Mieser Lancaster County Longrifle Nachbau

  • Derartiges sieht man leider recht oft!

    Dem Erbauer dieser Büchse hat offenbar die Geduld einen bösen Streich gespielt.

    Denn - Handwerkliche Fehler hat er keine gemacht, die Büchse ist technisch gut, handwerklich gekonnt und technisch fehlerfrei gebaut,

    Ich bin sicher, sie schießt wirklich gut. Trotzdem ist sie mies, meilenweit von wirklich guten Exemplaren entfernt.

    Aufgrund einiger kleiner Fehlentscheidungen, sowie zwei, drei Stunden eingesparter Arbeitszeit.

    Fällt auf, woran's liegt?


    besten Gruß

    Werner


    ML001.jpg


    ML002.jpg


    ML003.jpg


    ML004.jpg


    ML005.jpg


    ML006.jpg


    ML007.jpg


    ML008.jpg

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Auch, Captain Cat ,:thumbup: aber der ist mir ziemlich wurscht.

    Den findet man sogar auf manchen Plains Rifles der 1850er, aber nicht auf einer Rifle aus den 1770ern. Egal, kleiner Fehlgriff halt.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Die lange Schraube am Abzug .... hätte ich gekürzt.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Wer ned liabt und wer ned lacht, wer nia kloane Fehler macht,

    wer nia guad isst und trinkt zugleich, der is lebendig scho a Leich.

  • Es soll ein Nachbau einer Lancaster County Longrifle sein?



    Mich stört:

    A) dass zu viel Holz um die Schlossplatte stehen lassen wurde



    B) die Formgebung des oberen Teils der Patchbox. Diese durchbrochene Form würde ich eher einer anderen Region und Zeit zuordnen.

    C) die Schlossgegenplatte kommt mir zu gross vor. Hätte wohl etwas kleiner gefeilt werden sollen.

    D) der Öffnungsmechanismus für die Patchbox ist mir unklar. Wo ist der Knopf zum Öffnen?

    E) das grosse Blattkorn wirkt unharmonisch


    Zum Vergleich:

    https://antiquesandauctionnews…THE+LANCASTER+LONG+RIFLE#

    ---------------
    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Gar nicht schlecht, Schwarzer Mann ,

    zumindest a, b, und c, kritisiere ich genauso, allerdings hätte keiner der Punkte für das Urteil "mies" gereicht,

    d und e, sind tatsächlich auch fragwürdig, fällt aber fast unter Geschmacksache.


    Dein Punkt a) ist ganz nahe am Kern!

    Steinschlosse dieser Ära haben am Umriss eine oft bis zu 2mm breite Phase. Wenn man das Schloss schon so hübsch einlässt,

    sollte man diese Tatsache auch berücksichtigen. und entsprechend diese 1-2mm Holz der Schlosspaneel-Fläche entfernen.

    Dann ist auch plötzlich dieser hässliche Spalt zwischen Schaft und Schloss verschwunden. Reduziert man dann das Schloss-Paneel

    noch auf 2mm, beidseitig, versenkt also auch die Schloss-Gegenplatte nicht vollständig, hat man ein originalgetreu schlankes Gewehr.


    Blöder Fehler, insbesondere weil das Gewehr vom handwerklichen Können her eigentlich sehr gut gebaut ist. Die etwas unglücklich

    gewählten Komponenten - na ja, ist halt, würde mir aber kein so drastisches Urteil entlocken.


    Hier - gleiche Schule, gleicher Fotosatz, besser gefertigt, aber wohl kaum mehr Zeit benötigt.


    ML101.jpg


    ML102.jpg


    ML103.jpg


    ML104.jpg


    ML105.jpg


    ML106.jpg


    ML107.jpg


    ML108.jpg


    besten Gruß


    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Ja mit dieser Schlossplatte und dem kleineren Rand des Holzes wirkt die von Dir gezeigte Rifle viel schlanker und harmonischer :love:


    Von wem ist die? Ich gehe mal von einem gealterten Nachbau aus.

    ---------------
    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Yep, Schwarzer Mann . Gemeinschaftsproduktion, da haben Mark Thomas, John Donelson, Eugene Shadley, und Mark Sage zusammengearbeitet, für das Ding gibt man auch mehr als € 5.500,- aus, ist aber einfach wirklich gut gemacht! Ob's gefällt oder nicht ist ein anderes Thema.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Ehrlich gesagt, bevor der Euro gegen die Wand gefahren wird, würd ich die sofort kaufen, wenn ich das Spielgeld dafür hätte. Gut 5000€ ist die Rifle mit dem Aussehen in jedem Fall wert.

    Hat nicht zu viel Blingbling

    ---------------
    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Ob's gefällt oder nicht ist ein anderes Thema.


    besten Gruß

    Werner

    Unbestritten sehr gut gemacht :thumbsup:

    aber ich halte nichts von "auf alt gemacht" - ich kaufe auch keine "used Jeans" im Laden ;).


    Ich lege Wert auf handwerklich hochwertige und saubere Arbeit, durchaus mit Liebe zum Detail der Vorlage,

    aber einem Nachbau, egal ob man das jetzt Replika oder Neo Klassiker nennen will, soll und darf man ansehen,

    daß es eine neue Waffe ist und kein über viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte im natürlichen Gebrauch gealtertes Stück.


    Ich will nicht so weit gehen, so etwas als hervorragende Fälschung zu bezeichnen, faktisch aber gibt es vor, etwas zu sein, was es nicht ist

    und

    als Besitzer könnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, den Besitz eines Originals vorzugeben, das ich mir womöglich nicht leisten könnte.


    Dann stehe ich lieber zum als solchen erkennbaren aber hochwertigen Nachbau.


    Das ist sicher (m)eine sehr persönliche Ansicht - aber ich habe mir auch nie einen Gebrauchtwagen gekauft, den ich mir nicht auch als Neuwagen hätte leisten können ::c.o.l).

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Das darf man ruhig so sehen, Captain Cat .

    Wobei dieses Exemplar nicht künstlich gealtert wurde, das sähe anders aus.

    Man hat die Metalloberflächen "etwas verkommen" lassen, damit sie nicht wie frisch aus der Fabrik aussehen, aber es gibt keinerlei Gebrauchsspuren, weder künstliche noch natürliche. Sieht man von den paar Kratzern an der Batterie ab, die von ein paar Probeschüssen stammen.

    Das bisschen Patina hast Du bei einer fabriksneuen Büchse nach einem Jahr bei "normaler" Pflege (sprich, die Metall-Oberflächen nicht monatlich polieren) auch, wenn das Gewehr nicht reiner Wallhanger ist.

    Künstliches Altern zeigt echte gebrauchsspuren, z.B. Ladestockhalterungen die vom Einsetzen des Ladestocks über die Jahre um 2-3mm abgeschabt sind, Kratzer, abgeschlagene Stellen am Schaftholz, etc. etc. . Mag man oder mag man nicht, im Gegensatz zu Dir mag ich bei historischen Gewehren eben die "Lackaffen" nicht. Aber das ist Geschmacksache. Kann und SOLL jeder handhaben wie er will.


    Wichtig bei dem gezeigten Exemplar ist die korrekte Ausführung, im Gegensatz zum Eingangs gezeigten Gewehr. Nicht auf normale Arbeitsschritte beim Abschluss der Arbeit vergessen, nur weil man endlich ein Resultat sehen möchte. Mit den Unterlassungen muss man dann leben. Egal ob man anschließend noch künstlich altert, oder nicht.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Wobei dieses Exemplar nicht künstlich gealtert wurde, das sähe anders aus.

    Man hat die Metalloberflächen "etwas verkommen" lassen, damit sie nicht wie frisch aus der Fabrik aussehen,

    Das geht hier nicht nur um die reinen Metalloberflächen.


    Wie man künstlich altert ist sicher auch unterschiedlich, ob aktiv oder durch gezieltes vergammeln.

    Aber es dauert m.E. recht lang, bis eine Waffe selbst ohne ständiges Polieren diese typischen Spuren aufweist.


    Wobei lediglich nicht Pflegen nicht ausreicht um ein Schloß und den Lauf, besonders wie er sich rund um das Zündloch zeigt,

    so aussehen zu lassen - da müßte zusätzlich noch aktive Nutzung und nicht pflegen zusammenkommen.


    Auch ein neuer Schaft käme nicht in dieser Aufmachung -oder der Fertiger hätte wenig Ahnung von Oberflächen Holzbearbeitung.


    Die ganz typischen "Abnutzungs" Hellfärbungen am Hals und an den Fältelungen der Backe sind m.E. genau so eindeutig "gefakt"

    wie die Messingpatina -

    oder aber,


    was MIR natürlich nicht bekannt ist,


    es handelt sich um einen Nachbau der tatsächlich schon jahrelang in Benutzung ist, bei einem Menschen, der eine Waffe für 5,5 Kilo Euronen nachlässig vergammeln läßt ::dry::.


    Wie gesagt - wenn es nicht eine wirklich genutzte Waffe ist, dann halte ich es für eine meisterhaft gealterte Arbeit, die handwerklich absoluten Respekt verdient, da sie sehr überzeugend gelungen ist - aber eben aus grundsätzlichen Überlegungen nicht mein Ding wäre.


    Das Dingens in dem Zustand und "wirklich alt" -

    aber sofort - wenn ich es denn zahlen könnte


    :)

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Messingpatina entsteht in sehr kurzer Zeit, Captain Cat , und was das Holz betrifft:

    Es reicht, wenn man beim Finish auf moderne Chemikalien verzichtet und sich auf solche beschränkt,

    die auch im 18. Jahrhundert verfügbar waren. Dann geht das schneller als Du glaubst.


    Die Frage ist, was man unter "gefaked" versteht. Beize wird mit Tüchern aufgetragen und abgerieben.

    Wenn man an Kanten etc. ein paar mal öfter reibt, erhält man den entsprechenden Effekt.

    Oder man greift das Ding öfter 'mal an, ohne gleich zu putzen. Der Schweiß des menschlichen Körpers

    kann schon einiges, der reicht aus.


    Ansonsten haben wir zum Thema eben unterschiedliche Meinungen. Gut so!

    Mein Punkt ist soweit bekannt, und - wenn ich "Fake" so streng sehen würde, ist schon das erstellen eines

    x-beliebigen Vorderladers ein Fake, weil nicht konform zur heutigen Technik. Simulation von etwas Altem.

    Wie weit man dabei geht, ob man sich nur auf die Technik beschränkt, oder auch auf die Fertigungsmethoden,

    die verwendeten Werkstoffe, und dann vielleicht auch noch nicht nur Bauweise, Funktion, Treibmittel und Geschosse

    von damals nachempfindet sondern auch die Abnutzung, stellt für mich lediglich den Grad des Nachempfindens dar.

    Wenn ich Gewehre wollte die neuwertig aussehen, würde mein Interesse auch M4, AN94 oder SA-80 Rifles gelten.

    Ich bevorzuge eben Altes, und das darf auch alt aussehen. So hat eben jeder seinen Zugang zum Thema.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Das ist wie bei den Oldtimerleuten. Die Einen arbeiten an ihrem Liebling, bis er besser als neu ist, und die anderen sind der Meinung, "dans son jus" wäre genau das Richtige. Mit gefallen die Rifles, die nicht ganz so hochglänzend wie neu aussehen, genau wie eine Pulverflasche gerne etwas natürliche Patina haben kann. Und mit dem guten alten Ballistol läuft Messing recht schnell an.


    Bei Deiner "miesen" Lancaster county longrifle gefällt mir übrigens die dunkelbraune, fast schwarze Brünierung der Metallteile überhaupt nicht. Und der Edelstahl Zündlocheinsatz ist auch nicht nach meinem Geschmack.


    Ja, natürlich stehen die besten Kapitäne auf dem Kai, und so etwas wie die "verkorkste" Longrifle würd ich im Leben nicht hinbekommen.

    ---------------
    In meinen Beiträgen verwende ich bewusst Satire, Ironie, Sarkasmus und Übertreibungen, um zu verdeutlichen. Auch ohne Kennzeichnung dieser Stilelemente sollte sich der Leser dessen bewusst sein.

  • Ja, natürlich stehen die besten Kapitäne auf dem Kai, und so etwas wie die "verkorkste" Longrifle würd ich im Leben nicht hinbekommen.

    Da gibt es eine uralte Weisheit, Schwarzer Mann :

    Am Leichtesten erkennt man jene Fehler, die man selber auch schon gemacht - und über die man sich dann entsprechend geärgert - hat.


    besten Gruß

    Werner


    PS.: Übrigens: Beim CAS sehe ich die Mehrzahl der Cowboys auch nicht in frisch gebügelten Hemden und eingelassenem Hochglanz-Leder sondern meist leicht angedreckt, mit (wenigstens) 3Tage-Bart, oft so, als wären sie gerade erst von der betreuten Kuh-Herde gekommen. Vorspiegelung falscher Tatsachen, oder Liebe zum glaubwürdigen Detail? Wird es ebenso unterschiedliche Sichtweisen geben!

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • PS.: Übrigens: Beim CAS sehe ich die Mehrzahl der Cowboys auch nicht in frisch gebügelten Hemden und eingelassenem Hochglanz-Leder sondern meist leicht angedreckt, mit (wenigstens) 3Tage-Bart, oft so, als wären sie gerade erst von der betreuten Kuh-Herde gekommen. Vorspiegelung falscher Tatsachen, oder Liebe zum glaubwürdigen Detail? Wird es ebenso unterschiedliche Sichtweisen geben!

    Na bei denen weiß doch sowieso jeder, daß es nur "Kopien" sind, da spielen die handwerklichen Kniffe und künstliche Alterung dann auch keine Rolle mehr


    ::lachen2::::lachen2::

    "Im Leben braucht man zwei Dinge - Ignoranz und Überheblichkeit

    und

    der Erfolg ist einem sicher."

    (Mark Twain)

  • Na bei denen weiß doch sowieso jeder, daß es nur "Kopien" sind, da spielen die handwerklichen Kniffe und künstliche Alterung dann auch keine Rolle mehr

    grin-.) Das mag schon sein. Weiß aber bei Läufen die mit "Colerain", "Getz", "Green Mountain", "Rice", … oder Schlossen die mit L&R, Chambers oder Davis gestempelt sind auch jeder. Und wenn der Büchsenmacher z.B. mit "B. Gurtek 2005" signiert hat, kann das Ding noch so alt aussehen. 8)


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Allerdings, Captain Cat , so amüsant sie sein mag, erübrigt sich die gegenseitige Frotzelei

    insofern, als es korrekt gebaute (auch Lancaster) Longrifles gibt, die dem Büchsenmacher

    quasi noch in der Werkstatt aus der Hand gerissen wurden... grin-.)


    ML201.jpg


    ML202.jpg


    ML203.jpg


    ML204.jpg


    ML205.jpg


    ML206.jpg


    ML208.jpg


    ML207.jpg


    ML209.jpg


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.