Historisches Vorbild

  • Soweit ich weiß, gibt es in Ole Germany

    ja nicht die hiesige recht schützenfreundliche Regelung

    "Langwaffen mit Lunten-, Radschloss-, Steinschloss- oder Perussionszündung …",

    sondern es braucht ein historisches Vorbild.

    Motiv genug ein paar Bildchen zu posten,

    wenn mir so etwas wie ein "historisches Vorbild"

    'mal zufällig über den - virtuellen - Weg läuft:

    Bitteschön:


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    Nicht, dass das Gewehr jetzt eine großartige Schönheit wäre,

    nur - das ist ja auch nicht das Kriterium.

    Viel Interessanter ist IMHO der Zündmechanismus.


    In002.JPG


    Zugegeben, manche Dinge sind nicht 100% eindeutig,

    sondern man kann sie von zwei Seiten betrachten!

    Deshalb - um allerletzte Zweifel zu beseitigen -

    wollen wir dieser Methode folgen:


    In003.JPG


    Und - Nein, das ist kein amerikanisches Gewehr aus den 1970ern, das eben

    leichte Gebrauchsspuren zeigt, sondern eine in den 1850ern entstandene

    Büchse.


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    Und noch einmal Nein: nicht aus Amerika, das Gewehr stammt von einem

    Herrn J.H. Damm aus Elberfeld/Preußen, gefertigt für die Lokale Miliz.

    Damm war - no na - Büchsenmacher in Elberfeld, wie sich u.a. im "Organ

    für Handel und Gewerbe" von 1. August 183 nachlesen lässt.


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    Der Betrieb war ausreichend erfolgreich um vom Sohn - vermutlich auch vom Enkel

    des Gründers bis ins 20. Jahrhundert hinein betrieben zu werden.

    Wenn man sucht, sollten sich detailliertere Unterlagen finden lassen.


    In005.JPG


    Eine Büchse im Kaliber .56", der Lauf ist 75cm lang, eigentlich in gutem

    Zustand, mit funktionierender Mechanik.


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    Übrigens - keine Jagd- oder Scheibenbüchse, sondern eine

    Dienstwaffe für die lokale Miliz, deshalb auch die Bajonett-Halterung.

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    Somit tatsächlich ein historischer Inline-Vorderlader aus

    dem 19. Jahrhundert, noch dazu aus Deutschland, und - wenn

    man so will - aus "öffentlicher Hand", Zumindest waren meines

    Wissens nach Milizen in Deutschland zu dieser Zeit keine rein

    privaten Organisationen.


    In006.JPG


    Wie das gute Stück nach Amerika gelangt ist weiß man nicht, aber es

    ist durchaus wahrscheinlich, dass es das übliche "Beutestück" amerikanischer

    Soldaten nach dem 2. Weltkrieg wurde. Heute ist es verwaist und sucht

    einen neuen Besitzer.


    In010.JPG


    Bin 'mal gespannt, ob es drüben bleibt oder wieder "nach Hause" kommt.

    Jedenfall's wär's lustig, die Augen hiesiger Behörden zu sehen, wenn... :saint:


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Wäre mal interessant, wie weit man bei einem Nachbau von diesem historischen Vorbild abweichen kann? Viele der "Hawkens" sind ja recht weit von von den Originalen weg.

    Es scheint da die Einhaltung des technischen Prinzips zu reichen.


    Vielleicht findet sich irgendwann mal ein Original, das der Tingle nahekommt? (Wahrscheinlich eine vergebliche Hoffnung, denn danach haben schon Viele gesucht)

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Würde bei Pedersoli und den sonstigen Verdächtigen auch nur etwas mehr Fantasie und Unternehmungslust walten,

    könnte es auf dem Replikenmarkt durchaus hochinteressante Stücke geben, denn Hawken und Co waren wirklich nicht das Maß der Dinge im VL Bereich, sondern einfach nur ziemlich fantasielose Gebrauchsgegenstände.


    Es gab eine Menge technisch sehr viel interessantere Lösungen als den einfachen Tausch des alten Hahns und der Batterie gegen den Perkussionshammer in nahezu unveränderter Form.


    Aber - man muß leider auch zugeben, daß der Markt und die Nachfrage da auch wieder ihre Grenzen setzen ::c.o.l)

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch