Einfache Scheibenbüchse

  • Entstanden ist das Gewehr etwa 1820 - behaupte ich 'mal,

    irgendwo in den USA, möglicherweise in Pennsylvania, aber

    auch andere Bundesstaaten im Osten kommen in Frage.

    Eine Halbschaft Konstruktion, recht modern, nicht unähnlich

    der Form welche die Hawken Brüder wählten.

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    Recht typisch für Amerika: Auch eine Scheibenbüchse hatte häufig einen

    primitiven Abzug, Stecher waren nur bei Profis wirklich gefragt. Dass der

    mitgelieferte Ladestock mit dem Gewehr wenig zu tun hat, braucht man

    kaum extra zu erwähnen.

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    Das Schloss stammt aus England, von Richard Ashmore. Möglicherweise schon damals kein ganz neues Schloss mehr,

    zumindest entspricht die Bauweise eher dem späten 18. Jahrhundert. Der einfache Abzugshebel war einfach nur

    gestiftet, irgendwer hat den Stift offenbar 'mal entfernt, und ihn dann nicht mehr durch die Bohrung des Abzugs

    einfügen können, weshalb der Abzugshebel nur lose in die entsprechende Öffnung gesteckt ist. Das sollte sich aber

    einfach korrigieren lassen. Der Stift ist vorhanden.


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    Ein Schaft aus amerikanischer Walnuss, relativ hell gebeizt (Nuss braucht nicht viel Farbe

    um dunkel zu wirken), irgendwann einmal gebrochen und recht anständig repariert.

    Nett verzierter Schafthals, gekonnt gefertigt, weitgehend schmucklos, zweckorientiert.

    Die Beschläge, inklusive zweiteiliger Patchbox, aus Messing, nur das Inlay an der Backe ist

    aus Silber.


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    Der Lauf ist 35" lang, hat etwa das Kaliber .45", mit 12 Zügen und Feldern,

    Für Gebrauchsgewehre drüben unüblich, daher sehr sicher eine Scheibenbüchse,

    wenn man auch noch die große Wandstärke des Laufs sowie Tunnelkorn, Diopter

    und die nicht vorhandene Ladestock-Halterung berücksichtigt.

    Gesamtlänge des Gewehrs ist 51", also rund 130cm.

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    Jetzt nicht die großartige Schönheit, aber doch ein nettes, altes Steinschloss-Gewehr.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Wieso keine Schönheit?


    Schöner als die vielen Replikas ist sie immer noch!

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    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.