Der Mann mit dem goldenen Gold ...

  • … is ein Schmarrn gegen den Mann mit dem hölzernen Holzkisterl!


    RNMA102.jpg


    Zwar ist das Holzkisterl weit weniger wert als das Gold,

    aber dafür weiß man gleich, woran man ist. Und ein Holzkisterl muss man

    zuerst einmal aufmachen. Das verschafft ein sehr reizvolles Spannungsmoment!


    RNMA101.jpg


    Huch, kein Gold drin, sondern ein Remington! Aber einer mit Gold. Gefertigt während des Bürgerkriegs,

    wohl für einen Offizier, - der einfache Soldat hat derartiges sicher nicht bekommen, auch nicht privat.


    RNMA103.jpg


    Der Stil der Gravur ist durchaus hübsch, jener der Golddraht-Einlagen ist nicht wirklich Meines,

    die Ausführung ist aber dennoch hübsch, sollte auch der Abzugsrahmen aus Gold sein - was

    unwahrscheinlich ist, wäre die Kanone eine größere Wertanlage als man zunächst glauben mag.


    RNMA104.jpg


    Jedenfalls ist der Revolver in Top Zustand, vermutlich in den letzten 155 Jahren nur selten oder nie

    geschossen worden. Einer der noblen unter grob 132.000 produzierten Remingon New Model Army

    Revolvern, Remington war ja der Hauptlieferant von Revolvern an die US-Armee, nachdem die Colt-

    Fabrik 1864 abgebrannt war.


    RNMA105.jpg


    Dieser Revolver dürfte jedenfalls nicht ab Werk graviert worden sein, der Stil unterscheidet sich doch von

    den bekannten Remington Werkgravuren, außerdem waren Gold-Inlays nicht üblich. Leider ist derzeit nicht

    bekannt, wer diesen Revolver graviert hat.

    RNMA106.jpg


    Der New Model Army war übrigens der letzte .44" Perkussionsrevolver den Remington fertigte.

    Nach 1868 wurde eine ganze Menge auf Hinterlader konvertiert, aber Remington begann nach dem

    Tod von Fordyce Beals, sich aus dem Faustfeuerwaffen-Geschäft wieder zurückzuziehen. Der

    Hinterlader-Revolver, fast identisch mit dem Colt SAA, kam 2 Jahre nach dem Colt und damit zu spät,

    DIE Mofrllr 1888 und 1890 waren ohnehin nur mehr ein halbherzige Projekte.


    RNMA107.jpg


    Erfolgreicher waren die kleinkalibrigen Remington Derringer und Elliot Modelle,

    sowie natürlich auch die Rolling Block Pistole. Einige äußerst beachtliche Konstruktionen,

    aber die Blütezeit der Remington Faustfeuerwaffen war mit Ende des Bürgerkriegs

    vorbei. Was wohl auch daran lag, dass Colt mit dem SAA den Fuß in der Tür zur Army hatte,

    somit Remington's Mod. 1875 chancenlos war.


    RNMA108.jpg


    Zurück zu diesem Revolver. Immerhin ist der Besitzer bekannt, nur, das war's dann

    auch schon, denn über diesen Besitzer ist wiederum nichts bekannt. Vermutlich würden

    sich in den Unterlagen der Army Informationen finden lassen, die Personallisten des

    Bürgerkriegs sind erhalten, aber offenbar hat sich niemand die Mühe gemacht.


    RNMA109.jpg


    Nachdem ich den Revolver nicht kaufen will, hab' ich mir die Mühe auch nicht gemacht...

    Jedenfalls ein fein erhaltenes Stückerl Geschichte, und im höheren vierstelligen Dollar-Bereich

    zumindest nicht sündhaft teuer, bei dem Zustand, und sogar mit ein bisserl Gold dran!


    RNMA110.jpg


    Besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Auch wenn ich mich wiederhole:


    1.

    Danke für Beiräge dieser "für mich eher uninteressanten" Art...


    2.

    VL/BP ist nicht mein Dingens!


    3.

    Gravierte Waffen sind auch nicht mein Dingens!


    4.

    Goldverzierungen sind überhaupt nicht mein Dingens!


    Aber...

    ( Ich hab mal gelesen, dass man alles vor einem ABER vergessen kann... )


    Der gezeigte Revolver wirkt mit den sehr wenigen Goldeinlagen überhaupt nicht überladen.

    Das lenkt mich von den anderen Gravuren geradezu ab.

    Das so etwas die Zeit überdauert hat und offenbar komplett geblieben ist...:thumbsup:

    Im Gesamtbild schön anzuschauen!


    Also... weiter so Greenhorn


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Da ist schon für nach meinem Geschmack weit weniger attraktive Waffen viel mehr Geld aufgerufen worden !


    Das ist ein wunderschönes und sehr wertiges und auch noch bestens erhaltenes Stück -

    unabhängig von persönlichem Geschmack einfach nur

    "schön"

    :thumbsup:

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Moin,


    das Disign erinnert mich etwas an den Pietta-Remington, den sich mein Vater in den 80ern bei H.Mohr hat bauen und gravieren lassen.

    Das kann man schön finden, muss man aber nicht. Wobei das natürlich geschmackssache ist.

    Was mir auffällt, bei dem quasi "unbespielten" Äusseren fällt doch die Mündung ins Auge, die, wenns richtig zu sehen ist, den Blick in einen

    völlig verranzten Lauf frei gibt. Kann es sein, dass an dem Teil was "rumrestauriert" wurde?


    Grüße

    Karsten

  • Der Lauf ist von innen bestimmt mit einer speziellen "Schutzkruste" beschichtet!


    J.

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
    Mein Wissen kann Fehler enthalten, meine Meinung muss nicht der Euren entsprechen.
    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Kannst Du hier nachlesen, dieselfalk ,

    Gustave Young, seierseits jahrelang Graveur bei Colt, hat für jeden Tag Arbeit einen Punkt bzw. Strich

    in den Hahn der gravierten Colts eingeschlagen, und es ist kein Colt von ihm bekannt in dem mehr als

    sieben Punkte eingeschlagen sind.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Interessant ist auch die zugehörige Pulverflasche. Es müsste die Nr. 370 auf Seite 291 im Riling sein . (Borderd shell design)

    pasted-from-clipboard.png

    Ein nach Riling seltenes und aufwendiges Design



    ---------------
    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.