Frage zum Erwerb und sofortiger Vernichtung

  • Ob die andere Abwicklung jetzt wirklich ein Indiz für mehr Ahnung ist soll mal offen bleiben.


    In diesem Fall sollte die Waffe letztlich beim Käufer als vernichtet im NWR eingetragen sein. Auf die Ausfertigung und sofortige Einziehung einer Urkune/WBK kann dann vielleicht sogar bei der Verwaltung verzichtet werden, aber anscheinend nicht bei den Oberbeamten auch Waffenbesitzer genannt.

  • Nun, wir wollen doch mal festhalten, dass JEDER eine Schusswaffe vernichten darf:

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    RZ 21.2 WaffVwV:


    Eine Schusswaffe wird bearbeitet, wenn ihre Funktionsweise geändert wird (z. B. Umarbeitung einer Schreckschusswaffe in eine Waffe für Patronenmunition, einer Repetierwaffe in eine halbautomatische Waffe, einer Schusswaffe für Einzelfeuer in eine für Dauerfeuer), wenn wesentliche Teile der Waffe (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 1.3) ausgetauscht, geändert oder in ihrer Haltbarkeit beeinträchtigt werden (z. B. Verkürzung des Laufs, Änderung des Patronenlagers) oder wenn das Aussehen der Waffe wesentlich geändert wird (z. B. Abänderung einer Langwaffe in eine Kurzwaffe durch Verkürzung des Schaftes, Montieren von Kühlrippen, Anbringung eines Zielfernrohrs durch mechanische Veränderung an der Waffe). Auch das Umarbeiten erlaubnispflichtiger Schusswaffen in Zier- oder Sammlerwaffen bzw. Schnittmodelle ist ein Bearbeiten.


    Keine Bearbeitung ist es, einen Einsteck- oder Austauschlauf einzusetzen.

    Das Zerstören (z. B. Einschmelzen, Zerschreddern) einer Schusswaffe oder wesentlicher Teile einer Schusswaffe ist keine erlaubnispflichtige Tätigkeit.


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    Somit sollte klar sein, dass - unter der Beachtung der Beweispflicht - eine Waffe von "jedermann" vernichtet werden kann und somit auch ausgetragen werden kann und wird.

    Bleibt die Frage, ob es einen logisch nachvollziebaren Grund gibt, eine Waffe, die man nur innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen besitzt und sie innerhalb dieser Zeit vernichtet, in eine WBK Ein- und gleich wieder Auszutragen.

    Ich bin der Ansicht, dass dem nicht so ist.

    Logisch nachzuvollziehen ist es zumindest nicht.
    Denn WENN es Nachforschungen zum Verbleib oder dem "Lebenslauf" einer Waffe geben sollte, ist dafür in erster Linie das NWR (NRW II) erschaffen worden. JEDE Nachforschung nimmt dort ihren Anfang - und wenn dort vermekrt ist, dass die Waffe XYZ vernichtet wurde, dann endet das "Leben" dieser Waffe offiziell.

    Es gibt keinen Grund, dies in einer WBK zu dokumentieren (es sei denn die Waffe steht dort schon drin) - zumal der Voreintrag dann ja weg ist. Und - zumindest theoretisch - dieser Voreintrag nicht einfach so ohne Verein, Verband und dem ganzen Gedöns wieder zu bekommen ist - wenn mans genau nimmt.

    Ja sicher, jetzt kommt gleich wieder ein Besserwisser ums Eck der schreit "Aber der SB hat die Möglichkeit...!" JA, hat er! Er kann jederzeit eine Art "Waffentausch" vornehmen und den Voreintrag neu vergeben - klar - das ist aber auch nicht wirklich gesetzlich geregelt.
    Es ist für den SB um ein Vielfaches leichter, die Vernichtung im NWR einzutragen und die WBK mit Voreintrag unangetastet zu lassen.

    Das Problem Schwarzer Mann wird wohl eher sein, dass du eine Waffe (z.B. auf grün) nicht erwerben kannst, ohne dass der Händler deinen Eintrag "sperrt".

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    Ike Godsey


    --- Just a grumpy old man with a gun ---

  • Vorweg ... ich kenn mich nicht aus, mein letzter Waffenerwerb war 1998, aber...


    kann es sein, daß es früher so gehandhabt wurde aber nun, nach neuem WaffG das Prozedere ein ganz anderes ist?? :/

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Zu diesem Vorgang habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Als juristischer Laie kann ich natürlich daneben liegen, und bitte die Juristen mich erforderlichenfalls zu korrigieren.


    Zunächst einmal bedeutet der Kauf den Eigentumsübergang. Das kommt zum Tragen, wenn ich eine Waffe bei einem Händler kaufe, und dann gleich einlagern lasse, bis ich die nötige waffenrechtliche Erlaubnis habe.

    Dann kann ich diese Waffe auch ausleihen, wenn ich eine WBK habe. das bedeutet, die Waffe gelangt für begrenzte Zeit in meinen Besitz.


    In dieser Zeit habe ich die tatsächliche Verfügungsgewalt, ohne die Waffe erworben zu haben.

    Da ich der Eigentümer bin, habe ich das Recht diese Waffe auch zu vernichten oder zur Vernichtung abzugeben.

    In der Zeit, in der ich die Waffe nur formal ausgeliehen habe, habe ich diese formal gesehen nicht erworben. Also kann und muss ich auch keinen Waffenerwerb anzeigen.


    Das Zerstören (z. B. Einschmelzen, Zerschreddern) einer Schusswaffe oder wesentlicher Teile einer Schusswaffe ist keine erlaubnispflichtige Tätigkeit.


    Ich kann also die Waffe selbst zerstören, und informiere die Behörde über deren Zerstörung. Sobald ich die Waffe zerstört habe, kann auch kein Erwerb mehr stattfinden, und somit kann diese Waffe nicht mehr in die WBK eingetragen werden, da sie nicht mehr existiert. Zum Nachweis der Zerstörung könnte ich die Einzelteile der Waffenbehörde vorlegen.


    Jetzt stellt sich die Frage, wie der Ausleiher die zerstörte Waffe, die sich zum Zeitpunkt der Zerstörung nicht in seinem Besitz befunden hat, aus seiner WBK ausgetragen bekommt?


    Wenn die Waffe formal an den Eigentümer ausgeliehen ist, ist für den Eigentümer das Ausschlachten und Zerstören rechtlich wohl unproblematisch, und es muss wohl auch keine Erwerbsanzeige gemacht werden.



    Die Frage ist, (falls meine Überlegungen stimmen), wie man den Vertrag dazu rechtssicher gestalten kann?

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Das Problem Schwarzer Mann wird wohl eher sein, dass du eine Waffe (z.B. auf grün) nicht erwerben kannst, ohne dass der Händler deinen Eintrag "sperrt".



    Deshalb auch meine Überlegung, dass man eine Waffe zum Ausschlachten auf GELB (weil man schon mehr als 10 Eintragungen hat) formal erst gar nicht erwirbt, sondern nur kauft (also Eigentümer wird), sich dann ausleiht, und während man die Waffe als Leihnehmer besitzt, die waffenrechtlich relevanten Teile zerstört.

    Der Leihgeber bekommt den Nachweis, dass die Waffe zerstört wurde (Teile beim Amt vorlegen? Oder von Büchsenmacher bestätigen lassen) und lässt dann die Waffe als zerstört aus seiner WBK und dem nationalen Waffenregister austragen.


    Und jetzt wären die Juristen gefragt, einen Mustervertrag dazu zu entwerfen.

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • In dieser Zeit habe ich die tatsächliche Verfügungsgewalt, ohne die Waffe erworben zu haben.

    Ich sehe da den Hinderungsgrund ... kannst du etwas zerstören, daß dir gar nicht gehört?

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    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Ich sehe da den Hinderungsgrund ... kannst du etwas zerstören, daß dir gar nicht gehört?

    Wenn Du die Waffe bezahlt hast sollte das kein Problem sein.

    In dieser Zeit habe ich die tatsächliche Verfügungsgewalt, ohne die Waffe erworben zu haben.

    Da ich der Eigentümer bin, habe ich das Recht diese Waffe auch zu vernichten oder zur Vernichtung abzugeben.

    In der Zeit, in der ich die Waffe nur formal ausgeliehen habe, habe ich diese formal gesehen nicht erworben. Also kann und muss ich auch keinen Waffenerwerb anzeigen.

    Dann bleibt das Aufgabe des Händlers.


    Deshalb auch meine Überlegung, dass man eine Waffe zum Ausschlachten auf GELB (weil man schon mehr als 10 Eintragungen hat) formal erst gar nicht erwirbt, sondern nur kauft (also Eigentümer wird), sich dann ausleiht, und während man die Waffe als Leihnehmer besitzt, die waffenrechtlich relevanten Teile zerstört.

    Der Leihgeber bekommt den Nachweis, dass die Waffe zerstört wurde (Teile beim Amt vorlegen? Oder von Büchsenmacher bestätigen lassen) und lässt dann die Waffe als zerstört aus seiner WBK und dem nationalen Waffenregister austragen.

    Oder einfach beim "Leihgeber" die Teile kaufen und diesem dann die weitere Verwertung überlassen. Wenn es schon offensichtlich ist dass Du die Waffe wg. fehlender Erlaubnis nicht kaufen wirst die sinnvollste Lösung.


    Vermutlich würden sich nur wenige Verkäufer auf Deine unsichere umständliche Version einlassen, da üblicherweise wohl funktionsfähige Waffen verkauft werden.

  • Ich sehe da den Hinderungsgrund ... kannst du etwas zerstören, daß dir gar nicht gehört?

    Warum nicht ? Geschieht doch z.B. im Straßenverkehr durch Fahrlässigkeit täglich.

    Oder ich hab mir was ausgliehen, und das Gerät fällt mir runter und ist kaputt.

    Dann habe ich was zerstört, was mir nicht gehört.

    Wird wohl auch beim vorsätzlichen Zerstören(Ausschlachten) so sein.


    Nur ob das waffenrechtlich zählt, und die Behörde mein "Kaputtmachen" der Waffe

    eines Anderen als gültig anerkennt (bin ja kein BM, der das gleubhaft bestätigen darf),

    das wird wohl mal wieder je nach Behörde anders gehandhabt.


    LG

    -Michael

  • Wird wohl auch beim vorsätzlichen Zerstören(Ausschlachten) so sein.

    Nein, ein Ausschlachten ist kein Zerstören im Sinne des WaffG

    Es müssen die wesentlichen Teile einer Schußwaffe dauerhaft (geschreddert/ eingeschmolzen) zerstört werden.

    Hier nochmal für alle, um was es geht:

    Zitat

    es gibt immer wieder den Fall, dass man ein "Schnäppchen" kauft, und nach der ersten Inspektion feststellt, dass irgend etwas defekt ist und sich die Reparatur nicht lohnt.

    Oder man kauft eine billige Waffe nur mit dem Ziel Ersatzteile zu gewinnen.

    Und die 14 Tage Frist zum eintragen ist nicht dazu da den Neuerwerb zu testen und ggf. wieder zu veräussern, sondern, dass man auch die Möglichkeit hat, den Erwerb dem Amt anzuzeigen.

    https://dejure.org/gesetze/WaffG/34.html


    Es wird auch nicht der Tag eingetragen, bei dem man beim Amt die WBK vorlegt, sondern der Tag des Überlassens.


    Sobald der Vorherige Besitzer seinen Amt gemeldet hat, er Hat Herrn X die Waffe Y am Tag Z überlassen, muss die Waffe (innerhalb der Frist) bei Herrn X eingetragen werden.

    Auch wenn dieser die Waffe zur Vernichtung abgibt.

    https://dejure.org/gesetze/WaffG/37.html


    Wenn dies ein SB anders macht, ist das nicht der Regelfall und man sollte sich freuen.

  • Unabhängig vom Thema fällt hierzulande auf, dass die überwiegende Mehrheit der Behörden/Dienststellen und

    Sachbearbeiter keine Ahnung vom Waffenrecht hat. Da kommt dann immer das große Erstaunen, wenn man ihnen

    Passagen aus dem Gesetz vorlegt. In der Praxis wird das Waffenrecht pro Bezirk anders ausgelegt, so lange bis man

    korrigiert. Und gewisse Vorgänge schaffen die Behörden überhaupt nicht, die werden grundsätzlich zur Bearbeitung

    in die Zentrale weitergegeben.

    Beispiel: Nachdem das Gericht mir die auf Antrag die Waffe meines Vaters (Erbstück) zugesprochen und mir übergeben

    hatte, haben die aber vergessen sie in meine WBK eintragen zu lassen. Mit entsprechenden schriftlichen Bestätigungen

    vom Gericht, etc. etc. . Nur hatten sie vergessen, den Eintrag tatsächlich zu machen. Hab' ich bei der Überprüfung bemerkt

    und bin zur lokalen Behörde. Die waren nett, freundlich, alles, nur: "Das wissen wir nicht wie wir das machen könnnen,

    fahren sie bitte in die Zentrale, wir würden den Fall auch nur weiterschicken..."


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Nicht wenige SB machen den Job in Zweitverwendung oder nur im Vertretungsfall (Urlaub/Krankheit).

    Nicht selten haben sie den dazugehörigen Lehrgang nicht absolviert.


    Deshalb passieren da viele Fehler (und mit dem Aufarbeiten der Altbesitz WBK´s ins NWR sind extrem viele Fehler übernommen worden.

    Falsche Bezeichnungen, fehlerhafte Waffennummern/Kaliber usw.usf.


    In der Regel fällt dies dann bei Kontrollen auf und wird unbürokratisch korrigiert.

  • Wie wahr !! :hyster:


    Meine erste WBK von 1976 strotzt im lauf der Jahre nur so von Durchstreichungen, Erweiterungen, Korrekturen - sowohl beim Waffentyp wie auch bei den Kaliberbezeichnungen -

    mal per Hand oder mit Schreibmaschine einfach drübergeiXXt ... ::c.o.l) aber alles unbürokratisch und kostenfrei.

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

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  • Die Fehler passieren überwiegend deshalb, weil in Deutschland alles ausschließlich über die Behörde geht und die Kapazitäten fehlen.


    Es war damals ein großer Fehler die Gewerbetreibenden (Händler) nicht in das NWR einzubinden und diesen erlauben Waffen ein und auszutragen. Damit hätte man sich viel Arbeit und Chaos erspart !



    Tapfer und treu bis die Granate verglühte ! 156 Jahre Gendarmerie in Österreich (1849-2005) :f_at:




    IWÖ, NFVÖ, Firearms United ! :f_at::f_eu:

  • Es war damals ein großer Fehler die Gewerbetreibenden (Händler) nicht in das NWR einzubinden und diesen erlauben Waffen ein und auszutragen.

    DAMALS wurden bei uns die Waffen NUR vom Händler entgültig eingetragen,

    in das Feld mit dem Voreintrag der Behörde z.B. Pistole 9mm Para.

    Dann nochmal zur Behörde für Stempel und Mun. - Erwerbserlaubnis und ... wichtig ... zum Bezahlen.grin-.)

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Es war damals ein großer Fehler die Gewerbetreibenden (Händler) nicht in das NWR einzubinden und diesen erlauben Waffen ein und auszutragen. Damit hätte man sich viel Arbeit und Chaos erspart !

    Das war sicherlich kein Fehler.


    Das Chaos liegt daran, dass in den 70iger Jahren viel falsches in die Altbesitz WBK´s eingetragen wurde.

    Diese Fehler wurden dann ins NWR übernommen und fallen erst bei Austragungen oder Waffenkontrollen auf.

  • DAMALS wurden bei uns die Waffen NUR vom Händler entgültig eingetragen,

    in das Feld mit dem Voreintrag der Behörde z.B. Pistole 9mm Para.

    Dann nochmal zur Behörde für Stempel und Mun. - Erwerbserlaubnis und ... wichtig ... zum Bezahlen.grin-.)

    Ja aber da lauft erst recht der Voreintrag wieder über die Behörde. Eine wirkliche Entlastung hast damit nicht.



    Bei uns läuft Kat. C überhaupt nur über Händler. Da ist die Behörde bei uns gar nicht eingebunden. Die macht nur den Verkauf Privat zu Privat bei Kat. B. Und trotzdem ist sie überlastet weil so viele Anträge kommen lol...



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