Interessante Zwergin

  • Moin Werner,

    ich denke mal das schlichtes Design angesagt war. Schließlich war es ja schon Massenware, wenn auch aus einer Manufaktur. Schlicht mit einigen Tupfern, die auch dem persönlichem Bezug entsprechen, sagen mir mehr als eine dekadente Gravur. Obwohl ich diese Kunstwerke durchaus zu schätzen weiß.

    Viele Longrifles bringen das auch gut zum Ausdruck.


    Viele Grüße Breuko

  • Mir dünkt, die noble doppelläufige Steinschlosswaffe war weniger zum schießen gemacht sonder eher standesgemäßes Accessoir eines Kaisers, Königs wenigstens aber gut betuchtem Adligen. Die war selbst damals schon zu schade um 'einfach so' mit auf die Jagd zu gehen.


    Früher wie heute eint die Besitzer solcher Stücke eine Tatsache: Geld spielt(e) keine Rolle - und dies gute Stück im speziellen dürfte wohl mit Gold aufzuwiegen sein.


    Die 'noble' amerikanischen Rifle dagen leugnet schon auf den ersten Blick nicht wofür sie gemacht und sicherlich auch gebraucht wurde,- was mir gut gefällt. Wem nützt die schönste Frau, ... wenn man sie nicht küssen darf.

    Nähm ich. :sla:

    Et bliev nix wie et wor.

    Uralte kölsche Weisheit

  • Was ich mich frage, wie heutzutage Züge in den Lauf kommen, das weiß ich - dazu gibts videos. - Wie haben die das damals d.h. vor 1900 gemacht?

    Auf einen Dorn und kalthämmern wie heute .. son Büchser von damals hat ja auch nicht alle spezialwerkzeuge..

    --
    Landesreferent BDMP Hessen für DP DR SAR - ,dazu ProLegal und Jäger im HLJV

    Die mit der lautesten Meinung haben oft nicht die leiseste Ahnung..

  • Also ich finde ja das "bling-bling" schön fürs Auge, die Doppelbüchse oder -Flinte gefällt mir unheimlich gut. Genauso finde ich die fast schon mit Details und Verzierungen überladenen Radschloßbüchsen unheimlich faszinierend. Dabei kann ich nichtmal sagen warum, oder besser gesagt was mir mehr gefällt, die pure Pracht oder die Tatsache das dahinter meisterliches, handwerkliches Können gepaart mit unzähligen Arbeitsstunden.


    Ich vermute Mal das man in Amerika einfach pragmatischer war, was meines Erachtens nach daher rührt dass man, im Gegensatz zu Europa ja keinen Adel und auch diesen ganzen Protz und Prunk nicht hatte. Wer wohlhabend war zeigte dies vielleicht in der Art des Gewehres welches Greenhorn vorgestellt hat, trotz der Verzierungen bleibt es ein Gebrauchsgegenstand und kein Schmuckstück oder Sammlungsobjekt das zur zum zeigen gebaut wurde.


    Manchmal würde man sich doch wünschen das die Sachen reden könnten, da wäre zwar gewiss auch grausames dabei, aber interessant alle Mal... der Gedanke kommt mir auch immer wieder wenn ich bei uns im Wald an dicken uralten Eichen vorbeikomme... was die wohl erlebt haben ?

  • Was ich meine mitbekommen zu haben, ist, dass viele der erhaltenen Büchsen aus der Golden Age Zeit durchaus auch Repräsentationsobjekte waren, im Gegensatz zu den Barn Rifles, die sich kaum erhalten haben.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Man sollte bei aller Diskussion über Repräsentationsstücke und Gebrauchswaffen nie die jeweilige Mode vergessen, die auch die Verzierung der Waffen bestimmt hat. Im Barock (auch im Spätbarock) waren andere Verzierungen üblich als z.B. im Klassizismus oder im Empire. Dazu komme landesspezifische Moden.

    All das bestimmte auch den an Waffen zu findenden Schmuck.

    Bei europäischen Waffen kommt noch hinzu, dass sich reich verzierte Waffen in Museen und Kunstkammern besser erhalten haben als z.B. Gebrauchswaffen, die in Krisensituationen oft beschlagnahmt und zerstört wurden, wie z.B. nach 1945, als alle Arten von Schusswaffen (selbst Perkussionswaffen) abzuliefern waren.

  • Wer sich für Literatur zum Thema "Kentucky Long Rifle" interessiert, sollte hier mal reinschauen. Im Shop gibt es einige interessante Bücher zu kaufen, die man sonst kaum im deutschsprachigen Raum sieht.

  • Mit einer ähnlichen Pistole wurde Abraham Lincoln erschossen...

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Irgendwie belustigend bei diesen kleinen Dingern, deren Verwendungszweck doch überwiegend

    "aus der Hüfte über die Entfernung einer Spieltischbreite"

    gewesen sein dürfte, finde ich die doch recht sorgfältige Ausarbeitung von Kimme und Korn.


    Ich kann mir irgendwie nicht richtig vorstellen, daß damit tatsächlich "gezielt" wurde - oder sehe ich das falsch ?

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Wunderbar Werner! Danke fürs Zeigen!

    Interessant die Laufbesfestigung via Schraube von unten und nicht per Keil.


    So ein Pistölchen nachzubauen, wäre doch mal eine tolle Herausforderung.


    Lederstrumpf

  • wenn ich mir ansehe, was unser grünes Horn uns hier so alles an schönen Zwergen vorstellt und dann sehe, was von irgendwelchen Cretins z.B. bei egun als Derringer bezeichnet wird, kann einem doch einfach nur schlecht werden.

    Ich kann da nur immer wieder sagen, danke Greenhorn :thumbsup:

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger

  • Greenhorn , du hast recht, Derringer sind mit Sicherheit ein interessantes Thema. Was mir nur auf den Keks geht, ist das jeder Schwachmat von einem Deringer spricht, wenn er eine kleine Perkussionspistol verkaufen will. Fast alle von diesen Dingern haben absolut nichts mit einem Deringer gemein und kommen meist aus belgischer Produktion.

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger

  • Die Nachbauten von Weinberg-Pistolen wurden und werden ja ganz offiziell als Liegi-Derringer vermarktet. (z.B. https://www.frankonia.de/p/dav…r-pistole-derringer/98079)

    Oder hier https://www.artax-vorderlader.…endung-im-kaliber-44.html

    Derringer_Liegi.jpg

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Die Nachbauten von Weinberg-Pistolen wurden und werden ja ganz offiziell als Liegi-Derringer vermarktet. (z.B. https://www.frankonia.de/p/dav…r-pistole-derringer/98079)

    Oder hier https://www.artax-vorderlader.…endung-im-kaliber-44.html

    Derringer_Liegi.jpg

    Die haben aber trotzdem absolut nichts mit Deringer oder Derringer gemein.

    Happy Trails


    Texas Jack


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    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger

  • Hallo, ich mag die kleinen auch sehr gern.

    so wie viele unwissende fast jeden Revolver als Colt bezeichnen, so wird auch so ziemlich jede Taschenpistole in der Größe eines Deringers als solcher bezeichnet.

    Die Namen sind nun mal Weltbekannt und werden aus diesem Grunde wohl auch gerne missbraucht Gottlob gibt es aber noch genug Kenner - auch in diesem Forum, die den Unterschied genau erkennen.


    Viele Grüße und frohe Pfingsten - Breuko.

  • Die Namen sind nun mal Weltbekannt und werden aus diesem Grunde wohl auch gerne missbraucht


    Also ich sehe das nicht als Mißbrauch an, sondern es sind über die Zeit Gattungsnamen geworden, unter denen auch ein Laie sich etwas vorstellen kann.


    Ein Beispiel aus dem Nicht-Waffenbereich:


    "Bitte gib mir doch ein Tempo!"


    Jeder weiß, was gemeint ist, auch wenn es sich nicht um ein original Tempo-Taschentuch handelt.

  • Flex ... ;)

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Inbusschraube


    da gibt es noch viele Beispiele

    Erik - the master of desaster
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)