Trockentraining - was macht ihr?

  • Hallo zusammen,


    da ich einen anderen Thread nicht mit OT verschandeln möchte, habe ich hier einen neuen Thread zum Thema Trockentraining erstellt.

    Mich würde interessieren, ob und falls ja, wie IHR Euer Trockentraining gestaltet. Ich weiß natürlich, dass Trockentraining

    nicht jedermans Sache ist.


    Ich selbst versuche, vor allem vor Wettkämpfen, meine Schießfertigkeiten mit folgenden Trainings zu Hause zu verbessern:


    - Abzugstraining mit optical sight:

    Meiner Ansicht nach kann man bei Beobachtung des red-dot in einem optical sight sehr gut beobachten, was während des Abziehens passiert.

    Schon kleinste Abweichungen der Zielachse kann man hier erkennen und gleichzeitig versuchen, das Abzugsverhalten zu verbessern. So kann man auch die optimale

    Position des Abzugsfingers auf dem Züngel herausfinden und zudem trainieren, den Abzugsfinger schön parallel zum Lauf abzukrümmen.

    Ich finde es imer wieder erstaunlich, wie kleinste Veränderungen der Fingerposition oder Haltung des Griffes zu Veränderungen des Abzugsverhaltens führen.


    - Abzugstraining mit MantisX:

    Das Mantis-System ist im Prinzip ein Bewegungssensor für alle Achsen, welches schon kleinste Bewegungen permanent aufzeichnet.
    Das Mantis merkt, wann ein Schuss bricht (geht für Trockentraining ebenso, wie für den scharfen Schuss) und wertet die Zeiträume kurz vor dem Schuss, während des Schusses

    und nach dem Schuss auf und übermittelt diese Ergebnisse auf ein Smartphone oder Tablet. Es wertet aus, wie perfekt (oder eben auch nicht ;)) das Abziehen war und gibt auch gleich

    Tipps, was verbessert werden kann.

    Wie ich finde, ein super System, welches vielseitig auf jeder beliebigen Waffe werkzeuglos montiert werden kann (Picatinny, Klebepads für den Magazinboden usw.)


    - Zielerfassungstraining mit der Laserpatrone:

    Hierfür habe ich mir für meine 9mm Pistole eine passende Laserpatrone von "LaserAmmo SureStrike" angeschafft. Diese Laserpatrone (ist komplett aus Edelstal) wird einfach in das

    Patronenlager der Pistole eingelegt. Ein O-RIng hält das ganze an Ort und Stelle. Hinten an der Laserpatrone befindet sich eine Sensorfläche aus Kunsttoff,

    auf die der Schlagbolzen auftrifft und damit einen kurzen Laserimpuls auslöst. Dieser Laserpunkt kann mit einer passenden App

    detektiert und dargestellt werden. (App: iTargetPro) Das Smartphone nimmt hierbei ein live-Bild der Zielscheibe auf, erkennt über die Kamera den Laser-Einschlagpunkt

    und projeziert dann auf das aufgenommene Zielscheibenbild einen permanenten "Einschlag". Die Einschläge bleiben auf dem Smartphone Display

    dann bis zum Reset angezeigt. Das reale Kamerabild der Zielscheibe wird also durch virtuelle "Einschläge" überlagert. Das sieht dann prinzipiell wie eine echte,

    real beschossenen Zielscheibe aus.

    Der Laserpunkt zeigt auf der Scheibeg auch gut erkennbar an, ob man die Laufachse während des Schussauslösens verzogen hat. Der Laserpunkt

    wird dann auf der Zielscheibe zum Strich verzogen.

    Die Laserpatronen wird beim Repetieren nicht ausgeworfen, weil keine Rille vorhanden ist.


    - skalierte Scheibenspiegel:

    in unserer Wohnung steht mir eine freie Strecke von ca. 10m zur Verfügung. Um reale Größenverhältnisse zu erreichen, drucke ich mir die zum Wettkampf passenden

    Scheibenspiegel so verkleinert auf A4-Größe aus, dass diese in ihrer runterskalierten Größe der Entfernung von 25m entsprechen.

    Mit einer Timer-App (z.B. PPC-TImer für BDMP-Disziplinen) lasse ich mir akkustisch die Zeiten vorgeben und versuche dann, innerhalb

    dieser Zeiten die skalierten Scheiben anzuvisieren. So kann ich die schnelle ZIelerfassung trainieren.

    Auch Fallplatten kann man verkleinert Aussdrucken und so schnell wie möglich erfassen. Ideal ist das natürlich mit der Laser-Patrone.


    - Training mit der CO2-Pistole:

    Ab und zu trainiere ich auch mit einer CO2-Pistole und Schalldämpfer auf einen kleinen Luftpistolen-Kugelfang.

    Das wird allerdings zunehmend weniger.


    Generell bin ich der Meinung, dass das Trockentraining sehr gegen das berüchtige "Flinching" oder das "Griffmelken" hilft, da kein Rückstoß der Waffe stattfindet.

    Ich versuche, mich an dieses trockene Abzugsgefühl zu erinnern, wenn ich mit der scharfen Waffe trainiere. Es wird immer besser.


    Wie absolviert Ihr Euer Trockentraining - falls überhaupt?

  • Hallo,


    in der Trainingslehre ist das Trockentraining ein wichtiges Element im Bereich des Grundlagentrainings. Für die Technikelemente Anschlag, Zielen, Abziehen, sowie das Ablauftraining ist das sicher hilfreich. Machen tun das aber leider die wenigsten, was aber meiner Meinung auch daran liegt, dass in den GK Verbänden die Trainierdichte noch viel geringer ist als beim DSB und dort ist die schon an vielen Orten unterirdisch.


    Persönlich habe ich das früher in meiner aktiven KK-Zeit gemacht, um vor allem Anschläge und Abziehen zu trainieren. Inzwischen mache ich das sehr selten und nur noch gezielt, wenn Veränderungen trainiert werden müssen oder wenn ich deutliche Schwächen erkenne, die ich meine so schnell beheben zu müssen.


    Gruß

    Frank

    ---- BDMP ---- DSB ----- ProLegal ---- German Rifle Association ----


    "Ein Grüner ist erst dann zufrieden, wenn er einem anderen Menschen etwas verboten hat!"

  • Mein Trockentraining besteht auf Ziehen aus dem Holster und schnellem Anvisieren. Im BDMP ist das in manchen Disziplinen gar nicht so einfach...

    Bremse spätestens wenn du Gott siehst! :bud:

  • Wie bereits in einem anderen Thread erwähnt, nutze ich das MantisX-System (X3) und bin sehr zufrieden damit. Gründe hierfür sind die einwandfreie Funktion des Systems, die in der App beinhalteten Trainingsprogramme und vor Allem dass ich seit dem ich das System nutze meine realen Ergebnisse deutlich verbessern konnte. Mittlerweile habe ich damit in 6 Monaten 2500 Schuß gemacht (1500 trocken 1000 scharf). So könnte man sagen dass ich dadurch 150% mehr "schieße" als ohne Trockentraining.


    Vom Aufbau her habe ich mir eine 25m DSB-Scheibe dementsprechend verkleinert ausgedruckt, so dass die Größenverhältnisse auf 3m stimmen. Somit kann ich auch gleichzeitig noch den (Null-)Anschlag und den Stand üben.


    Vorher war es oft so dass ich nachdem (scharfen) Schießen bei schlechten Ergebnissen nicht wusste was ich falsch gemacht habe und bin etwas ratlos wieder vom Stand abgezogen. Dies hat natürlich nicht zur Motivation beigetragen. Jetzt ist es meist sofort klar, wobei sich auch mein eigenes Gefühl für Fehler verbessert hat, da ist das MantisX teilweise nur noch die zweite Bestätigung.


    Was es halt nicht kann ist Zielfehler zu erkennen. Da finde ich das von geissi erwähnte System mit der Laserpatrone ganz interessant.

  • Zitat

    Vorher war es oft so dass ich nachdem (scharfen) Schießen bei schlechten Ergebnissen nicht wusste was ich falsch gemacht habe und bin etwas ratlos wieder vom Stand abgezogen. Dies hat natürlich nicht zur Motivation beigetragen.


    Oh ja, das war auch bei mir ein ganz großes Thema. Wenn man nicht weiß, was man falsch macht, kann man auch nicht gezielt gegensteuern und dann kann es gar nicht besser werden. Klar, man befolgt brav und penibel die wirklich guten Tipps der "alten Hasen" - denkt man zumindest - aber ohne Kontrolle bzw. direkter Rückmeldung bringt das nur wenig, wenn man trotzdem schlecht trifft. Großes Problem war bei mir das "Griffmelken". Hat lange gedauert, bis ich da draufgekommen bin. Man denkt immer, man hat keine Angst vor dem Schuss, aber der Körper zeigt dennoch unbewusste Reflexe. Ich muss jetzt nur noch dauerhaft das Trockentraining und den "regungslosen Moment" beim Abschlagen auf den scharfen Schuss übertragen können. Die ersten 20-30 Schuss klappt es, aber dann kommen die Reflexe und die falschen Verhaltensmuster zurück.


    Prinzipiell kam man das Mantis, ein optical-sight und die Laserpatrone miteinander kombieren.


    Es gibt auch noch einen guten Trainingstipp:

    Rechtsschütze: Die Finger der rechten Hand umklammern die Finger der linken Hand (ohne Daumen). In den linken, umklammerten Fingern, darf man beim Bewegen des rechten Anzugsfingers keinerlei Druckänderung spüren.

  • ..die Finger der linken Hand (ohne Daumen). ..

    Klar, kann ich, so mach ich das immer!

    ::happy2::


    HalbesLike.jpg


    Ich frage mich nur, wie alle anderen den Tipp umsetzen...?:think:


    :hyster::hyster::hyster:


    Sorry, der musste sein...!

    Beste Vorlage ever!


    Jens

    Ich teile hier mit Euch mein Wissen und vertrete meine Meinung.
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    Korrigiert meine Fehler mit Eurem Wissen. Gute Argumente können meine Meinung beeinflussen.

    Gelebtes Forum... so muss das sein!

  • Xxx

    Zwar mag ich Foren, ähnliches und moderne Plattformen wie Facebook, aber trotzdem halte ich es frei nach Guy de Maupassant:


    Es sind die Begegnungen mit den Menschen die das Leben Lebenswert machen.


    (Mitglied DSB , BDS, proLegal und Firearms United) :f_de:

  • Gelöscht weil vielleicht doch despektierlich

    grin-.)

    Zwar mag ich Foren, ähnliches und moderne Plattformen wie Facebook, aber trotzdem halte ich es frei nach Guy de Maupassant:


    Es sind die Begegnungen mit den Menschen die das Leben Lebenswert machen.


    (Mitglied DSB , BDS, proLegal und Firearms United) :f_de:

  • das einzige Trockentraining was mir was gebracht hat war Hanteltraining...


    Hab so eine 1 kg Hantel gekauft und damit trainiert... Ich merk halt für mich daß wenn ich die Knarre in der Hand hab, daß je länger ich die halte, umso mehr zittere...

    Das Hanteltraining hat mit persönlich geholfen - leider bin ich ziemlicher Sportmuffel und ich bin jetzt wieder auf dem Stand von vorher - wackel wackel weil die Knarre schwer wird ^^... Hab das Training mal 4 Monte durchgezogen und merkte verbesserung beim schießen... Aber da ich langweiliges Hanteltraining nicht mag, hab ich das wieder sein lassen und ich merk, wie ich zittere wenn ich lange ziele weil die die Knarre zu schwer wird..

  • Gute Analyse. Damit hast Du zwei Lösungsansätze:

    (1) das einzige Trockentraining was mir was gebracht hat war Hanteltraining...


    (2) daß je länger ich die halte, umso mehr zittere...

    (2) soll hier heißen: Komm zur Sache, hampel nicht lang rum. Hoch mit der Waffe auf's Ziel, kurz die Höhe korrigieren und raus mit dem Bleiklumpen :-)

    Nur weil die Sportordnung "ewig" Zeit läßt, heißt das nicht, daß es sinnvoll ist oder die Ergebnisse besser werden.


    Und, zu (1), um eine grundsätzliche Körperspannung wirst Du nicht herumkommen wenn Du irgendein brauchbares Ergebnis erzielen willst. Das muß nicht langweiliges Hanteltraining sein, Stickwort Functional Movement.

  • ...Hanteltraining... so eine 1 kg Hantel gekauft und damit trainiert...

    Und wie hast Du mit der Hantel trainiert?

    Auf - Ab im Ellenbogen gelenk bringt da vermtlich eher weniger. Einfach am Ausgestreckten Arm der Schusshand gehalten?

    Dünkt mir schon sinnvoller. Könnte man auch vorm Fernesher machen... Halten, bis zu schwer, absetzen, warten... und wiederholen...

    Längerfristige Erfolgskontrolle mit der Stoppuhr...

    ...später reicht der Stundenzeiger... :hyster:


    Ach ja, ich habe bisher immer NUR Trockentraining gemacht!

    Ich habe noch nie bei Regen geschossen...

    .::t.ü.r::.


    Jens

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  • An anderer Stelle hatte ich es ja schon mal angesprochen:

    Nicht nur die Waffe tunen, sondern auch den Körper tunen ... dann kann es was werden !::c.o.l)


    Etwas überspitzt vielleicht ... aber wie soll eine Hand die sonst nur Kugelschreiber hält denn eine Waffe sicher halten wollen ?

    Fingerexpander ... schlage ich vor. Dann muß auch der Abzugswiderstand nicht immer an der untersten Grenze liegen ... was der Sicherheit sehr zuträglich wäre.


    https://ae01.alicdn.com/kf/HTB1zgvEKXXXXXbiXpXXq6xXFXXXR.jpg

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Also in meiner Jugend haben wir dazu ganz einfach die Klemmen vom Batterie-Starthilfekabel genommen...

    Ez frag' mal rum, wer sowas denn noch kennt. grin-.)


    Wir leben in FfF-Zeiten ... und wenn die Batterie platt ist, wird heute der ADAC gerufen. DER kümmert sich dann drum. :trio:

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    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Tach zusammen


    Sind ja alles super Ideen, Tipps und Tricks gelistet und diskutiert.

    Hab da aber mal noch nen Gedanken, jetzt bitte nicht gleich steinigen.


    Trockentraining mit Softair. Mittlerweile gibt es doch jegliche Waffen in 1 zu 1 als Softair, warum nicht so eine kaufen und mit der das ziehen und die Schussabgabe üben? ::abschi::


    zB Clock, mit der schiesst man ev real, hat die ganze Ausrüstung, warum da nicht ne Softair Version kaufen, man(n) hat ja schon alles und kann sehr gut trainieren. Im Garten oder Keller ev Dachboden usw


    Nein, bin kein Clock Besitzer, Fan oder Vertreter davon:NO:


    Was ist eurer Meinung nach die bessere Methode, Laserpatrone oder Softair?


    Gruss aus AG (CH)

  • Gerade bei Dienstwaffen wie Glock oder CZ, bei denen das leere Abschlagen nichts ausmacht, kann man doch einfach

    die Originale nehmen und braucht nichs extra anzuschaffen.

    (Also gerade für Zieh- und Abhzugsübungen)

    Weil ob der Abzug der Softair nun genauso ist wie der der richtigen Waffe, wage ich zu bezweifeln.


    LG

    -Michael

  • Welche Methode musst du probieren und das ist ja stark von deinem gewünschten Ziel abhängig.


    Ich habe mir für meine SIG P226 das Airsoft Pendant von Marui geholt und du merkst wahrlich keinen Unterschied von Haptik/Funktion.

    Damit habe ich für IPSC geübt und auch den Anschlag, Ziehen usw. - es hat mir doch viel gebracht.


    Nicht gut ist beim Airsoft das Gewicht der Waffe (passt halt nicht) und der Abzug (mit dem SRT von SIG hat die Airsoft-Version nichts gemein). Gut ist, dass es auch einen "Kick" beim abdrücken gibt, was ich beim Laser/Mantis echt vermisse.


    Im Mom. nutze ich die Airsoft nicht mehr und Sie liegt irgendwo in der Ecke ^^ Ist halt manchmal so, dass sich Einstellungen und Übungswille ändert. Man ist dann auch auf einem vernünftigen Level und kann sich vieles schnell selbst erklären und die Fehler auf dem Stand ausbessern.