BÜMA " E GRAF in HERISAU " (Schweiz )

  • Hallo,


    auf dem Lauf einer (Schweizer ) Perkussionsbüchse , so ca. 1850 , steht hinten oben E GRAF IN HERISAU und hinten seitlich I. MALSER T. . Ist den Glücklichen unter Euch, die einen Stoeckl besitzen, dieser oder diese Namen schon mal untergekommen ? Danke und Gruß .:think::wacko:

  • Hallo,

    die Perkussionsbüchse von diesem E GRAF IN HERISAU ( Schweiz ) hat eine Bajonett-Schiene, die ich noch nie gesehen habe; kennt die einer von Euch ?

    Danke und Gruß

  • hat eine Bajonett-Schiene, die ich noch nie gesehen habe; kennt die einer von Euch ?

    In Sachen Bajonett gab es damals zumindest für zivile Waffen keinerlei Normierung,

    jeder Büchsenmacher hat für die Waffe Halterung und Bajonett zusammen ausgeliefert.


    Einer der Gründe, warum man heute kaum noch eine komplette Kombi bekommt.

    Wer oft genug ans Hohle klopft schenkt der Leere ein Geräusch

  • Danke, wozu haben zivile Büchsen überhaupt Bajonette ?


    Die Schweizer waren, glaube ich, schon immer ein ganz besonderes Völkchen.


    Diese konische, halbrunde Tülle sieht man ja eher schon hin und wieder ; das war wohl eine Art Standardisierung ?

  • Danke, wozu haben zivile Büchsen überhaupt Bajonette ?

    Weil es damals deutlich engere Verbindungen zwischen Schützen und Militär gab. Die Schützen sollten im Fall der Fälle mit ihren Waffen beim der Landesverteidigung helfen (denk an Lützows "freiwillige Jäger").

    In der Schweiz war die Verbindung besonders eng, aber auch in Deutschland sahen sich die Schützen als eine Art Reserve für das Heer. Im §56 der 1861 ausgearbeiteten ersten Satzung des Deutschen Schützenbundes war ein "Deutsches Schützengewehr" beschrieben, das ein Bajonett haben musste, denn im §56 war festgelegt: . "... Die Waffe ist versehen mit Vorrichtung zum Aufstecken eines Bajonnets und mit eisernem Ladestock. .... Die Waffe darf einschließlich Bajonnet höchstens 12 Pfund (= 6 klgr.) wiegen. …"


    Der Grund für die Einführung des „Deutschen Schützengewehrs“ wurde noch 1882 in einem Beitrag in der Deutschen Schützen- und Wehrzeitung so erläutert:

    Für die Wahl derselben war maßgebend, daß sie dienen sollte zur Bewaffnung der gegen den äußeren Feind im Nothfall zu verwendenden Mannschaften. Deshalb war sie einer Militärwaffe – dem Schweizer Jägergewehr – nachgebildet, mit Vorrichtung zum Aufstecken einer Stoß- und Hiebwaffe versehen, leicht zu handhaben. Einheitliches Kaliber war vorausgesetzt. Es sind auch damals vieler solcher Waffen angeschafft worden, freilich nicht ganz gleichmäßig.


    Die Entscheidung des Schützenbundes, dieses Gewehr einzuführen, wurde allgemein begrüßt. So schrieb der preußische Major Caesar Rüstow im zweiten Band seines Buches „Die Kriegshandfeuerwaffen“:

    „… jene … vortrefflichen Eigenschaften des Schweizer Stutzen sind denn auch die Veranlassung gewesen, dass der Ausschuss des… allgemeinen deutschen Schützenbundes, - … – jene Waffe, wenn auch mit einigen und zwar zweckmäßigen Abänderungen, als deutsche Schützenwaffe angenommen hat. Dieselbe ist demgemäß eine Kriegswaffe und folglich unserer besonderen Aufmerksamkeit wert, …

    Heute würde bei diesem Lob (als dass mit einer Kriegswaffe geschossen wird), so mancher einen Herzinfarkt bekommen, aber damals waren die Zeiten anders.

  • In Österreich findest Du - u.a. in Kärntner und Tiroler Museen - viele alte Jagdbüchsen mit ihrem gewohnten achtkantigen Lauf.

    Letzterer wurde aber, als mit Jägern Milizen und Jäger-Bataillone gebildet wurden, von der Mündung weg ca. 5cm rund gefeilt, um die gängigen Bajonette des Militärs "aufpflanzen" zu können.

    Sieht merkwürdig aus, danach fragte damals aber niemand.


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.



  • Das ist bei dieser Büchse eine der Merkwürdigkeiten: Der Lauf ist bis 8 cm von der Mündung 8 kantig, dann rund bis ca. 25 cm vor dem Schwanz, dann wieder 8 kantig ! Sieht ulkig aus. Soll das etwa die Wirkung von geschweiften Läufen haben?:wacko:

  • Gute Frage, @Pulverfrosch ! Kann mich nicht erinnern, eine solche Konfiguration schon 'mal gesehen haben.

    Hinten achtkantig ist gängig, weil angenehmer und stabiler in den Schraubstock einzuspannen. Wenn an der Mündung dann wieder achtkantig ist das interessant. Der Büchsenmacher hat sich dabei sicher etwas gedacht, so etwas macht man nicht aus Jux. Nur - den können wir 'halt nicht mehr fragen... .


    besten Gruß

    Werner

    Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedfertig und glücklich gelebt haben.