Colt Paterson No. 5 Pistol von Uberti im Kasten

  • Ja, wenn man den Schlitz nachfeilen muss, wird er zwangsläufig breiter und tiefer. Das ist der Preis für eine schöne Schraube, wenn das Ausgangsmaterial so mies ist. Für den neuen Schlitz muss sich der Besitzer jetzt eben einen neuen Schraubendreher suchen. Ist das geringste Übel. Wenn's um Originalität im Hunderstel-Bereich gegangen wäre, hätte aufgeschweißt werden müssen oder besser gleich eine Neue gedreht.


    Die Schraube ist mittlerweile brüniert und hat bereits den Besitzer des Centaure hoch erfreut (ein neues Korn aus Neusilber durfte ich ihm auch gleich machen, das alte war Im Bermuda-Dreieck verschollen).


    Ne, perfekt ist sie nicht, aber mein Posting sollte zeigen, dass auch aus Gurken noch was Vernünftiges werden kann, wenn man Arbeit investiert und weiß, was man tut. Ich wäre nicht so vermessen, mit dieser Schraube einen Concours de Elegance gewinnen zu wollen.


    Lederstrumpf

  • Erlaube mir als Metaller - wenn auch meistens und eher elektrisch - jetzt mal ein Urteil.


    Die von Long Johns Wolf restaurierte Schraube ist ihm - alle Achtung - wie schon vieles Andere zuvor hervorragend gelungen!

    Und Eines hat sie gesammelten Werken aus der Tüte oder irgend einer Wühlkiste immer voraus: es ist ein Originalteil. Nach allen Regeln der Handwerkskunst, mit viel knoff hoff und Liebe zum Detail bestmöglich nachgearbeitet, wieder hergerichtet. S-o bekommt die Sache Charakter. D a s ... macht's aus.


    Was Neues reindrehn kann jeder Jeck.


    Gut gemacht!

    Et hätt noch immer jot jejange.

    Uralte kölsche Weisheit

  • Ich habe Schrauber Dreher für alle Schrauben die mir bis jetzt unter gekommen sind selber gemacht, damit vermurkst man keine Schraube. Als Rentner aus Leidenschaft hat man ja auch Zeit und mit Fräsmaschine und vor allem guten Feilen bekommt man das hin.

    Griff und Schaft mach ich dann auf der Drechselbank.

    Gehärtet werden die Dreher mit gelben Blutlaugensalz und in Oel abgeschreckt.

  • Ich habe Schrauber Dreher für alle Schrauben die mir bis jetzt unter gekommen sind selber gemacht, damit vermurkst man keine Schraube. Als Rentner aus Leidenschaft hat man ja auch Zeit und mit Fräsmaschine und vor allem guten Feilen bekommt man das hin.

    Griff und Schaft mach ich dann auf der Drechselbank.

    Gehärtet werden die Dreher mit gelben Blutlaugensalz und in Oel abgeschreckt.

    Was ein Metzgermeister so alles hinbekommt, bewundernswert :thumbsup::thumbsup::thumbsup:

    Aber man braucht Zeit, Platz für die ganzen Gerätschaften, das Wissen um die Techniken und das handwerkliche Talent um mit Metall und Holz entsprechend umgehen zu können. :thumbsup::thumbsup::thumbsup:

    Happy Trails


    Texas Jack


    SASS life # 55314


    BDS Western # 625


    “They Knew Their Duty And They Did It,” John S. “Rip” Ford, Texas Ranger

  • Ja und im Moment kann ich nicht in meine Werkstatt weil Seehofer der Idiot, die Grenze für Luxembourger zugemacht hat, aber deutsche dürfen bei uns Klopapier kaufen und tanken kommen, meine Werkstatt liegt nur 400 m hinter der deutschen Grenze.

    Musste mir jetzt ein Schlauchboot kaufen, damit ich wenigstens ab und an in meine Werkstatt komme, habe mir schon überlegt ob ich meine CZ 75 mit nehme, wenn die von der Bundespolizei schießen, zurück schießen kann.

  • Thema vermurkste Schrauben,

    mit Sicherheit ein interessantes Thema , welches ja auch das allgemeine Interesse zu wecken wusste.

    Aus meiner Sicht ist eine Restaurierung in der Form wie von Lederstrumpf gezeigt doch das hinterfragen wert.

    Die Restaurierung der Schraube ist aus optischer Sicht super gelungen, meinen Glückwunsch dazu an Lederstrumpf.

    Allerdings habe ich einige Zweifel zu der Statik des behandelten Schraubenkopfes, welche durch einen zu tief gewählten Einschnitt des Kopfes doch sehr geschwächt scheint. Als Deko wäre das aus meiner Sicht echt gut! Als Schraube, die mit einem gewissen Drehmoment angezogen werden muss, eher nicht so gut: Ein wenig zu hohes Drehmoment, und der Schraubenkopf ist zweigeteilt. Damit ist aus meiner Sicht ein echtes Problem entstanden, die Schraube muss nämlich wieder heraus!!!

    Als Fazit rate ich aus diesem Grund zu folgender Abwägung: Lohnt sich die Restaurierung in Bezug auf mechanische Beanspruchung, oder doch lieber etwas neues machen? - Bei Deko wäre es ja egal.


    Viele Grüße Uwe

  • Jetzt mal eine grundsätzliche Frage:

    Warum werden die Schraubenköpfe denn so schnell und leicht zerschinden?

    -Teils liegt das - wie wir alle wissen - an schlechten Schraubendrehern und an deren falschen Gebrauch

    - der andere Grund ist aber die schlechte Qualität der Schrauben. Es wird immer von italienischem Butterstahl gesprochen.


    Jeder kennt wohl dieses Phänomen auch von den billigen Schrauben aus dem Discounter. Mit guten, etwas teureren Material vom Fachhandel lässt sich natürlich besser arbeiten, und da sieht man auch nach Verwendung von nicht optimalem Werkzeug in den Händen eines ungeschickten Hobbywerkers kaum etwas von dessen Bemühungen.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Warum werden die Schraubenköpfe denn so schnell und leicht zerschunden?

    -Teils liegt das - wie wir alle wissen - an schlechten Schraubendrehern und an deren falschen Gebrauch

    - der andere Grund ist aber die schlechte Qualität der Schrauben.

    Schlechte Qualität von Schrauben? Klar, gibt es ...


    Aber der Hauptgrund des "zerschindens" ist in den allermeisten Fällen ganz einfach der falsche Umgang mit dem Werkzeug Schraubendreher.


    Als erstes gibt man einer festsitzenden Schraube mal ein paar "gscheide auf den Deckel" sprich - man setzt den Schrauber an und schlägt mit dem Hammer kräftig auf den Griff - Prellschlag zum Gewinde lockern. Bei einem guten Dreher geht die Klinge DURCH den Griff - daher kein Problem. Bei Kaufhaus-Plastikdingern natürlich nicht -> Griff kaputt.::c.o.l)


    Hat man die Schraube "an"gelöst, dann wird oft versucht, aus dem Handgelenk zu schrauben, dabei hat man aber viel zu wenig SENKRECHTEN Druck auf dem Griff. Folge - Klinge rutscht nach oben ab (mit den bekannten Folgen).

    Wenn (auf)schrauben, dann nur mit vollem Körpereinsatz - sprich - man "legt" sich mit dem ganzen Körpergewicht auf den Schraubendrehergriff und dreht mit der Faust, das sollte meist reichen ... man hört aber sofort auf wenn man merkt, daß die Klinge anfängt abzurutschen.


    Geht aber gar nix, dann nimmt man eben den Schlagschrauber ... dem kann keine (normale) Schraube widerstehen. ::c.o.l)


    Generell gilt hier wie überall: Gutes Werkzeug erspart große Flucherei und Ärger ...

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Ich verwende absolut nur 8.8er Schrauben (leider sind diese heute auch schon meist verzinkt) früher waren diese immer schwarz.

    Sogar im Schrauben-Fachhandel findet man heute fast nur noch die verzinkten. :-(

    Und wenn es mal keine passende Schraube gibt, mach ich sie mir auf der kleinen Drehbank selbst.

    Darum und genau aus diesem Grund habe ich mir extra eine antike Schraubensammlung für Holz und Metall angelegt.

    Gruß: Hohenwolf

  • Danke René,

    es handelt sich um einen Nietstock/Nietamboss. Für die Schraubenrestaurierung optimal, weil in den unterschiedlichen Bohrungen die Schraube zum Hämmern gut eingelegt werden kann. Sie liegt aber nur locker darin. Eine festere Halterung ist immer eine geschlitzte Mutter oder ein Stück Holz mit Bohrung und Schlitz in den Schraubstock eingespannt.

    Wenn du einen Nietamboss suchst, hier bekommst du z. B. einen:

    https://www.selva.de/de/alle-k…hrenreparatur/nietamboss1


    Und an alle Mitstreiter hier in diesem Thread: Bitte um Verständnis, dass ich mich jetzt hier erst mal nicht mehr an Diskussionen um gefeilte Schraubenschlitze, Drehmoment, Belastbarkeit und dergleichen beteilige.

    Was ich wollte, habe ich dargestellt und fertig.


    Lederstrumpf

  • Was nimmt man dann für empfindliche Schlitzschrauben??

    Gruß: Hohenwolf

    Diesbezüglich bin ich verwöhnt.

    Habe mir vor Jahren - wenn auch teuer - ein großes Chapman Schraubendreher Set besorgt,

    und das erfüllt alle Wünsche. Auch das Kleine reicht eigentlich.


    Chapman


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.