Springfield M1855

  • sind eigentlich sehr bekannt. Die erste gezogene Muskete der

    USA, für .58" Minie Geschosse. Mit dem Maynard Zündstreifen

    Mechanismus der dann beim Mod. 1861 wieder weggelassen

    wurde weil er sich nicht bewehrte. Erhaltene Exemplare gab es

    hier gelegentlich schon zu sehen, und Liebhaber können Replikas

    kaufen oder auch Originale in einer Preisklasse ab etwa €2.000,- finden.


    Wie wird solche Massenware zur doch recht teuren Rarität?

    Relativ einfach: Man nehme die - weitgehend unbekannte - Karabiner

    Variante für die Kavallerie, von der nur 1.020 Stück gefertigt wurden.


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    Ein Gewehr von dem ich mir vorstellen könnte, dass es bei Sportschützen

    recht beliebt wäre. Schlicht, recht leicht, aber wenn man will mit ganz viel

    Rumms. Durch die Minie-Langgeschoße, vermutlich .54", doch recht präzise,

    und trotz aller Schlichtheit ein Hingucker. Speziell wenn sie einmal gesprochen

    hat, auch .54" kann recht beeindruckend klingen.


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    Vermutlich wäre das Gewehr auch nie zur Rarität geworden, hätte nicht

    Christian Sharps seine Perkussions-Hinterlader praktisch zeitgleich auf

    den Markt gebracht. Letztere wurden natürlich bevorzugt.


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    Offen gestanden hab' ich einen Augenblick gebraucht bis ich verstanden

    habe, dass der Ring am Abzug nicht für einen Riemen gedacht ist, sondern

    eine Variante des nochmalerweise links angebrachten "Saddle Rings" ist.


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    Bei diesem Exemplar ist wohl der auf wieder poliert worden, bevor es

    vor ein paar Jahren zum Verkauf angeboten wurden, aber immerhin ausreichend

    gefühlvoll um die Stempelungen zu erhalten. Was bei der Einschlagtiefe zwar

    selbstverständlich erscheint, in der Praxis aber nicht ist. Warum auch immer.


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    Die Schrauben mit Zylinderkopf muten vielleicht etwas seltsam an, allerdings

    sind die auf allen drei erhaltenen Modellen, die ich kenne, gleichermaßen verbaut,

    die dürften also original sein.


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    Wirklich nett finde ich, dass das Gewehr als als Halbschaft Büchse ausgeführt ist. Damit

    kommt es mit einem Laufband aus, Der Ladestock ist aus Stahl und vorne fixiert, um

    Verlust zu vermeiden.


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    Mit einem Preis von rund € 15.000,- beim gezeigten Zustand sicher nicht das günstigste Gewehr

    am Markt, und sicher kein "Musshaben", aber zu behaupten dass sie uninteressant ist wäre

    - zumindest von meiner Seite - gelogen.

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    besten Gruß

    Werner

    Dateien

    • DP2855C007.jpg

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    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Tolles Stück Werner!
    Ich hab mir vor 30 Jahren mal so eine gebaut - also eine "auf 5m Kopie" wennman so will.
    Bis aufs Kaliber (meine war eine .58er) wars ziemlich "close".
    Grundstock war damals eine Zoli "Zouave" - was besseres gabs damals nicht...

    ---------------
    Ike Godsey


    --- Just a grumpy old man with a gun ---