Gelegenheit

  • würde ich das eher nicht nennen, eher ein "Angebot" das nicht nur

    Captain Cat zum Kopfschütteln bringt. Aber immer der Reihe nach.


    Ich spreche von einem Revolver - besser "Revölverchen"-, dem Reid

    Knuckleduster.


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    Toll, nicht wahr? Will sicher jeder haben. besonders die beiden hier und jetzt

    gezeigten, das sind Exemplare im Kaliber .41", und von denen sind nicht mehr als

    etwa 10 erhaltene Stücke bekannt. Die Folge in Bezug auf Sammler könnt Ihr schon

    erahnen, aber dazu ein bisschen später.


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    Gebaut wurden die Kerlchen von einem James Reid, der 1827 in Belfast zur Welt kam,

    und das Büchsenmacher-Handwerk noch in Irland erlernte, bevor er 1857 in die USA

    auswanderte, wo er in Catskill/Green County/New York eine Schmiede und eine

    Büchsenmacher-Werkstatt eröffnete.

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    Zu Weihnachten 1865 erhielt er für das gezeigte Konzept das US Patent 51.752,

    ein Selbstverteidigungs-Revolver der sich selbst in der Faust verdeckt tragen ließ,

    und der daher in gewissen Kreisen sehr beliebt werden sollte. Kein Lauf, oftmals

    im vorderen Bereich gezogene Trommel, Mittelfinger durch das Loch im Griff,

    damit sich das Ding beim Schießen nicht selbstständig macht, Abzug direkt davor.


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    Die Trommel hat 5 Kammern und kann einhändig weitergedreht werden, Mechanik für die

    Trommelrotation ist bei der Größe verständlicherweise keine vorhanden. Die Verriegelung der

    Trommel erfolgt über einen Schieber an der Unterseite des Rahmens, der von vorn einen Stift

    in die unterste Kammer der Trommel schiebt und sie so fixiert. Entriegelt wird die Trommel mit

    dem Daumen rotiert, da für diese Art der Verriegelung kein großartiger Federdruck erforderlich

    ist funktioniert das auch einhändig ganz bequem.


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    Ob alleinstehende Frau, Spieler oder sonst jemand der eine Schusswaffe für die (nicht nur)

    Selbstverteidigung im Nahbereich wollte, die Waffe verkaufte sich gut, zwecks Marketing wurde

    sie in den 1880ern in diversen Katalogen als "My Friend Knuckle Duster" angeboten. Keine Ahnung,

    zu welchem Preis sie verkauft wurde, sicher nicht für die beinahe US$ 24.000,- die man heute dafür

    hinblättern muss - wenigstens für das obige .41" Exemplar.

    Womit man aber erst nahe beim Gipfel ist, für dieses "Brüderchen"...


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    wären es US$ 27.500,- . Bei Allem Verständnis für Sammlerleidenschaft, Raritäten

    und all die damit zusammenhängenden Faktoren, mir wär so ein Stück bei weitem

    nicht einmal die Differenz zwischen den Beiden Exemplaren wert. Um so weniger

    wenn ich bedenke, dass 100 Jahre ältere HANDarbeit - somit Einzelstücke - mitunter

    für deutlich geringere Preise zu haben sind.

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    Nachdem wir aber glücklicherweise in einer Welt leben in der sich jeder

    selbst aussuchen darf, wofür er sein Geld - sofern er es hat - ausgibt

    erübrigt sich dieses Thema ohnehin. Bleibt diese Schusswaffe. Ich würde

    'mal gerne das Gesicht des bearbeitenden Beamten sehen, wenn man

    ein derartiges Exemplar für seine WBK beantragt. Mehr Text spar' ich

    mir - Alles gesagt!

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    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • hab da auch schon das eine oder andere Mal drann gedacht, mir so ein Teil zuzulegen aber entweder sind die vom Zustand grottenschlecht oder einfach saumässig teuer. ::(

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger