Ruggles Patent Unterhammer Pistole

  • enfield , ein sehr schöner Beitrag den ich sehr interessiert verfolge. Meinen Dank für den tollen Einstieg in das Forum. Im übrigen spüre ich schon wieder ein leichtes Kribbeln in den Fingern, - plage mich nämlich schon länger mit dem Gedanken an den Eigenbau solch einer Pistole.

    Das wickeln von Spiralfedern ist im Grund sehr einfach: Man nehme einen Dorn als Wickelachse - Innendurchmesser - Feder, auf einer Seite wird ein Loch in den Dorn gebohrt - man kann auch einen Schlitz einsägen, auf der anderen Seite des Dornes wird eine Kurbel fixiert: Der zu wickelnde Draht wird nun ein Stück durch den Mitnehmer - Loch oder Schlitz gesteckt, und es kann gewickelt werden. Beim wickeln ist darauf zu achten, das der Draht eine gewisse Spannung hat - zwischen zwei Hölzern einklemmen. Weiterhin ist es hilfreich, der Wickelachse an den Enden einen Fixpunkt zu geben. Die Steigung ist hier reine Gefühlssache, und wird durch Handführung erzeugt. Früher wurde ja mit härtbarem Stahldraht gearbeitet, der Draht war gut weichgeglüht und ließ sich gut wickeln. Nach dem Wickeln wurde die Feder gerichtet und auf Länge geschnitten, danach gehärtet und angelassen. Das klingt in der Beschreibung zunächst etwas kompliziert für manchen, ist aber im Grunde sehr einfach. Heute können wir Patentfederdraht in allen möglichen Stärken verarbeiten, da fällt dann die Wärmebehandlung weg. Spiralfedern gehen stets etwas auf, - je nach Vorspannung.


    Viele Grüße - Breuko

  • Wäre mir, in der Zeit als ich noch Waffenabnahmen bei MLAIC bei WM

    oder EM gemacht habe, eine Repliken Unterhammer Pistole mit Spiralfeder vorgelegt worden, hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht abgenommen, da ich das auch nicht wusste.

    Oder man hätte es wie hier

    „ enfield“ glaubhaft belegen müssen.

    Man lernt halt nie aus.

    Du kannst Dir gar nicht vorstellen , wie sehr ich Dich darum beneide , daß Du bei den Abnahmen neben vermutl. vorwiegend "Standard - Waffen" sicher auch das eine oder andere hochinteressante Spitzenstück in die Hand nehmen durftest !

  • enfield , ein sehr schöner Beitrag den ich sehr interessiert verfolge. Meinen Dank für den tollen Einstieg in das Forum. Im übrigen spüre ich schon wieder ein leichtes Kribbeln in den Fingern, - plage mich nämlich schon länger mit dem Gedanken an den Eigenbau solch einer Pistole.

    Das wickeln von Spiralfedern ist im Grund sehr einfach: Man nehme einen Dorn als Wickelachse - Innendurchmesser - Feder, auf einer Seite wird ein Loch in den Dorn gebohrt - man kann auch einen Schlitz einsägen, auf der anderen Seite des Dornes wird eine Kurbel fixiert: Der zu wickelnde Draht wird nun ein Stück durch den Mitnehmer - Loch oder Schlitz gesteckt, und es kann gewickelt werden. Beim wickeln ist darauf zu achten, das der Draht eine gewisse Spannung hat - zwischen zwei Hölzern einklemmen. Weiterhin ist es hilfreich, der Wickelachse an den Enden einen Fixpunkt zu geben. Die Steigung ist hier reine Gefühlssache, und wird durch Handführung erzeugt. Früher wurde ja mit härtbarem Stahldraht gearbeitet, der Draht war gut weichgeglüht und ließ sich gut wickeln. Nach dem Wickeln wurde die Feder gerichtet und auf Länge geschnitten, danach gehärtet und angelassen. Das klingt in der Beschreibung zunächst etwas kompliziert für manchen, ist aber im Grunde sehr einfach. Heute können wir Patentfederdraht in allen möglichen Stärken verarbeiten, da fällt dann die Wärmebehandlung weg. Spiralfedern gehen stets etwas auf, - je nach Vorspannung.


    Viele Grüße - Breuko

    Genau so habe ich auch die abgerosteten Schraubenfedern nachgebaut . Als Kern habe ich eine ( gehärtete ) Nähnadel , an deren Ende ich einen Knebel zum Drehen hart angelötet habe , genommen . Wichtig ist in der Tat , die zu wickelnde Feder zwischen zwei Hartholzstücken zu führen , sonst wird das nix . Die ersten zwei Versuche habe ich ohne versucht , dann gehen die Windungen aber im Durchmesser beim Loslassen derart auseinander , daß sie absolut unbrauchbar werden . Vor dem Wickeln glühe ich den Draht mit dem Bunsenbrenner weich , nach dem Wickeln werden die Federn rotwarm gemacht und in Rapsöl abgekühlt . Nach dem Abkühlen wärme ich nochmals mit der Flamme , bis das anhaftende Öl anfängt zu brennen , das mache ich zwei mal und mir ist noch nie eine Feder gebrochen . Mit Blattfedern verfahre ich für die Wärmebehandlung genau gleich , als Stahl verwende ich alte Sägeblätter

  • Ich habe da einmal eine grundsätzliche Frage , vielleicht kann mir ja ein erfahrener Fachmann wie syola da Auskunft geben :


    Die Wahrscheinlichkeit , daß ich mich mit meinen bescheidenen Schießkünsten jemals für eine EM oder gar WM qualifizieren kann , geht nahe null .


    Aber gesetzt den unwahrscheinlichen Fall : Dürfte ich überhaupt mit einer Waffe starten , die zwar original ist , bei der der total verrottete Schaft aber weitestgehend ( da nur noch fragmentarisch erhalten ) originalgetreu nachgefertigt wurde und bei der das nicht mehr vorhandene und narbige Finish erneuert wurde ? Ich schreibe hier nicht von "restauriert" sondern "repariert" .


    In diesem Zustand habe ich jedenfalls die meisten meiner Unterhammer erworben , in besserem Zustand hätte ich mir sie wohl auch gar nicht leisten können .

    Die Läufe waren hingegen bei fast allen innen mit einer total verharzten Fettpampe derart zugeschmiert , daß ich das Zeug erst nach tagelangem Einlegen in Benzin herausbekommen habe , Danach waren aber ausnahmslos alle Laufseelen in Top - Zustand .

    Anscheinend wurde in Amerika für die äußerliche Konservierung so gut wie keine Anstrengung gemacht , die Dinger sahen , als ich sie kaufen konnte , immer so aus , als wären die Läufe innen gereinigt und gefettet , danach aber in irgend einem feuchten Keller oder Scheune o.ä. vergessen worden , wo Feuchtigkeit und Holzwürmer ihr schändliches Werk verrichten konnten .