Tausch Verschluss und / oder Lauf durch WBK Inhaber erlaubt?

  • Hallo,


    Angenommen die Firma "Glück" würde bei ihrer Pistole Modell 1.7 die Seriennummer nur auf das Griffstück lasern.


    Sportschütze A hat das Modell mit schwarzem Schlitten, Sportschütze B hat das Modell in einer Sonderversion mit farbigem Schlitten.


    Dürften beide Schützen die Schlitten dauerhaft tauschen, da Sportschütze A der farbige besser gefällt und Sportschütze B der schwarze?


    Viele Grüße


    Johannes

  • Hallo Johannes,


    heute nein, früher ja(jein) - die aber heute auch nicht mehr :sla:


    Heute müssen alle Teile entsprechende Kennzeichnungen haben und dürfen auch nicht getauscht werden (Wechselsysteme usw. natürlich). Früher war das anders, da gab es tatsächlich Waffen, bei denen die korrekte Kennzeichnung nicht auf allen wesentlichen Teilen vorhanden war. Da war der Tausch natürlich auch schon verboten, nur hat es ja keiner gemerkt. Wenn man heutzutage einen solchen Wechsellauf beispielsweise erwirbt, muss hier eine Nummer vergeben und auf den Lauf aufgebracht werden, die wird dann auch eingetragen und somit ist ein "Tausch" auch erkennbar. Verboten bleibt er eh.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Hallo Frank,


    aber es muss doch weiterhin nur 1 Seriennummer auf der Waffe sein, so dass weiterhin z. B. der Schlitten + Lauf mit Verschluss zwar die Beschusszeichen (und Kaliber auf Verschluss) haben können, aber keine Seriennummer haben!?

    Dürfte denn der Büchsenmacher / Waffenhändler ohne "Papierkram" vornehmen?


    Viele Grüße


    Johannes

  • Hallo Johannes,



    der darf das, aber die Nummer muss ihm zugewiesen werden. Ich hatte hier im Verein vor ein paar Wochen...eigentlich Monaten....einen solchen Fall. Alten Wechsellauf gekauft, der hatte noch keine Nummer. Dann zum Büma, parallel über die Behörde eine Nummer beantragt, die wurde dann irgendwann von der richtigen Stelle (ich glaube Eichamt oder sowas:shock:) zugewiesen, dann hat der Büma die Nummer eingeschlagen und das Ding wurde eingetragen.


    Also gehen tut's...aber mal eben fix ist da vermutlich nicht.....



    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Hallo Frank,


    aber es geht hier ja explizit nicht um einen Wechsellauf, sondern "nur" um einen Austausch.

    Wäre bei einer Reparatur doch auch so, dass das neue TEil KEINE Seriennummer hat?

    Es muß nur eine Seriennummer auf einer Waffe sein? Echt?

    Ja, Kurzwaffen: Griffstück reicht.
    Langwaffen: Lauf (wenn getrennt dann + Verschlusshülse)

    https://www.beschussamt-ulm.de…-24WaffG.pdf?m=1486537585


    Viele Grüße


    Johannes

  • Hallo Johannes,


    an der Stelle bin ich raus, was die wirklich gesicherten Kenntnisse betrifft. Sowas ist ja schon eindutig im Bereich des Büchsenmachers anzusiedeln, Thema Herstellerlaubnis usw.


    Dann ist da auch ein Unterschied zwischen den Fragen in deinem Post #1 und #6. Im Post #1 hast du nach einem Austausch unter "Privatleuten" gefragt. Im Post #6 wäre ja definitv schon mal ein Büchsenmacher im Spiel und ggf. darf der das eine oder andere, von dem ich keine Ahnung habe. Z.B. den alten Lauf einziehen und dir einen neuen geben (ggf. auch die alte Nummer dort einschlagen). Dann muss das Ding so ja auch zum Beschuss usw. Du als Privatmann würdest einen neu/gebrauchten Lauf mit Patronenlager ja ohne Beschuss schon mal gar nicht bekommen. Wenn du einen solchen mit Beschuss bekommst, dann sind wir genau bei dem, was ich in meinem Post #2 geschrieben habe.


    Von irgendeinem irgendeinen passenden Lauf zu bekommen, einzusetzen und damit zu schießen ohne das das ggf. auffällt, den alten Lauf behalten oder zersägen, sind alles Dinge, die man vielleicht machen kann, die aber erstens nicht rechtens sind und man sich zweitens dabei auch nicht erwischen lassen sollte. Da kann man schon den abgewandelten Wiederladerspruch bringen: Jeder LWB handelt eigenverantwortlich!


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Grundfrage ist ja, ob Privatleute z. B. den farbigen Verschluss untereinander austauschen dürften.


    Beschuss haben ja eh alle Teile.


    Bitte korrigiere mich - aber wenn nur das Griffstück, nur der Lauf oder nur der Schlitten getauscht wird, dann muss doch auch nichts extra zum Beschuss.

  • Wie wäre es denn, einfach mal einen Fachmann zu fragen ... Matthias Horner hier z.B. , :/

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Wenn der Lauf selbst als Wechsellauf für deine KW einen eigenen Beschuss hat nicht. Dann war er das ja schon.

    Wenn man einen Schlitten tauscht, den es zum Beispiel nicht als Ersatzteil fertig beschossen gibt, dann schon.


    Und was das Tauschen von wesentlichen Teilen betrifft, so solltest du dich vielleicht noch einmal mit dem Thema Herstellung beschäftigen. Den Hinweis hatte ich oben ja schon gegeben!!!

    Sich zum vorhandenen AR15 ein Wechselsystem kaufen und das dann nicht auf die Grundwaffe zu schrauben, sondern auf einen frei zu kaufenden Lower fällt zum Beispiel auch darunter. Gibt definitv Mecker vom Meister!


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Wie wäre es denn, einfach mal einen Fachmann zu fragen ... Matthias Horner hier z.B. , :/


    Jepp...oder Timo Zindel.


    Und denen dann sagen was man tatsächlich will, warum und was konkret vorhanden ist. Denn die Herstellung ist nicht Gegenstand der "normalen Sachkunde". Mit einer solchen Ausbildung kann man nur antworten:


    Modifikationen/Austausch an einem wesentlichen Teil der Waffe = Verboten

    Nur Wechselläufe oder Systeme die ohne Büchsenmacherarbeit einzusetzen sind = erlaubt, müssen aber eingetragen werden.


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Sich zum vorhandenen AR15 ein Wechselsystem kaufen und das dann nicht auf die Grundwaffe zu schrauben, sondern auf einen frei zu kaufenden Lower fällt zum Beispiel auch darunter. Gibt definitv Mecker vom Meister!

    Die Sache hat ja mehr Facetten.

    Beispiel: Ich kaufe ein AR15 von Wegschmeisser. Den Lower tausche ich aus weil er mir nicht gefällt, nix taugt, gerade ein besserer vorbeikommt, ...
    Das ist ja (noch) ein freies Teil, kein Problem. Den alten Lower lege ich in die Schrottkiste oder entsorge ihn sogar.

    Ein Jahr später kaufe ich mir ein Wechselsystem. Nun sitzt das Wechselsystem auf einem Lower, der ...
    Im Schrank steht aber weiterhin nur eine Komplettwaffe. Was nun?

    Alles schick, oder?

  • Beim Wechselsystem ist in der WBK "Wechselsystem zu Waffe xyz" eingetragen. Anhand der Seriennummer bei lowern ist das ja ersichtlich. Natürlich gibt es bei deutschen Herstellern die Kennzeichnungspflicht auf dem lower (noch) nicht und wenn ich eine Hera, Schmeisser, DAR usw. besitze, die keine Seriennummer auf dem lower haben, mag das ja gehen. Ich habe bei meiner (in meinen Augen sehr fähigen) SB diesbezüglich angefragt und die Aussage war deutlich: Wechselsystem auf anderem lower als der Grundwaffe und du bist Mode! Separater lower unter dem upper der Grundwaffe und Wechselsystem auf dem lower der Grundwaffe: rechtliche Grauzone aber nicht empfehlenswert da es ggf. auf ein richterliches Urteil rausläuft.

  • Hmmm, wird dann wahrscheinlich Thema, wenn irgendwann ab Herbst die Lower auch nachgetragen werden müssen?


    Derzeit gibt es ja bei unzähligen Waffen noch gar keine Prüfmöglichkeiten: wie du schon sagst bei deutschen Lowern oder alte Ami-Lower ohne Seriennummer. Oder bei den ganzen Customwaffen: meist andere Seriennummer auf den Lowern (die nirgends eingetragen sind) usw.

  • Das ganze mit dem AR15 war von mir ja nur ein Beispiel für die ganze Breite der Problematik. Ich wollte damit einfach den Punkt Herstellung nochmals hervorheben. Mehr nicht. Denn diese Frage ist ja in Bezug auf diesen Thread eher oT.


    Das sich die Gesetzeslage in den Jahren auch immer noch geändert hat, macht das Ganze dann natürlich auch nicht leichter. So gibt es eben heute noch alte Wechselläufe ohne Nummer, Waffen die mit Hersteller "unbekannt" eingetragen sind usw. Bleibt alles wie es ist, ist das auch kein Problem, wechselt ein solches Teil mal den Besitzer, geht unter Umständen der Eiertanz los. Das Thema hier ist (vermutlich) nur ein Beispiel dafür.


    Aber: Die Antworten sind eigentlich in #9, bzw. #11. Denn die Herren dort, müssen es wissen.


    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Vielleicht kann ich meine Frage so zusammenfassen und vereinfachen:


    Darf man ein wesentliches Teil an einer Schusswaffe, das nicht mit einer Seriennummer versehen ist, OHNE "Papierkram", Vergabe einer Seriennummer, austauschen:

    - als "einfacher Nutzer"
    - als Waffenhändler
    - als Büchsenmacher


    Viele Grüße


    Johannes

  • Beim Wechselsystem ist in der WBK "Wechselsystem zu Waffe xyz" eingetragen.

    (...)

    Separater lower unter dem upper der Grundwaffe und Wechselsystem auf dem lower der Grundwaffe: rechtliche Grauzone aber nicht empfehlenswert.

    Nö, bei mir steht in der WBK jeweils "Wechselsystem Kat. B" und kein Verweis auf die Grundwaffe.

    Ich habe mehrere Wechselsysteme, die wiederum jeweils auf mehrere Waffen passen.


    Wenn Du wie in Deinem Beispiel statt einer eingetragenen plötzlich zwei Komplettwaffen im Schrank stehen hast ist das mehr als Grauzone.


    Bin mal gespannt, wie das im Herbt mit dem Nachmelden dann neu wesentlicher Teile abläuft. AR-Verschlußträger sind ja beispielsweise auch noch ein frei erhältliches Tuningprodukt (ohne Seriennummer). Wenn sie eingetragen sind wächst zwar der Aufbewahrungsbedarf, dafür verschwindet vermutlich die Grauzone.

  • Hallo Johannes,


    Was willst du denn hören? Die Antworten haben wir doch schon gegeben!


    Als einfacher Nutzer:

    Beantworte dir doch mal selbst dei Frage, wie du an den Lauf kommst, der beschossen ist und meinetwegen auch keine Seriennummer trägt - ohne Papierkram? Ebenso auch die Frage, wie man das nennt, wenn du mit deinem Kumpel die Glock-Läufe tauschst? Ich würde das "Überlassen" nennen - ohne Papierkram?

    Und wenn ihr beiden die Läufe tauscht, wie in deiner Anfangsfrage geschrieben, dann wird das sicher nie jemand merken, aber das Thema "Überlassen" bleibt formal bestehen, oder kennst du im WaffG einen Passus, in dem wesentliche Teile, die (warum auch immer) keine Nummer habe, einfach frei gehandelt, oder getauscht werden können?


    Als Waffenhändler:

    #9, bzw. #11 - sowie diverse Einschätzungen "einfacher Nutzer" in den obigen Antworten


    Als Büchsenmacher:

    #9, bzw. #11- sowie diverse Einschätzungen "einfacher Nutzer" in den obigen Antworten



    Gruß

    Frank

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    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Nö, bei mir steht in der WBK jeweils "Wechselsystem Kat. B" und kein Verweis auf die Grundwaffe.

    Ich habe mehrere Wechselsysteme, die wiederum jeweils auf mehrere Waffen passen.


    Ist bei vielen WS früher so eingetragen worden und teilweise passiert das noch heute . Grundsätzlich soll(te) ein WS aber immer einer (ggf. auch mehreren) Waffe(n) zugeordnet sein. So ist auch einfach erkennbar, ob du nach dem Verkauf von Waffen, die Berechtigung für das WS überhaupt noch besitzt!


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"