ist in der Regel stärker

    gekrümmt als der Kamm - also die Oberseite.


    Dazu kommt, dass die Unterseite des Kolbens fast immer einen "Buckel" hat. Etwas sachlicher: Die Kolbenunterseite

    besteht aus zwei Kurven, die Erste beginnt an der Vorderkante des Abzugsrahmens und endet an der hinteren Auflage

    desselben. Die zweite beginnt wo die erste endet, und führt bis zum hinteren Ende des Schafts .


    Die beschriebene Formgebung findet man bei 90-95% der Northampton/Lehigh Rifles. Sie ist auf allen bisher im Thread

    gezeigten Schaftfotos erkennbar. Bei einigen überdeutlich, bei anderen muss man bewusst schauen. Aber die Form ist

    bei allen Beispielen vorhanden. Sie ist dafür verantwortlich, dass die Büchsen aus dieser Gegend besonders schlank wirken,

    ein Effekt der bereits in den 1770er Jahren aufgefallen ist und die Büchsenmacher motivierte, diesen Effekt exzessiv auszuleben.


    Der Schafthals wurde oft breiter als er hoch ist, die Seitenflächen des Laufs wurden nur mehr zu einem Drittel ihrer Höhe vom

    Schaftholz abgedeckt, das Schloss wurde passend zur Kurve an der Unterseite des Schafts hinten leicht angehoben - ebenso wie

    die Schlossgegenplatte, um hier eine fließende, ineinander übergehende Linienführung zu erhalten. Meist spricht man in diesem

    Zusammenhang von "Korrekturen" (im vergleich zu einer geradlinigen Ausführung) die nicht mehr als einen, oder zwei Millimeter

    ausmachen, dennoch aber optisch eine große Auswirkung haben. Wobei: Wirklich gut hingekriegt haben das nur die Besseren

    unter den Büchsenmachern, die sich nebenbei noch einen freundschaftlichen Wettkampf um die Herstellung des schönsten Gewehrs

    lieferten. Wer da nicht mithalten konnte oder wollte, hat auf dieses extreme Ausleben von Merkmal-Gestaltung eben verzichtet.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • offenbar hab ich einfach nicht den Blick dafür, oder ich hab zu wenige bewusst gesehen

    Das pasted-from-clipboard.png


    und das pasted-from-clipboard.png


    sehen für mich so unterschiedlich aus, und haben so wenig stilistische Gemeinsamkeiten, dass sie eigentlich nicht in die selbe Schule passen.


    Also trete ich kleinlaut zurück und akzeptiere einfach Deine Expertise.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Ein zweiter Bereich, bei dem man nach gemeinsamen Besonderheiten sucht, sind die Beschläge.

    Dieses Thema ist etwas schwieriger, da kein Büchsenmacher immer nur nach der Mode arbeitete,

    sondern auch Kundenwünsche berücksichtigte, Teile aus dem "Reste-Kistchen" verbaute, oder einfach

    nur etwas besonders "schickes" zustande bringen wollte. Schließlich sah man sich mehr als Künstler

    denn als Handwerker.


    Bei Lehigh/Northampton Büchsen finden wir häufig eine hinten zugespitzte "Pfeilform" an der Schloss-

    Gegenplatte, sowie an der Fahne der Schwanzschraube. Sie oben das erste Foto. Es ist nicht so, dass man

    dieses Detail immer findet, aber wenn man es findet kann man allein deshalb schon sehr sicher sein,

    wie man das Gewehr zuordnen soll.


    Büchsenmacher dieser Region haben den Kamm der Schaftkappe auch meist eingelassen, nicht aufgesetzt.

    Der Kamm der Schaftkappe nahm also nicht die komplette breite des Schaftkamms ein, sondern er war schmäler,

    links und rechts stand Holz über, die Kappe wurde om eine eingeschnittene Mulde eingelegt.


    NoCo011.JPG

    Der Unterschied ist nicht immer leicht zu erkennen, speziell wenn man noch kein zerlegtes

    Gewehr des Typs gesehen hat. Aber beim unteren Foto eines Originals von Peter Moll bekommt man schon

    eine Ahnung, worum es geht. Man sieht, dass links und rechts vom (Messing-) Kamm der Schaftkappe noch

    Holz steht, in anderen Gegenden reichte der Messingkamm über die volle Breite des Kolbens.


    PM0021.jpg


    Die Patchboxes waren ursprünglich zweiteilig, Door und Scharnierhalterung.

    Letztere meist in einer symmetrischen Tulpenform. Bald wurden vierteilige

    Patchboxformen angedeutet, d.h. die seitenteile des Doors wurden entweder

    in Form einer Schaftverschneidung angedeutet, oder mit Draht-Inlays. Noch später

    setzte man tatsächlich auch Metall-Seitenteile ein. Anfang des 19. Jahrhunderts dann

    immer wieder auch in sehr verspielten, komplexen Formen die mit dem usrprünglichen

    Tulpen-Design nichts mehr zu tun hatten.


    NoCo012.JPG


    Ein anderes häufiges Detail im Zusammenhang mit den Beschlägen ist die Mündungskappe.

    Warum auch immer, viele der Büchsenmacher dieser Region ließen die Mündungskappe

    vorne offen. Es wurde quasi nur ein Stück Messingblech um das Schaftholz gewickelt.

    Hier wieder das oben schon erwähnte Original von Peter Moll:


    PM0001.jpg


    Ein als einzigartiges Detail von Northampton County Büchsen ist die "Indianerin",

    Der Kopf wurde angangs geschnitzt, später gerne in Silber eingelegt und graviert,

    und er ist nirgendwo sonst an amerikanischen Longrifles zu finden. Möge vielleicht

    eine einzelne Ausnahme die Regel bestätigen, mir ist aber keine bekannt.


    Hier die Unterseite des Vorderschafts einer originalen Büchse von Hermann Rupp,

    vermutlich in den 1790er Jahren gefertigt. Der Bereich zwischen Abzugsrahmen und

    hinterster Ladestock-Halterung. NoCo013.JPG



    Nun, (spätestens) ab den 1920er Jahren hat man drüben erhaltene Büchsen nach solchen Details sortiert. Hat dabei

    gemerkt, dass die Büchsen mit gleichen oder ähnlichen Merkmalen zwar oft von unterschiedlichen Büchsenmachern

    gefertigt wurden, diese aber in der gleichen Gegend ansässig waren, wenigstens im selben Bezirk. Und als Name für

    solche Gruppen wählte man eben den Begriff "Schule". Mehr ist da nicht dran.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • offenbar hab ich einfach nicht den Blick dafür, oder ich hab zu wenige bewusst gesehen ....

    Es ist nicht übermäßig deutlich, . Schwarzer Mann , aber es gibt Originale bei denen die Details noch schlechter erkennbar sind,

    obwohl gut erhalten.


    NoCo014.JPG


    * Der Kamm ist - minimal aber doch gekrümmt. Wobei mman selbst mit einem geradlinigen Kamm "zufrieden" sein dürfte, denn

    das Kriterium ist, dass die Unterseite stärker gekrümmt ist, und das ist sie,

    * Ebenso minimal aber doch besteht die Kolben Unterseite aus zwei Kurven. So wenig, dass man fast darüber streiten könnte, meine Pfeilchen

    übertreiben das ein Wenig. Aber die Linienführung ist vorhanden.

    * Der Lamm der Schaftkappe ist eingelassen, was insbesondere an der Abrundung vorne zu sehen ist (weißer Pfeil)

    * Die Schloss - Gegenplatte stimmt ohnehin.


    Es gibt viele Versuche, eine Lehigh/Northampton Büchse nachzubauen bei denen die Details deutlicher ausgeführt wurden, die aber dennoch

    weit schlechter als dieses Exemplar gebaut sind. Gerade diese sehr dezente Umsetzung - "ich könnte zwar, aber deutlicher will ich nicht",

    hat einen besonderen Charme. Sehr schönes Stück!


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Das mit der eingelassenen oder aufgesetzten Schaftkappe habe ich immer noch nicht kapiert. Du hast das toll erklärt, Werner, aber ich stehe immer noch auf dem Schlauch.

    Ich habe ja schon einige Schaftkappen angepasst, habe ich die nun aufgesetzt oder eingelassen?

    Wie heißen denn beide Varianten auf englisch? Vielleicht finde ich da eine Baudokumentation beider Versionen im Netz.


    Lederstrumpf

  • Danke. Schön erklärt.


    Das macht für mich den absoluten Reiz Deiner Beiträge aus!

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Das mit der eingelassenen oder aufgesetzten Schaftkappe habe ich immer noch nicht kapiert.

    Doch, hast Du längst kapiert, Lederstrumpf . Ist nur so primitiv, dass es einem gar nicht bewusst wird.

    Ist in beiden Fällen genau am Wort.

    Die aufgesetzte Kappe wird einfach auf das Material aufgesetzt - daraufgelegt. Man sieht daher auch den Metallteil - also die Schaftkappe - vollständig.

    Was bei vielen vorgefertigten Schäften sogar zwingend notwendig ist. Da kannste das Ding nur mehr "drauflegen". Das Schloss ist aber nicht draufgelegt, das ist eingelassen, oder?


    SK01.jpg


    Desgleichen die Fahne der Schwanzschraube - und bei diesem Rohling eben auch die Schaftkappe.


    SK03.jpg


    SK02.jpg


    Weshalb man vom Metallteil nur die Oberfläche sieht, die Seiten sind vom Holz verdeckt.

    Das war schon das ganze "Geheimnis".


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Ein anderer Versuch - etwas besch....eidene Bildbearbeitung... :saint:


    Man betrachte den Kolben eines VLs - von hinten...


    SK04.jpg

    Wollte man eine - meist gegossene - Schaftkappe aufsetzen, , war man im 18/19 Jahrhundert meist nicht so brutal wie bei dem

    oben gezeigten vorgefrästen Schaft, wo man den Schaftkamm im fraglichen Bereich einfach horizontal abgeschnitten hat. Damals

    hat man nur so viel Holz weggenommen wie nötig. Bei der aufgesetzten Schaftkappe den in diesem Bild gezeigten Schwarzen Bereich.

    Genaugenommen aber überfllüssige Arbeit, hätte man gleich horizontal durchgeschnitten, hätte man für die obere Befestigung der

    Kappe zwar eine längere Schraube benötigt, sich aber ein wenig arbeit erspart. Den Schwarzen Bereich kannst Du auch als darstellung

    des Kamms der Schaftkappe interpretieren. Macht keinen Unterschied. Um die so aufzusetzen, muss in dem Bereich eben das Holz weg.


    SK05.jpg


    Beim Einlassen funktioniert's ein wenig anders.

    Der Kamm der Schaftkappe ist schmaler, von außen

    wirkt er auch flacher. Auf die Festigkeit des Gewehrs

    hat das keinerlei Einfluss, nur die Optik ist eben anders.

    Es wird ein Hohlraum in das Holz geschnitten, und in den

    wird das Metallteil eingesetzt. Bei dieser Technik kann man

    sich's aber eben nicht so einfach machen, den Schaft am

    tiefsten Punkt des Metallteils einfach horizontal zu kappen.

    Wie man sieht, ist am tiefsten Punkt des Metallteils links und

    rechts noch abdeckendes Holz.


    SK06.jpg


    Besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Noch ein erhaltenes Gewehr, mehr zum genießen.

    Ein Original von John Moll. Leider weiß ich nicht welcher, zwar sollten Gewehre des Vaters auf "Johannes Moll"

    angegeben sein, bloß hält man sich immer seltener an diese Sprachregelung.

    Egal, jedenfalls ein meiner Meinung nach sehr schönes Exemplar, an dem man viele der genannten Merkmale

    erkennen kann. Vielleicht auch überlegen kann, ob nicht einige Details abweichen. Wie gesagt, die Büchsenmacher

    waren keine Sklaven, und gerade die Molls zählten zu den Trendsettern, die folgten nicht einer Mode, die machten die

    Mode.


    besten Gruß

    Werner


    NoCo101.JPG


    NoCo103.JPG


    NoCo102.JPG


    NoCo104.JPG


    NoCo105.JPG


    NoCo106.JPG

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • An den Bildern dieser Rifle sehe och jetzt auch den "Buckel" im Bogen an der Kolbenunterseite und die "eingelassene" Schaftkappe.

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  • Passt :thumbup:, Schwarzer Mann !

    Wenn Du noch einen Blick riskierst, fällt Dir auch noch auf, dass die vordere Kurve ungefähr mit dem

    Beginn des Abzugsrahmens beginnt, deshalb Schloss und Schloss-Gegenplatte parallel dazu hinten leicht

    angehoben sind. Vielleicht zwei, drei Millimeter, man sieht aber die Änderung an der Kontur im Vergleich

    zum Vorderschaft. Fällt IMHO von der linken Seite - Schloss Gegenplatte - besser auf.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Stimmt.

    Verleiht dem Design etwas Dynamik.

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  • Ein anderer Versuch - etwas besch....eidene Bildbearbeitung... :saint:

    Perfekt, Werner. Herzlichen Dank für die Mühe, dass noch mal genau zu erklären!!!!! :drink:


    Jetzt weiß ich, wann ich eingelassen und wann aufgesetzt habe. Meine Jägerbüchsen haben alle eingelassene Schaftkappen, die der Plains-Rifle ist aufgesetzt.


    Wunderbar, wieder was gelernt. Ich weiß schon, warum ich dieses Forum hier bevorzuge und andere gemein vernachlässige.


    Lederstrumpf

  • Die Formgebung des Schafts ist ein hochinteressantes Thema. Auch in Europa gab es völlig unterschiedliche Ausfertigungen. Man denkt immer, die Jägerbüchse sieht immer gleich aus. Weit gefehlt. Auch hier gibt es Stilelemente, die bestimmten Regionen resp. bestimmten Herstellern leicht zuzuordnen sind.


    Bezüglich der angesprochenen Kurve innerhalb des Abzugsbügels finden wir auch sehr oft an Jägerbüchsen:

    Vergleich_Schuber.jpg


    By the way: Pedersoli hat bei seiner "Interpretation der Jägerbüchse darauf verzichtet und den Schaft van dieser Stelle völlig gerade konzipiert:

    Unbenannt-7.jpg


    Den Kritikern der Replika-Herstellern sei aber gesagt, dass sich auch an orginalen Jägerbüchsen völlig "gerade" Schäfte ohne konkave Ausformung im Bereich des Abzugsbügels finden:

    Joseph-17.jpg


    Lederstrumpf

  • Leider wird das Thema in unseren Breiten praktisch völlig totgeschwiegen.

    Parallel zur abenteuerlichen amerikanischen Geschichte ist der größte Reiz an den historischen amerikanischen Waffen,

    dass öffentlich geforscht wird und die Informationen auch frei zugänglich sind. Bei uns ist das Thema seit 100 Jahren so gut wie tot.


    Mein persönlicher Eindruck ist, dass eingelassene Schaftkappen ihren Ursprung bei Flinten haben, und irgendwann im 18 Jahrhundert

    lokal auch für Büchsen gerne verwendet wurden. Hier ebenso wie in Übersee. Ursprünglich scheint es, als wäre die eingelassene Variante

    hauptsächlich bei britischen Flinten und auch Musketen zu finden, was aber eher daran liegt, dass dazu Beispiele bekannt sind, während es

    zu mitteleuropäischen Waffen (fast) keine strukturierte Information gibt. Wenn ich in ein Museum gehe und frage: "Was ist denn das?" und der

    fachkundige Angestellte antwortet "Ein Gewehr" lässt sich das noch auch die blöde Fragestellung schieben. Wenn auf die Frage "wie alt" die

    Antwort "Sehr alt" erfolgt, finde ich das nicht mehr so toll.


    Dass man hier alte Waffen zerlegen und analysieren darf, fällt ohnehin in den Bereich der Illusion.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Wenn ich in ein Museum gehe und frage: "Was ist denn das?" und der

    fachkundige Angestellte antwortet "Ein Gewehr"

    vermutlich ist der "Fachkundige Angestellte" halt kein Fachmann, sondern Wachdienstler.


    LG

    -Michael


    (er hätte ja auch sagen können: "Steinzeit - sehen Sie mal, ist ja ein Steinschloß dran")